Schon länger gab es nun keinen Eintrag mehr hier am Blog. Aber da wir nun in der Heimat unterwegs sind, gibt es eigentlich wenig Aufregendes zu berichten - zumindest sind es für uns meist keine neuen Touren oder Regionen, die wir erkunden. Dennoch haben wir aber auch hier in der näheren Umgebung wieder einige schöne Flecken Erde entdeckt, die wir sonst wohl nicht erkundet hätten.
Das Wetter war ja bis Ende November hervorragend und wunderschön warm und stabil. Teilweise keine Wolke am Himmel, schien die Sonne von früh bis spät. Und mit der Inversionswetterlage war es meist auf 2000m wärmer als im Tal herunten - vor allem, wenn es Nebel hatte, dem wir dann entflohen sind.
18.11. - Klettern am Brüggler - Nomis (6b+, 6a 2 pa obl.)
Unsere Klettererfahrung dieses Jahr war überschaubar bis jetzt. Meist haben wir große, sehr ausdauerlastige Touren gemacht mit extrem vielen Höhenmetern. Zudem kam, dass die Boulderhalle im ersten Lockdown zusperren musste und nach der Öffnung wollten wir uns nicht mit den Einschränkungen dort anfreunden (Maske tragen beim Klettern usw.). Deswegen ging es kaum an den Fels. Das sollte sich aber jetzt noch ändern.
Mit den warmen Temperaturen und dem Sonnenschein ist die Südwand des Brügglers genau richtig für den Spätherbst. Der Einstieg der Routen befindet sich auf ca. 1500m, wo es dieser Tage meist um die 10 Grad hatte. Mit der reflektierten Hitze von der Wand und absoluter Windstille konnte man am Brüggler im T-Shirt klettern. Erst beim Ausstieg oben auf ca. 1770m wurde es kühler. Aber dann zog man sich etwas an für den Abstieg.
Für den ersten Besuch dort hatten wir eigentlich die Route "Die Namenlose" geplant gehabt, aber nachdem an einem Mittwoch (unter der Woche also) im November schon 12 Autos am Parkplatz waren, als wir doch recht früh ankamen, war unsere Route belegt. Wir mussten also ausweichen. Da fiel die Entscheidung auf "Nomis". Eigentlich sehr homogen zu klettern ist es lediglich die erste Seillänge, die Schwierigkeiten macht, denn dort geht es kurz über eine plattige Stelle recht ausgesetzt nach oben zum nächsten Haken. Danach ist die Route eigentlich ein Genuss, wenn man dann noch die richtigen Ausstiegsseillängen findet. Ganz oben kreuzen sich einige Routen und ich folgte dort einer falsche Markierung und stand irgendwann am Ende eines Kamins im "Nichts". Kein Haken, nichts mehr. Ich konnte dann aber mit ein paar Schlingen gute Sanduhren fädeln und kam dann doch noch zu einem Stand, der zwar nicht zu unserer Route gehörte, aber wenigstens gebohrt war.
Hier hatte ich auch einen Schreckmoment und musste mehrmals ein großes Dankeschön nach oben schicken, dass nichts passiert ist. Beim Verhauer löste sich über dem Kamin direkt unter mir ein ganzer Block, auf dem ich stand, und donnerte talwärts. Wie schon gesagt, waren viele Leute in der Wand. Zwei Seilschaften waren direkt unter uns. Eine im Aufstieg, die anderen seilten gerade ab. Zum Glück zerbröckelte der Stein aber sofort und keines der kleinen Teilchen traf jemanden. Puh! Herz in der Hose! Aber gut gegangen. Alle darunter riefen zu uns rauf, dass sie OK seien und nichts geschehen ist. Gott sei Dank!
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| Der Brüggler. |
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| Manu im Nachstieg. |
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| Standplatz mit Aussicht :-) |
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| Gipfel erreicht. |
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| Aussicht auf den "Zürisee" und das Flachland. |
22.11. - Wandern in Oberschan: Alp Stofel und Vormsweg
Um das schöne Wochenendwetter zu nutzen ging es von Oberschan über Torggelbomm und den Trunachopf zur Alp Stofel und über den Vormsweg zurück nach Oberschan. Und dieses Mal waren wir nicht alleine unterwegs, sondern hatten Begleitung :-)
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| Kurz unter der Alp Stofel |
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| Die "Brändi-Dog-Gang" - schön wars :-) |
25.11. - Klettern am Brüggler - Die Namenlose (6a+, 5c obl.)
Wir mussten schon noch zurück an den Brüggler, um "Die Namenlose" zu klettern. Das Wetter war gut und noch immer sehr warm und so ging es erneut in Richtung Glarus und zum Brüggler. Diesesmal konnten wir die Route klettern, die ebenfalls sehr homogen ist und schöne Kraxelei bietet. Ohne Verhauer und sonstige Vorkommnisse ging es direkt zum Ausstieg und nach einer Jause in der Sonne wieder nach Hause.
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| Blick zum Bockmattli. Die Nordwände haben schon viel Schnee. |
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| Kleiner und Grosser Mythen im Hintergrund. |
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| Gipfel des Brügglers mit dem Säntis und den Churfirsten im Hintergrund. |
27.11. - Klettern im Stoss - Sportklettern
Das Klettern hat uns gepackt und so wollten wir nochmals die warmen Südwände auskosten. Heute ging es aber "nur" in den Sportklettersektor im Stoss unter der Familienroute. Aber dort sind die Sportkletterrouten um die 40-45m lang. Nach 6 Routen dort hatten wir unser Pensum für den Tag auch erfüllt :-)
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| Der Schafberg im Hintergrund. |
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| "Wasserrillenmekka" |
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| Blick zum Rotsteinpass. Links die Antenne des Säntis, rechts der Schafberg. |
28.11. - Wandern in Wildhaus - Lütispitz (1.986m) und Neuenalpspitz (1.816m)
Schon lange redeten wir von der Skitour auf die Lütispitz bei Wildhaus (Alt St. Johann). Denn der Gipfel ist in den Führern mit 1.987m (bzw. 1.986m laut Swiss-Topo) angegeben und Manu wollte einmal auf ihrem "Geburtsjahrgipfel" stehen. Nun ging es also als Wanderung dort rauf. Wir starteten recht früh in Scharten und durch den "Böstritt" ging es in fast direkter Linie auf den Lütispitz, wo kurz nach uns die Hölle los war - so viele andere Leute wollten auch das schöne Wetter genießen.
Wir gingen aber wieder runter und überschritten dann noch die Kette hin zum Neuenalpspitz, wo es dann eine ausgedehnte Pause in der Sonne gab, bevor wir uns wieder ins Tal aufmachten, unter den Nebel.
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| Die Lütispitz vor uns, nach dem Böstritt. |
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| Die letzten Meter zum Gipfel. Der Säntis im Hintergrund. |
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| Blick in die andere Richtung und zum nächsten Gipfel: dem Neuenalpspitz (links unten in der Kette) |
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| Rückblick zum Säntis, Lütspitz und Schafberg (man sieht auch den Altmann dahinter) |
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Die sieben Churfirsten (vlnr): Chäserrugg, Hinderrugg, Schibenstoll, Zuestoll, Brisi, Frümsel und Selun
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29.11. - Margelchopf vom Berghaus Malbun
Einer der letzten schönen Tage bei uns im November - so oder so. Wir wollten noch einmal über den Nebel raus und aber auch früher zurück sein am Abend, weswegen wir uns für den Margelchopf entschlossen haben. Gestartet sind wir dann früh beim Berghaus Malbun, noch bevor der Massenanssturm begann, den wir schon vermuteten. Nur ein Trailrunner war vor uns am Gipfel. Wir genossen dort lange die Ruhe und die Aussicht in Richtung Churfirsten und Alpstein und stiegen dann ab, als die ersten Nachfolger eintrudelten.
Für uns ging es dann weiter über die Alp Glanna, wo wir abseits des Weges fast eine Stunde die Sonne und unser Pausenbrot genossen. Über Altsässobersäss und das Scheitenbödeli ging es dann zurück zum Berghaus Malbun, wo mittlerweile der Parkplat komplett voll war. Kein freier Platz mehr! Gut fuhren wir dann Heim zu Kaffee und Kuchen.
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| Raus aus dem Nebel und ab in die Sonne. Gefühlt 20 Grad wärmer. |
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| Das Ziel in Sicht: der Margelchopf. |
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| Noch alleine am Gipfel. Im Hintergrund die Kreuzberge und der Alpstein. Links die Wand des Schafbergs, die auch schön zum Klettern ist. |
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| Am späten Nachmittag geht es dann halt doch wieder runter unter den Nebel. Aber wir konnten Sonne tanken und sind glücklich. |