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Samstag, 14. November 2020

14.11. – Diemtigtal – Überschreitung Wiriehore (2.304m)

Nach der gestrigen Tour planten wir für den heutigen Tag wirklich etwas Kurzes bzw. Entspanntes, denn schließlich waren unsere Beine müde von den letzten zehn Tagen, wo wir im Schnitt 1500 Höhenmeter pro Tag gemacht haben. Das Ziel für den heutigen Tag war das Wiriehore in Mitten des Diemtigtals – ein kleines Seitental im Berner Oberland, das man wohl übersehen kann, aber das jeden Besuch definitiv Wert ist.

Unser Tag startete mit einer Fahrt von Zweisimmen nach Zwischenflüh im Diemtigtal, von wo aus wir unsere Tour machten. Bei Wasserbrügg parkten wir unser Auto und sattelten um auf die Mountainbikes, mit denen es zuerst ca. 300 Höhenmeter nach oben ging zur Alp Underi Heitere. Dort angekommen ging es zu Fuß weiter. Zuerst einer steilen Alpstraße folgend und später querfeldein über die Piste zum Ausgangspunkt unserer Tour – dem Punkt P.1720 auf der SwissTopo Karte. Zumindest war es so in der Tourenbeschreibung zu lesen, dass von dort ein Pfad in den lichten Wald führt, welcher einen zum Einstieg auf den NO-Grat bringt.

Anfangs war da auch ein Pfad, dem wir folgen konnten, doch schon bald verlor sich dieser. Jedoch war das weniger ein Problem, musste man sich einfach einen geeigneten Weg hinauf suchen. Beim Einstieg in den Grat angekommen, aßen wir noch einen Biber und ein paar Nüsse in der Sonne, bevor wir die 400 Höhenmeter am NO-Grat in Angriff nahmen.

Der Aufstieg ist noch teils mit Farbe markiert, jedoch verblassen diese Striche und Punkte immer mehr und man muss etwas danach suchen. Brauchen tut man sie aber nicht, denn verlaufen geht eigentlich gar nicht. Meist in angenehmen Gehgelände, teils etwas kraxelnd kamen wir so rasch höher und somit dem Gipfel entgegen. Vor dem Ausstieg ganz oben hatten wir etwas Angst, sahen wir doch von unten eine Wechte über den Grat ragen. Wir hofften also, dass diese nicht so hoch ist bzw. nicht ganz bis zum südöstlichen Ende des Grates reicht. Wir hielten uns im oberen Teil also etwas links in Richtung Südosten und durchstiegen eine paar steilere Grasflanken und Felspassagen, bevor wir dann ohne Schneekontakt am Gipfel standen.

Wie schon an den Tagen davor waren wir fasziniert von der Aussicht und suchten uns ein Plätzchen, um diese etwas länger genießen zu können. Unser Aufstieg dauerte nur 2:20 Stunden und somit hatten wir genügend Zeit in die Ferne zu schauen. Fast eine Stunde taten wir dies dann auch, bevor wir wieder den Abstieg antraten und über die Alp Wirie zurück zu unseren Bikes gelangten. Mit diesen ging es rasant ab zum Auto, wo wir die Bikes verluden und uns in Richtung Heimat in Bewegung setzten.

Nach dem zehnten Tag in Folge mit traumhaften Bedingungen und super Touren waren wir beide dankbar für all das Erlebte und wollten diese Region des Berner Oberlandes so in Erinnerung behalten. Das angekündigte schlechtere Wetter mit mehr Bewölkung am folgenden Tag war dann mit unter ein Grund dafür, dass wir die Heimreise antraten. Auch brauchten wir einfach wieder mal einen Pausentag und etwas Erholung.

Harald

Blick auf den geplanten Aufstieg: immer links dem Grat entlang folgend bis zum Gipfel.

Blick zurück: hinten ist schon der Thunersee zu erkennen. Rechts die Kette des Niesen.


Ab und zu gabs was zum Kraxeln :-)

Schon weit oben im "Grat".

"Hallo Berner Alpen"


Gipfelfoto mal anders. Links das Stockhorn (freistehend), rechts der Thunersee.

Manu kundschaftet Routen aus ;-)

Freitag, 13. November 2020

13.11. - Lenk - Überschreitung Albristhorn (2.762m)

Unser Tag startete etwas früher als normal, denn wir mussten heute von Gstaad im Saanetal nach Lenk im Simmental fahren und davor unseren Bus enteisen und abreisebereit machen. Was auf der Karte nur durch einen Bergrücken getrennt wird, erweist sich im realen Leben dann als 45-minütige Autofahrt. Wir frühstückten erstmals gemütlich und ließen der Heizung den Vortritt beim Enteisen der Windschutzscheibe, was prima klappte. Ich musste am Ende nur noch Trockenwischen 😊 Die anderen Scheiben waren ebenfalls alle recht beschlagen, aber die wohlige Wärme im Inneren half kräftig dabei, wieder klare Sicht zu bekommen.

Wir fuhren anschließend nach Zweisimmen und zweigten dort nach Lenk ab. Vorbei am schönen Dörfchen St. Stephan ging es immer weiter auf das Wildhorn zu, welches im Talschluss hoch über der Iffigenalp zu sehen ist. In Lenk selbst mussten wir dann noch eine Bergstraße nach oben düsen zur Talstation am Bühlberg. Heute wollten wir es etwas gemütlicher nehmen mit den Höhenmetern und Distanzen, deswegen starteten wir erst auf 1.665m.

Dort angekommen stellten wir zuerst nochmals das Dach vom Bus auf, damit dieses ordentlich in der Sonne austrocknen konnte. Wir zogen uns um und setzten uns dann ca. um 10 Uhr in Bewegung, schon in der wohligen Wärme der Sonne, ich gleich im T-Shirt!

Wir folgten zuerst dem Weg in Richtung Tierberg, einem kleinen Vorgipfel in der Kette des Albristhorns. Von dort weg führt der direkte Anstiegsweg über das Seewlehore und den Vorgipfel des Albristhorns auf den Hauptgipfel von letzterem. Bis zum Tierberg war es schön warm und windstill, doch kaum erreichten wir den Gipfel und den Grat zum Seewlehore, wurde es kalt. Ein recht eisiger Wind zog dort oben von West herein und da wir am Grat gingen, gab es nicht wirklich Schutz davor. Wir zogen also unsere Windstopper an und wechselten die Handschuhe, bevor es weiter zum Gipfel des Seewlehore ging. In einer Senke, etwas hinter dem Grat versteckt, war es dann windstill und wir legten eine Biber-Pause ein.

Frisch gestärkt ging es dann weiter dem Grat entlang zum Seewlehore. Auf dieser Passage überholte uns dann ein Trailrunner, der nur in kurzer Hose und mit leichten Schuhen unterwegs war. Brrrrr und hui, sagten wir da nur. Der Weg an sich führt steil nach oben, doch ist nirgends ausgesetzt oder gefährlich. So erreichten wir recht zügig den Gipfel und machten uns sogleich weiter auf den Weg zum Albristhorn. Der Grat macht von dort weg einen kleinen Schwenk in Richtung Norden und somit trafen wir vermehrt auf Schneereste und kleine eisige Passagen. Absturzgefahr herrscht dort zwar nur gering, aber man muss dennoch vorsichtig gehen, um nicht zu rutschen. Zum Glück waren schon teils gute Spuren im hartgefrorenen Schnee, sodass wir die Stellen gut meistern konnten. Am Vorgipfel des Albristhorns waren dann die Schwierigkeiten gemeistert und wir gingen die letzten Höhenmeter zum Gipfel hinauf. Was für eine Aussicht von dort oben. Die hohen Berge des Berner Oberlandes sind dort zum Greifen nahe, vor allem bei dieser klaren kalten Luft.

Der Wind war auch am Gipfel noch lebhaft und so stieg ich etwas in Richtung Nordosten ab, von wo eine Spur zum Gipfel heraufführte. Schon kurz unter dem Gipfel war es dann windstill und ich konnte die Sonne genießen und Fotos machen. Manu zögerte noch, meinte sie doch, die Stelle sei ihr zu steil und sie hätte keinen Halt im Schnee. Nach guter Zusprache folgte sie dann doch und wir standen schön windgeschützt dort und genossen die Aussicht. Die Jause wollte sie nicht hier am Gipfel essen, denn erstens hatten wir keinen guten Platz zum Sitzen und zweitens mussten wir noch den eisigen Grat zurück zum Seewlehore, und das machte Manu etwas Angst. Wir besprachen uns am Gipfel lange, was wir nun tun sollten. Vom NO-Grat rauf zieht ein Aufstiegsweg, in dessen Spuren wir gerade standen. Und weiter unten am Grat sahen wir Leute, die gerade im Aufstieg waren. Der Weg war also machbar. Nur war der Abstieg über den NO-Grat mit einem Abstieg bis ins Tal bei Adelboden auf ca. 1500m verbunden und somit einem Gegenanstieg von mehr als 450 Höhenmeter. Eigentlich wollten wir ja heute etwas kürzer treten und nichts Großes machen, aber der Rückweg war anscheinend blöder als der Abstieg über den NO-Grat, wo gute Spuren vorhanden waren. Und zum Glück hatte ich am Morgen noch sicherheitshalber den Pickel auf den Rucksack montiert und das kurze Seil mitgenommen. Ausgerüstet waren wir also – lediglich Steigeisen hatten wir keine dabei, aber diese waren auch nicht wirklich notwendig, kamen doch einige von unten auch ohne diese rauf, nur mit Pickel „bewaffnet“.

Wir entschlossen uns also für die Überschreitung und stiegen ab. Etwa 100m unter dem Gipfel fragten wir dann den ersten Aufsteiger nach den Bedingungen: gut machbar, vor allem mit Pickel, kein Problem im Abstieg. Wir setzten also den Abstieg fort und trafen noch auf ca. zehn andere Bergsteiger, die uns entgegenkamen, nur manche davon überhaupt mit Pickel. Der Abstieg war dann problemlos machbar und wirklich deutlich weniger gefährlich als der Rückweg über den Grat zum Seewlehore. Im Sattel des Furggeli, wo sich der Wanderweg dann gen Süden wendet, machten wir Pause, versorgten das Seil und den Pickel und genossen die wärmende Sonne und die Aussicht.

Von dort führte dann ein normaler Wanderweg ab ins Tal bis nach Aebi auf ca. 1500m. Diesen Weg meisterten wir flott und standen schon bald unten an den Liftstationen, nur Lifte fuhren heute keine. Wir mussten den Gegenanstieg selbst machen, doch bevor dies geschah, aßen wir das zweite Jausenbrot (warum auch immer wir genau heute pro Person zwei Brote dabei hatten :-P). Der Gegenanstieg war dann etwas mühsam – zumindest für mich – zog er sich doch ewig dahin bis auf über 2000m. Von der Bergstation der Lifte dort mussten wir dann noch dem Wanderweg bzw. der Piste entlang wieder ab auf die andere Seite zum Bühlberg, wo wir beide geschafft aber glücklich um 16:30 wieder beim Bus eintrafen. Anstatt der ca. 1200 Höhenmeter sind es dann doch 1780 Höhenmeter und 20,5km geworden. Was für eine Tour! Anders als geplant, aber definitiv lohnend. Beide waren wir glücklich, dass wir nicht den Weg zurück über den Grat genommen, sondern die Überschreitung gewählt hatten.

Da es schon etwas später war entschlossen wir uns, wieder auf den bekannten Camping nach Zweisimmen zu fahren. Während Manu telefonisch nachfragte, ob noch Platz vorhanden sei, packte ich unser Zeug ein und los ging es wieder nach Zweisimmen – zum Abendessen, denn hungrig waren wir beide!

Harald

Start bei traumhaft schönem Wetter und Ausblick auf die Wildstrubel-Gruppe.

Der Grat noch vor uns: Blick vom Tierberg auf das Seewlehore und das Albristhorn.

Hier war es windgeschützt und wir nutzten die Gelegenheit gleich für einen Biber ;-)

Das Seewlehore (2.467m)

Der weitere Grat vom Seewlehore zum Albristhorn. Hinter dem Vorgipfel war dann auch noch Schnee und Eis zu finden.

Am Gipfel angekommen und eine traumhafte Aussicht vorgefunden :-)

Rückblick auf den Grat vom Seewlehore zum Vorgipfel des Albristhorns. Dort war es teils eisig.

Auch wenn schon so oft gesehen in den letzten Tage, fad wird das nie :-)

Der Abstieg vom Albristhorn war gut machbar, dank der guten Spur.


Blick vom NO-Grat zum SW-Grat des Albristhorns.

Im Schatten lag einiges an Schnee, der aber gut gehbar war.

Rückblick auf den NO-Grat.

Blick aus dem Sattel auf die hohen Berner Alpen. Ciao für heute!

Im Abstieg schon fast im Talboden bei Aebi.

In der Mitte das Albristhorn. Links der gesamte Grat des Aufstiegs, rechts alles runter, um den kleinen Gipfel herum und bis ins Tal.

Endlich am Pass angekommen. Ein letzter Blick zurück auf die hohen Berge, bevor die Sonne ganz weg ist.

Donnerstag, 12. November 2020

12.11. - Gstaad - Bike and Hike – Wandflue (2.133m) und Rellerligrat

Wie schon am Tag davor war es morgens recht kalt im Tal. Zudem hingen noch ein paar Wolken über den Bergen im Südosten und somit kam die Sonne nicht so wirklich durch. Wir frühstückten also gemütlich und machten uns in aller Ruhe fertig für die heutige Tour. Als wir dann um 9:15 Uhr aufbrachen, war schon die Sonne heraußen und wärmte uns – oder sie tat zumindest so :-P

Entlang der Saane ging es dann nach Saanen. Wir fuhren extra langsamer, obwohl es geradeaus bzw. bergab ging, denn der Fahrtwind war kalt. In Saanen sahen wir dann ab dem Bahnhof die Ausschilderung „Rellerli-Bike 890“, der wir folgten. Anfangs noch kurz auf der Straße in Richtung Schönried bog der Weg dann aber bald in den Ortsteil Büel ab, wo es so manch schönes Haus zu bewundern gibt. Dort wurde uns im Aufstieg so richtig warm, denn der Hang ist nach Süden ausgerichtet und die Sonne wärmte. Was wir aber nicht so richtig am Radar hatten: die kurze Abfahrt danach runter in Richtung Grischbach. Dort unten war es wieder eisig kalt und die Sonne kam bis zum mittleren Teil des Grischbachtals nicht über die Bäume bzw. Berge drüber. So waren wir dann wirklich froh, als ab der Alp Lauchnere die Sonne permanenter Begleiter war. Dort machten wir dann auch Pause, die vor allem ich dringend brauchte. Nach den letzten Tagen am Bike braucht mein Hintern wohl anscheinend wieder einmal „sattelfrei“ und mein Rücken ist verspannt – wohl auch wegen den steilen Passagen vom Vortag, wo man sich richtig am Lenker festkrallt und nach vorne zieht, damit das Bike nicht aufsteht.

Gestärkt und etwas ausgedehnt führte uns der Weg schön durch das Grischbachtal stetig nach oben, bis wir am Mittelberg auf ca. 1.630m nicht mehr den Schildern der Nummer 890 folgten, sondern weiter in Richtung Obere Ruedersberg fuhren. Dort präsentierte sich dann die Kette der Gastlosen wunderschön in der Vormittagssonne vor uns. Unter der Wandflue sahen wir schon die ersten Kletterer in der Wand. Ob die es wohl warm hatten? Es wehte ein leichter Südwestwind, der kalt war. Weiter gings für uns in Richtung Alp Oberi Bire. Dort war dann erstmals Schluss mit dem Mountainbike und wir ketteten die Bikes an.

Dem Wanderweg folgten wir dann nach Wolfs Ort, dem Sattel zwischen Bireflue und Wandflue, von wo aus dann der unmarkierte Weg auf die Wandflue führt. Bevor wir loswanderten stärkten wir uns nochmals mit einem Biber und Studentenfutter bzw. Nüssen. Dabei sahen wir weiteren Kletterern zu, die sich an den Südostwänden der Bireflue bzw. der Rüdigenspitze versuchten.

Die ersten Höhenmeter bergauf waren dann nach der längeren Rast eine kleine Überwindung. Die Oberschenkel protestierten bei beiden von uns schon gegen die Anstrengung, aber nach ein paar Minuten legte sich das wieder und wir kamen durchaus zügig voran und näherten uns langsam dem Gipfel. Vom Sattel weg ging der Weg nordseitig auf den Gipfel und war beinahe durchwegs gefroren. Dies war aber durchaus gut, denn sonst wäre es nur matschig und schlammig gewesen. So war alles fest und wir konnten gut gehen. Der Weg an sich ist unschwierig und als T3 bewertet, man braucht also ab und zu mal eine Hand zur Unterstützung.

Am Gipfel angekommen waren wir dann beide baff, so eine wunderschöne Aussicht hatten wir dort oben. Die Rundumsicht ist grandios und wir sahen viele Berge, die wir schon bestiegen hatten in den letzten Tagen. So waren dann die müden Oberschenkel schnell vergessen. Bei der langen Pause genossen wir nicht nur die Jausenbrote, sondern auch wieder die Aussicht auf die hohen Berner und Walliser Alpen. Phänomenal!

Schweren Herzens mussten wir uns aber wieder auf den Rückweg machen. Der Weg zu den Bikes war flott zurückgelegt und von der Alp Oberi Bire ging es zuerst zurück in den Sattel, wo der eigentliche Radweg Nummer 890 wieder abzweigt in Richtung Rellerligrat. Ab dort ging es dann wieder bergauf, ca. 250 Höhenmeter kamen so nochmals dazu. Anfangs waren es einfache Höhenmeter auf einer guten Straße, dann wurde daraus ein Wanderweg, der aber noch gut zu fahren war. Schließlich standen wir auf einer Wiese, durch die der Wanderweg führt. Dort war der Weg wieder so schlammig wie schon von den Vortagen bekannt. Die Reifen verklebten komplett und fahrbar war da nichts mehr. Sogar beim Schieben der Bikes verklebten die Reifen und blockierten sogar – wir hatten ungewollt Fatbikes

Erst ab der Anhöhe beim Hugeligrat konnten wir wieder fahren. Dort war der Weg gut und trocken. Auf den Abwärtsstrecken flog uns dann der Dreck, der sich zuvor auf den Reifen angesammelt hatte, nur so um die Ohren. Ich denke, wir müssen unsere Rücksäcke und Hosen mal gründlich waschen. Beim Oberen Rellerli (ein Bergrestaurant) nahmen wir dann nicht den Single-Trail als Abfahrt. Das war uns zu heftig, vor allem auch bei diesen Verhältnissen. Wir bevorzugten dann die Umfahrung entlang einer Alpstraße bis zur Alp am Unteren Rellerli. Von dort weg wurde die Straße dann immer besser und so konnten wir dann doch zügig ab nach Saanen.

Dort ging es wie schon am Tag davor zum Bäcker, um uns mit Brot für morgen einzudecken. Und weil wir gerade Lust hatten, nahmen wir noch gleich eine Nachspeise für den Abend mit. Welch Ironie des Schicksals das im Nachhinein gesehen war, dass wir bar und nicht mit Karte zahlten, sollten wir dann am Abend beim Camping feststellen. Als Manu den Platz zahlen wollte hieß es, dass sie keine Karten akzeptieren, also mussten wir auch hier bar zahlen. Nur hatten wir nicht mehr so viel Bargeld dabei. Wir suchten also den ganzen Bus durch und fanden beinahe den ganzen Betrag, bis auf 80 Rappen oder so, die fehlten. Die Dame war aber einsichtig und erließ uns diesen Betrag dann. Nun hoffen wir also, dass wir nicht noch irgendwo ein Parkticket mit Münzen oder so lösen müssen und dass die Nachspeise jetzt wenigstens richtig gut schmeckt.

Harald

Die Wandflue mit der Alp am Ruedersberg davor.

Fertig mit Biken, erstmals. Ich war durchaus schon fertig. Dahinter die Bireflue (links) mit der Rüdigenspitze und rechts hinten die Gastlosen.

Im Sattel "Wolfs Ort" mit der Bireflue dahinter.

Angekommen am Gipfel.

Hier konnte auch ich wieder lachen, bei dieser Aussicht aber auch nicht so schwer.


Der Pass in der Mitte ist der Euschelspass, den wir vor ca. einer Woche mit dem Bike befahren haben und dann links davon den Chörblispitz erwandert haben.

WAS FÜR EIN AUSBLICK!


Schon wieder im Abstieg.

Die frisch gemachten Alpstraßen trugen nicht sonderlich zum Fahrkomfort bei :-P

Unsere "Fatbikes". Die Reifen wurden so verlegt, dass Fahren nicht mehr möglich war. Der Dreck war so dick, dass er an der Frontgabel blockierte.

Blick vom Rellerli nach Schönried.

Blick vom Unteren Rellerli nach Gstaad mit dem Wildhorn dahinter.


Mittwoch, 11. November 2020

11.11. – Gstaad – Bike und Hike auf den Rocher Plat (2.257m)

Wie schon so oft planten wir für den heutigen Tag eine etwas weniger anstrengende Tour – laut unseren Berechnungen ca. 1100 Höhenmeter mit dem Bike und dann noch weitere 350 Höhenmeter zu Fuss auf einen Gipfel. Wir wollten sogar etwas später starten, doch ein gewisser Drang scheuchte uns beide um 07:30 Uhr aus dem warmen Schlafsack!

Draussen war es noch neblig – so hatten wir überhaupt keinen Stress und um 09:15 Uhr starteten wir mit unseren Bikes. Zu Beginn war es mal wieder eisig kalt, vor allem, da die ersten Kilometer in der Ebene und im Kaltluftsee unterhalb der Nebeldecke zurückgelegt werden mussten! Es ging erst einmal in Richtung Grund, aber circa auf halber Strecke zwischen Gstaad und Grund führte uns die Route ostseitig den Hang hinauf – ostseitig ist darum erwähnenswert, da wir nun in der Sonne strampelten und uns ziemlich schnell sehr warm wurde! Über Flüemad und die Alp Tschaanere ging es hoch bis auf 1546m, zur Talstation des Liftes Vorders Eggli. Dann ging es ziemlich steil einem Feldweg der Piste entlang hinunter. Gut, dass unsere Bremsen wieder einwandfrei funktionierten!

Auf 1255m kamen wir dann wieder auf eine asphaltierte Strasse und dann ging es auch schon wieder aufwärts. Zum Glück ganz gemütlich. Doch mit dem gemütlichen Aufwärts war es nach einer Weile vorbei, denn unsere Route führte rechts weg in eine Schotterstrasse, die mehr oder weniger steil nach oben führte. Meistens war es mehr steil als weniger. Ich gab ziemlich schnell w/o und schob mein Bike die steilen Stellen nach oben. Harald kämpfte sich tapfer durch, aber unter der Alp Les Praz war es dann auch für ihn zu steil. Also es war eine Kombination aus Steilheit, Untergrund und Oberschenkeln, die nicht mehr wollten, die ihn dann auch zum Aufgeben zwangen! So waren wir beide froh, als wir endlich die Alp Pra Cluen auf 1813m erreichte, ab wo wir dann zu Fuss weitergingen!

Auch zu Fuss ging es erst einmal zügig nach oben. Wir kamen an den Les Gouilles vorbei, zwei oder drei Tümpel, die es eigentlich nicht verdient haben, See genannt zu werden :-D. Unter der Seilbahn La Videmanette querten wir auf einen Pass auf 2129m und von dort ging es noch einige Meter nach oben auf den Gipfel La Videmanette auf 2186m. Die Aussicht war mal wieder überwältigend! Und heute störten auch keine Wolkenfetzen! Gegenüber von La Videmanette sahen wir noch einen weiteren Gipfel, der mehr nach Gipfel und nicht nach Hügel aussah. So entschlossen wir kurzerhand, den auch noch mitzunehmen. Wir stiegen nochmals ein paar Höhenmeter ab, erschreckten unfreiwillig eine Horde von Steinböcken, die sich dann aber doch nicht stören liessen, da wir einen Umweg um sie nahmen. Mehr gestört fühlten sich dann die Gämsen, die natürlich direkt in die Richtung davonliefen, in die wir wanderten! Schnell überwanden wir die restlichen Höhenmeter und kamen auf den 2257m hohen Rocher Plat. Ganz zum Schluss gab es sogar noch eine kurze Kraxelstelle. Wie erhofft, war die Aussicht von hier noch viel überwältigender!

Nördlich von uns war Le Rubli, auf den mehrere Klettersteige führen. Im Süden dann die Gummfluh und die steilen Nordwände der Pointes de Sur Combe. Und im Osten die hohen Berner und Walliser Berge! Wir genossen die Aussicht, assen unsere Brötchen und verliessen dann schweren Herzens den Gipfel, da noch ein längerer Abstieg und die Fahrt mit den Bikes vor uns lag. Es war auch schon wieder nach 13 Uhr. Runter gings über den Col de la Videman. Um nicht zu tief abzusteigen und dann wieder aufsteigen zu müssen, querten wir den Hang so, dass wir etwa auf gleicher Höhe bleiben konnten. Die Querung war recht mühsam und wahrscheinlich wären wir auf dem Wanderweg schneller gewesen, aber schliesslich erreichten wir dann doch noch unsere Bikes.

Nun stand eine sehr steile Abfahrt durch das Ruble-Tal bevor. Für mich teilweise zu steil, und da ich kein Fan von unkontrollierten Rutschpartien bin oder davon, immer schneller zu werden, obwohl ich voll die Bremsen ziehe, nahm ich auch hier hin und wieder den Fussweg in Kauf. Froh war ich, als wir dann Les Planards auf 1354m erreicht, von wo aus eine asphaltierte Strasse ins Tal führte. Bei Rougemont erreichten wir den Talboden und dann gings dem Fahrradweg entlang zurück zum Campingplatz. Gemütliches Strampeln sieht aber anders aus! Kaum bogen wir in den Fahrradweg, wurde es wieder mehrmals so richtig steil! Immerhin war der Untergrund gut und so kämpfte auch ich mich durch. Der Saane entlang ging es bis nach Saanen. Dort gibt es sogar einen Flugplatz und wir konnten einer kleinen Propellermaschine beim Start zusehen. Keine 100m brauchte die Maschine, bis sie vom Boden abhob!

In Saanen gings noch schnell zum Beck, Brot für morgen und eine Nachspeise holen. Dann waren es auch nur noch fünf Minuten, bis wir wieder beim Camping waren – ziemlich fertig! Zumindest ich! Es waren doch wieder 1800 Höhenmeter und 36 Kilometer. Und 16 Uhr war es auch schon! Aber die Tour hat sich wieder gelohnt! Die Region hier gefällt uns sehr gut und es gibt immer wieder neue Juwelen zu entdecken! Nun sind wir gespannt, was die nächsten Tage bringen… 😊

Manu

Unsere Berge des Tages: links die Gummfluh, ganz rechts Le Rubli. Unter der kleinsten linken Wolke in der Mitte La Videmanette, rechts daneben etwas nach hinten versetzt Rocher Plat, unser Gipfel des Tages.

Wunderschöne Häuser gibt es fast überall im Berner Oberland.

Der letzte Aufstieg ist geschafft. Ab jetzt gehts nur noch eben oder leicht bergauf bis zur Alp Pra Cluen.

Einer der Tümpel unter dem "Rüeblihorn" (Le Rubli)

Kraxelei bis auf den Gipfel des Rocher Plat.


Aussicht geniessen!

Mit müden Oberschenkeln am Gipfel, aber glücklich ob der guten Aussicht.

Wunderschöner Blick in die Berner und Walliser Alpen. Wie immer die selben Berge, aber jedesmal faszinierend. (vlnr): Eiger, Mönch, Jungfrau, Blüemlisalphorn und Morgenhorn, Doldenhorn, Altels und Balmhorn, ein kleiner Teil des Steghorns.

Rückblick auf den Gipfel des Rocher Plat.


Die Nordwände der Gummfluh (rechts) und des Pointe de Sur Combe (links)


17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...