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Dienstag, 12. Oktober 2021

Tag 6: Stramme Wadl anstatt wunde Finger

Die Nacht auf dem Camping verlief recht ruhig, nachdem diesmal die lärmenden Schweizer Ruhe gegeben und wir etliche Moskitos gekillt hatten! 

Um 07:30 Uhr standen wir auf - immerhin war eine Mehrseillängenkletterei auf den Monte Gozzi geplant. Das Wetter war auch vielversprechend und so frühstückten wir zügig und machten unsere Rucksäcke ready. Da ging die Suche nach meinem Buff los - leider vergeblich. Den habe ich anscheinend am Vortag irgendwo im Abstieg verloren :-( So war meine Laune da schon etwas getrübt. Wir fuhren dann nach Afa, wo unser Zustieg zur Route starten sollte. Laut beiden Kletterführern gabs in einer Linkskurve eine Parkmöglichkeit. Die war auch schnell gefunden, ganz anders als die Holzleiter, die den Anfang markieren sollte. Harald glich sogar die Koordinaten unseres Standorts mit dem des Parkplatzes ab - auf den Meter genau! Wir suchten und suchten, vergeblich (wie schon in der Früh bei meinem Buff...). Als ich dann schliesslich eine Frau fragte, sagte diese, dass der Zustieg von hier schon lange gesperrt sei und wir zurück zur Hauptstrasse müssten, um dort rechts abzubiegen. Wohin genau wir mussten, konnte sie uns nicht sagen. Wir fuhren dann etwas entlang der Strasse zurück und Harald versuchte auf unterschiedlichen Portalen (Outdooractive, Openstreetmap,...) einen Pfad zu finden. Einen fanden wir auch, also wieder zurück, Auto geparkt und durchs Villenviertel eine Strasse hinauf. Schon rief uns ein Typ von einer Terrasse aus zu, dass wir da nicht durchkönnten, es sei gesperrt, den Zustieg gebe es schon länger nicht mehr. Wir wussten, dass es von einer anderen Ortschaft (Appietto) noch einen Zustieg gibt, aber der dauert erstens doppelt so lang und zweitens muss man sich erst einmal abseilen, damit man überhaupt zu der Wand kommt. Mittlerweile war es schon nach 11 Uhr und recht heiss. Wir wollten ja auch nicht erst um 13 Uhr in eine Mehrseillänge einsteigen! 

Wir beide waren ziemlich genervt - jetzt musste ein Plan B her! Während wir noch tüftelten, hielt ein weiterer Korse an, um uns zu fragen, ob wir Hilfe bräuchten. Auch dieser sagte, dass der Zustieg seit längerem gesperrt sei. So sahen dann unsere Optionen aus:
Erste Möglichkeit war, von Appietto einfach auf den Monte Gozzi zu wandern, aber das verwarfen wir auch wieder. Zweite Möglichkeit, Richtung Vizzavonapass zu fahren, um dort zu klettern, aber im Landesinnern war das Wetter tendenziell schlechter. So freundeten wir uns mit Möglichkeit drei an - Nach Ajaccio fahren und dort eine Bikerunde zu drehen - immerhin hatten wir die Bikes dabei und bis anhin nicht gebraucht. 

In Ajaccio war ziemlich viel Verkehr und um 11:45 Uhr standen wir beim heutigen Campingplatz in Barbicaja. Harald pumpte noch schnell die Reifen auf und sogleich konnten wir loslegen - die ersten 7 Kilometer gemütlich der Strasse entlang bis nach Parata, einer Halbinsel im Westen. Dort "wanderten" wir noch kurz zum stilllgelegten Leuchtturm hoch, ehe wir mit den Bikes dem 'Chemin de la Corniche' entlangfuhren. Teilweise war der Weg so erodiert bzw. lagen so viele grosse Steine rum, dass ich mein Bike schob, aber grösstenteils war der Weg auch für mich fahrbar! Den Plage de St.Antoine liessen wir links von uns liegen und fuhren auf der neu asphaltierten Strasse zurück Richtung Ajaccio. Mal gings hoch, mal gings runter. Zurück beim Camping hatten wir 30km und 600hm zurückgelegt. 

Wir spazierten dann noch zum Strand hinunter. Beim ersten Badeversuch war uns der Untergrund zu undurchsichtig, darum spazierten wir noch etwas weiter. Dort klappte es dann mit dem Sprung ins Wasser. Wobei es bei mir eher ein sehr langsames Herantasten war... das Wasser war recht kalt und die Sonne versteckte sich teilweise hinter den Wolken! Aber sowohl Harald als auch ich schwammen ein paar Züge im Meer! Nach dem kurzen Strandaufenthalt gings zurück zum Camping - erst einmal duschen und aperöla. Nach drei Runden Rummy waren wir bereit fürs Abendessen. Wir spazierten zum Mexikaner und liessen dort den Abend gemütlich ausklingen. Nun hoffen wir, dass der morgige Tag wieder etwas mehr nach Plan verläuft! 

Manu

Montag, 16. November 2020

15.11. – Bike und Hike Helawang (2.000m)

Nach einer erholsamen Nacht im weichen Bett starteten wir gegen 08 Uhr in den Tag. Nachdem wir einige Haushaltssachen erledigt bzw. den Bus fertig ausgeräumt hatten, zog es uns noch einmal in die Berge. Immerhin war das Wetter toll und nicht nur das Berner Oberland ist schön, sondern auch Liechtenstein 😊

Wir stiegen also gegen 10 Uhr auf unsere Bikes und über Bad Vogelsang, Triesenberg und Silum fuhren wir nach Gaflei. Bereits in Silum staunten wir, wie viele Autos dort am Strassenrand standen. Etwas später sahen wir dann auch zum Parkplatz von Gaflei, der total überfüllt war! Viele Leute genossen heute mit uns das schöne Bergwetter.

Wir fuhren mit unseren Bikes bis unterhalb von Bargella auf Punkt 1593, wo wir diese anketteten und dann zu Fuss weiterwanderten. Über den Fürstensteig ging es dann hinauf bis zum Helawang-Spitz. Ursprünglicher Plan wäre der Alpspitz gewesen, aber wir dachten, dass der Helawang wahrscheinlich weniger überlaufen sei als der Alpspitz. So waren dann auch nur drei weitere Personen auf dem Gipfel, auf dem wir dann gemütlich unser Brötchen assen und die schöne Aussicht inklusive Föhnwolken bestaunten. Es war schon leicht windig und wir wollten auch zeitig zurück sein, also packten wir alsbald wieder zusammen und nahmen den Abstieg in Angriff! Immerhin konnten wir kurze Zeit später aufs Bike umsatteln und sausten (wenn nicht gerade ein langsames Auto den Verkehr aufhielt…) hinunter ins Tal!

So kamen bei unserer gemütlichen Abschlusstour doch nochmals 1600hm und 28.5km zusammen!

Schön ischs gsi 😊

Manu

Bekannt aber doch soooo schön: der Fürstensteig.

Geschafft. Blick vom Gipfel zum Alpstein und den Kreuzbergen.

Föhnwolken und Linsenwolken sind auch schön :-)

Blick ins Land: rechts die Falkniskette, der Naafkopf, links der Panüler und die Schesaplana. Links vorne der Schönberg.


Donnerstag, 12. November 2020

12.11. - Gstaad - Bike and Hike – Wandflue (2.133m) und Rellerligrat

Wie schon am Tag davor war es morgens recht kalt im Tal. Zudem hingen noch ein paar Wolken über den Bergen im Südosten und somit kam die Sonne nicht so wirklich durch. Wir frühstückten also gemütlich und machten uns in aller Ruhe fertig für die heutige Tour. Als wir dann um 9:15 Uhr aufbrachen, war schon die Sonne heraußen und wärmte uns – oder sie tat zumindest so :-P

Entlang der Saane ging es dann nach Saanen. Wir fuhren extra langsamer, obwohl es geradeaus bzw. bergab ging, denn der Fahrtwind war kalt. In Saanen sahen wir dann ab dem Bahnhof die Ausschilderung „Rellerli-Bike 890“, der wir folgten. Anfangs noch kurz auf der Straße in Richtung Schönried bog der Weg dann aber bald in den Ortsteil Büel ab, wo es so manch schönes Haus zu bewundern gibt. Dort wurde uns im Aufstieg so richtig warm, denn der Hang ist nach Süden ausgerichtet und die Sonne wärmte. Was wir aber nicht so richtig am Radar hatten: die kurze Abfahrt danach runter in Richtung Grischbach. Dort unten war es wieder eisig kalt und die Sonne kam bis zum mittleren Teil des Grischbachtals nicht über die Bäume bzw. Berge drüber. So waren wir dann wirklich froh, als ab der Alp Lauchnere die Sonne permanenter Begleiter war. Dort machten wir dann auch Pause, die vor allem ich dringend brauchte. Nach den letzten Tagen am Bike braucht mein Hintern wohl anscheinend wieder einmal „sattelfrei“ und mein Rücken ist verspannt – wohl auch wegen den steilen Passagen vom Vortag, wo man sich richtig am Lenker festkrallt und nach vorne zieht, damit das Bike nicht aufsteht.

Gestärkt und etwas ausgedehnt führte uns der Weg schön durch das Grischbachtal stetig nach oben, bis wir am Mittelberg auf ca. 1.630m nicht mehr den Schildern der Nummer 890 folgten, sondern weiter in Richtung Obere Ruedersberg fuhren. Dort präsentierte sich dann die Kette der Gastlosen wunderschön in der Vormittagssonne vor uns. Unter der Wandflue sahen wir schon die ersten Kletterer in der Wand. Ob die es wohl warm hatten? Es wehte ein leichter Südwestwind, der kalt war. Weiter gings für uns in Richtung Alp Oberi Bire. Dort war dann erstmals Schluss mit dem Mountainbike und wir ketteten die Bikes an.

Dem Wanderweg folgten wir dann nach Wolfs Ort, dem Sattel zwischen Bireflue und Wandflue, von wo aus dann der unmarkierte Weg auf die Wandflue führt. Bevor wir loswanderten stärkten wir uns nochmals mit einem Biber und Studentenfutter bzw. Nüssen. Dabei sahen wir weiteren Kletterern zu, die sich an den Südostwänden der Bireflue bzw. der Rüdigenspitze versuchten.

Die ersten Höhenmeter bergauf waren dann nach der längeren Rast eine kleine Überwindung. Die Oberschenkel protestierten bei beiden von uns schon gegen die Anstrengung, aber nach ein paar Minuten legte sich das wieder und wir kamen durchaus zügig voran und näherten uns langsam dem Gipfel. Vom Sattel weg ging der Weg nordseitig auf den Gipfel und war beinahe durchwegs gefroren. Dies war aber durchaus gut, denn sonst wäre es nur matschig und schlammig gewesen. So war alles fest und wir konnten gut gehen. Der Weg an sich ist unschwierig und als T3 bewertet, man braucht also ab und zu mal eine Hand zur Unterstützung.

Am Gipfel angekommen waren wir dann beide baff, so eine wunderschöne Aussicht hatten wir dort oben. Die Rundumsicht ist grandios und wir sahen viele Berge, die wir schon bestiegen hatten in den letzten Tagen. So waren dann die müden Oberschenkel schnell vergessen. Bei der langen Pause genossen wir nicht nur die Jausenbrote, sondern auch wieder die Aussicht auf die hohen Berner und Walliser Alpen. Phänomenal!

Schweren Herzens mussten wir uns aber wieder auf den Rückweg machen. Der Weg zu den Bikes war flott zurückgelegt und von der Alp Oberi Bire ging es zuerst zurück in den Sattel, wo der eigentliche Radweg Nummer 890 wieder abzweigt in Richtung Rellerligrat. Ab dort ging es dann wieder bergauf, ca. 250 Höhenmeter kamen so nochmals dazu. Anfangs waren es einfache Höhenmeter auf einer guten Straße, dann wurde daraus ein Wanderweg, der aber noch gut zu fahren war. Schließlich standen wir auf einer Wiese, durch die der Wanderweg führt. Dort war der Weg wieder so schlammig wie schon von den Vortagen bekannt. Die Reifen verklebten komplett und fahrbar war da nichts mehr. Sogar beim Schieben der Bikes verklebten die Reifen und blockierten sogar – wir hatten ungewollt Fatbikes

Erst ab der Anhöhe beim Hugeligrat konnten wir wieder fahren. Dort war der Weg gut und trocken. Auf den Abwärtsstrecken flog uns dann der Dreck, der sich zuvor auf den Reifen angesammelt hatte, nur so um die Ohren. Ich denke, wir müssen unsere Rücksäcke und Hosen mal gründlich waschen. Beim Oberen Rellerli (ein Bergrestaurant) nahmen wir dann nicht den Single-Trail als Abfahrt. Das war uns zu heftig, vor allem auch bei diesen Verhältnissen. Wir bevorzugten dann die Umfahrung entlang einer Alpstraße bis zur Alp am Unteren Rellerli. Von dort weg wurde die Straße dann immer besser und so konnten wir dann doch zügig ab nach Saanen.

Dort ging es wie schon am Tag davor zum Bäcker, um uns mit Brot für morgen einzudecken. Und weil wir gerade Lust hatten, nahmen wir noch gleich eine Nachspeise für den Abend mit. Welch Ironie des Schicksals das im Nachhinein gesehen war, dass wir bar und nicht mit Karte zahlten, sollten wir dann am Abend beim Camping feststellen. Als Manu den Platz zahlen wollte hieß es, dass sie keine Karten akzeptieren, also mussten wir auch hier bar zahlen. Nur hatten wir nicht mehr so viel Bargeld dabei. Wir suchten also den ganzen Bus durch und fanden beinahe den ganzen Betrag, bis auf 80 Rappen oder so, die fehlten. Die Dame war aber einsichtig und erließ uns diesen Betrag dann. Nun hoffen wir also, dass wir nicht noch irgendwo ein Parkticket mit Münzen oder so lösen müssen und dass die Nachspeise jetzt wenigstens richtig gut schmeckt.

Harald

Die Wandflue mit der Alp am Ruedersberg davor.

Fertig mit Biken, erstmals. Ich war durchaus schon fertig. Dahinter die Bireflue (links) mit der Rüdigenspitze und rechts hinten die Gastlosen.

Im Sattel "Wolfs Ort" mit der Bireflue dahinter.

Angekommen am Gipfel.

Hier konnte auch ich wieder lachen, bei dieser Aussicht aber auch nicht so schwer.


Der Pass in der Mitte ist der Euschelspass, den wir vor ca. einer Woche mit dem Bike befahren haben und dann links davon den Chörblispitz erwandert haben.

WAS FÜR EIN AUSBLICK!


Schon wieder im Abstieg.

Die frisch gemachten Alpstraßen trugen nicht sonderlich zum Fahrkomfort bei :-P

Unsere "Fatbikes". Die Reifen wurden so verlegt, dass Fahren nicht mehr möglich war. Der Dreck war so dick, dass er an der Frontgabel blockierte.

Blick vom Rellerli nach Schönried.

Blick vom Unteren Rellerli nach Gstaad mit dem Wildhorn dahinter.


Mittwoch, 11. November 2020

11.11. – Gstaad – Bike und Hike auf den Rocher Plat (2.257m)

Wie schon so oft planten wir für den heutigen Tag eine etwas weniger anstrengende Tour – laut unseren Berechnungen ca. 1100 Höhenmeter mit dem Bike und dann noch weitere 350 Höhenmeter zu Fuss auf einen Gipfel. Wir wollten sogar etwas später starten, doch ein gewisser Drang scheuchte uns beide um 07:30 Uhr aus dem warmen Schlafsack!

Draussen war es noch neblig – so hatten wir überhaupt keinen Stress und um 09:15 Uhr starteten wir mit unseren Bikes. Zu Beginn war es mal wieder eisig kalt, vor allem, da die ersten Kilometer in der Ebene und im Kaltluftsee unterhalb der Nebeldecke zurückgelegt werden mussten! Es ging erst einmal in Richtung Grund, aber circa auf halber Strecke zwischen Gstaad und Grund führte uns die Route ostseitig den Hang hinauf – ostseitig ist darum erwähnenswert, da wir nun in der Sonne strampelten und uns ziemlich schnell sehr warm wurde! Über Flüemad und die Alp Tschaanere ging es hoch bis auf 1546m, zur Talstation des Liftes Vorders Eggli. Dann ging es ziemlich steil einem Feldweg der Piste entlang hinunter. Gut, dass unsere Bremsen wieder einwandfrei funktionierten!

Auf 1255m kamen wir dann wieder auf eine asphaltierte Strasse und dann ging es auch schon wieder aufwärts. Zum Glück ganz gemütlich. Doch mit dem gemütlichen Aufwärts war es nach einer Weile vorbei, denn unsere Route führte rechts weg in eine Schotterstrasse, die mehr oder weniger steil nach oben führte. Meistens war es mehr steil als weniger. Ich gab ziemlich schnell w/o und schob mein Bike die steilen Stellen nach oben. Harald kämpfte sich tapfer durch, aber unter der Alp Les Praz war es dann auch für ihn zu steil. Also es war eine Kombination aus Steilheit, Untergrund und Oberschenkeln, die nicht mehr wollten, die ihn dann auch zum Aufgeben zwangen! So waren wir beide froh, als wir endlich die Alp Pra Cluen auf 1813m erreichte, ab wo wir dann zu Fuss weitergingen!

Auch zu Fuss ging es erst einmal zügig nach oben. Wir kamen an den Les Gouilles vorbei, zwei oder drei Tümpel, die es eigentlich nicht verdient haben, See genannt zu werden :-D. Unter der Seilbahn La Videmanette querten wir auf einen Pass auf 2129m und von dort ging es noch einige Meter nach oben auf den Gipfel La Videmanette auf 2186m. Die Aussicht war mal wieder überwältigend! Und heute störten auch keine Wolkenfetzen! Gegenüber von La Videmanette sahen wir noch einen weiteren Gipfel, der mehr nach Gipfel und nicht nach Hügel aussah. So entschlossen wir kurzerhand, den auch noch mitzunehmen. Wir stiegen nochmals ein paar Höhenmeter ab, erschreckten unfreiwillig eine Horde von Steinböcken, die sich dann aber doch nicht stören liessen, da wir einen Umweg um sie nahmen. Mehr gestört fühlten sich dann die Gämsen, die natürlich direkt in die Richtung davonliefen, in die wir wanderten! Schnell überwanden wir die restlichen Höhenmeter und kamen auf den 2257m hohen Rocher Plat. Ganz zum Schluss gab es sogar noch eine kurze Kraxelstelle. Wie erhofft, war die Aussicht von hier noch viel überwältigender!

Nördlich von uns war Le Rubli, auf den mehrere Klettersteige führen. Im Süden dann die Gummfluh und die steilen Nordwände der Pointes de Sur Combe. Und im Osten die hohen Berner und Walliser Berge! Wir genossen die Aussicht, assen unsere Brötchen und verliessen dann schweren Herzens den Gipfel, da noch ein längerer Abstieg und die Fahrt mit den Bikes vor uns lag. Es war auch schon wieder nach 13 Uhr. Runter gings über den Col de la Videman. Um nicht zu tief abzusteigen und dann wieder aufsteigen zu müssen, querten wir den Hang so, dass wir etwa auf gleicher Höhe bleiben konnten. Die Querung war recht mühsam und wahrscheinlich wären wir auf dem Wanderweg schneller gewesen, aber schliesslich erreichten wir dann doch noch unsere Bikes.

Nun stand eine sehr steile Abfahrt durch das Ruble-Tal bevor. Für mich teilweise zu steil, und da ich kein Fan von unkontrollierten Rutschpartien bin oder davon, immer schneller zu werden, obwohl ich voll die Bremsen ziehe, nahm ich auch hier hin und wieder den Fussweg in Kauf. Froh war ich, als wir dann Les Planards auf 1354m erreicht, von wo aus eine asphaltierte Strasse ins Tal führte. Bei Rougemont erreichten wir den Talboden und dann gings dem Fahrradweg entlang zurück zum Campingplatz. Gemütliches Strampeln sieht aber anders aus! Kaum bogen wir in den Fahrradweg, wurde es wieder mehrmals so richtig steil! Immerhin war der Untergrund gut und so kämpfte auch ich mich durch. Der Saane entlang ging es bis nach Saanen. Dort gibt es sogar einen Flugplatz und wir konnten einer kleinen Propellermaschine beim Start zusehen. Keine 100m brauchte die Maschine, bis sie vom Boden abhob!

In Saanen gings noch schnell zum Beck, Brot für morgen und eine Nachspeise holen. Dann waren es auch nur noch fünf Minuten, bis wir wieder beim Camping waren – ziemlich fertig! Zumindest ich! Es waren doch wieder 1800 Höhenmeter und 36 Kilometer. Und 16 Uhr war es auch schon! Aber die Tour hat sich wieder gelohnt! Die Region hier gefällt uns sehr gut und es gibt immer wieder neue Juwelen zu entdecken! Nun sind wir gespannt, was die nächsten Tage bringen… 😊

Manu

Unsere Berge des Tages: links die Gummfluh, ganz rechts Le Rubli. Unter der kleinsten linken Wolke in der Mitte La Videmanette, rechts daneben etwas nach hinten versetzt Rocher Plat, unser Gipfel des Tages.

Wunderschöne Häuser gibt es fast überall im Berner Oberland.

Der letzte Aufstieg ist geschafft. Ab jetzt gehts nur noch eben oder leicht bergauf bis zur Alp Pra Cluen.

Einer der Tümpel unter dem "Rüeblihorn" (Le Rubli)

Kraxelei bis auf den Gipfel des Rocher Plat.


Aussicht geniessen!

Mit müden Oberschenkeln am Gipfel, aber glücklich ob der guten Aussicht.

Wunderschöner Blick in die Berner und Walliser Alpen. Wie immer die selben Berge, aber jedesmal faszinierend. (vlnr): Eiger, Mönch, Jungfrau, Blüemlisalphorn und Morgenhorn, Doldenhorn, Altels und Balmhorn, ein kleiner Teil des Steghorns.

Rückblick auf den Gipfel des Rocher Plat.


Die Nordwände der Gummfluh (rechts) und des Pointe de Sur Combe (links)


Montag, 9. November 2020

09.11. - Zweisimmen - Bike und Hike zum Seebergsee und aufs Seehore (2.280m)

Für den heutigen Tag hatten wir uns mal wieder etwas Längeres ausgesucht – gut 35km und 1900 Höhenmeter sollten es werden. Zum Glück aufgeteilt in Biken und Wandern.

Aufgestanden sind wir um 07:30 Uhr. Draussen war es eisig kalt, es lag sogar Frost (auch auf unseren Velo-Sätteln ). Unser Ofen spendete glücklicherweise ziemlich schnell Wärme und so konnten wir gemütlich frühstücken und unseren Cappuccino trinken.

Kurz nach 9 Uhr ging es direkt vom Campingplatz aus los – erst noch dick eingepackt mit Handschuhen und warmer Jacke. Aber nachdem wir die ersten zwei Kilometer in der Ebene zurückgelegt hatten und es anschliessend zu steigen begann, entledigten wir uns ziemlich schnell allen überflüssigen Kleidern. Über Grubenwald und Hofstetten ging es ziemlich zügig hinauf. Harald jammerte ein bisschen, da ihm der Rücken und anderes schmerzte. Naja, da musste er eben durch – von nichts kommt nichts 😊! Nach 950 Höhenmetern erreichten wir den Meieberg. Dort legten wir eine kurze Pause ein, bevor es für 250 Höhenmeter zügig hinabging. Der Weg führte unter dem Niderhore durch, an dessen Südwänden mehrere Kletterrouten nach oben führen. Wir waren heute aber nicht zum Klettern da, sondern setzten unseren Weg fort, denn weitere 200 Höhenmeter standen an, bevor wir auf 1800m eine Alp erreichten, bei der wir unsere Bikes anketteten.

Zu Fuss ging es dann weiter in Richtung Gipfel. Da der Weg hauptsächlich nordseitig war, war es teilweise noch gefroren oder auch rutschig. Doch wir passten gut auf und nach einer Stunde erreichten wir das 2.280m hohe Seehore. Zwei andere Wanderer waren bereits am Gipfel, den sie auch für sich beanspruchten und sich in einer Lautstärke über Gott und die Welt unterhielten. Da die Fernsicht nicht so gut war (die hohen Berge waren wolkenverhangen), stiegen wir vom Gipfel ab und suchten uns anderswo ein sonniges Plätzchen, wo wir unsere Brötchen assen. Da wir wussten, dass noch ein ziemliches Stücken Weg vor uns lag, machten wir uns alsbald wieder an den Abstieg. Runter brauchten wir etwa gleich lang wie hoch. Vorsicht war angebracht! Ohne grössere Zwischenfälle erreichten wir unsere Bikes.

Nun verliessen wir das erste Mal die asphaltiere Strasse – ein breiter Wanderweg führte uns am Seebergsee entlang zum Bergrestaurant Stierenseeberg, welches aber nicht mehr bewirtet war. Nun wurde der Weg zunehmende schlechter – steil, eng und vor allem matschig ging es noch einmal auf 1987m hoch. Wir schoben unsere Bikes, die Reifen wurden zu Schlammmagneten, die Bikes immer schwerer. Ausser Atem erreichten wir den Sattel, von dem es dann nur noch bergab ging. Teilweise mussten wir nochmals schieben (vor allem ich 😊), aber grösstenteils konnten wir nun fahren. Nachdem wir die Alp Hinter-Chumi passiert hatten, wurde der Weg wieder breiter und nach weiteren 300 Höhenmetern sogar asphaltiert. So bretterten wir zurück zu unserem Camping um die Bikes vom Schlamm zu befreien und wo diesmal Harald seine Hinterbremsen austauschen musste. Ich kümmerte mich zwischenzeitlich um den Einkauf.

Den Abend liessen wir gemütlich bei Bier, Lachsnudeln, Rummy und Kniffel ausklingen!

Manu

Im Hintergrund das Niderhore, wo man schön klettern kann.

Im Aufstieg nordseitig wars grösstenteils schneefrei.



Der Ausblick zu den hohen Berner Alpen blieb uns heute leider verwehrt.

Blick ins Flachland. Rechts erkennt man ganz leicht den Thunersee.

In der Sonne gehts ja noch, aber es wird langsam kalt, selbst meinem Mann.

Der Seebergsee (links ist ein See :-P)




Sonntag, 8. November 2020

08.11. – Mountainbike: Rund um den Hundsrügg in Zweisimmen

Für heute war eher bescheidenes Wetter angekündigt, zumindest am Morgen. Also nahmen wir dies zum Anlass, um morgens ganz gemütlich lange zu frühstücken und erst später zu starten. Geplant war etwas Kleineres – das Wetter sollte ja nur den halben Tag über gut sein.

Wir starteten etwa um 10 Uhr direkt vom Campingplatz in Zweisimmen mit den Bikes. Zuerst ging es entlang einer Wohnstraße hoch, doch schon bald verließen wir den asphaltierten Weg und bogen in eine steile Forststraße ab, die uns innert kürzester Zeit steil nach oben auf fast 1.400m nach Heimchueweid brachte. Wir kamen aber nicht nur wegen des steilen Weges ins Schwitzen. Auch die Sonne half kräftig mit, denn inzwischen war es fast strahlend sonnig geworden. Bei der Alp Heimchueweid trafen wir dann wieder auf eine asphaltierte Straße, der wir im Vergleich zu davor gemütlich folgen konnten. Vorbei an den Mooren von Sparemoos schlängelte sich die Straße hoch bis auf ca. 1.800m zur Alp Schiltenegg. Ab dort ging es dann kurz bergab zur Alp Erbetlaub.

Ab hier verließen wir dann den fahrbaren Weg. Steil ging es zunächst noch wenige hundert Meter nach oben entlang eines Feldweges, bevor wir dann links abbogen und dem Wanderweg in Richtung Luegle auf 1.839m folgten. Größtenteils war die Strecke sogar fahrbar, der Weg breit genug und nicht matschig. Nur an wenigen Stellen gab es Matsch und Dreck, der aber teilweise sogar mit kleinen Brücken überbaut war – schließlich ist es ja ein offizieller MTB Weg. Am Luegle angekommen stiegen wir dann endgültig ab und „bremsten“ unsere Bikes durch den Wald am Wanderweg nach unten. Das war uns beiden zu steil und zu wild zu fahren. Erst später flachte der Weg wieder ab und war bis zur Alp Gruebe gut fahrbar.

Von dort ging es dann wieder entlang der Zufahrtsstraßen der Almen entlang vom Schlündi gen Jaunpass. Meist eben oder sogar leicht bergab schafften wir so schnell die Kilometer. Unsere Mägen machten sich bemerkbar – es war ja auch schon 12:30 Uhr. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen bei einer Alp an einer Wand und genossen die Sonne, die Widerhitze, die Jause und vor allem aber auch die Aussicht auf die Gebirgskette der Gastlosen, die direkt vor uns war. Unzählige Felsspitzen, die hier in den Himmel ragen. Und fast auf jeden Gipfel gibt es Kletterrouten – anscheinend an die 1000 Routen von 3a-9c! Also für jeden etwas dabei :-P

Etwas widerwillig machten wir uns nach der langen Pause dann wieder auf den Weg. Wir mussten noch einen Gegenanstieg in Richtung Oberenegg-Läger machen, bevor wir dann vorerst nur talwärts düsen konnten. Die Sonne verschwand dann hinter einem leichten Schleier und so wurde es auch ab und zu recht kühl und wir waren froh über unsere dicken Windstopperjacken.

Im Tal in Littisbach angekommen, entledigten wir uns wieder unserer Jacken und Handschuhe. Wieder mussten wir in die Pedale treten, und das nicht zu kurz. Ein extrem steiler Gegenanstieg auf das Laubegg forderte uns dann nochmals alles ab – oder zumindest unseren Oberschenkeln und Waden. Erst von dort oben ging es dann gemütlich runter und entlang der Simme zurück nach Zweisimmen, wo wir – Trommelwirbel – heute wirklich einmal früher eintrafen. Schon um 14:40 Uhr waren wir wieder beim Bus und konnten uns über die 33 Kilometer und 1.265 Höhenmeter freuen.

Wir durften dann noch einen neuen Platz am Camping suchen, denn es waren viele Plätze frei geworden und der Platz von der Nacht davor war nur eine Übergangslösung. Nach der Dusche genossen wir dann den Apéro sogar noch in der Sonne draußen vor dem Bus, bei ca. 15 Grad am 8. November! Zum Essen verschlug es uns dann aber doch in den Bus, schließlich wollte ich den Kaiserschmarren, den es heute als Nachspeise gab, warm genießen können 😊

Harald

Auf der Hochebene im Sparemoos.

Bald ist Schluss mit lustig: kurz vor der Alp Erbetlaub.

Meist gut zu fahrende Wanderwege.

Ausblick auf die hintere Kette der Gastlosen: (vlnr) Rochers des Rayes (2.026m), Dent de Savigny (2.252m), Dent de Ruth (2.236m), Zuckerspitz (2.132m) und Wandflue (2.133m)

Die restlichen Gastlosen: Rüdigenspitze und Marchzähne.


17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...