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Dienstag, 22. September 2020

22.09. – Steirische Kalkspitze (2459m) und Gasselseen

Teil 1: Ursprungalm – Steirische Kalkspitze (2.459m)

Um 07 Uhr in der Früh klingelte der Wecker. Heute wollten wir mit unserem VW-Bus zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, der Ursprungalm, fahren, da der Wanderbus erst nach 9 Uhr dort ankommt und dann um 12:30 Uhr und anschliessend erst um 17 Uhr wieder zurückfährt. Für uns somit nicht attraktiv, obwohl heute autofreier Tag in der Steiermark war. So packten wir nach dem Frühstück zusammen und machten uns auf den Weg zur Ursprungalm, die auf 1604m liegt. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen lag heute kein Nebel im Tal. Gegen 08:30 Uhr erreichten wir den fast leeren Parkplatz der Ursprungalm und wanderten dann auch schon los – erstes Ziel war die Giglachseehütte, oberhalb der Giglacherseen. Der Weg führte auf einer alten Römerroute hinauf und beim Sattel sahen wir bereits die ersten Nebelschwaden über die Kuppen ziehen. Richtung Dachstein war noch das schönste Wetter, nur bei uns sah es eher trist aus. Dennoch stapften wir weiter und erreichten alsbald die Giglacherseen und kurze Zeit darauf den Znachsattel. Nebel umhüllte uns und ein kalter Südwind pfiff uns um die Ohren. Wir kämpften uns durch den Nebel und auch die Sonne kämpfte mit uns. Als wir die Akarscharte erreichten, siegte die Sonne und die Steirische Kalkspitze zeigte sich in ihrer vollen Pracht. Der Plan wäre eigentlich gewesen, erst auf die Lungauer Kalkspitze zu gehen und anschliessend die Steirische Kalkspitze zu besteigen. Da sich die Lungauer Kalkspitze aber weiterhin versteckt hielt, nahmen wir sofort die Steirische in Angriff.

Bereits um 10:15 Uhr erreichten wir das Gipfelkreuz – der Wind pfiff uns nur so um die Ohren und wir suchten uns ein windgeschütztes Plätzchen, um kurz zu pausieren und uns über unsere weitere Route klarzuwerden. Immerhin hatten wir vom Gipfel eine tolle Aussicht gen Norden, also zum Hohen Dachstein. Im Süden stauten sich die Wolken. So beschlossen wir, auf dem schnellsten Weg abzusteigen und uns in heiterere Gefilde zu begeben. Über einen ausgesetzten Steig stiegen wir ins Brotrinnl ab und von dort gings zurück zur Ursprungalm, welche wir um 12:00 Uhr erreichten. Der Parkplatz war mittlerweile gut besetzt, viele Pensionisten tummelten sich rund um die Ursprungsalm herum. Wir stiegen ins Auto und fuhren los…

Die Giglachseehütte.

Mit Blick auf die Giglachseen.


Sie sehen, dass sie nichts sehen.

Die Qual der Wahl.

Richtige Entscheidung. Die Steirische zeigt sich langsam.


Und siehe da, schön ists.


Am Gipfel mit Aussicht auf den Dachstein.

Der Abstieg vor uns.

Kalt wars und ein schnittiger Wind wehte.


Und dann zeigte sich auch noch die Lungauer Kalkspitze.

Und siehe da, ein Brockengespenst.


Teil 2: Reiteralm - Gasselseen

…Eigentlich wollten wir mit dem Preunegg Jet auf die Reiteralm fahren, jedoch fährt die Gondel Ende September nur noch am Wochenende. So fuhren wir eben mit unserem VW-Bus bis zur Reiteralmhütte. Dort war relativ viel los und wir mussten uns auf die Suche nach einem Parkplatz begeben. Da der Magen schon etwas knurrte, assen wir unsere Jause, bevor wir um 13 Uhr unsere Nachmittagswanderung starteten. Erst ging es gemütlich zur Gasselhöhe hinauf, dann weiter auf das 2126m hohe Rippetegg. Wir blickten von dort zur Steirischen Kalkspitze zurück, wo sich der Nebel zwar verzogen hat, aber dicke Wolken den Himmel bedeckten. Bei uns war das Wetter zum Glück noch schön. Da auf dem Rippetegg recht viel los war, verweilten wir dort nicht lange, sondern stiegen gleich zum Obersee ab, um anschliessend nochmals die 200 Höhenmeter auf den Schober (2133m) in Angriff zu nehmen. Steil wars! In leichter Gratkraxelei erreichten wir den Gipfel – endlich alleine!

Wir genossen die schöne Aussicht aufs Dachstein-Massiv und machten uns dann auf den Rückweg – der Magen knurrte schon wieder! Wir stiegen also wieder zum Oberen Gasselsee ab und dann gings weiter zum Mittleren Gasselsee, dem sogenannten Spiegelsee. Wenn das Wetter passt und die Oberfläche des Sees glatt ist, kann man dort eine tolle Spiegelung des Dachsteins sehen! Da wir etwas Wind hatten, war der See leider nicht glatt, nichtsdestotrotz war es wunderschön und wir verweilten einige Zeit, um Fotos zu machen. Aber wieder knurrte der Magen und wir setzten unseren Weg fort. Auf einmal regte sich etwas Schwarzes auf dem Boden – ich hatte ja schon darauf gewartet! Nachdem Harald bereits gestern fast auf eine schwarze Schlange getreten war, gabs heute schon wieder eine schwarze Schlange. Diesmal konnte Harald sogar noch ein Foto von dem Kriechtier machen. Anscheinend handelt es sich um eine schwarze Kreuzotter, eine sogenannte Höllenotter! Bereits die dritte Schlange in drei Tagen – langsam reichts!

Bei der Reiteralmhütte setzen wir uns in die Sonne und gönnten uns ein alkoholfreies Weizen, einen Backhendlsalat (ich) und Spinatknödel (Harald). Somit konnten wir unseren Tag mit den zwei Wanderungen gemütlich ausklingen lassen!

Manu

Die nächsten Gipfel: der Schober links, das Rippetegg rechts.

Am Gipfel des Rippetegg mit dem Schober im Hintergrund.

Die Spiegelseen unter uns.


Am Gipfel des Schobers war das Wetter noch nicht so gut.


Im Abstieg zu den Spiegelseen. Im Hintergrund die Steirische Kalkspitze, wo wir noch wenige Stunden davor oben waren.

Im Abstieg: das Rippetegg gegenüber.








Anscheinend eine schwarze Kreuzotter oder auch Höllenotter.

Verdient! Prost!



Montag, 21. September 2020

21.09. – Wanderung Greifenberg (2.618m) und Klafferkessel

Der heutige Tag war eine Reise in die Eiszeit – also zumindest was die geologischen Landschaftsformen betrifft. Der Klafferkessel ist ein geologisches Wunder aus der Eiszeit, zumindest wird so damit geworben. Dieser Kessel besteht aus etwa 30 Seen, die Überbleibsel aus der Eiszeit sind und die teils wunderschöne Farben haben. Und ganz gut überblicken kann man diese Seen vom Greifenberg aus.

Unsere Wanderung startete heute eigentlich schon beim Camping, wo wir zuerst mit den Bikes zur Talstation der Planaibahn fuhren, um dort auf den Wanderbus umzusteigen. Um 8:13 Uhr fuhr dieser mit uns und vier anderen Personen ab. Sollte also ein ruhiger Tag werden. Der Bus fährt dann noch durch Rohrmoos und tuckert so etwa in 45 Minuten zum Ausgangspunkt bei den Riesachfällen.

Dort um 9 Uhr angekommen wanderten wir in zügigem Tempo los. Schließlich sind es 2 Stunden bis zur Gollinghütte und von dieser etwa 5:30 Stunden auf den Greifenberg und quer durch den Klafferkessel bis zur Preintalerhütte, von wo aus es dann ca. 2 Stunden zurück zu den Riesachfällen sind. In Summe erwarteten uns also ca. 9:30 Stunden Wanderzeit, was etwas knapp werden könnte, denn der Wanderbus fährt täglich das letzte Mal um 17:30 Uhr zurück – da fehlt also eine Stunde.

Die ersten Höhenmeter sind einfach, geht es fast flach einer Forststraße entlang zurück bis zur Materialseilbahn der Gollinghütte. Dort erst steigt der Weg rapide an und so erreichten wir die Hütte nach etwa 5km und 550Hm in etwas mehr als einer Stunde. Wir hatten also die Stunde schon herinnen. Es gab dann erstmals eine Pause mit Biber und Nüssen und dann ging es zügig bergauf auf den Greifenberg. 3 Stunden waren angeschrieben von der Hütte zum Gipfel. Der Aufstieg ist teils noch sehr herausfordernd, über nasse und rutschige Felsen oder auch ausgesetzt, nirgends aber gefährlich. Schon während des Aufstiegs konnten wir beobachten, wie es links und rechts vom Hohen Golling die Nebelschwaden über die Pässe hereindrückte. Wir vermuteten also, dass es im Süden einen Wolkenstau gab. Und so kam es dann auch, dass bei uns die Nebel langsam aufzogen. Anfangs noch wolkenloser Himmel, stahlblau, und dann im Grau des Nebels.

Wir setzten dennoch unsere Wanderung fort und so kamen wir schon bald zum Greifenbergsattel mit dem höchstgelegenen See der Niederen Tauern. Von diesem sind es dann noch wenige Minuten zum Gipfel des Greifenbergs, den wir pünktlich zum Mittagessen erreichten. Anfangs saßen wir dort noch im Nebel und hatten kaum Aussicht auf den Klafferkessel – nur nach Norden gen Dachstein, aber bald schon machte es wieder auf und wir wurden für unser Ausharren am Gipfel belohnt. Wunderschön lagen die unzähligen Seen unter uns, darüber die Berggipfel des Höchstein und Waldhorn.

Da der Aufenthalt am Gipfel nicht so sonderlich ruhig war mit einer Gruppe Holländern, entschlossen wir uns abzusteigen und bis zur Klafferscharte zu gehen. Dort zog dann aber recht unangenehm der Wind her, sodass wir gleich in den Kessel abstiegen. Unten war es fast windstill und wir konnten zwischen den einzelnen Seen durchwandern und diese bewundern. Vor allem an den letzten verweilten wir einige Zeit, da dort die Spiegelungen vom Dachstein und auch Greifenberg schön waren.

Danach erwarteten uns 1:45h Abstieg zur Preintalerhütte und es war bereits 13:35 Uhr. Wir wussten, dass es auch einen Bus um 15:30 zurück gab, also gingen wir zügig ab. Nach etwa 50 Minuten erreichten wir die Hütte und beschlossen dann, den restlichen Weg noch in Angriff zu nehmen und den 15:30 Uhr Bus anzupeilen. Von der Hütte bis ins Tal waren nochmals 2 Stunden angeschrieben, sollte also bei ca. 65 Minuten machbar sein. Wir nahmen also die Beine in die Hand und stiegen flott die Höhenmeter bis zur Forststraße und ab, an der wir dann recht lange bis vor an den Riesachsee laufen mussten – und wir liefen wirklich, also wir joggten. Manu wollte nicht glauben, dass es sich auch so ausgehen würde. Vom Ende des Sees ging dann eine Straße in Serpentinen ab zum Busplatz und wir konnten diese nicht abkürzen, da die Wanderwege für den Abstieg gesperrt waren (Absturzgefahr). Also liefen wir auch dort ab, den Bus schon unten stehend sehen. So manche Leute fragten uns dann noch, ob wir noch diesen Bus erreichen wollten. Manche konnten es nicht ganz glauben, dass wir das noch schaffen würden, manche „feuerten“ uns an.

Wir liefen also entlang der Straße ab und ärgerten uns schon, dass wir nicht einfach gemütlich auf einer der Hütten verweilten und etwas tranken. Bei unserem Glück würde der Bus dann sicher noch vor der Nase abfahren. Aber wir waren schnell genug – zu schnell eigentlich. Am Ende hatten waren wir sogar 10 Minuten zu früh. Wir hätten also auch manche Passagen einfach gehen können, ohne laufen. Aber naja, wir waren glücklich den Bus erreicht zu haben. So waren wir doch zwei Stunden früher zurück und konnten sogar noch zur Bank Bargeld abheben, was ohne Bankomatkarte gar nicht so einfach ist, wie sich herausstellte.

Den Einkauf getätigt und „fix und foxi“ kamen wir etwa um 17 Uhr zurück am Campingplatz. Alles in Allem hatten wir doch ca. 21,5km und 1600 Höhenmeter gemacht – in 6:30 Stunden inkl. Pausen. Wir setzten uns also zuerst einmal hin und genossen ein Erfrischungsgetränk bei einer Partie Rummy, bevor es unter die Dusche ging und danach das Abendessen anstand. Und zur Feier des Tages gab es heute sogar noch eine besondere Nachspeise – Kaiserschmarren 😊

Harald


Die Gollinghütte


Der Hoch Golling war frei, aber es drückte Nebel über die Pässe.

Am höchsten See der Niederen Tauern. Der Gipfel des Greifenbergs leider schon im Nebel.


Die letzten paar Meter zum Gipfel.

Eher neblig im Kessel - also wenig Aussicht.

Wie auch wir warteten einige andere auf besseres Wetter, das dann auch kam.

Der Klafferkessel mit dem Höchstein im Hintergrund.

Der Hoch Golling hingegen verschwand immer mehr.




Wunderschöne Landschaft und extrem viel Potential für Kitsch-Bilder.


Links der Greifenberg den wir zuvor bestiegen hatten.



Noch immer hoch über der Preintalerhütte.

Der Riesach See am Ende unseres Abstieges.



17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...