Sonntag, 5. Oktober 2025

05.10.2025 – Arche de Corte

Der Wind in der Nacht störte mich nur wenig – ich schlief gleich mit Oropax, denn es zog wie im Vogelkäfig – selbst in Calvi. Auf den Gipfeln war für Sonntag noch bis weit in den Tag hinein Sturm angesagt mit über 120 km/h Wind, so fiel das Ausschlafen wenigstens leicht, denn auch in den Tälern oder an den Küsten konnte man nicht an klettern denken.

Nach einem mehr als späten Frühstück um 9 Uhr starteten wir gemütlich in Calvi mit dem groben Ziel Ajaccio, wollten wir doch gen Süden fahren, um dort dann später an den Col de Bavella zu kommen zum Klettern. Das Navi wollte uns entlang der Küstenstraße schicken bzw. irgendwo quer durchs Land zur Schnellstraße nach Süden, doch das wollten wir nicht. Wir fuhren dann nach der Ausschilderung, was hieß, dass wir zuerst wieder einige Kilometer nach Norden fahren mussten und genau den Weg zurück nach Ponte Leccio, von wo aus wir dann nach Süden durchstarteten.

Auf halben Weg nach Corte – das am Weg nach Ajaccio liegt – meinte Manu, wir könnten auch noch etwas in der Region bleiben, wenn wir schon hier vorbeifahren. Also legten wir einen Verpflegungsstopp in Corte beim Supermarkt ein und schauten uns ein paar Optionen für die kommenden Tage an. Nach dem Einkauf stand dann fest, dass wir ein paar Tage in Corte bleiben wollten. Jetzt hieß es noch, den Sonntagnachmittag zu verbringen. Manu fand dann die Wanderung zum Arche de Corte, ein südostseitiger Anstieg zu einem Steinbogen auf 1.440m. Der Wind pfiff von Westen, also sollte das gut machbar sein.

Wir starteten nach einer kurzen Jause bei der Zitadelle hoch über Corte und folgten dem Wanderweg hoch zum Arche. Anfangs war der Wind noch deutlich spürbar, doch dieser ließ dann immer mehr und mehr nach und so auf halber Höhe im Wald war er kaum noch zu spüren. Wir kamen zügig voran und so erreichten wir den Bogen nach knappen 1.100 Höhenmetern in unter zwei Stunden. Langsam kamen unsere Kräfte also wieder zurück.

Der Bogen an sich ist nicht so sonderlich spektakulär, aber dennoch eine bizarre Felsformation auf dieser Höhe, vor allem, weil er so frei steht. Wir machten ein paar Fotos und gingen dann zurück zum kleinen Pass, wo wir Pause machten und im Windschatten die Aussicht zum Monte Rotondo genossen, den wir beim letzten Besuch auf Korsika bei Minusgraden und Reif bzw. kompletter Vereisung der Gipfelflanke gemacht hatten. Danach ging es flotten Schrittes bergab zurück zum Auto. Alles in Allem eine schöne Wanderung mit guten Ausblicken hoch über Corte und vor uns gerade perfekt für den Sonntagnachmittag.

Am Camping in Corte – dem U Sognu – richteten wir uns ein und genossen dann einen kleinen Apero mit Frizzante aus Braunsdorf in Niederösterreich, den wir noch als Reiseproviant eingepackt hatten. Danach gabs heiße Duschen und etwas Gutes zu essen. Nach einer Runde Kniffel und der Tagesplanung für Montag verkrochen wir uns bald ins Bett, denn abends wird es hier recht schnell kalt, wenn es sternenklar ist. Etwas Ruhe vor dem bevorstehenden Klettertag ist vielleicht auch nicht so schlecht.

Harald

Unser Reisegefährt muss auch mal erwähnt sein ;-)

Wunderschöne Wälder hoch über Corte.

Diese speziellen Kiefern können bis zu 800 Jahre alt werden!

Der Arche.




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