Der Wind in der Nacht störte mich nur wenig – ich schlief gleich mit Oropax, denn es zog wie im Vogelkäfig – selbst in Calvi. Auf den Gipfeln war für Sonntag noch bis weit in den Tag hinein Sturm angesagt mit über 120 km/h Wind, so fiel das Ausschlafen wenigstens leicht, denn auch in den Tälern oder an den Küsten konnte man nicht an klettern denken.
Nach einem
mehr als späten Frühstück um 9 Uhr starteten wir gemütlich in Calvi mit dem groben
Ziel Ajaccio, wollten wir doch gen Süden fahren, um dort dann später an den Col
de Bavella zu kommen zum Klettern. Das Navi wollte uns entlang der Küstenstraße
schicken bzw. irgendwo quer durchs Land zur Schnellstraße nach Süden, doch das
wollten wir nicht. Wir fuhren dann nach der Ausschilderung, was hieß, dass wir
zuerst wieder einige Kilometer nach Norden fahren mussten und genau den Weg
zurück nach Ponte Leccio, von wo aus wir dann nach Süden durchstarteten.
Auf halben
Weg nach Corte – das am Weg nach Ajaccio liegt – meinte Manu, wir könnten auch
noch etwas in der Region bleiben, wenn wir schon hier vorbeifahren. Also legten
wir einen Verpflegungsstopp in Corte beim Supermarkt ein und schauten uns ein
paar Optionen für die kommenden Tage an. Nach dem Einkauf stand dann fest, dass
wir ein paar Tage in Corte bleiben wollten. Jetzt hieß es noch, den Sonntagnachmittag
zu verbringen. Manu fand dann die Wanderung zum Arche de Corte, ein
südostseitiger Anstieg zu einem Steinbogen auf 1.440m. Der Wind pfiff von
Westen, also sollte das gut machbar sein.
Wir starteten
nach einer kurzen Jause bei der Zitadelle hoch über Corte und folgten dem Wanderweg
hoch zum Arche. Anfangs war der Wind noch deutlich spürbar, doch dieser ließ
dann immer mehr und mehr nach und so auf halber Höhe im Wald war er kaum noch zu
spüren. Wir kamen zügig voran und so erreichten wir den Bogen nach knappen 1.100
Höhenmetern in unter zwei Stunden. Langsam kamen unsere Kräfte also wieder
zurück.
Der Bogen
an sich ist nicht so sonderlich spektakulär, aber dennoch eine bizarre Felsformation
auf dieser Höhe, vor allem, weil er so frei steht. Wir machten ein paar Fotos
und gingen dann zurück zum kleinen Pass, wo wir Pause machten und im
Windschatten die Aussicht zum Monte Rotondo genossen, den wir beim letzten Besuch
auf Korsika bei Minusgraden und Reif bzw. kompletter Vereisung der Gipfelflanke
gemacht hatten. Danach ging es flotten Schrittes bergab zurück zum Auto. Alles
in Allem eine schöne Wanderung mit guten Ausblicken hoch über Corte und vor uns
gerade perfekt für den Sonntagnachmittag.
Am Camping
in Corte – dem U Sognu – richteten wir uns ein und genossen dann einen kleinen
Apero mit Frizzante aus Braunsdorf in Niederösterreich, den wir noch als
Reiseproviant eingepackt hatten. Danach gabs heiße Duschen und etwas Gutes zu essen.
Nach einer Runde Kniffel und der Tagesplanung für Montag verkrochen wir uns
bald ins Bett, denn abends wird es hier recht schnell kalt, wenn es sternenklar
ist. Etwas Ruhe vor dem bevorstehenden Klettertag ist vielleicht auch nicht so
schlecht.
Harald
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| Unser Reisegefährt muss auch mal erwähnt sein ;-) |
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| Wunderschöne Wälder hoch über Corte. |
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| Diese speziellen Kiefern können bis zu 800 Jahre alt werden! |
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| Der Arche. |






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