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Samstag, 3. Oktober 2020

03.10. - Wolfgangsee – Zwölferhorn

Lange ist die letzte richtige Tour her, die wir hier gepostet haben, aber das hat auch so seine Gründe. Nach der Ramsau und Schladming ging es nach Kärnten zu meinen Eltern und meinem Bruder auf Besuch. Und da wir schon mal in der Heimat waren, besuchten wir auch noch so den einen oder anderen Freund bzw. Verwandten. Auch das tat richtig gut und wir konnten unseren müden Gliedern etwas Ruhe gönnen, um dann wieder durchstarten zu können.

Nach gut einer Woche war es dann soweit und wir wollten wieder aktiv werden. Da ich in der ersten Oktoberwoche wieder ins Büro musste, um mal nach dem Rechten zu sehen und da wir am Freitag dem 09.10. auf einer Hochzeit eingeladen waren, brachen wir also wieder in Richtung Heimat auf. Da uns der gesamte Weg zu lange war, blieben wir noch in Salzburg am Wolfgangsee stehen, um dort ein bisschen Seeluft zu schnuppern, das Weiße Rössl zu sehen und etwas von der Bergwelt zu genießen.

Der Samstag war recht von Wind und Föhn geprägt, was wir auch auf unsere Bike-Tour zu spüren bekamen. Anfangs ging es noch recht locker im Wald bergauf, doch je höher wir kamen und je älter der Tag wurde, desto mehr Wind kam auf. Unsere Runde führte immer mal wieder rauf und runter, durch schöne Täler und Wälder und ging ganz zum Schluss recht exponiert (was den Wind betrifft) zum Zwölferhorn. Der Wind dort war teils so stark, dass es Manu sogar vom Rad geblasen hat und sie absteigen musste. Mühsam kämpften wir uns doch noch die letzten Höhenmeter nach oben, um vom Gipfel aus eine Aussicht in die Regionen der Wochen davor zu haben: Dachstein, Ramsau, Schladming, Niedere Tauern, Bischofsmütze.

Die Abfahrt war dann nicht so sonderlich lohnenswert. Anfangs konnte man kaum fahren, weil es so windig war, dann war es sehr holpriges Gelände und zum Schluss mussten wir auf den Straßen im Wald aufpassen, nicht von einem Ast erschlagen zu werden oder über so einen zu fahren.

Beim Auto angekommen wurden die Bikes verstaut und es ging geradewegs ins nächste Gasthaus, denn wir hatten Hunger, und gut 6 Stunden Fahrzeit nach Triesen lagen noch vor uns. Und so ein letztes Mal noch die gute österreichische Küche zu genießen, wer kann da schon nein sagen.

Harald



Blick zu den alten Bekannten: Bischofsmütze und Hoher Dachstein bzw. Torstein


Wolfgangsee, dahinter Traunsee (?)



Mittwoch, 16. September 2020

16.09. - Bike and Hike Rötelstein (2.247m)

Heute sollte es einmal wieder ein Bike and Hike geben – direkt vom Campingplatz aus auf den knapp 2250m hohen Rötelstein (auch Rettenstein genannt), den wir bereits in den letzten zwei Tagen ausgiebig bewundert hatten. Da der Wetterbricht mögliche Gewitter im Verlaufe des Nachmittags ansagte, standen wir bereits um 06:30 Uhr auf.

Um 07:45 Uhr stiegen wir auf unsere Bikes – erst ging es die Mautstrasse in Richtung der Dachsteinbahn hoch, auf gut 1500m zweigten wir aber zur Jagahofalm ab. Über Forststrassen und Wanderwege ging es hoch und runter, bis wir nach gut 1h15min die Bachlalm auf 1490m erreichten. Dort ketteten wir unsere Bikes an und machten uns auf den Weg zum Rötelstein. Zügig legten wir die ersten 400 Höhenmeter bis zum Sulzenhals zurück, von wo aus eine „alpine Route“ auf den Rötelstein führte. Tatsächlich mussten wir teilweise die Hände zur Hilfe nehmen, um ein paar Felsblöcke zu überwinden. Der Weg ging recht steil und stetig nach oben und bereits kurz nach 10 Uhr erreichten wir den Gipfel. Noch einmal konnten wir unsere Blicke über die Bischofsmützen, den Hohen Dachstein und alle weiteren Berge schweifen lassen. Die Luft war jedoch nicht mehr so klar wie am Vortag und vor allem über dem Hochkönig türmten sich bereits die ersten Wolken auf.

Nach einer Pause von etwa einer halben Stunde setzen wir unseren Weg fort. Dem Grat entlang ging unsere Wanderung weiter, teilweise ausgesetzt, teilweise schuttrig, aber wunderschön und mal wieder viel zu warm für diese Jahreszeit! Erst ging es über die Ahorneggalm fast 700 Höhenmeter runter. Dann folgten wir einem gemütlichen Wanderweg, der uns über Haidegg und Neuhaus führte. Schliesslich folgte der Gegenanstieg – gut 400 Höhenmeter mussten wir zurücklegen, um das Nösslerriedel zu erreichen. Wir schnauften erleichtert auf, als wir diesen Punkt erreicht hatten – denn danach ging es nur noch 15 Minuten runter zur Bachlalm.

Dort gönnten wir uns einen Holundersaft, den wir fast im Stehen trinken mussten, da alle Bänke von Pensionisten belegt waren, die von einem Wanderbus hergebracht wurden. Das Dachstein-Massiv war bereits in den Wolken, aber ansonsten war das Wetter weiterhin sehr freundlich. Da wir heute ein wenig früher beim Camping sein wollten, setzten wir uns nach der kurzen Pause auf unsere Bikes und fetzten die kurze Mautstrasse runter, bis wir bei der Landstrasse angelangten. Dort entschieden wir, Richtung Filzmoos zu fahren, um nur ein kurzes Stück auf dieser engen, teilweise schlecht einsehbaren Strasse fahren zu müssen, um anschliessend auf der ausgeschilderten Mountainbike-Strecke zurück zu unserem Camping zu gelangen.

Als wir durch Hachau fuhren, stoppten wir kurz. Harald schaute auf seiner App nach und sah, dass man bereits hier über eine Forststrasse auf den Bikeweg gelangen konnte. Also los! Rasant ging es den Forstweg runter, der immer schlechter befahrbar wurde und dann plötzlich im Nichts endete – nicht so, wie auf der App angegeben! Es herrschte Ratlosigkeit – schliesslich schauten wir auf der offiziellen ÖAV Wanderkarte, die wir dabeihatten, nach. Und siehe da, der Weg führte tatsächlich ins Nichts. Nur gibt es weiter unten eine weitere Strasse, und die App hat die beiden Strassen einfach zusammengelegt. Pech für uns – also hiess es, die 100 Höhenmeter wieder hochzustrampeln! Anschliessend folgten wir der Landstrasse, bis wir dann in die Bikeroute einbiegen konnten! Es waren dann nochmals 300 Höhenmeter und einige Kilometer zu bewältigen, bis wir dann endlich zurück beim Campingplatz waren! Dort gönnten wir uns nur eine kurze Pause, ehe wir noch nach Ramsau radelten, um für das Abendessen einzukaufen. Im Anschluss lagerten wir unsere Beine nach diesen gut 2200 Höhenmeter hoch und freuten uns auf den folgenden Pausentag.

Und apropos Wetter - es war 17 Uhr, als wir den ersten Donner hörten, aber weitere drei Stunden vergingen, ehe auch bei uns auf dem Camping die ersten Tropfen fielen!

Manu

Blick in die Dachstein Südwand und das Dreigestirn Torstein, Mittler Spitz und Hoher Dachstein (vlnr)

Der Aufstieg zum Sulzenhals. Rechts der Windlegerspitz.

Bekannte Berge vom Vortag, heute aber schon leicht dunstig.

Ach was?


Am Gipfel des Rötelsteins mit dem Dachstein im Hintergrund.





Der Abstieg erforderte nochmals Konzentration.

Die ersten Wolken kommen, und wir satteln wieder um auf das Bike. Tschüss Bischofsmütze.


Dienstag, 15. September 2020

15.09. – Große Bischofsmütze (2.454m) Normalweg

Lange schon hatte ich davon gesprochen, einmal die imposante Felsgestalt der Großen Bischofsmütze zu besteigen. Angeregt durch unzählige Berichte und die Fernsehserie „Die Bergretter“, die beinahe in jeder Folge die Bischofsmütze zeigen, wollte ich da einfach rauf. Der charakteristische Doppelgipfel der Mütze sieht von unten aus wie eine unbezwingbare Felsbastion, doch gibt es einen recht einfachen Normalweg zum Gipfel, der durch die sogenannte Mützenschlucht verläuft. Gut abgesichert und auch teils markiert, verläuft der Anstieg dort in ca. 7 Seillängen im maximal vierten Grad zum Gipfel. Nachdem auch Manu durch Bilder und die Routenbeschreibung besänftigt war, ging es los.

Die Tour an sich ist mit ca. 7 Stunden nicht sonderlich lange, auch gilt es nur ungefähr 1200 Höhenmeter zu überwinden, weswegen wir es etwas lockerer angingen und entsprechend erst später starteten. Auch das Wetter war stabil, uns drohte also kein Gewitter. So ging es erst um 9:30 Uhr vom Parkplatz der Oberhofalm hoch über Filzmoos los. Anfangs führt ein Wanderweg zur Hofpürglhütte, die man in etwa 45 Minuten erreicht. Von dort verlässt man die markierten Wege und steigt über einen guten Pfad zur Mützenschlucht zu.

Der Zustieg ist anfangs noch ein einfacher Wanderweg, wird aber gegen Ende hin steiler. Die Mützenschlucht erreicht man, indem man zuvor drei Vorbauten überwinden muss. Diese sind zwar allesamt leichte Klettereien im ersten bis zweiten Grat, wir gingen aber dort auch schon angeseilt und vor allem mit Helm. So legten wir den Weg bis zum eigentlichen Einstieg in die Schlucht recht zackig zurück und wurden dabei wohl auch noch gefilmt. (Wie wir später an der Hofpürglhütte erfuhren, war es ein Hubschrauber von Servus TV, der Aufnahmen für eine Sendung „Bergwelten“ drehte)

Als wir die Mützenschlucht erreichten, war die Seilschaft, die wir zuvor vom ersten Vorbau aus sehen konnten, schon aus dieser draußen. Das war sehr recht, denn in der Beschreibung steht explizit, dass man in der Schlucht keinen Steinschlag auslösen soll, da dieser die nachfolgenden Seilschaften treffen könnte. Man muss aber hierzu sagen, dass die Standplätze gut durchdacht gebohrt sind, immer an geschützten Stellen! Ein Lob an die Routenbohrer!

Die Schlüsselstelle der Tour ist der erste Pfeiler, der überwunden werden muss. Etwa im vierten Grad und an teils abgespeckten Griffen geht es vielleicht fünf Meter senkrecht empor, bevor man dann im gemäßigten Zweiergelände den ersten Stand erreicht. Während ich mit Bergschuhen kletterte, tat Manu dies mit ihren Zustiegsschuhen, die deutlich mehr Freiheiten ließen und das machte ihr sichtlich Spaß. So viel Spaß, dass sie dann auch schon die Führung übernahm und die zweite Seillänge vorstieg. Weg waren ihre Zweifel über den Anstieg, sie hatte wirklich Freude an der Tour.

Abwechselnd vorankletternd ging es zügig nach oben und wir erreichten alsbald die Mützenscharte, die markante Einkerbung zwischen der großen und kleinen Mütze. Dort befindet man sich für kurze Zeit im Gehgelände, bevor es dann noch zwei anspruchsvollere Seillängen nach oben geht, um dann im Einsergelände den Gipfel zu erreichen.

Am Gipfel angekommen plauderten wir dann mit der Seilschaft vor uns etwas. Eine Ausbildungstour für die Alpinpolizei Salzburg. Während sie dann bereits den Abstieg antraten, hielten wir uns noch lange am Gipfel auf und genossen die wunderschöne und fabelhafte Aussicht. Die Jause schmeckt einfach besser, wenn man einen Rundumblick auf so viele Berge hat. Der Blick dort schweift vom Traunstein über den Untersberg bei Salzburg hin zum Watzmann, Hochkönig, Großvenediger, Großglockner, Ankogel, Hochalmspitze, die ganzen Schladminger Tauern sieht man, den mächtigen Torstein vor dem Gipfel des Hohen Dachsteins, den Großen Priel, um nur einige zu nennen.

Nach fast einer Stunde Gipfelrast machten wir uns auch noch auf den Weg nach unten. Das sollte genug Zeit für die Seilschaft vor uns gewesen sein, damit diese durch die Mützenschlucht abseilen konnten, ohne von unserem etwaigen Steinschlag getroffen zu werden. Auch wenn man noch so vorsichtig die Schritte wählt, vor allem beim Abziehen des Seils lösen sich einfach immer wieder kleine Steine, die dann wie Geschoße nach unten pfeifen. Wir kamen gut voran und seilten dann auch noch über den zweiten Vorbau ab, da dieser etwas mühsam zum Abklettern ist. Und wenn man schon das Seil dabei hat, warum nicht?

Der Fußweg zurück zur Hütte war dann kurzweilig und auf der Hütte genossen wir noch einen frischen Topfenstrudel und einen Zwetschgenkuchen. Wir stiefelten dann zurück zum Auto und aßen noch gleich auf der Unterhofalm zu Abend, bevor es dann zurück zum Campingplatz ging.

Beide sehr erfreut über diese wunderschöne und abwechslungsreiche Tour genossen wir dann abends noch ein Bierchen, bevor es dann ins Bettchen ging.

Harald

Start an der Oberhofalm. Strahlend blauer Himmel und eine schöne Bischofsmütze :-)

Von der Hofpürglhütte aus sieht man schon etwas mehr, zB die tiefe Mützenschlucht zwischen kleiner und großer Mütze.

Manu im Nachstieg der ersten Seillänge, gerade nach der Schlüsselstelle.

Manu im Vorstieg der zweiten Seillänge.

Nach dem Ausstieg aus der Mützenscharte, kurz vor dem Gipfel der Bischofsmütze, sieht man die Kleine Bischofsmütze auch ganz gut.

Blick auf den Torstein (rechts)

Blick zum Großen Priel.

Wir grüßen Salzburg und den Untersberg.

Hallo Großvenediger (rechts) und Großglockner (links).

Blick zum Ankogel (rechts) und zur Hochalmspitze (links).



Und ab gehts. Beim Abseilen kurz vor der Mützenscharte.

Die Mützenschlucht von oben. Manu ist schon am Weg zum geschützten Stand links ums Eck.

Abseilen über den Pfeiler, kurz vor dem Geröllband, das man queren muss.

Draußen aus der Mützenschlucht. Abklettern mit Panorama.


Panorama von der Hofpürglhütte aus aufgenommen.

Abendstimmung am Campingplatz: die Kette des Gamsfeldspitz und Scheichenspitz in den letzten Sonnenstrahlen.


17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...