Wir packten unsere sieben Sachen und fuhren so ins Tal zum Camping Tuoni, der geschlossen war. Dort parkten wir kurz davor und starteten kurz vor 9:30 den Zustieg, der uns in knapp 30 Minuten fast 300hm steil bergauf zur Wand führte. Puh, noch anstrengend mit all dem schweren Gepäck fürs Sportklettern.
Alleine im Gebiet, hatten wir anfangs freie Routenwahl. So starteten wir mit einer langen 6a, die aber etwas unlogisch war. Die nächste 6a+ war deutlich schöner, vor allem die letzten 20m, die quer durch einen Tafoni-Überhang führten.
Die Route rechts daneben, als 6b angegeben, war die logische Wahl. Mittlerweile war noch ein anderes Paar gekommen, welches die Routen im linken Wandteil kletterte.
Ich stieg in die 6b ein und war überrascht, wie schön die Linie durch den Überhang führt, teils nur mit Schlingen gesichert. Danach quert sie langsam eine eher plattige Stelle nach rechts, aber nie schwer, und führt nach gut 40m (!!!) zum Stand. Mit unserem 70m Seil also etwas doof.
Manu ließ mich erstmals ab und ich machte auf einem Podest Zwischenstand, von wo weg ich Manu sicherte, die dann nochmals nach einem anderen Stand suchte. Negativ. Also ließ ich sie wieder ab. Ohne die Umlenkungen reichte das Seil nun bis zum oberen Ende einer Rinne. Manu sicherte mich nochmals kurz, sodass ich etwas hochklettern und dann in die Rinne abseilen konnte. Die letzten 3m kletterte ich dann so ab.
Die folgende 6a+ kostete mit etwas Fingerhaut, rutschte ich doch beim zweiten Haken von einem Griff ab, den ich zu optimistisch als Leiste interpretierte, und landete danach im Seil. Naja, gibt Schlimmeres. Danach gings dann besser und es folgte eine sehr schöne Länge.
Nach einer kurzen Pause gings in eine 35m lange Verschneidung: Piaz-Risse, Kaminklettern stemmen. Eine schöne 6b Länge. Manu meisterte diese ausgezeichnet.
Da mittlerweile viele Routen im oberen Teil der Wand belegt waren, verkrümelten wir uns runter, wo die Routen deutlich kräftiger und athletischer sind. Nach einer 35m 6a+ folgte noch eine schöne 6a, dann war bei Manus Fingern Schluss. Sie schickte mich dann aber noch in eine 6c+, die auch für mich sehr anstrengend war.
Die Finger waren durch, die Mägen leer. Also packten wir Seil und Gurte weg und konzentrierten uns auf das leibliche Wohl. In der Sonne, windgeschützt, genossen wir die letzte Jause auf Korsika 2025. Danach stiegen wir zum Auto ab und fuhren los nach Corte.
Dort füllten wir das Auto mit Wein an, also nicht ganz, aber fast. Mit etwas Reiseproviant ging es dann los nach Bastia, wo unsere Fähre schon wartete. Wir checkten ein und aßen dann im Bus zu Abend, bevor es kurz vor 20 Uhr auf die Fähre ging, die um 20:30 Uhr von Bastia ablegte und uns zurück nach Savona brachte.
An Board gabs noch ein Glas Muscat und eine Partie Rummy, bevor wir uns in unsere Kabine verkrochen.
Mit schmerzenden Fingern,
Harald
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| Blick ins hintere Restonicatal. |
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| Traumhafte Tafonis zum Klettern! |
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| Manu in der 6a+ |
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| Beim Abseilen sieht man erst, wie überhängend die Stelle ist. |






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