Montag, 6. Oktober 2025

06.10.2025 – Monte Leonardo: „Amandulina“ (VII+)

Heute ging es zum Klettern ins Restonicatal. Den Monte Leonardo kannten wir schon, hatten wir doch beim letzten Besuch dort die Route „Bella Ciao“ gemacht. Der Zustieg zur Westwand wird im Führer mit 15 Minuten angegeben und so starteten wir erst später, denn morgens war es noch richtig kalt. Der Plan sah vor, dass wir ca. gegen 10:30 Uhr an der Wand sind, damit es in den unteren Seillängen nicht allzu kalt ist. So frühstückten wir ganz gemütlich und hatten keinen Stress am Morgen, ehe wir dann ins Tal fuhren.

Schon kurz nach dem Camping wurden wir auf neue Schilder aufmerksam, die besagten, dass man nun bis 15. November nicht ins Tal fahren darf. Früher war die Hauptsaison bis 30.09. für Autos tabu im Restonicatal. Nun also hatte man das ausgeweitet. Na toll. Bis zum Camping Tuani konnte man jedoch fahren, doch das hieß für uns noch immer, dass wir ca. 4.5km weiter ins Tal gehen mussten zur Ponte de Tragnone, von wo weg der eigentliche Zustieg startet. Wir waren anfangs etwas unschlüssig, ob wir das nun machen sollten oder nicht, doch dann packten wir zusammen und schulterten die Rucksäcke – sind ja dann doch nur 1:15h Zustieg, also weniger wie im Alpstein teilweise.

Wir liefen direkt der Straße entlang – Autos fuhren ja keine bzw. nur sehr wenige. Die Sonne wärmte uns schon und so schlenderten wir locker die Straße hoch bis zur Ponte de Tragnone, wo wir dann den eigentlichen Grund der Sperre sahen. Die Brücke war weg. Am Gegenufer sogar die komplette Verbauung – alles dahin. Man konnte also ohnehin nur bis zu dieser Brücke fahren und nicht weiter. Manu sprach dann noch mit zwei Park-Rangern, die gerade dort waren. Diese sagten, man darf jetzt schon bis zur ehemaligen Brücke fahren, das sei kein Problem. Gut zu wissen für den nächsten Tag 😉.

Den Fluss überquerten wir dann auf Höhe der ehemaligen Brücke. Danach ging es am bekannten Weg zum Wandfuß und nach ein paar Minuten des Suchens hatten wir den Einstieg gefunden. Puh, schon steil dort hoch der „rote Überhang“. Aber Granit vom Feinsten 😊. Wir rüsteten uns aus und wärmten nochmals die Finger auf – die Körper waren ja schon warm von der Wanderung – ehe wir dann gegen 11:30 Uhr in die Wand einstiegen.

Die erste Seillänge ist original 50m lang und wurde nun auf Grund des Seilzugs mit einem Zwischenstand ausgerüstet, den ich auch gern nahm, denn die 7+ Stellen mit kalten Fingern waren noch knifflig und vor allem recht kraftig und athletisch, musste man doch teils sehr weite Züge machen. Mir fehlten im Sommer einfach ein paar Klettermeter in diesem Schwierigkeitsgrad. Am Stand angekommen sicherte ich dann Manu nach, die zwar wegen der kalten Finger Pause machen musste, aber sonst sauber durchstieg. Danach folgte die zweite 7+ Länge mit nochmals ca. 25m. Wunderschöne Kletterei, teilweise etwas technischer, aber super und weniger kraftig als der Einstieg. Der Ausstieg zum Stand forderte dann nochmals etwas Kraft, war aber schön zu lösen.

Danach ging es kurz ins Gehgelände, bevor wir einige 6er Längen in traumhaftem Fels antrafen. Was für herrliche Kletterei und die Sonne wärmte nun von hinten. Die Tafonis in der Wand waren hervorragend. Einfach ein Genuss. Manu stieg dann sogar noch vor und führte die vorletzte 5+ Länge zum Stand direkt unter der Gipfelwand an, die dann wieder ich übernehmen durfte. Eine knackige 7- Stelle, die ich direkt kletterte und die so wohl etwas schwerer war. Gedacht war sie wohl eher über die Kante, was dann eine 7- sein dürfte. Manu folgte dann alsbald zum Gipfel und dann genossen wir kurz die Aussicht, bevor wir vor der Sonne flüchteten.

Der Abseilstand lag etwas versteckt unter einem Vorbau. Von dort ging es dann 20m und 30m abwärts in die Scharte, bevor wir auf die Zustiegsschuhe umsattelten und die Rinne abstiegen, bis wir wieder auf den Zustiegsweg trafen. Dort deponierten wir kurz die Seile, holten dann die Rucksäcke beim Einstieg und machten uns dann auf den Weg in Richtung Tal bzw. zum Auto, welches wir nach einer gemütlichen Stunde wieder erreichten.

Der Einkauf in Corte am Abend war dann geprägt von Stau. So viel Verkehr in und um Corte an einem Feierabend, Wahnsinn. Wir brauchten also etwas länger, bis wir beim Camping ankamen, und so fiel der Apero und das Rummy vor dem Essen ins Wasser. Aber das sollte uns den schönen Klettertag nicht verderben.

Wir planten noch den nächsten Tag und verkrochen uns dann ins Bett, welches heute bei Vollmond gut ausgeleuchtet war.

Harald

Der kraftige Überhang. Manu kämpft sich hoch.

Die Anstrengung sieht man gut.

Aber am Ende überwiegt die Freude.

Zweiter 7+ Teil. Etwas technischer, aber schön zu klettern.


Die Sonne wärmt in den 6er Längen oben.



Rückblick zur Route: über den rötlichen linken Pfeiler hoch, dann durch die Scharte und zur Gipfelwand.


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