Heute ging
es zum Klettern ins Restonicatal. Den Monte Leonardo kannten wir schon, hatten
wir doch beim letzten Besuch dort die Route „Bella Ciao“ gemacht. Der Zustieg
zur Westwand wird im Führer mit 15 Minuten angegeben und so starteten wir erst
später, denn morgens war es noch richtig kalt. Der Plan sah vor, dass wir ca.
gegen 10:30 Uhr an der Wand sind, damit es in den unteren Seillängen nicht
allzu kalt ist. So frühstückten wir ganz gemütlich und hatten keinen Stress am
Morgen, ehe wir dann ins Tal fuhren.
Schon kurz
nach dem Camping wurden wir auf neue Schilder aufmerksam, die besagten, dass
man nun bis 15. November nicht ins Tal fahren darf. Früher war die Hauptsaison bis
30.09. für Autos tabu im Restonicatal. Nun also hatte man das ausgeweitet. Na
toll. Bis zum Camping Tuani konnte man jedoch fahren, doch das hieß für uns
noch immer, dass wir ca. 4.5km weiter ins Tal gehen mussten zur Ponte de Tragnone,
von wo weg der eigentliche Zustieg startet. Wir waren anfangs etwas
unschlüssig, ob wir das nun machen sollten oder nicht, doch dann packten wir
zusammen und schulterten die Rucksäcke – sind ja dann doch nur 1:15h Zustieg,
also weniger wie im Alpstein teilweise.
Wir liefen
direkt der Straße entlang – Autos fuhren ja keine bzw. nur sehr wenige. Die
Sonne wärmte uns schon und so schlenderten wir locker die Straße hoch bis zur
Ponte de Tragnone, wo wir dann den eigentlichen Grund der Sperre sahen. Die
Brücke war weg. Am Gegenufer sogar die komplette Verbauung – alles dahin. Man
konnte also ohnehin nur bis zu dieser Brücke fahren und nicht weiter. Manu
sprach dann noch mit zwei Park-Rangern, die gerade dort waren. Diese sagten,
man darf jetzt schon bis zur ehemaligen Brücke fahren, das sei kein Problem. Gut
zu wissen für den nächsten Tag 😉.
Den Fluss überquerten
wir dann auf Höhe der ehemaligen Brücke. Danach ging es am bekannten Weg zum
Wandfuß und nach ein paar Minuten des Suchens hatten wir den Einstieg gefunden.
Puh, schon steil dort hoch der „rote Überhang“. Aber Granit vom Feinsten 😊. Wir rüsteten uns aus und wärmten nochmals die
Finger auf – die Körper waren ja schon warm von der Wanderung – ehe wir dann
gegen 11:30 Uhr in die Wand einstiegen.
Die erste
Seillänge ist original 50m lang und wurde nun auf Grund des Seilzugs mit einem
Zwischenstand ausgerüstet, den ich auch gern nahm, denn die 7+ Stellen mit
kalten Fingern waren noch knifflig und vor allem recht kraftig und athletisch, musste
man doch teils sehr weite Züge machen. Mir fehlten im Sommer einfach ein paar
Klettermeter in diesem Schwierigkeitsgrad. Am Stand angekommen sicherte ich
dann Manu nach, die zwar wegen der kalten Finger Pause machen musste, aber
sonst sauber durchstieg. Danach folgte die zweite 7+ Länge mit nochmals ca.
25m. Wunderschöne Kletterei, teilweise etwas technischer, aber super und
weniger kraftig als der Einstieg. Der Ausstieg zum Stand forderte dann nochmals
etwas Kraft, war aber schön zu lösen.
Danach ging
es kurz ins Gehgelände, bevor wir einige 6er Längen in traumhaftem Fels
antrafen. Was für herrliche Kletterei und die Sonne wärmte nun von hinten. Die Tafonis
in der Wand waren hervorragend. Einfach ein Genuss. Manu stieg dann sogar noch
vor und führte die vorletzte 5+ Länge zum Stand direkt unter der Gipfelwand an,
die dann wieder ich übernehmen durfte. Eine knackige 7- Stelle, die ich direkt
kletterte und die so wohl etwas schwerer war. Gedacht war sie wohl eher über
die Kante, was dann eine 7- sein dürfte. Manu folgte dann alsbald zum Gipfel
und dann genossen wir kurz die Aussicht, bevor wir vor der Sonne flüchteten.
Der
Abseilstand lag etwas versteckt unter einem Vorbau. Von dort ging es dann 20m
und 30m abwärts in die Scharte, bevor wir auf die Zustiegsschuhe umsattelten
und die Rinne abstiegen, bis wir wieder auf den Zustiegsweg trafen. Dort
deponierten wir kurz die Seile, holten dann die Rucksäcke beim Einstieg und
machten uns dann auf den Weg in Richtung Tal bzw. zum Auto, welches wir nach
einer gemütlichen Stunde wieder erreichten.
Der Einkauf
in Corte am Abend war dann geprägt von Stau. So viel Verkehr in und um Corte an
einem Feierabend, Wahnsinn. Wir brauchten also etwas länger, bis wir beim Camping
ankamen, und so fiel der Apero und das Rummy vor dem Essen ins Wasser. Aber das
sollte uns den schönen Klettertag nicht verderben.
Wir planten
noch den nächsten Tag und verkrochen uns dann ins Bett, welches heute bei
Vollmond gut ausgeleuchtet war.
Harald
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| Der kraftige Überhang. Manu kämpft sich hoch. |
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| Die Anstrengung sieht man gut. |
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| Aber am Ende überwiegt die Freude. |
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| Zweiter 7+ Teil. Etwas technischer, aber schön zu klettern. |
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| Die Sonne wärmt in den 6er Längen oben. |
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| Rückblick zur Route: über den rötlichen linken Pfeiler hoch, dann durch die Scharte und zur Gipfelwand. |









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