Donnerstag, 31. Dezember 2020

01.-31.12. - Winter einmal anders: der Dezember in Worten

Nach einem wunderschönen Spätherbst und tollem November erhofften wir uns einen guten Dezember, um hier in der Heimat auf Skitouren gehen zu können. Und so startete der Dezember gar nicht schlecht. Schon zu Beginn gab es eine ordentliche Ladung Schnee hier in der Region - sogar bis in tiefe Lagen herab, sodass wir von der Haustüre aus mit den Schneeschuhen los konnten.


Winterwunderland in Triesen


So ging es dann auch schon bald das erste Mal auf den Schönberg mit Skiern, doch das Abfahrtsvergnügen ließ zu wünschen übrig. Es war einfach keine Unterlage vorhanden. Für mich folgten dann in derselben Woche noch ein zwei Touren im Malbun, Manu musste kurzfristig für eine Woche arbeiten und ihre eigene Stellvertretung vertreten – irgendwie ironisch.

Eigentlich war es genug Schnee, aber sehr windgepresst.

Ein Blick in der verschneite Rheintal - ein seltener Anblick.


Nach einer weiteren kleineren Ladung Schnee versuchten wir dann unser Glück am Rosswies vom Berghaus Malbun aus. Hier wurden wir dann aber sehr enttäuscht, denn der Wind bzw. Föhn hatte volle Arbeit getan. Aller Schnee war verblasen oder in den Mulden und Rinnen der Nordhänge zu suchen. Und mit erheblichem Lawinenrisiko verbunden konnte man dann nur über den Rücken wieder abfahren (versuchen). Hier und da kratzte es dann etwas am Ski, was durchaus schmerzte.

Wetterglück? Es macht auf und wird blau?

Anstrengender Aufstieg: zum ersten Mal überhaupt darf/muss ich am Rosswies spuren!

Ziel erreicht - das Hintere Rosswies.


Ganz geschlagen gaben wir uns aber nicht, und so brachen wir auch nach St. Antönien auf, um die Verhältnisse dort zu erkunden. Durchaus mehr Schnee war dort vorhanden und wohl auch weniger Wind involviert, was die Tour auf den Eggberg und das Haseflüeli schon um einiges besser machte und Winterfeeling aufkommen ließ. Auch über die Grenze ins Brandnertal führte uns ein Versuch einer Skitour auf den Loischkopf. Dort entlang der Pisten des Bürserberges war es machbar, aber auch keine wirkliche Freude.

Am Gipfel des Eggberg mit Blick ins Rätikon zu Sulzfluh und Drusenfluh.

Das Haseflüeli - sieht unbesteigbar aus, geht aber ganz einfach.

Am Gipfel des Haseflüeli


Vor Weihnachten kam dann erneut heftiger Föhn auf und vernichtete unseren restlichen Schnee auf den Bergen, weshalb wir dann zum Beispiel einen Alpspitz von Vaduz aus zu Fuß über die Wanderwege machten – oben lag ja fast kein Schnee mehr. Dem Nospitz und Hubbel statteten wir dann mit Schneeschuhen einen Besuch ab, sattelten aber in der Südseite der Flanken auf Steigeisen und Pickel um, weil einfach kein Schnee mehr lag und alles gefroren war. Mich führte dann sogar noch ein spätes Bike & Hike am 23.12. auf den Alpspitz hinauf. Mit Zustiegschuhen kam ich trocken oben an, kaum mehr Schnee im Wanderweg.

Am Aussichtsturm bei Gaflei.

Blick vom Gipfel ins Tal - der Schnee ist schon fast wieder weg.

Sonnenuntergang am Wildschloss - Burgruine Schalun.

Der Nospitz hinter der Alp Pradamee.

Am Gipfel des Nospitz mit der Alvierkette im Hintergrund.

Die Querung zum Hubbel / Silberhorn.

Fast kein Schnee mehr am Grat des Hubbels.


Am 25.12. bescherte uns dann eine kleine Front wieder etwas Schnee, wodurch wir dann am 26. Und 27. schöne Touren im Malbun machen konnten, bei bestem Powder! Zwei Mal auf das Hahnenspiel, weils so gut war und tags darauf auf den Schönberg mit der Abfahrt nach Guschg – ebenfalls zwei Mal. Der Pulverschnee war echt gut :-)

Hahnenspiel

Der Gamsgrat im winterlichen Kleid.



Dieses Mal gab es schon eine Spur :-)


Schönberg
Winterfeeling am Schönberg.

Die erste Abfahrt über den breiten Rücken war zum Entzücken :-)

Das zweite Mal am Gipfel - jetzt mit Gipfelfoto.


Von 27. auf 28. Dezember kam dann wieder Föhn auf – aber nicht nur ein bisschen Föhn, sondern ein Föhnsturm. Im Tal mit bis zu 110km/h, auf den Bergen mit ungefähr 130km/h – Orkanböen – vorausgesagt, war die Nacht von Sonntag auf Montag nicht besonders erholsam. In Balzers wurden dann 174km/h gemessen. (Artikel im Vaterland)

Da aller Schnee nun wieder futsch war, ging es für uns auf eine Pistentour auf den Chäserrugg bei Wildhaus. Noch nie waren wir dort oben, wenn das Skigebiet geöffnet hat, also nutzten wir die „Betriebspause“ und gingen entlang der Pisten nach oben. Auch hier hatte es kaum Schnee und alles war verblasen, doch die alte gewalzte Piste darunter ermöglichte zumindest eine Abfahrt. 

Das Panorama am Chäserrugg: der Alpstein mit Säntis, Schafberg und Altmann.

Blick nach Sargans und auf das Pizol.


Etwas genervt von den Verhältnissen hier in der Region entschlossen wir uns dann dazu, doch wieder etwas weiter zu fahren, um Touren zu machen. Also ging es noch einmal nach St. Antönien, wo wir den Schafberg und das nahegelegene Fürggli erkundeten. Im Aufstieg trafen wir dann noch ein paar Bekannte die zur Sulzfluh unterwegs waren. An diesem Tag war sehr viel los in der Region, doch alle stiegen auf andere Gipfel auf und so kam es, dass wir wirklich alleine am Gipfel waren – und dazu noch die ersten an diesem Tag. Wenig später kamen dann zwei andere nach. Wir waren dann aber schon wieder bereit für die Abfahrt und entschlossen uns für eine Pulverschneeabfahrt, die uns ein kleines Lächeln ins Gesicht zauberte. Der ursprüngliche Plan danach auf den Girenspitz weiterzugehen wurde dann über den Haufen geworfen, nachdem wir sahen, was am Gipfel los war. „Halligalli“ sagt Manu dazu :-P Wir stiegen dann ins Fürggli auf, wo es nur eine Spur gab und die restlichen Hänge unverspurt waren. Dort waren wir alleine und konnten uns die Linie zum Abfahren selbst aussuchen. Die Nordosthänge dort waren dann in der Abfahrt ein Pulvertraum schlechthin, sodass wir gleich nochmals auffellten und wieder raufgingen. Am Ende des Tages waren es dann doch 1400 Höhenmeter, die wir machten – dabei wollten wir etwas Kleines machen.

Die Sulzfluh direkt vor uns.


Links kommen nun die Drei Türme der Drusenfluh heraus. Rechts die Sulzfluh.

Kein Gipfelkreuz, aber ein Gipfelschneemann.
Es gibt schlechtere Bedingungen :-P


Zum Jahresabschluss ging es für eine Tour in die Region Arosa. Von Peist aus führte uns die Skitour auf das Mattjisch Horn. Der Aufstieg war unten noch gerade so entlang der Fahrtstraße machbar, da dort niedergefahrener Schnee drauf lag. Erst ab ca. 1600m war dann ausreichend Schnee vorhanden. Das sollten wir auch beim Aufstieg merken, denn unten im Wald überquert man einen Bach. Normalerweise liegt hier so viel Schnee, dass man einfach drübergehen kann. Wir mussten aber die Ski abziehen, zum Bach absteigen und drüberspringen, um dann auf der anderen Seite mühsam durch den Schnee wieder nach oben zu gelangen. Das verlängerte unseren Aufstieg etwas und zehrte etwas an Manus Nerven und Kräften. Oben ging es dann schön über flache Rücken entlang in Richtung Gipfel. Hier musste ich alles spuren, denn diesen Aufstieg hatte noch niemand gemacht. Der Gipfelgrat zum Schluss war abgeblasen und hart, aber noch machbar. Anfangs dachten wir, es sei niemand unterwegs, doch am Gipfel kamen uns dann von den anderen Seiten (Heuberge und Langwies) recht viele Leute entgegen. Wir fuhren dann aber schon wieder ab und entschieden uns dann dazu, nochmals auf einen Nachbargipfel aufzusteigen, um von diesem dann über weite freie Hänge und dem Winterwanderweg zurück nach Peist zu fahren, denn die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute wollten wir nicht mehr machen – Bach und so. Und so spurte ich nochmals hinauf und hatte zum Schluss recht müde Oberschenkel. Wieder waren es über 1400 Höhenmeter geworden – das meiste davon war nicht gespurt. Am Gipfel hatten wir dann Glück und es wurde nochmals richtig sonnig und freundlich. So konnten wir dann eine schöne Abfahrt genießen, die im oberen Teil sehr gut und im unteren Teil erstaunlich gut war. Lediglich die letzten 90 Höhenmeter trugen wir die Ski zurück, denn entlang des Weges war einfach zu wenig Schnee um zu fahren. 


Die Überquerung des Baches.

Durchaus schönes Wetter hatten wir.

Der Gipfel in Sicht - und noch alles zum Spuren.


Die Abfahrt war auch hier erstaunlich gut.


So ließen wir dann abends mit schweren Füßen das Jahr langsam ausklingen – auf der Couch – und hofften auf mehr Schnee im neuen Jahr!

Harald

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...