Montag, 10. Juli 2023

10.07.2023 - Petit Mont Blanc (3.431m)

Heute wollten wir in die gigantische Südwestflanke des Mont Blanc schauen – und wollten dazu auf dessen kleinen Bruder steigen; auf den 3431m hohen Petit Mont Blanc. Umsonst gab es den allerdings nicht. Wir fuhren zuerst bis zum Ende der Fahrstrasse und mussten dann gut 45min einem breit ausgebauten Weg zur Alpe de l’Arp Vieille wandern – mit uns wanderte x Leute, die den Mont Blanc Trail machten! Kurz vor der Alp nahmen wir eine Abkürzung, bzw. wir dachten, es sei eine Abkürzung. Anschliessend ging aber die Suche nach dem richtigen Weg los, den wir dann etwas später zum Glück auch fanden. Aber dort waren wir dann alleine unterwegs! Steil in Serpentinen schlängelte sich unser Weg in einem schmalen Gras- und Schrofenhang hinauf zwischen der Aiguille de Combal und dem Mont Suc. Ab circa 2800m lag dann auch Schnee – früher, als eigentlich gedacht! Unsere Zustiegsschuhe taten aber ihr Bestes und auch der Pickel kam zum Einsatz! Schneefelder wechselten sich mit Blockgelände ab und nach gut drei Stunden erreichten wir das Bivacco Gino Rainetto auf 3047m. Dort quatschte uns ein Deutscher an (Frank), ob wir noch weitergehen würden. Als wir bejahten, fragte er uns, ob er sich uns anschliessen dürfe – er versuchte schon weiterzugehen, sei aber im Schnee eingebrochen und darum wieder zum Biwak zurückgekehrt. Also setzten wir unseren Weg ab dort zu dritt fort. Ein einfacher Schneerücken führte uns die letzten 400 Höhenmeter auf den Petit Mont Blanc. Was für eine tolle Aussicht! Zur Linken die Aiguille des Echelettes (2983m) und darunter der Glacier de la Lex Blanche, zur rechten der 4809m hohe Mont Blanc mit all seinen Aiguilles und den Resten des Glacier du Miage. Wir verweilten recht lange auf dem Gipfel, ehe wir uns an den Abstieg machten – wieder mit dabei: Frank. Harald und ich nutzen die Schneefelder, um energiesparend bzw. rutschend die Höhenmeter zu bewältigen. Frank hatte die Technik zu Beginn nicht so drauf und es sah teilweise etwas unbeholfen aus. Zudem waren wir für ihn doch etwas zu schnell unterwegs und er kam ziemlich an sein Limit. Als wir die Schnee- und leichten Kletterpassagen hinter uns gelassen hatten, verabschiedeten wir uns von Frank. Wir wollten zügig gehen und für ihn war es ein zu grosser Stress, mit uns Schritt halten zu wollen. Während wir hinunterwanderten, beobachteten wir einen Adler, der über uns seine Kreise zog. In Anbetracht dessen kamen mir die Aasfresser in den Sinn, die in Südamerika über unseren Köpfen ihre Kreise zogen. Ich sagte zu Harald: „Die haben damals nur darauf gewartet, dass wir umfallen.“ Kaum hatte ich das Wort „umfallen“ ausgesprochen, sass ich schon auf dem Hintern. Autsch! Zum Glück gab es nur einen blauen Fleck! Danach ging es zügig zurück zum Auto. Nach 7h30min, 1900 Höhenmetern und 18.5 Kilometern erreichten wir müde, aber glücklich unseren VW-Bus. Die heisse Dusche am Abend war verdient! Manu

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