Donnerstag, 22. Oktober 2020

13. bis 15.10. - Nationalpark “Les Calanques” - Teil 1

Lange ist der letzte Post her, doch wir haben uns dazu entschieden, die Tage im Nationalpark "Les Calanques" zusammenzufassen, da wir nicht immer über gutes Internet verfügten. Daraus wird nun eine Serie von drei Posts werden. Have fun reading!

Serie "Les Calanques"

Anreise nach Cassis und Klettern im “Parc des Baumettes“

Nachdem wir am Montag schon einen Teil gefahren sind, waren es am Dienstag nur noch ca. 250km bis nach Marseille bzw. Cassis und dem Nationalpark „Les Calanques“. Dennoch wollten wir aber nicht schon am ersten Tag unsere Finger noch bis spät am Abend wund klettern, weswegen wir nur kurz in den „Parc des Baumettes“ gingen, um einmal vertraut mit dem Fels und den lokalen Bewertungen zu werden.

Fazit der ersten paar Routen: unsere sechsmonatige Kletterabstinenz (bis auf wenige Ausnahmen und Gratklettereien in Schwierigkeitsgraden jenseits vom Sportklettern) machte sich bemerkbar. Die Finger schmerzten schon nach wenigen Routen und vor allem die Ausdauerkraft in den Unterarmen fehlt für härtere Sportkletterrouten, die es hier aber zu Hauf geben würde. Irgendwie schade, aber wir starten mal wieder langsam 😉

Zudem wurden wir gleich mit einem Einheimischen hier bekannt gemacht. Also nicht so direkt wie man sich das vorstellen würde, niemand hat uns vorgestellt, aber der „Typ“ war immer anwesend und um uns herum. Manchmal schwieg er, manchmal pfiff er uns ein Lied um die Ohren. Man kennt ja den Passat-Wind oder die Bora, aber wer hat schon was vom Mistral gehört? Ich (Harald) bis jetzt noch nicht. Manu kannte diesen typischen Wind in Südfrankreich schon aus ihrer Zeit in Montpellier. Und wer jetzt meint, das sei so ein leichtes Lüftchen, der hat sich getäuscht. Kräftig, teils eiskalt, einfach unangenehm halt. Für die nächsten Tage ist also neben der Temperaturanzeige im Wetterbericht auch der Wind ganz wichtig!

Nach unserem Ausflug zum Klettern ging es weiter nach Cassis, einer kleinen Stadt östlich von Marseille, direkt am Meer. Dort haben wir uns einen schönen ruhigen Campingplatz gesucht und am Platz an sich einen Stellplatz fern ab von jeglichen anderen, um den Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Marseille ist ja leider einer der Hotspots in Frankreich zur Zeit und da wollen wir unsere Sozialkontakte auf jene mit der Dame beim Einchecken am Camping und die Leute im Supermarkt beschränken. Keine Lokale, kein Abendessen auswärts, nur Natur, Fels und unser Camping-Bus. Nachdem unser Platz ausgesucht war, schlenderten wir noch zum Hafen nach Cassis und flanierten dort etwas durch die leeren Gassen. Ein schönes Städtchen muss man sagen und zu normalen Zeiten sicher überlaufen mit Touristen, jetzt aber eher leer.

Harald

Der Hafen von Cassis

Noch ein schönes Städtchen am Meer.


Klettern am Port Miou: Sektor „Vallon“

Um etwas besser vertraut mit dem Fels zu werden, wollten wir zuerst hier einmal einen Sportklettersektor aufsuchen. Unsere Wahl fiel dabei auf den Sektor “Vallon” am Port Miou, ganz in der Nähe des Campingplatzes. Wir konnten also den Bus stehen lassen und radelten zum Port Miou. Von dort ging es dann zu Fuß noch etwa 10 Minuten weiter einem Pfad entlang, der eigentlich gesperrt war, wegen fallender Bäume und Steine. Einen Helm hatten wir jedenfalls dabei – sicherheitshalber.

Die Routen im Sektor waren dann recht schön und kaum speckig. Vor allem durch die Länge der Touren (teils an die 30 Meter) stellte der Sektor ein gutes Training dar. Auch waren wir etwas vom Wind geschützt. So schafften wir dann doch 8 Routen zu je fast 30 Meter, bevor unsere Finger aufgaben und schmerzten.

Zurück ging es dann noch am „U Express“ vorbei, dem lokalen Supermarkt hier, um das Abendessen zu besorgen. Komischer Laden muss man sagen. Etwas beengt und ein eigenartiges Schutzkonzept für die Kassierer: Frischhaltefolie rund um die Kassa gewickelt und fertig ist die „Plexiglasscheibe“.

Harald





Unser Spielplatz für diesen Tag: der Sektor Vallon.


Mountainbiketour: Roquefort – La Ciotat – Cap Canaille

Der Vortag hinterließ so seine Spuren an den Fingern und deshalb entschieden wir uns für eine Tour mit dem Mountainbike, um auch etwas von der Gegend zu sehen und ein paar Höhenmeter zu „fressen“. Manu fand eine Tour online, die wir machen wollten.

So stiegen wir nach dem Frühstück auf unsere Räder und traten in die Pedale. Zuerst ging es der Straße entlang nach Roquefort und von dort über ein paar „Cols“ (Pässe) weiter. Auf einem der Pässe wollten wir zuerst die Bikes anbinden und zu Fuß noch auf einen Gipfel gehen, doch die Straße war dann so flach, dass wir nochmals umkehrten und mit den Bikes fuhren. Das war auch gut so, denn die Straße ging noch ewig so weiter. Kurz vor dem Gipfel aber stellten wir dann die Bikes ab und liefen den Rest zu Fuß, da der Weg einfach nicht mehr fahrbar war. Am Gipfel angekommen, immerhin auf 564m über Meer, sah man ein wenig aufs Meer und auf La Ciotat sowie das Cap Canaille, worüber wir zurück nach Cassis mussten.

Wir gingen zurück zu den Bikes und setzten unsere Reise fort, immer entlang des Bergrückens weiter in Richtung La Ciotat. Dort unten angekommen haben wir uns noch fast verfahren, da wir an einer Baustelle falsch gefahren sind. Von La Ciotat geht dann eine Art Panoramastraße entlang des Cap Canaille zurück nach Cassis. Diese Straße wollten wir fahren, da sie die kürzeste und wohl auch schönste Verbindung zwischen La Ciotat und Cassis ist. Nur war diese Straße aber wegen des starken Windes gesperrt und der Schranken war zu. Unsere Bikes sind aber geländegängig, und so fand sich noch ein Weg um den Schranken herum.

Glücklich darüber, dass keine Autos fuhren, strampelten wir also bergauf, dem Cap Canaille entgegen. Der Wind wurde aber mit zunehmender Höhe immer stärker. Oben machten wir dann im Windschatten etwas Pause und aßen unsere Brote, bevor wir uns auf die Abfahrt nach Cassis freuten. Aus der Freude wurde aber nichts. Der Wind legte zu und es war durchaus gefährlich und erforderte noch volle Konzentration, das Bike überhaupt auf der Straße zu halten. Ich musste zwei Mal stehen bleiben, weil es mich fast vom Rad geblasen hat. Am Ende kamen wir aber dennoch gut auf der anderen Seite an, wo wieder die Schranke geschlossen war. Hier haben wir dann das Schild etwas genauer gelesen: 135 Euro Strafe bei nicht einhalten der Sperre … na gut hat uns keiner erwischt.

Zurück ging es dann recht zügig und schon bald waren wir am Campingplatz angelangt. 50 Kilometer und doch 1300 Höhenmeter waren es am Ende der Runde. Ganz schöne Leistung fürs „Flachland“.

Harald

Ein Wanderweg zum "Gipfel".

An diese Mini-Markierungen müssen wir uns erst gewöhnen. Teils kaum sichtbar, ca. 10-15cm lang und etwa 1,5-2cm breit.

Der Ausblick vom Gipfel in Richtung La Ciotat.

"Downhill" Erlebnis am Weg nach La Ciotat.


Irgendwo am Cap: Aussicht nach Cassis und in die Calanques.

Nur die Windjacken zeigen, dass es windig war. Am Foto sieht man den Wind ja so schlecht :-P

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