Donnerstag, 22. Oktober 2020

16. bis 18.10. - Nationalpark “Les Calanques” - Teil 2

Serie "Les Calanques"


Klettern in En Vau: Sektoren „Sirènes“ und „Grande Aiguille“

Heute wollten wir ´den´ Kletterspot der Calanques genauer unter die Lupe nehmen – schöne Buchten, Strände und Felsen, von denen man einen wunderschönen Ausblick auf das Meer haben sollte!

Gestartet sind wir mit unseren Bikes – es war uns immer etwas unsympathisch, unseren Camper auf irgendwelchen entlegenen Parkplätzen abzustellen. Von vor zwei Tagen wussten wir bereits, wohin wir fahren mussten. Vom Parkplatz aus gings diesmal aber weiter, einen breiten Schotterweg entlang. Bei einer Abzweigung entschieden wir uns für den „kürzeren“ Weg zu der Bucht „En Vau“, den wir als Bikeroute in einer Topo gefunden hatten. Für uns war es ein Rätsel, wie man dort je mit einem Bike hätte fahren sollen! Glattpolierte Felsen, Wurzeln, grosse Steine – für uns hiess es also, das Bike zu tragen oder zu schieben! So gings dann runter zu der Bucht „Port Pin“, wo wir unsere Bikes festmachten und dann zu Fuss weitergingen. Nach ca. 45min erreichten wir die Bucht „En Vau“, wobei wir noch auf dem Plateau standen und erst einmal runter zum Strand mussten. Laut Karte musste es einen Weg geben und so ging die Suche los. Nach einem ersten Verhauer war ich nicht mehr so glücklich, aber Harald fand dann doch noch den richtigen (und markierten) Weg und über teilweise glattpolierte Felsstufen ging es teils kraxelnd und teils rutschend zum Strand hinunter. Von dort aus konnten wir das gigantische Klettereldorado auf beiden Seiten der Schlucht ausmachen!

Für uns ging es noch circa 300 Meter rein in die Schlucht, ehe wir unsere westseitige Route namens „Moitié – Moitié“ ausmachen konnten. Die Route bestand aus vier Seillängen mit der maximalen Schwierigkeit von 5c – also Genussklettern pur! Und obwohl die Region dort anscheinend so beliebt sein soll, war der Fels grösstenteils griffig und die Route toll zum Klettern! Inklusive super Aussicht auf das Meer und die Bucht! Nach den vier Seillängen hiess er erst einmal, aufs Plateau aufzusteigen und dann den gleichen Weg wie schon einmal wieder runter zum Strand. Unsere Rucksäcke waren nämlich beim Routeneinstieg deponiert. Wir entschieden uns noch für eine zweite, kürzere Seillänge auf die Grande Aguille – auch hier wieder toller Fels und super Aussicht! Da diese Route direkt neben dem Wanderweg liegt, wurden wir mehrmals von anderen Wanderern beobachtet und teils auch fotografiert! Am Ende der drei Seillängen konnten wir uns einmal abseilen und dann ganz gemütlich zum Einstieg zurückmarschieren.

Anschliessend packten wir unsere Sachen zusammen – es war auch schon wieder 16 Uhr! – und über einen einfachen Wanderweg ging es zurück zu unseren Bikes. Ich weigerte mich, den gleichen Weg zurückzunehmen, wie wir gekommen sind und so nahmen wir einen kurzen Umweg in Kauf, dafür konnten wir durchgehend fahren und waren zeitlich gesehen um einiges schneller als bei der Hinfahrt! Nach einem kurzen Stopp im U-express, wo wir uns mit Essen eindeckten, ging es zurück zum Campingplatz – der nächste Tag wollte geplant und eine Partie Rummy gespielt werden!

Manu 

Ambiente unten in der Bucht von "En Vau".

Ausblicke beim Klettern. Fast überall Felsen mit Routen drinnen, dahinter das offene Meer.

Mal anders als in den Alpen. Irgendwie schön :-)


Auf das "Zipfi" sind wir dann geklettert.



Manu beim Abseilen.



Am Rückweg: das Cap Canaille wird langsam rötlich gefärbt, wenn die Sonne tiefer steht.

Die Bucht am Port Pin.


Klettern in Morgiou: Sektor „Shangri-La“

Nachdem am Vortag unser Kletterherz wieder höhergeschlagen hatte, wollten wir nun einen weiteren Sektor auskundschaften. Laut Meteo sollte es schön und warm und vor allem windstill sein – perfekte Bedingungen also! Aber es war Samstag und somit werden wir wohl nicht die einzigen in der Wand sein! Darum entschieden wir uns für einen Sportkletterspot, wo es viele Routen in unserem Schwierigkeitsgrad gibt und somit auch die Möglichkeit, anderen Klettern auszuweichen.

Diesmal war der Kletterspot zu weit entfernt, um mit dem Bike hinzufahren. Also fuhren wir mit unserem Büssli zur Universität Luminy, wo es einen grossen Parkplatz gibt, der auch rege genutzt wird! Von dort marschierten wir dann los – die Wanderkarte in der einen, der Kletterführer in der anderen Hand. An den Weggabelungen machten wir meistens kurz Halt, um uns zu orientieren. So kam dann ein netter Trailrunner-Franzose auf die Idee, uns zu helfen, den richtigen Weg zu finden, obwohl er auch keine Ahnung hatte, wohin wir eigentlich müssen. Aber der Weg 6a klingt doch gut!? Also los! Aber weit und breit kein Felsenbogen zu sehen, durch den wir eigentlich zu der Wand hätten kommen sollen! Also doch nicht 6a? Nochmals im Buch geblättert – der Weg 7 wars! Zurück zur Kreuzung, den Weg 7 entlang runter – und schon standen wir fast auf Meereshöhe! Das war zu weit! Also wieder zurück nach oben und irgendeine der Abzweigungen nehmen, die eigentlich gar keine ist! Wieder teilten und gabelten sich die Pfadspuren, aber immerhin fanden wir dann den Felsenbogen und somit auch die Wand, an der sich schon ein paar Kletterer austobten. Der linke und rechte Sektor war belegt, also nahmen wir den mittleren.

Die Sonne schien direkt in die Südwand, es war mit 18°C angenehm warm! Viel wärmer hätte es aber nicht sein dürfen, sonst wären wir noch aus der Wand gebruzzelt! Gemütlich starteten wir mit einer Route im 5ten Schwierigkeitsgrad, um uns an den Felsen zu gewöhnen. Der war super griffig und nur ganz selten geschmiert! Langsam steigerten wir die Schwierigkeiten bis zu den 6a-Routen, welche für mich nach so einer langen Kletterpause noch recht tricky waren. Vor allem die Fingerkraft lässt zu wünschen übrig! Und auch die Fingerkuppen halten nicht mehr so viel aus… Nach 10 Routen war dann Schluss. Es war ja auch schon späterer Nachmittag!

Zurück konnten wir übrigens dem Wandfuss entlanggehen und nach einer kurzen Kraxelei standen wir auf dem Weg 6a! Hätten wir uns also 20min Zustieg (bzw. Wegsuche) sparen können. Den Rückweg fanden wir dann ohne Probleme und nach 45min standen wir auch wieder beim Auto. Zurück gings nach Cassis, kochen, essen, chillen, schlafen!

Manu 

Keine Höhlenmalereien oder dergleichen, aber wieder Wegmarkierungen. Und da kennt sich einer aus? (PS: am Ende der Woche haben wir es auch verstanden)

Über der Bucht von Morgiou.

Teils ganz toller Fels wartete dort.

Der linke Teil des Sektors und der Bogen, unter dem wir durch mussten.


Bike and Hike: Quer durch die Calanques

Nach den zwei Klettertagen wollten unsere Finger geschont werden und wir entschieden uns für ein Bike und Hike durch die Calanques! Los gings vom Campingplatz mit unseren Bikes – Ziel war der Col de l´Oule. Der erste Teil des Weges kannten wir schon, der war auch okay zum Fahren, aber dann wurde es so typisch „südlich“ – mühsame Schotterwege mit grossen Steinen und kaum festem Untergrund. Da kommt man ganz schön ins Schwitzen, wenn man das Bike auf dem Weg halten will, vor allem, wenn es dann noch steil nach oben geht! Zum Glück wurde der Weg dann wieder besser und nach dem Col de la Gardiole wurde die Strasse auch wieder breiter und vor allem ging es abwärts! So weit, dass wir irgendwann mal anhielten und uns wunderten, wo denn dieser Col de l´Oule geblieben sei! Wieder einmal hatten wir den Weg verpasst und standen mitten im Vallon d´en Vau.

Aber es gab direkt in der Nähe einen Wanderweg, der zum Col de l´Ouie führte. Waren auch nur 100 Höhenmeter. So wanderten wir dann los, bis auf den Mont Puget (563m), der höchsten Erhebung in den Calanques, von welcher man einen guten Ausblick auf Marseille hat. Wir verweilten dort allerdings nur kurz, da unser Rundweg noch weiterführte. Ein steiler, fast alpiner Weg führte vom Mont Puget nordwestseitig runter – da wurden sogar die Hände gebraucht! Über den Col de la Candelle und den Col du Devenson ging es zurück zum Col de l´Ouie – die Höhenmeter mussten hart erkämpft werden. Viel Strecke, wenig Höhenmeter am Stück – ein ganz anderes Wandern als bei uns in den Alpen! Dafür mit wunderbaren Ausblicken auf die teils steilen Klippen und rauen Felsformationen – und natürlich dem Meer!

Wir waren dann aber schon froh, als wir nach gut 14.5km und 900hm wieder zurück bei den Bikes waren – immerhin mussten wir ja noch zurück nach Cassis fahren. Und da hiess es erst einmal, gut 200hm auf den Col de la Gardiole zurückzulegen und dann noch einige mehr bis zur Hauptstrasse draufzulegen, ehe es zügig nach Cassis abwärts ging! Nach fast 7 Stunden, 36.5km und 1500hm waren wir zurück beim Campingplatz! Keine schlechte Leistung für eine Region, deren höchste Erhebung 563m hat! Das Bier war somit verdient!

Manu

Typische Landschaft zum Wandern in den Calanques.

Viel Fels und Schotter.

Angekommen am Gipfel des Mont Puget mit Ausblick auf Marseille.

Da ging der Abstieg durch.




Immer wieder Ausblicke in die Buchten und auf die steilen Felsklippen.

Wer von den Kletterern sich fragt: ja, auch hier sind Routen gebohrt. Nur muss man sich bei den meisten Routen zuvor abseilen.


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