Montag, 8. August 2022

Tag 14: Pojenspitze (2.458m) und Bruneck

Eigentlich wollten wir ja schon abreisen und am Samstag gemütlich in die Heimat fahren, aber per Zufall ergab sich, dass wir gegen Mittag ein Treffen mit Lisa und Kurt in Bruneck ausmachen konnten. So überlegten wir uns halt doch noch etwas, was wir am Vormittag "schnell" machen konnten, wenn das Wetter mitspielt.

Da das Wetter am Samstag Morgen recht gut aussah und uns die Sonne begrüßte, starteten wir voller Zuversicht etwas früher in Richtung Herrenberg, von wo aus wir eine kurzweilige Wanderung auf den Pojenspitz herausgesucht hatten.

Nach einer Fahrt hoch bis zum Herrenberg parkten wir das Auto in einer Parkbucht und schnürten erneut die Wanderschuhe. Los ging es dann erstmals durch den Wald und das gefiel uns - ein schöner Weg, nach dem vielen Regen vom Vorabend trocken, und eine gute Steigung. Doch schon rasch änderte sich das und wir standen auf einer Wiese - im langen Gras. Also waren unsere Schuhe und Hosen bald wieder nass oder sagen wir feucht. Es ging nur kurze Zeit durchs Gras, bevor wir wieder im Wald auf schön steilen Wegen Höhe gewannen.

An der Gruberalm angekommen, genossen wir kurz die Aussicht auf den Schwarzenstein und den Großen Löffler, nur um festzustellen, dass die vorhandene Panoramaabbildung irgendwie falsch war und einen anderen Berg als den Großen Möseler auswies. Erheitert über diesen Fakt stapften wir dann rasch weiter, um zum Faden auf 2.136m zu kommen. Etwa dort verließen wir dann den Wald und kamen über die Waldgrenze raus auf - wie soll es anders sein - Blockgelände.

Diesem folgten wir dann hoch bis zum Obersteiner Holm, gingen aber nicht direkt zum Gipfel hoch, sondern bogen davor schon links ab direkt in Richtung Pojenspitz. Dort angekommen, trafen wir noch auf zwei andere Wanderer, die ebenso wie wir die dunklen Regenwolken sahen und schnell das Weite suchten. Wir machten ein paar Fotos, zogen uns um und verpackten sicherheitshalber unsere Rucksäcke schon einmal. 

So ging es dann flotten Schrittes abwärts, nur um kurz darauf stehen zu bleiben und endgültig auch die Goretex-Jacken anzuziehen - es regnete nun einfach wirklich. Nicht so glücklich darüber folgten wir dem Weg weiter in Richtung Obersteiner Holm und später zum Steiner Holm. Dort gelangten wir dann wieder in den Wald und unsere Goretex-Jacken wurden wieder verstaut. Es hatte aufgehört zu regnen.

Der Weg zurück zur Gruberalm verlief schön durch den Wald und hatte ein angenehmes Gefälle und so machten wir rasch die Höhenmeter abwärts. Als wir dann auf den bereits bekannten Weg trafen, mussten wir wieder die Jacken anziehen, es kam die nächste Front daher. Diese sah aber deutlich intensiver aus, weswegen wir einen Zahn zulegten und die letzten Meter zurück zum Auto schnell hinter uns brachten.

Dort angekommen, hatten wir gerade noch Zeit um uns kurz umzuziehen und die Schuhe zu wechseln, ehe es wirklich stark anfing zu regnen, aber das war uns dann schon egal.

Am Weg raus aus dem Ahrntal in Richtung Bruneck fuhren wir dann dem Regen davon bzw. der Sonne entgegen, denn über dem Pustertal war es noch schön und in den Dolomiten schien noch bestes Wanderwetter zu sein. In Bruneck trafen wir uns dann kurz mit Lisa und Kurt und plauderten etwas, bevor wir durch das Stadtzentrum schlenderten und beinahe von den Menschmassen erschlagen wurden. Somit beendeten wir den Kurzaufenthalt in Bruneck früher und verschoben die Suche nach einem Café auf später.

Nach einem Stopp beim Spar in Bruneck, der für unser leibliches Wohl sorgte, traten wir die Heimreise an, durch das Eisacktal zurück nach Meran und von dort über den Vinschgau in die Schweiz. Die Verkehrslage war gut und so kamen wir zügig voran und konnten schon am frühen Abend daheim auf der Couch das Feierabendbier genießen.

Harald

An der Gruberalm angekommen: im Hintergrund links der Schwarzenstein und rechts der Große Löffler.

Blick nach Bruneck und zu den Dolomiten. Links die Spitzen des Großen Windschar.

Ziel in Sicht.

Pojenspitze mit den Ahrntaler Bergen im Hintergreund.


Tag 13: Klockerkarkopf (2.912m) und Birnlückenhütte

Für Freitag war gegen Nachmittag Schlechtwetter angesagt, also starteten wir etwas früher. Zudem wollten wir nicht erneut in einem überfüllten Bus sitzen. So standen wir bereits um 06:30 Uhr auf und um 07:45 Uhr gingen wir auf den Bus. Und wir hatten gut mitgedacht, es waren hauptsächlich Berufstätige in dem Bus unterwegs. Wir fuhren bis nach Kasern, also ins hinterste Ahrntal. Von dort aus starteten wir unsere heutige Wanderung. Erst ging es in Richtung der Starklalm und anschliessend weiter zum Lausitzer Höhenweg. Bis dorthin waren schon einmal die ersten 900 Höhenmeter zurückzulegen - streng wars, da die Ober- und Unterschenkel ein wenig jammerten! Die restlichen 900 Höhenmeter des Tages waren dann gemütlicher bzw. besser verteilt!

Anschliessend ging es entlang des Höhenweges in Richtung der Dreiherrenspitze. Nun hiess es, nicht mehr Höhenmeter, sondern Distanz zurückzulegen! Es ging recht zügig vorwärts, mit ein paar Höhenmeter hinauf und wieder hinunter. Es ging an der Neugersdorfer Hütte vorbei, die schon lange nicht mehr bewirtet wird. Auf dem Höhenweg war Trittsicherheit gefragt, immer wieder gab es auch versicherte Passagen. Endlich erreichten wir die Pfaffenschneide und damit die Abzweigung zu unserem heutigen Gipfelziel - dem 2912m hohen Klockerkarkopf. Aber bevor wir den Gipfelerfolg feiern konnten, mussten wir noch über Blockgelände und ziemlich steile Wegspuren hinaufkraxeln. Harald legte ein rechtes Tempo vor und ich keuchte ihm nach! Dann, gegen 12:15 Uhr, erreichten wir den Gipfel. Wir genossen jedoch nur kurz die Aussicht und assen unsere Jausenbrote, da es hinter der Dreiherrenspitze und der Rötspitze bereits ziemlich dunkel wurde. Von den ganzen Gletschern (Krimmler Kees, Obersulzbachkees, Lahnerkees und wie sie alle heissen) sind nur noch einige klägliche Reste übrig! :-(

Wir stiegen wieder ab und setzten unseren Weg in Richtung Birnlückenhütte fort. Erst überlegten wir, über die Alp Luig direkt zur Lahneralm abzusteigen, aber wir entschieden uns dann dagegen und setzten den Höhenweg fort - bis wir die Birnlückenhütte erreichten. Die dunklen Wolken im Hintergrund hatten sich mittlerweile ein wenig verzogen, das Wetter machte wieder einen freundlicheren Eindruck. Nichtsdestotrotz stiegen wir zügig hinab - auf einem mühsamen breiten, gemachten Weg, der sich in Serpentinen ins Tal schlängelte. Wir waren zurück in der Zivilisation. Hatten wir zuvor nur vereinzelt Wanderer getroffen, waren wir jetzt mit der Masse unterwegs! Und je weiter wir in Richtung Kasern kamen, desto schlimmer wurde es!

Die Lahneralm liessen wir links liegen und wanderten bis zur Kehreralm vor. Dort gönnten wir uns eine Buchweizentorte und etwas Spritziges zu trinken. Die Kellnerin dort meinte, auf unsere Frage, wie lange wir nach Kasern bräuchten, dass es 5 Kilometer seien und gut in einer Stunde machbar sei. So peilten wir den 15:40 Uhr Bus an. Mit wenig Motivation legten wir die restlichen 5 Kilometer zurück - wir hatten ja bereits 18 Kilometer in den Füssen! Wir waren dann natürlich etwas schneller als die Stunde und mussten dementsprechend noch etwas warten. Und während des Wartens begann es zu tröpfeln. Zum Glück konnten wir dann bereits in den Bus steigen, bevor der Himmel seine Pforten öffnete! Das hatten wir mal wieder gut getimed!

In Luttach regnete es zum Glück noch nicht, so dass wir erst unsere Einkäufe erledigen und anschliessend noch unter die Dusche hüpfen konnten, bevor es dann doch noch zu regnen begann! Wir kochten Knödel und liessen den Abend bei einer gemütlichen Runde Rummy ausklingen!

Manu

Der Rauchkofel vom Vortag.


Noch ist das Wetter gut und lädt zum Wandern ein. Blick zur Dreiherrenspitze und der Rötspitze.

Steile Passagen sind hier mit Stiegen versehen worden.


Der Aufstieg im Blockgelände kann beginnen.


Links der Großvenediger. Großer Geiger, Simonyspitzen, Dreiherrenspitze.

Blick in die Nordwestflanke der Dreiherrenspitze. Auch hier wird sich das "Ewige Eis" bald verabschieden.

Wieder im Talboden bei der Lahner Alm angekommen.


Die Autobahn zurück nach Kasern.


Freitag, 5. August 2022

Tag 12: Rauchkofel (3.252m) und Sauwipfel (2.643m)

Das heutige Bergwetter versprach viel Sonnenschein. Und weil wir schon einmal hier waren, wollten wir nun doch noch eine Wanderung im hinteren Ahrntal machen, um von dort auf die Dreiherrenspitze und den Großvenediger zu schauen. 

Um 07 Uhr standen wir auf - wach wären wir schon früher gewesen, da der Hund vom Camper nebenan bereits im Morgengrauen jaulte... 

Um 08:15 Uhr fuhr unser Bus in Richtung Kasern. Als wir einstiegen, war der Bus bereits ziemlich voll - alles Wanderer, und die meisten davon 60+! Die restlichen paar Plätze waren dann schnell belegt und der Busfahrer bediente die folgenden Haltestellen gar nicht mehr. Es waren aber noch zwei Ersatzbusse unterwegs, die ebenfalls gut gefüllt waren. Wir waren jedoch (zum Glück) die einzigen, die in Prettau ausstiegen. Wir folgten dem Wanderweg 16b, der gemählich steigend einer Forststrasse entlangging. Aber nach gut 10 Minuten zweigte der Wanderweg ab und ging ziemlich steil durch den Wald hinauf! So legten wir die ersten 500 Höhenmeter erneut zügig hin und erreichten bereits nach einer Stunde die Waldner Alm. 

Diese liessen wir links liegen und wanderten weiter zum Waldner See. Unser Ziel, den Rauchkofel, konnten wir bereits ausmachen und dem Namen zu Ehren verdeckte ein kleiner Nebelschwaden (der einzige weit und breit) den Gipfelhang (Er löste sich aber bald darauf auf!). Der Wanderweg führte nun eben nach Osten, bis wir zu einer Abzweigung gelangten, nach der es erneut steil hinauf ging - bis wir den Lausitzer Höhenweg erreichten. Mit uns erreichte ein anderer Wanderer, von Kasern aus kommend, die Abzweigung. Bis zum Sattel neben dem Sauwipfel gingen wir noch voran, dann, als die Abzweigung zum Rauchkofel kam, machten wir kurz Pause und liessen den Wanderer vor. Beim Aufstieg überholten wir ihn wieder und irgendwann war er einfach weg - vermutlich hatte er umgedreht! Zu Beginn war der Weg recht gut zu gehen, aber je weiter wir uns dem Gipfel näherten, desto mehr mussten wir über Blöcke und Geröll steigen. Wir stiegen dann auch nicht in die Südwestflanke, wie markiert, sondern kletterten den Südgrat hinauf. Dies ist sicher lohnenswerter, als sich im Schutt der Flanke hochzuquälen! 

Es war auch nur der Übergang in den Grat etwas tricky, dann war es ziemlich einfach. Der Grat zog sich ziemlich weit und so erreichten wir erst nach 3h40min den Gipfel. Was für eine tolle Aussicht! Mit Ausnahme des Großglockners, der sich verhüllte, war die Fernsicht genial! Dreiherrenspitze, Ahrnerkopf, Rötspitze, Großvenediger und viele weitere 3000er konnten wir bestaunen. So dauerte unsere Gipfelrast auch gut 45min, ehe wir wieder dem Südgrat entlang zurück in den Sattel wanderten. 

Harald kam dann auf die Idee, noch den 2643m hohen Sauwipfel zu besteigen. Und ich wollte da natürlich mit! Zuerst ging es über recht loses Geröll hinauf, dann fanden wir einen gut griffigen Kamin und kurz unterhalb des Gipfels gabs noch eine kurze, ausgesetzte Steilstufe im zweiten Grad. Dann genossen wir kurz den zweiten Gipfelerfolg am heutigen Tag, ehe wir wieder abkletterten und dem Lausitzer Höhenweg zur Jochschneide und dem Hundskehljoch folgten. Von dort ging es dann zügigen Schrittes zurück zur Waldner Alm, welche wir gegen 16:15 Uhr erreichten. Wir stärkten uns mit Saft und Linzertorte und beschlossen, nach Kasern abzusteigen und den 17:40 Uhr Bus zu nehmen. Zwar wäre der Bus um 17:10 Uhr auch eine Option gewesen, aber wir wollten es etwas gemütlicher nehmen. So begannen wir gegen 16:40 Uhr den Abstieg und erreichten Kasern gut 40 Minuten später. Es warteten bereits weitere Wanderer auf den Bus und wir gesellten uns dazu. Die Uhr tickte unaufhörlich weiter und es wurde 17:30 Uhr, kein Bus. 17:40 Uhr, kein Bus. 17:50 Uhr, noch immer kein Bus. Ich war ziemlich genervt, waren meine Beine von den gut 20km und 1900 Höhenmetern müde. Dann, 18:00 Uhr - Bus kommt! Aber das war der 18:10 Uhr Bus! Mittlerweile hatten sich die wartenden Wanderer vervielfacht. Wir konnten dann in den Bus steigen und ergatterten zum Glück einen Sitzplatz - immerhin dauert die Fahrt gut 35min! 
Als alle Fahrgäste eingestiegen waren, war der Bus gedroschen voll. Wieder so voll, dass der Busfahrer weitere Haltestellen nicht bediente. Nunja, ich war auf jeden Fall froh, als wir um 18:45 Uhr zurück in Luttach waren, um noch schnell den Einkauf im Spar zu erledigen. 

Abendessen gab es dann im Restaurant und das Rummy konnte Harald für sich entscheiden! Und unsere Campernachbarn mit dem nervigen Hund waren zum Glück abgereist!

Manu

Unser Ziel





Der Blockgrat

Aussicht vom Feinsten


Kleinvenediger, Großvenediger, Großer Geiger, Simonyspitzen, Dreiherrenspitze (vlnr)

Blick zum Großen Löffler im Hintergrund



Also ich wars nicht ...




Tag 11: Großer Möseler (3.480m)

Nachdem wir ja am Vortag extra etwas Kleines gemacht haben (*hust hust*) waren wir am Mittwoch voller Tatendrang. Da die Tour auf den Großen Möseler im Wanderführer mit ca. 10h Gehzeit ausgewiesen ist, wollten wir früher starten.
Die Anreise mit dem ÖV fiel gleich weg, fährt der Bus doch nur bis Lappach, von wo weg es noch ein Stückchen Weg zum Neves Stausee ist. Wir packten also früh unsere sieben Sachen zusammen und fuhren dann selbst hoch bis zum See.

Vom Stausee ging es zuerst dem Weg 24 entlang nach oben zur Chemnitzer Hütte, welche wir nach gut einer Stunde Gehzeit erreichten und somit auch gleich die ersten 500hm geschafft hatten. Von der Hütte folgt man dann dem Neveser Höhenweg in Richtung Edelrauthütte, um aber schon nach kurzer Zeit die Autobahn zu verlassen und querfeldein loszumarschieren. Schon alleine der Höhenweg ist sehr lohnend, wandert man doch permanent unter den Gletschern von Turnerkamp, Möseler oder Weißzint hindurch.

Anfangs in leichtem Blockgelände hält man auf die Moräne zu um über den Steig, der sich darin gebildet hat, an Höhe zu gewinnen. Ab ca. 2800m weicht das Blockgelände einer riesigen Landschaft aus geschliffenem Granit. Auf diesen Platten wandert man dann eigentlich recht gemütlich hoch bis ca. 3200m, wo man dann die letzten Eisreste des Gletschers erreicht, welche aber komplett vom Schutt und Bruch bedeckt sind.

Ab dann startete der mühsame Teil. Der Weg hoch in die Scharte zwischen Kleinem und Großen Möseler ist ab dort ein einziger Bruchhaufen mit mal besserem und mal schlechteren Wegspuren. Während Manu versuchte im kleineren Schutt nach oben zu kommen, wo sich ein kleiner Weg gebildet hatte, vertraute ich auf mein Konzept der großen Blöcke. So konnte ich doch recht gut an Höhe gewinnen, während Manu rechts neben mit mitunter laut am Fluchen war. Wo dann der Steig ausgeprägter war kam auch ich dahin und ab dann war es bis zum Anfang des Grates schon fast ein Spaziergang.

Von der Scharte weg ging es dann in teils lustiger Kraxelei hoch zum Hauptgipfel, den wir nach gut 3:45h erreichten. Was für ein Ausblick! Gegen Norden hin war es wolkenlos und man sah bis zur Zugspitze und zum Wilden Kaiser. Die gesamte Kette der Zillertaler Alpen kann überblickt werden und der höchste Zillertaler, der Hochfeiler, liegt zum Greifen nahe gleich nebenan. Nur der traurige Anblick der Gletscher trübte die Freude. Wohl noch wenige Jahre wird es das Schlegeiskees geben, bevor sich die Betreiber des Speicherkraftwerks Schlegeis überlegen müssen, wie sie denn den See füllen. Das Waxeggkees ist so spaltig und bricht an mehreren Stellen fast auseinander. Die Gletscher südseitig vom Möseler und Turnerkamp sind ja sowieso nur noch Zierde und alle 10 Minuten donnern irgendwo Steine und Geröllblöcke so groß wie ein Kleinwagen ab. Schade, aber wir durften sie wenigstens noch bestaunen, also die Gletscher.

Nach gut einer Stunde Pause am Gipfel machten wir uns an den Abstieg. Der Weg runter ging dann um einiges leichter, da wir von oben besser die Spuren ausmachen konnten. So kamen wir recht zügig abwärts, mussten aber unten angekommen einmal die Schuhe ausleeren. Später überholten wir dann noch drei andere Wanderer, die wohl einfach nur bis zum Gletscher gingen.

Am Wanderweg angekommen gingen wir nach Westen weiter in Richtung Edelrauthütte. Dadurch konnten wir eine schöne Rundwanderung machen und uns auch die Gletscher des Weißzint anschauen. Was wir nicht so genau studiert hatten: den Gegenanstieg. Naja. Unsere Beine schafften auch diesen und beim Gletschersee unter dem Nevesjoch legten wir nochmals eine Pause ein und ließen die Gegend auf uns wirken.

Unter dem Muttennock vorbei ging es dann talwärts, immer dem reißenden Ursprungbach entlang. Dabei hat man einen tollen Blick zum Neves Stausee, der einem zu Füßen liegt. Im Nevesboden angekommen waren wir froh den Abstieg hinter uns zu haben und so gönnten wir uns auf der Untermaureralm einen Kuchen und ein Weizenbier, bevor wir die letzten Meter zurück zum Auto stiefelten. Am Ende des Tages waren es dann doch gut 1825hm und knapp 18.5km, die wir wanderten. Abendessen also verdient.

Harald




Turnerkamp

Blick zur Scharte

Reibungswanderei




Rechts das Turnerkamp. Unten des Waxeggkees.





Dienstag, 2. August 2022

Tag 10: Reisnock 2.663m

Für den heutigen Tag hatten wir eine Tour geplant, die erstens unsere Oberschenkel schonen sollte und zweitens im Notfall abgekürzt werden könnte, falls Gewitter aufziehen sollten. Zudem meldete der Wetterbericht dichte Wolken am Alpenhauptkamm, weswegen wir eine Tour etwas südlicher ausgesucht hatten. 

Tagwacht war bereits um 7 Uhr, da unser Bus nach Mühlwald um 08:15 Uhr fuhr. Der Himmel war noch immer etwas bewölkt, hatte es in der Nacht doch geregnet!

Kurz vor 9 Uhr konnten wir unsere Wanderung ab Mühlwald starten. Der Weg startete sofort direttissima nach oben - und steil ist keine Untertreibung! Die ersten 700 Höhenmeter legten wir in gut einer Stunde zurück - inklusive Himbeer-Naschpausen. Der Weg war zwar steil, so wie ich es mag, jedoch führte er meist durch hohes Gras, welches noch nass von der Nacht war - das war weniger angenehm! 

Kurz unterhalb der Knappalm war der steile Weg zu Ende und wir folgten erst einem Almweg, der sich nach unten schlängelte und anschliessend einem weiteren Wanderweg zur Eggemairalm. Dieser war total überwachsen und nur selten begangen. Für uns war es total mühsam, diesem Weg zu folgen, war das Gras auch wieder nass und unsere Schuhe mittlerweile durchfeuchtet. Zudem ging es hoch und runter und nicht einfach geradeaus, wie wir es eigentlich erwartet hatten. So waren wir froh, als wir endlich den breiten Almweg bei der Eggemairalm erreichten. Wir zogen unsere Schuhe aus, wrangen unsere Socken aus und setzten anschliessend unsere Wanderung zur Oberen Obergasseralm fort. (Btw, es gibt neben der Oberen Obergasseralm auch eine Untere Obergasseralm und eine Obere Untergasseralm...soll da noch jemand den Überblick behalten!)

Auf jeden Fall wurde ich bei der Oberen Obergasseralm fast von einem Berner Sennenhund angefallen - was für ein aggressives Tier! Ich habe dann mal schnell den Rückzug angetreten und habe einen grossen Bogen um die Alm gemacht! 

Beim nächsten Wegweiser beschlossen wir, nicht übers Kleine Tor aufzusteigen, sondern den schnelleren Weg über das Grosse Tor zu nehmen - hatte es doch mittlerweile viele dunkle Wolken über uns!

Kurze Zeit später erreichten wir den Grat und somit auch das Grosse Tor. Dort mussten wir dann erst einmal eine Kuh auf die richtige Seite ihres Zaunes lotsen, ehe wir zügigen Schrittes in Richtung Reisnock über den Westgrat wanderten. Schnell waren wir allemal, nach gut 20 Minuten hatten wir den 2663m hohen Gipfel erreicht. Nach einem schnellen Gipfelfoto machten wir uns auch sogleich an den Abstieg - diesmal entlang des Ostgrats. 

Zurück beim Grossen Tor beschlossen wir spontan, dem Grat entlang zum Kleinen Tor zu wandern. Das Wetter sah mittlerweile doch recht stabil aus bzw. klarte es immer mehr auf! Nach der kurzen, teils ausgesetzten Gratpassage, erreichten wie das Kleine Tor und gönnten uns dort unsere Jausenbrote. 

Zurück ging es dann über die Obere Obergasseralm, der Hund war zum Glück nicht da. Über die Untere Obergasseralm ging es wieder sehr steil zurück nach Mühlwald. Die letzten 45 Minuten drückten wir dann noch auf die Tube, da wir gerne den Bus um 14:40 Uhr erwischen wollten und dies auch geschafft haben :-)

So fuhren wir nach Sand in Taufers, wo wir uns in einer Konditorei mit Holundersaft und Buchweizentorte stärkten, ehe es zurück zum Stellplatz ging, wo wir unsere Beine bei heissen Temperaturen und einem Rummy hochlagerten - sind es nun doch wieder 16km und 1750hm geworden!

Manu

Nach dem ersten steilen Stück. Im hinteren Ahrntal ist es schon wieder mehr bewölkt.

Rechts unser Ziel: der Reisnock.

Blick zum Nevesstausee und dem Großen Möseler in den Wolken.

Wegkreuz am Großen Tor - ein Pass.

Am Reisnock angekommen. Die Wolken drücken rein.

Im Abstieg über den Grat. Hinten schauts nach Regen aus.

Am Pausenplatz: das Wetter wird wieder besser. Blick zu den Hornspitzen und dem Schwarzenstein rechts in den Wolken.


17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...