Nachdem wir ja am Vortag extra etwas Kleines gemacht haben (*hust hust*) waren wir am Mittwoch voller Tatendrang. Da die Tour auf den Großen Möseler im Wanderführer mit ca. 10h Gehzeit ausgewiesen ist, wollten wir früher starten.
Die Anreise mit dem ÖV fiel gleich weg, fährt der Bus doch nur bis Lappach, von wo weg es noch ein Stückchen Weg zum Neves Stausee ist. Wir packten also früh unsere sieben Sachen zusammen und fuhren dann selbst hoch bis zum See.
Vom Stausee ging es zuerst dem Weg 24 entlang nach oben zur Chemnitzer Hütte, welche wir nach gut einer Stunde Gehzeit erreichten und somit auch gleich die ersten 500hm geschafft hatten. Von der Hütte folgt man dann dem Neveser Höhenweg in Richtung Edelrauthütte, um aber schon nach kurzer Zeit die Autobahn zu verlassen und querfeldein loszumarschieren. Schon alleine der Höhenweg ist sehr lohnend, wandert man doch permanent unter den Gletschern von Turnerkamp, Möseler oder Weißzint hindurch.
Anfangs in leichtem Blockgelände hält man auf die Moräne zu um über den Steig, der sich darin gebildet hat, an Höhe zu gewinnen. Ab ca. 2800m weicht das Blockgelände einer riesigen Landschaft aus geschliffenem Granit. Auf diesen Platten wandert man dann eigentlich recht gemütlich hoch bis ca. 3200m, wo man dann die letzten Eisreste des Gletschers erreicht, welche aber komplett vom Schutt und Bruch bedeckt sind.
Ab dann startete der mühsame Teil. Der Weg hoch in die Scharte zwischen Kleinem und Großen Möseler ist ab dort ein einziger Bruchhaufen mit mal besserem und mal schlechteren Wegspuren. Während Manu versuchte im kleineren Schutt nach oben zu kommen, wo sich ein kleiner Weg gebildet hatte, vertraute ich auf mein Konzept der großen Blöcke. So konnte ich doch recht gut an Höhe gewinnen, während Manu rechts neben mit mitunter laut am Fluchen war. Wo dann der Steig ausgeprägter war kam auch ich dahin und ab dann war es bis zum Anfang des Grates schon fast ein Spaziergang.
Von der Scharte weg ging es dann in teils lustiger Kraxelei hoch zum Hauptgipfel, den wir nach gut 3:45h erreichten. Was für ein Ausblick! Gegen Norden hin war es wolkenlos und man sah bis zur Zugspitze und zum Wilden Kaiser. Die gesamte Kette der Zillertaler Alpen kann überblickt werden und der höchste Zillertaler, der Hochfeiler, liegt zum Greifen nahe gleich nebenan. Nur der traurige Anblick der Gletscher trübte die Freude. Wohl noch wenige Jahre wird es das Schlegeiskees geben, bevor sich die Betreiber des Speicherkraftwerks Schlegeis überlegen müssen, wie sie denn den See füllen. Das Waxeggkees ist so spaltig und bricht an mehreren Stellen fast auseinander. Die Gletscher südseitig vom Möseler und Turnerkamp sind ja sowieso nur noch Zierde und alle 10 Minuten donnern irgendwo Steine und Geröllblöcke so groß wie ein Kleinwagen ab. Schade, aber wir durften sie wenigstens noch bestaunen, also die Gletscher.
Nach gut einer Stunde Pause am Gipfel machten wir uns an den Abstieg. Der Weg runter ging dann um einiges leichter, da wir von oben besser die Spuren ausmachen konnten. So kamen wir recht zügig abwärts, mussten aber unten angekommen einmal die Schuhe ausleeren. Später überholten wir dann noch drei andere Wanderer, die wohl einfach nur bis zum Gletscher gingen.
Am Wanderweg angekommen gingen wir nach Westen weiter in Richtung Edelrauthütte. Dadurch konnten wir eine schöne Rundwanderung machen und uns auch die Gletscher des Weißzint anschauen. Was wir nicht so genau studiert hatten: den Gegenanstieg. Naja. Unsere Beine schafften auch diesen und beim Gletschersee unter dem Nevesjoch legten wir nochmals eine Pause ein und ließen die Gegend auf uns wirken.
Unter dem Muttennock vorbei ging es dann talwärts, immer dem reißenden Ursprungbach entlang. Dabei hat man einen tollen Blick zum Neves Stausee, der einem zu Füßen liegt. Im Nevesboden angekommen waren wir froh den Abstieg hinter uns zu haben und so gönnten wir uns auf der Untermaureralm einen Kuchen und ein Weizenbier, bevor wir die letzten Meter zurück zum Auto stiefelten. Am Ende des Tages waren es dann doch gut 1825hm und knapp 18.5km, die wir wanderten. Abendessen also verdient.
Harald



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| Turnerkamp |
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| Blick zur Scharte |
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| Reibungswanderei |
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| Rechts das Turnerkamp. Unten des Waxeggkees. |
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