Müde waren die Beine vom Vortag, oder eigentlich den Vortagen. Aber das Wetter war einfach zu schön, um nur was Kleines zu machen.
Der Plan: mit den Bikes zuerst ab nach Grindelwald, um von dort dann auf die Grosse Scheidegg zu fahrn auf ca. 1968m. Von dort dann etwas runter zur Alp Grindel (Oberläger), wo der Weg zum Schwarzhorn (ca. 2.928m) losgeht. Über den blau-weiß markierten Weg dann zum Gipfel und STAUNEN! Am Ende des Tages also wieder ein gutes Stück Arbeit mit ca. 2100Hm und x Kilometern.
Wie schon am Vortag gings zuerst in die Kälte. Im Schatten wars noch recht zapfig am Weg nach unten. Doch bald gings bergauf in Richtung Scheidegg.
Im Schatten wird geradelt, aber der Eiger hat Sonne über den Mittellegigrat.
Am Weg rauf kamen so manche "Postis" vorbei. Die Straße darf nur als Anrainer oder eben von Postbussen befahren werden. Letztere hupten teils so nahe bei uns, dass wir ein taubes Ohr hatten.
Weiter oben am Pass steht man unter der Nordwand des Wetterhorns - der Haslitaler Jungfrau. Dort schlägt das Herz des Kletterers höher. 35 Seillängen im Grat 7b+ ziehen dort zum Gipfel nach oben. Allen Respekt wer das schafft!
Am Pass angekommen haben wir Sonne und sehen unser Ziel: das Schwarzhorn hinten rechts. Eben "schwarz"
In knapp 2h waren wir dann oben. Für die 1000Hm und die Anstrengungen der Vortage nicht schlecht. Von der Scheidegg radeln wir etwas ab zur Alp Grindel, von wo dann der Wanderweg losgeht. Wir lassen die Bikes und Bikehosen zurück, füllen unsere Trinkblasen und stapfen ganz gemütlich los. Nochmals 1000Hm warten auf uns bis zum Gipfel, doch die kurzweilige Aussicht und der Fakt, dass es wenig Strecke und eben fast nur Höhenmeter sind, lassen uns 1:40h später am Gipfel stehen. Was für ein Panorama!
Schon bekannt, aber dennoch genial. Links das Rosenegg, Mittelhorn und Wetterhorn. Danach Lauteraarhorn und Schreckhorn. Rechts daneben Finsteraarhorn (der höchste Gipfel der Berner) mit den Fiescher Hörnern.
Die Aussicht reicht noch viel weiter. Am Panoramafoto sieht man deutlich mehr. Titlis, Sustengebiet. Den Dammastock und Galenstock. Die ganzen Berner Alpen bis hin zu Gspaltenhorn und der Blüemlisalp Kette. Ganz rechts sogar noch Wildstrubel und Wildhorn. Wahnsinn!
Diese Aussicht lässt man sich bei einer Jause auf der Zunge zergehen!
Doch auch die andere Seite ist nicht unhübsch. Sicht auf Pilatus und Rigi und den Seen: Sarnensee, Vierwaldstätter, Zuger, ...
Lange plaudern wir am Gipfel mit einem einheimischen Bergfex, bevor wir uns an den Abstieg machen, wohlwissend, dass diese Aussicht jetzt ein Ende hat ...
Denn es war die Abschiedstour in Grindelwald. Mit schlechtem Wetter am Samstag kommt eine längere unbeständigere Phase im Berner Oberland. Der anfängliche Plan direkt nach Kandersteg zu fahren wird verschoben. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Wir kommen, wenn das Wetter passt, wieder zurück. Dann aber durch den Autoverlad Lötschberg.
Ausklang bei einem schönen Essen direkt unter der Eiger Nordwand. Lokales Bier und gute Verköstigung!
Grindelwald Aspen ist sehr zu empfehlen. Schön höhergelegener Ortsteil mit Ausblicken.
Abendstimmung. Unten Grindelwald. Links Wetterhorn. Rechts Schreckhorn.
Photobomb?
Für uns gehts nun ins Wallis, die Sonnenstube der Schweiz. Dort gibt es vieles zu erkunden, was genau, wird man sehen ...
Cheerio,
MaHa
PS: Fun Fact am Ende ...
Auf der Fahrt über den Grimsel kamen wir nach Innertkirchen durch einen Tunnel bzw. eine Überbauung durch. Kurz danach war eine Einfahrt in einen Feldweg. Dort stand ein Auto geparkt, leer. Keiner drinnen. Oder sollte man sagen KEINE? Alle vier Insassen (zwei männlich, zwei weiblich) haben dort gleichzeitig ihre Blase entleert. Was bei den Männern halbwegs normal aussah, wirkte bei den Damen etwas verstörend, wenn man aus dem dunklen Tunnel kommt und zwei nackte "Frauenunterregionen" sieht, die einem entgegen gestreckt werden. Die mussten wohl alle sehr dringend, wenn man ohne Scham zwei Meter neben der viel befahrenen Straße pinkelt
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