Sonntag, 31. Juli 2022

Tag 8: Große Windscharspitze 3.041m

Angekündigt war eigentlich besseres Wetter, vor allem wieder gegen Süden hin. Also fuhren wir etwas talauswärts nach Mühlbach um von dort in den Naturpark Rieserferner zu gehen und dort die Große Windscharspitze zu besteigen.

Nachdem es anfangs eine Alpstraße ins Tal gibt, die bis ca. 2000m rauf befahrbar ist, starteten wir am Parkplatz mit den Mountainbikes in Richtung Oberwanger Alm. Schon nur bis zur Huberalm war eine Stunde Gehzeit angeschrieben und weiter zur nächsten Alm fast nochmal so viel. Manu hatte zwar am Weg rauf zu kämpfen und keine große Freude, aber am Weg runter sparten wir uns 4.3km und 400hm zu Fuß.

Am Ende der Fahrstraße angelangt stellten wir auf Wanderbetrieb um und stapften los. Recht steil ging es dann zuerst noch über Grashänge, später über Geröllhalden mit einem guten Weg, hoch zur Grubscharte auf 2802m. Dort pfiff uns der kalte Wind um die Ohren und die Wolken hingen tief.

Bewaffnet mit den Jacken und Kapuzen ging es dann dem felsigen Grat entlang teils in Kraxelei in Richtung Senke, bevor der eigentliche Gipfelaufbau beginnt. Manu war dort gar nicht happy, hatte sie doch kalte Hände und ihr Schal verfing sich im Reisverschluss. Keine gute Kombi.

Nachdem der Schal befreit war und Manu ihre Hände wieder wärmen konnte ging es die letzten Meter die steile Ostwand hoch. Am Gipfel sahen wir dann, dass wir nichts sahen. Leider standen wir im Nebel bzw. den Wolken. Die Schicht schloss ziemlich genau auf 3.000m ab. Somit sahen wir nichts vom Hauptkamm, kein Blick in die Rieserferner Gruppe zum Magerstein oder Schneebigen Nock. Nur gegen Süden sah man wieder die Dolomiten. Wenigstens etwas.

Wir zogen uns um und aßen unsere Jause um dann schon bald wieder den Abstieg anzutreten. Leider wieder über den gleichen Weg zurück. In der Scharte angekommen mussten wir uns der Jacken entledigen, gingen wir nun doch im Windschatten und die Sonne drückte teils.

An der Straße wechselten wir wieder auf Bikebetrieb und kamen so zügig in knapp 15min zurück zum Auto - anstatt angeschriebenen 1:40h. Hat sich also ausgezahlt.

Am Camping gab es dann erstmals Tee und Kuchen in der Sonne, während mich Manu beim Rummy abzockte. Nun hoffen wir darauf dass morgen das Wetter besser mitspielt bzw. der Wetterbericht nun endlich besser übereinstimmt. Dann können wir auch mal was von der Bergwelt sehen im Ahrntal.

Harald

Die Huber Alm. Oben Wolken :-P

Happy sieht anders aus.

Da hofften wir darauf, dass es aufklart.

Blick zu den Dolomitengipfeln.

Gipfel in Sicht.

Soviel zum Thema Sicht.

Im Abstieg zurück.

Blick Richtung Rieserferner Gruppe. Sehen tut man nur wenig davon.


Tag 7: Überschreitung Gornerberg - Henne - Zinsnock

 Am Zillertaler Hauptkamm waren mehr Wolken angesagt als weiter im Süden. Also entschlossen wir uns nach Weißenbach zu fahren. Das kleine Dörfchen kannten wir schon vom Winter von einer Skitour auf den Wintergipfel des Zinsnock.


Morgens war es recht schön und Manu fühlte sich besser bzw. gut genug für eine Wanderung, so starteten wir dann um etwa halb zehn auf unsere Tour. Über die Mittelberger Almen ging es hoch auf den Grat, der vom Speikkogel her in Richtung Alpenhauptkamm führt. Dort war das Wetter recht schlecht. Es sah aus als würde es gleich regnen und im hinteren Ahrntal tat es dies auch schon.

Wir blieben optimistisch und stapften langsam weiter ins Mühlwalder Jöchl. Am Grat angekommen bekamen wir eine kühle Brise Wind ab, die von Norden her zog. Eingepackt in unsere Goretex Jacken ging es aber weiter zum Gornerberg auf ca 2.474m. Die Rundumsicht von dort ist wirklich sehr schön. Man sah halt nicht so viel vom Zillertaler Grenzkamm, aber zu den Dolomiten sah man gut.

Der Weg führte uns dann auf die Henne, unseren höchsten Gipfel des Tages mit 2.475m. Dort genossen wir im Windschatten in der Sonne unsere Jause. Also ich mein Brot mit Wurst und Käse, Manu ihr leeres Brot. Ihr Appetit lies noch immer zu wünschen übrig und sie wollte den Magen nicht zu sehr fordern.

Nach der Rast entschlossen wir uns nicht den ersten Weg zurück ins Tal zu nehmen, sondern nach dem Gorner Joch weiter in Richtung Zinsnock zu gehen. Wir wollten den Gipfel einmal bei Sonne sehen und nachschauen, wo wir da im Winter im White-Out überhaupt rauf sind. Am Sommergipfel legten wir nicht lange Halt ein sondern gingen direkt weiter zum Wintergipfel mit Kreuz. So sieht das also aus. Man hätte eine wunderschöne Fernsicht. Im Norden der Große Möseler, im Süden die Dolomiten, im Osten das Ahrntal mit der Dreiherrenspitze am Ende.

Weiter ins Schartl und unter dem Ringelstein querend fanden wir den Weg ins Lappacher Joch, von wo aus wir den Rückweg ins Tal antraten. Lange war dann der Weg runter, sind wir letzten Endes doch gut 1450hm raufgewandert. Um etwa 16 Uhr kamen wir wieder beim Auto an und fuhren nach Luttach zum Camping.

Nach dem Einkauf gab es dann einen Apero im Freien, der aber von einem kurzen Regenspritzer unterbrochen wurde. Wir fuhren die Markise aus und beendeten das Spiel. Als es dann aber richtig anfing zu schütten suchten wir Zuflucht im Bus, und so kochten und genossen wir unsere Abendessen halt drinnen.

Harald

Rechts würde man das/den Turnerkamp sehen.

Es  lockert wieder etwas auf. Aber windig wirds.

Am Mühlwalder Jöchl angekommen.

Der höchste Punkt des Gorner Berges.


Die Henne. Links hinten würde man den Weißzint sowie den Großen Möseler sehen.


Direkt über Manu der Niedere und Hohe Weißzint. Rechts, noch in den Wolken, der Große Möseler.

Blick ins hintere Ahrntal mit dem Gletscher der Dreiherrenspitze. Rechts der Große Moosstock, Hans Kammerlanders Hausberg über Ahornach, den wir 2017 im Herbst erklommen haben.


Tag 5 & 6: "Ruhetag" und Kurzausflug

Donnerstag

Nachdem mein Kreislauf nach unserer Hochtour komplett zusammengebrochen war und die Übelkeit, die seit der Nacht von Sonntag auf Montag mein ständiger Begleiter war, eine neue Heftigkeit entwickelte, gestaltete sich unser Donnerstag anders als gedacht. Geplant wäre der Klettersteig auf die Tschenglser Hochwand gewesen, doch in der Früh konnte ich mich kaum rühren. Also packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren nach Prad am Stilfserjoch, wo ich einen Arzt konsultierte. Dieser wollte mir sogleich eine Infusion legen, dem ich auch zustimmte, da ich zu dem Zeitpunkt relativ viel in Kauf genommen hätte, damit meine Übelkeit verschwindet. Nachdem der Arzt jedoch dreimal danebengestochen hat, wurde es selbst mir zu bunt und wir einigten uns auf Medikamente.

Nach dem weniger erfolgreichen Arztbesuch ging es in ein Café, da Harald hungrig war - immerhin hatten wir aufs Frühstück verzichtet. Im Anschluss an den Einkauf, bei dem ich erst mithelfen wollte, dann aber in der Horizontalen im Auto verbrachte, fuhren wir direkt in Prad auf einen Campingplatz, wo ich mich für gut 1.5h hinlegte. Anschliessend schleppte ich mich mehr schlecht als recht durch den Tag. Immerhin konnte ich unsere Hängematte mal wieder ausprobieren, während Harald schaltete und waltete und sich um unser leibliches Wohl kümmerte, was mein Magen leider nicht zu schätzen wusste. Nur zu froh war ich, als ich wieder in den Schlafsack kriechen konnte, um diesen Tag so schnell wie möglich abzuhaken.

Freitag

Ursprünglich sollte heute unser Pausentag werden, da der Wetterbericht den ganzen Tag gewittrige Schauer angesagt hatte. In der Früh war der Himmel jedoch wolkenlos! Ich brauchte etwas, um in den Tag zu starten. Ich fühlte mich zum Glück etwas besser als am Vortag, darum beschlossen wir, eine kleine Wanderung zu machen, bevor wir dann zu unserem nächsten Stellplatz, nach Luttach im Ahrntal, fahren.

Wir fanden eine Wandermöglichkeit von Tanas aus, die uns ansprechend erschien. Doch bereits der Weg dorthin war eine Challenge - zuerst wollte uns das Navi eine Strasse entlang schicken, welche ein Fahrverbot enthielt. Wir mussten einen Umweg von 15 Minuten in Kauf nehmen. Dann blockierte eine Baustelle die Strasse - wir durften aber durchfahren. Und schlussendlich die Suche nach einer Parkmöglichkeit... bis wir also zum Wandern kamen, war es bereits kurz vor 11 Uhr. Für uns ein ziemlich später Start. Wir wanderten gemütlich auf die 2410m hohe Köpflplatte - der Himmel hatte sich mittlerweile zugezogen und Richtung Schweiz gingen bereits die ersten Regenstreifen nieder. Darum machten wir uns sogleich auf den Rückweg - es sollte ja auch eine Rundwanderung werden und wir hatten noch einige Kilometer vor uns!

Gegen 14 Uhr waren wir zurück beim Auto und machten uns auf den Weg nach Luttach im Ahrntal. Kurze Zeit später öffnete der Himmel seine Pforten und wir waren froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Um 17 Uhr erreichten wir Luttach und sind nun gespannt, was die nächsten Tage so bringen.
Ich hoffe an erster Stelle auf Gesundheit und dann wäre stabiles Wetter auch ganz nach unserem Geschmack :-)

Manu

Blick zur Tschengelser Hochwand und zum Pederfick


Und sie läuft und läuft ... wieder




Mittwoch, 27. Juli 2022

Tag 4: Überschreitung Suldenspitze - Eisseespitze

 Unsere Idee vom Vortag wollten wir jetzt in die Tat umsetzen. Und so radelten wir um 8 Uhr los zur Talstation der Bahn. Von dort ging es um 8:30 Uhr mühelos rauf auf ca. 2600m, von wo aus wir die Tour starteten. Mit uns gingen auch zwei Bergführer mit Gästen los, also waren wir notfalls nicht alleine im Gletscher.


Schon nach wenigen hundert Metern zogen wir an den anderen vorbei, sind wir doch jetzt schon gut akklimatisiert. Zuerst einem Pfad, später ein paar Steinmännchen folgend ging es zum Sulden Ferner, den wir auf ca 2800m betraten. Wir seilten uns rasch an und dann zog Manu los auf der Suche nach einem günstigen Weg hoch.

Den ersten Aufschwung nahmen wir direkt, da die Spaltenzone danach gut sichtbar und aper war. So konnten wir dort gut ins nächste Becken gehen. Einer sehr langen Längsspalte folgten wir dann etwas steiler nach oben, um an deren oberem Ende über die noch vorhandenen Brücken zu queren und danach wieder gutes Terrain zu erreichen. Ab ca. 3100m war der Gletscher dann meist noch firnbedeckt und man sah die alten Spuren. Die Suche hatte also ein Ende.

Schon bald standen wir dann in der Janinger Scharte zwischen Schrotterhorn (3.386m) und der Suldenspitze (3.376m). Da wir so nah waren, gingen wir noch zum Mittelgipfel des Schrotterhorns auf ca. 3.370m bevor wir den Schlussanstieg zur Suldenspitze machten.

Dort angekommen hatten wir gerade Glück und die Wolken lockerten sich etwas. Wir machten ein paar Fotos und stiegen dann in Richtung Casati Hütte ab. Doch schon nach wenigen hundert Metern querten wir direkt auf den Langenferner zu, da dieser auch aper ist und wir somit unsere Route gut einsehen konnten. Am Gletscher seilten wir dann wieder an, gingen aber kurz, da alles komplett blank war und jede Spalte sichtbar.

Im Abstieg zum Eisseepass sahen wir dann Dinge, die vor gut 100 Jahren dort hochgebracht wurden. Geschichtlich gesehen ist es ein Horror was hier geschah, als sich im Ersten Weltkrieg Italiener und Österreicher dort oben an der Front gegenüberstanden und erbittert kämpfen mussten. Im Winter kämpften sie mehr ums Überleben wegs des vielen Schnees und der Kälte, die Stellungen mussten gehalten werden. So kann man diesen armen Leuten von damals keinen Vorwurf machen, wie viel Müll sie hinterlassen haben. Heutzutage, wenn der Gletscher so aper ist wie jetzt, kommt vieles wieder hervor. Dort liegen wohl einige Tonnen Müll herum. Blechbüchsen. Kabel. Stacheldraht. Holz. ....

Wir stiegen vom Gletscher aus und entledigten uns unserer Steigeisen, nur um sie kurz darauf wieder anziehen zu müssen, denn ein letztes Eisfeld unter dem Pass hält sich noch tapfer und ohne Eisen zu queren ging einfach nicht. Vorbei an den Resten der Halleschen Hütte steuerten wir den Eisseepass an und stiegen dann dem Rücken entlang auf zur Eisseespitze, die wir bis jetzt nur vom Winter kannten, wo sie aber jeweils ihrem Namen alle Ehre machte.

Wir legten eine Rast ein und genossen die Aussicht, denn das Wetter war gerade recht gut. Der Blick ins Martelltal zu den Gletschern ließ uns nicht kalt. Fast nichts mehr da davon :-(

Nach der Pause ging es dann zurück über den Stecknerweg zur Bahnstation. Der Weg ist sogar teils versichert, da er doch ausgesetzt ist. An der Bahn angekommen konnten wir nach ca 1000hm doch stolz auf unsere Tour sein.

Wir freuten uns dann auf die Fahrt ins Tal und sausten mit den Bikes zurück zum Camping. Da hätte Manu noch fast ein alter Rentner über den Haufen gefahren, da er ohne zu schauen auf die Straße bog. Zum Glück sah Manu das früh genug und fuhr gleich mal auf die andere Straßenseite.

Nach dem Auftrocknen des Materials gabs wie immer ein paar Runden Rummy vor dem Abendessen, aber im Bus, da das Wetter nicht mehr so beständig war.

Harald

Am Suldenferner. Die Bäche flossen.


Endlich gequert und im Firn.



Kurz vor der Janinger Scharte.

Blick zur Suldenspitze.

Schrotterhorn Hauptgipfel (ein Bruchhaufen) und die Kreilspitze (schattig) dahinter.

Juhee. Am Gipfel. Und die Königsspitze zeigt sich.

Casati mit Langenferner und Zufallspitzen sowie Cevedale dahinter.

Es tut weh - in doppelter Hinsicht :-(

Keine Steine: Dosen



Blick zurück zur Aufstiegsroute quer durch den Gletscher.

Eisseespitze mal in "kurzen Hosen" und ohne Daunenjacke.

Gleich geschafft: Blick zurück


Tag 3: "Ruhetag" am Gletscherpfad

Angesagt war für heute eigentlich Regen am Morgen, also stellten wir auch keinen Wecker und uns eigentlich auf einen lockeren Tag ein. Nachdem aber schon ab 5:30 die Sonne schien, standen wir dann doch bald auf, um den Tag zu genießen. Nach dem Frühstück ging es heute wieder leicht, aber mit Goretex Sachen bewaffnet (sicher ist sicher), los in Richtung Wurzelweg zur Hintergrat Hütte.

Diesen Weg kennen wir schon. Vor gut 5 Jahren gingen wir ihn auch, aber "voll bewaffnet", um tags darauf den Hintergrat auf den Ortler zu klettern. Heute ging das Steigen deutlich einfacher, auch weil wohl die Anspannung vor der Tour fehlte. So konnten wir etwas in Erinnerungen schwelgen am Weg nach oben.

Das Wetter war anfangs recht ok. Zwar bewölkt, aber trocken. So entschieden wir uns an der Hintergrat Hütte dazu, weiter über den Gletscherpfad (= markierter und kontrollierter Pfad auf der Gletscherzunge und ohne Ausrüstung begehbar) zur Schaubach Hütte zu gehen. Den ersten Anstieg kannten wir noch als Zustieg zum Hintergrat, bis der Gletscherpfad links über den Suldenferner führt, direkt unter den Wänden von Zebru und Königsspitze vorbei. Auch hier schaut man auf kaum noch vorhandene Gletscher in den Nordwänden :-(

Nach gefühlt einer Ewigkeit, wohl auch weil wir so oft stehen geblieben sind um die Route auf den Hintergrat anzuschauen, kamen wir unter der Suldenspitze wieder vom Gletscher auf normale Wanderwege, denen wir dann bis zur Hütte folgten. Da sahen wir auch einige Seilschaften, die gerade über den Gletscher zurück von der Suldenspitze kamen, was uns auf Ideen brachte.

Da die Hütte geschlossen ist, kehrten wir in das Restaurant der Bergbahnen Sulden ein und stärkten uns mit Käse- und Spinatknödel gefolgt von einem Kaiserschmarren, der zwar 45min brauchte, dafür aber mit seinen gefühlt 200g Zucker auch einem Elefanten einen Zuckerschock hätte versetzen können. Gut war er aber :-)

Nicht mehr hungrig und dem kurzen Regenspritzer geschickt entgangen, setzten wir dann um ca. 14 Uhr den Abstieg fort. Entlang des Suldenbaches ging es dann zurück ins Tal. Und mit jedem Meter runter wurde es wärmer und schwüler. Nach knapp 5h45min und 1100hm sowie 18km kamen wir wieder in Sulden an, wo wir vor dem Einkauf noch kurz beim Bergführerbüro stoppten für ein paar Auskünfte.

Der Einkauf wurde erledigt und wir stapften zurück zum Camping, wo eine Dusche auf uns wartete. Sowohl eine warme gewünschte als auch eine heftige kalte mit kleinen Eiskugeln. Erstere erfrischte uns, zweitere tränkte unsere Schuhe, die unter dem Auto offensichtlich noch immer genug Nass von oben oder unten abbekamen. Naja. Sie können ja einen Tag trocknen. Morgen brauchen wir wieder das schwere Gerät.

Abends gab es heute leichte Kost und einige Runden Rummy, bei denen Manu ihren Rückstand von 8:1 auf 8:4 verkürzte.

Harald




Hintergrat Hütte



Der untere Teil vom Hintergrat. Schon ein Schutthaufen irgendwie



Montag, 25. Juli 2022

Tag 2: Pederfick 3114m

Nach dem gestrigen, doch anstrengenden Tag, sollte es heute etwas Gemütlicheres werden. Die Idee mit der Ferrata auf die Tabarettaspitze, mit welcher wir zuerst geliebäugelt haben, verwarfen wir ziemlich schnell, als wir die nähere Beschreibung lasen: Einer der schwierigsten Klettersteige Italiens, bei dem viel Armkraft und Ausdauer essenziell sind. Anders gesagt, man zieht sich am Stahlseil hoch, während die Schuhe in der glatten Wand irgendwie nach Reibung suchen. Das ist nicht nach meinem Geschmack und so fiel unsere Wahl auf den Pederfick. Den Namen fand ich schon immer lustig und nun wollte ich ihn auch einmal besteigen.

Der Wetterbericht versprach tolles Bergwetter, erst gegen Abend sollte die Gewittergefahr ansteigen. Nichtsdestotrotz starteten wir unsere Tour um 07:45 Uhr. Zügig gings zur Kälbereralm hinauf, wo uns bereits die ersten Sonnenstrahlen begrüssten - es sollten auch nicht die letzten des heutigen Tages sein! Gegenüber strahlte der Ortler in voller Pracht - was für ein Ambiente!

Weiter gings gemütlich zur Stieralm, bevor unsere doch recht müden Schenkel gefordert wurden - steil und weglos ging es für 600m den Berg hinauf, bis wir das 2839m hohe Stiereck erreichten und somit auch den Grat, der uns zum Pederfick führen sollte. Diesem folgten wir dann und irgendwann wurde aus den Tiersteigen ein Trampelpfad und dann ein markierter Wanderweg. Warum die Markierungen nicht bereits ab dem Stiereck erkennbar waren, ist mir ein Rätsel! Wie dem auch sei, wir setzten unseren Weg fort und nahmen unterwegs noch kraxelnd zwei "Türmchen" mit, einerseits den 3008m hohen Stierkopf und andererseits den unbenannten Punkt mit ca. 3060m. Blockgelände wechselte sich mit Schutt und Geröll ab - ein weiterer in sich zusammenfallender Berg!

Nach gut drei Stunden erreichten wir das Gipfelkreuz des Pederficks. Wir genossen die tolle Aussicht, obwohl mittlerweile bereits viele Quellwolken die Fernsicht trübten. Nach einer kurzen Rast gingen wir noch auf den gegenüberliegenden Hauptgipfel, der doch gut drei Meter höher ist als der Gipfel mit dem Kreuz!

Um nicht den gleichen Weg zweimal nehmen zu müssen, setzten wir unsere Wanderung entlang des Grates weiter fort - nur um kurze Zeit später steil ins Razoital abzusteigen. Wieder gings erst über Blockgelände für mich mühsam und streng hinunter, während Harald vor mir wie ein Gämsli leichtfüssig von Stein zu Stein balancierte. Zum Glück änderte sich das Gelände zunehmend, je weiter wir ins Tal stiegen, und im steilen Grashang kam auch ich schneller voran. Beide waren wir froh, als wir endlich die Pfadspuren neben des ausgetrockneten Rio Razoi erreichten und sich unser Weg somit spürbar abflachte. Wir legten noch einmal eine kurze Rast ein, bevor wir unsere Wanderung fortsetzten. Alsbald erreichten wir den markierten Wanderweg und nun hiess es nur noch, die letzten Kräfte für den Rückweg nach Sulden zu mobilisieren. Nach 6h30min, 16km und 1450hm erreichten wir unseren Stellplatz und freuten uns auf einen chilligen Nachmittag.

Manu


Ps: Fotos sind unsortiert











17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...