Bereits um 07 Uhr vom Baustellenlärm geweckt, gabs eine halbe Stunde später das Frühstück. Da es ein wenig bewölkt war, liessen wir uns viel Zeit, um dann gegen 09 Uhr zu starten. Die Wanderung führte uns zuerst zu der Schutzhütte Seyvaz, bei der wir eine grössere Wandergruppe überholten. In etlichen Serpentinen schlängelte sich der Pfad durch bunte Blumenwiesen bis auf den Grand Collet, dem Pass auf 2832m. Letztes Jahr stiegen wir durch die Nordostflanke auf den Grat des Mont Giansana, dieses Jahr lag noch Schnee drin und nur mit den Trekking-Schuhen hatte ich darauf keine Lust. Also gings vom Pass weg direkt auf den Grat, immer den Steinmännchen folgend.
Ca. 50 Meter vor dem Gipfel beäugte uns eine Bergziege skeptisch, bevor sie fauchend in die Flanke abstieg. Kurz darauf war dann auch klar, warum. Direkt auf dem Weg zum Grat versteckte sich ein Kitz, das dann ebenfalls Reissaus nahm. Da plagte mich sogleich das schlechte Gewissen, welches sich erst beruhigte, als Geiss und Kitz wieder vereint waren.
Wenige Minuten später erreichten wir dann den 3047m hohen Mont Giansana. Hier machten wir kurz Jausenpause, ehe es zurück in den Pass ging. Von dort wollte ich dann noch auf die gegenüberliegende Seite hoch, auf den 2996m hohen Cime de la Roley. Auch hier hiess es wieder über Blockgelände zu kraxeln und so kamen wir langsamer voran, als geplant. Dennoch standen wir nach 35min auf dem Gipfel. Ich hoffte, nord- oder westseitig absteigen zu können, aber das Gelände sah nicht besonders vielversprechend aus! Also Rückzug! Jedoch mussten wir nur wenige Höhenmeter absteigen, bevor wir in die Flanke ausweichen konnten, um von dort diretissima auf den Wanderweg abzusteigen. Es fing dann sogar kurzzeitig an zu regnen! Aber kaum hatten wir unsere Goretex-Jacken an und die Rucksäcke regenfest verpackt, war das Intermezzo auch schon wieder vorbei.
Zügig stiegen wir zu den Ruinen von Grand Collet auf 2409m ab, um anschliessend entlang des Flusses Doire du Nivolet zurück nach Le Pont abzusteigen. Wie schon im Vorjahr zog sich der Weg gefühlt endlos vor sich hin! Nach 6h45min, 14.5km und 1300hm waren wir glücklich von unserer "kleinen" Wanderung zurück und hatten sogar mal Zeit, unsere müden Muskeln auszudehnen.
Im Anschluss wurden sie mit einer riesigen Portion Nudeln wieder aufgepeppelt!
Manu
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