Sonntag, 7. Juli 2024

07.07.2024 - Becca Pouegnenta (2.825m)

Je länger der Tag, desto schöner sollte es werden! So beeilten wir uns in der Früh nicht besonders - sollte die Fahrt von unserem Camping nahe Etroubles nach Cogne, wo wir die nächsten paar Tage verbringen wollten, doch nur 1.5h dauern. 
Bereits beim Taleingang zum Valle di Cogne kamen uns einige leere LKWs entgegen, was uns ein wenig verwunderte. Wenige Kilometer später erfuhren wir auch den Grund - die Strasse nach Cogne wurde vor ein paar Tagen aufgrund heftiger Unwetter zerstört. Es gab kein Durchkommen! 

So mussten wir spontan eine Planänderung machen. Da ein primäres Ziel war, hoch zu schlafen, um Haralds Akklimatisierung zu begünstigen, entschieden wir uns, die Nacht in La Thuile zu verbringen, wo wir letztes Jahr am Ende unseres Aufenthalts bereits verweilten. Aber unterwegs sollte es noch eine kleine Tour werden - um zu schauen, wie es so mit dem Schnee aussieht. Vom Tal aus sah es nämlich nach mächtig Schnee aus - ganz im Gegensatz zum vergangenen Jahr! 

So checkten wir kurz unsere Wanderkarte, was es auf dem Weg nach La Thuile so gäbe - und entschieden uns, von Arpy aus auf die Becca Pouegnenta zu starten. Gegen 11 Uhr gings dann auch los - erstes Ziel war der Lac d'Arpy. Seelenalleine waren wir zu Beginn unterwegs - kein Wunder, denn wie wir später sahen, war der Wanderweg gesperrt. Eine Brücke war dem reissenden Fluss zum Opfer gefallen! Also nicht wirklich, wir konnten ohne Probleme über die Brücke balancieren, die nur in der Mitte einen Knick ins Wasser gemacht hatte.

Als wir dann beim Lac d'Arpy ankamen, war Halligalli. Alle anderen starteten auf der Passhöhe, von wo aus der See in gut einer Stunde erreichbar ist. Wir liessen die Massen hinter uns und wanderten am Westufer des Sees weiter. Der Wanderweg wäre zwar auf der anderen Seite gewesen, aber wegen des hohen Wasserstandes des Flusses, der vom Lago di Pietra Rossa in den Lac d'Arpy fliesst, war auf dieser Höhe eine Querung kaum möglich. Darum folgten wir auf unserer Seite einem Pfad und konnten dann gut 200 Höhenmeter später über ein Schneefeld auf den Wanderweg queren. Je mehr Schnee lag, desto weniger Wanderer gabs und so kam es, dass wir irgendwann die einzigen waren, die beim Lago di Pietro Rossa ankamen. Ganz unglücklich über die Mitnahme des Pickels war ich bei dem Aufstieg aber nicht!

Wir setzten unseren Weg fort auf den Col Ameran und von dort gings auf die Becca Pouegnenta (2825m) und anschliessend noch auf den 2826m hohen Nebengipfel. Es war mittlerweile 14:30 Uhr und da wir nicht den selben Rückweg machen wollten, beschlossen wir, unsere ursprünglich geplante Rundtour fortzusetzen, mit dem Wissen, dass wir nochmals 350 Höhenmeter Gegenaufstieg vor uns haben.

Wir mussten fast 1000 Höhenmeter absteigen, bevor wir endlich die Abzweigung und somit den Gegenaufstieg erreichten. Wir studierten unseren Rückweg nun doch noch genauer und mussten uns eingestehen, dass wir uns bezüglich Streckenlänge und Gegenanstiege ein wenig verschätzt hatten. Nun gabs aber nur noch die Flucht nach vorne und der hiess erst einmal 350 Höhenmeter auf den Pass zu bewältigen. Beim Aufstieg sahen wir Paradieslilien, was mich sehr freute, da ich letztes Jahr vergebens danach suchte!

Nach 40min erreichten wir den Pass und von da an wurde es richtig mühsam. Schon beim Weg hinauf musste ich genau schauen, um auf dem Pfad zu bleiben, doch beim Weg runter war irgendwann alles komplett überwachsen. So kamen wir auch nur langsam voran, mussten die Schritte doch mit Bedacht gesetzt werden. Die Motivation ging auch ziemlich schnell flöten! Irgendwann kamen wir in einen etwas besseren Wanderweg, der uns zu einem Wegweiser führte. Dort zeigte der Weg aber nur in eine Richtung, welche nicht unsere war. Nichtsdestotrotz gaben wir dem Weg eine Chance, aber nach wenigen Minuten schon mussten wir uns eingestehen, dass der Weg komplett falsch verläuft. Also wieder zurück zum Wegweiser und in die Richtung, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Aber wunderlicherweise gabs einen Pfad, dem wir folgen konnten. Bei einer Rüfe angelangt, sahen wir einen Holzwegweiser, auf dem 'Arpy' stand - inklusiver gelber Markierung. Die Freude war gross, währte aber nicht lange, da wir kurz darauf bereits wieder irgendwo im Nirgendwo standen und unseren Weg selber suchen mussten. Mal wieder...
Aber diesmal ging es nicht lange, bis wir auf einem gut ausgebauten Wanderweg trafen, auf dem wir die letzten 200 Höhenmeter zurücklegten. Und dann, ENDLICH, nach 8h20min, 22.7km und 1900hm waren wir zurück beim Auto. Soviel dazu, dass wir eine kleine Eingehtour machen wollten... 🙈

Kurz vor 20 Uhr erreichten wir den Campingplatz in La Thuile - Rezeptionszeit war bereits vorbei, aber zum Glück bekamen wir doch noch einen Platz (am rauschenden Bach). Die warme Dusche war wohlverdient und zum Abschluss des Tages gabs eine Pizza im Restaurant, das nur eine digitale Speisekarten hat (Harald musste fast verhungern, weil die Webseite mit der Speisekarte nicht richtig geladen hat - da war er nicht sonderlich amused 🤭). Aber schlussendlich waren wir beide satt und sind müde und mit vollen Mägen ins Bett gefallen!

Manu

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