Donnerstag, 11. Juli 2024

11.07.2024 - Mont Tresenta (3.609m)

Unser Tag startete etwas früher, hatten wir doch eine lange Tour vor uns und vor allem steilere Schnee und Firnpassagen, wo der Schnee fest sein sollte. So klingelte der Wecker schon um 5 Uhr. Es wurde schon Tag und bereits im ersten Morgenlicht starteten wir unsere Tour.

Wie schon voriges Jahr ging es entlang des Weges Nr. 1 zum Rif. Emanuele Vittorio auf 2.735m, welches wir nach 1h40min Gehzeit erreichten, und das trotz der schweren Rucksäcke und klobigen Wanderschuhe.

Die Hütte ließen wir aber links liegen und folgten den Steigspuren hoch zur Moräne, welche vom Gletscher der Montcorve Gruppe geformt wurde. Auf dieser Anhöhe ging es dann vorbei am Cairforon in Richtung Col del Gran Paradiso. Fast am Ende des Talschlusses zweigte unser Aufstiegsweg zum Gipfel des Monte Tresentas ab.

Anfangs noch sehr flach, begingen wir die Firnfelder ohne Steigeisen. Auf ca. 3.100m steilen diese dann aber auf und wir zogen die Eisen an und setzten auch den Helm auf, bröckelte auf der anderen Seite doch immer etwas herunter. Da wir guten Trittfirn hatten und teils eine alte Spur, gingen wir seilfrei. Auch Manu fühlte sich wohl.

Mit einem kurzen Unterbruch im Blockgelände konnten wir aber dem Firn- bzw. Schneefeld bis auf etwa 3.450m folgen, was enorm Zeit und Kraft sparte. Für die letzten 150hm verstauten wir die Eisen und folgten den Steigspuren im losen Schutt und Geröll bis zum Gipfel. Hier hieß es aufpassen.

Schon nach 4h25min standen wir am Gipfel. Viel früher als gedacht. So konnten wir uns gemütlich ein Plätzchen im Windschatten suchen und unsere Jause genießen, während wir dem regen Treiben am Gran Paradiso folgten. Was für eine Ameisenstraße 🤣 Und wir komplett alleine. Die Fernsicht erlaubte uns Ausblicke zum Monte Viso und in die Dauphine mit dem Barre d'Ecrins, dem südwestlichsten 4000er der Alpen, den wir vor x Jahren besteigen konnten.

Manu drängte dann auf den Abstieg, mussten wir doch die Firnfelder wieder ab und wir wollten nicht gerade versumpfen. Zuerst folgten wir wieder dem Steig im Blockgelände, bevor wir dann mühelos und knieschonend im Firn und Schnee absteigen konnten. So erreichten wir schon nach kurzer Zeit wieder den Wandfuß, wo wir alles verstauten und uns auf den Weg in Richtung Rifugio machten.

Bei diesem legten wir dann auch Halt ein, tranken etwas und aßen einen Kuchen, bevor es dann wieder ab ins Tal ging. Der Wind hatte nun angezogen und war teils stürmisch, was auch der Kellner auf der Hütte merkte, als ihm die Salami und der Speck vom Jausenbrett flogen, als er es servierte 🤣

Beim Bus angekommen trockneten wir unsere Ausrüstung, was flott ging. Ich schärfte meine Steigeisen nach, werden diese denn nächste Woche noch gebraucht. Danach gab es einen Apèro und am Abend Pizza, die wir uns beim Campingmarkt bestellt haben.

Harald












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