Schon die Anreise ins Ultental
war spannend. Entgegen den Erwartungen schneite es hier kräftig – zu kräftig
wie sich später noch herausstellen sollte – und die Fahrt von Lana bei Meran
ins hintere Ultental ließ somit unserem 4-Motion Antrieb beim VW-Bus etwas „Spielraum“.
Ursprünglich hieß es, dass die größten Schneemengen der Südstaulage im Bereich
der Dolomiten fallen sollen, vor allem in den östlichen Dolomiten rund um
Sexten. Dort kam wohl auch einiges zusammen, doch hier im Ultental korrigierten
sie später nach. Die Staulage vor den hohen Bergen der Ortlergruppe trug wohl
auch dazu bei, dass es schon am Freitag etwa 30cm schneite und in der Nacht auf
Samstag nochmals gut 40cm dazu – im Tal. Auf den Bergen kam da so einiges mehr
zusammen.
Mit der ansteigenden
Lawinengefahr (es war über der Waldgrenze „groß“ – also Stufe 4 – ausgerufen worden)
schränkte sich unser Tourenangebot hier deutlich ein. So mussten wir am Freitagabend
schon entsprechend eine sichere Tour für den Samstag suchen. Und so sollte es die
weiteren Tage auch bleiben.
23.01. – Breitbühel (2.376m)
Für den Samstag
wählten wir die Tour auf den Breitbühel aus. Diese Tour ist von Einheimischen
häufig begangen und geht größtenteils entlang von Forstwegen und Wanderwegen im
Wald nach oben. Somit ist man hier etwas geschützt.
Wir starteten erst
recht spät beim Parkplatz am Sporthof, denn ich musste am Morgen noch die Ski
wachsen, deren Beläge nach 14 Tagen Dauereinsatz gewachst werden mussten (und
hier im Hotel gab es einen Skiraum mit dem Equipment – das Wachs und alle
Bürsten hatte ich selbst dabei). Vom Parkplatz folgten wir der guten Spur, denn
es waren schon einige Leute vor uns unterwegs. Wie in der Routenbeschreibung steigt
man recht steil durch den Wald auf. Aussicht hat man eigentlich fast nie, denn
dafür ist der Wald zu dicht, erst ganz oben, wo es flacher wird, kommt man aus
dem Wald raus und hat eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge.
Die Spur führte nur
bis zum Gipfel des Breitbühel, wo auch ein Kreuz steht. Hinter dem Gipfel gibt
es nochmals eine Erhebung, die um gut 100m höher ist. Auf diese spurte ich dann
noch, dann war aber Schluss. Schon die flachen Hänge waren einfach zu geladen
und wirkten nicht vertrauenserweckend. Wir fellten dann ab und fuhren nicht
direkt durch den Wald ab, wie wir gekommen waren, sondern querten zuerst zur
Londaialm, um von dort dann durch breitere Waldschneisen und dem Forstweg
zurück zum Auto zu fahren.
Diese Querung war
schon anstrengend genug. Wenn es zu flach war, konnte man sowieso nicht fahren,
weil man einfach einsumpfte im vielen Schnee. Und wenn es zu steil wurde, machte
man lieber einen großen Bogen um den Hang. An manchen Stellen konnte ich meinen
Skistock (ca. 130cm) komplett versenken um auf die Altschneeschicht zu kommen.
Erst unten im Wald wurde es dann spaßiger, wo das Gelände steil genug war um
fahren zu können und auch gleichzeitig sicher genug, um nicht eine Lawine
auszulösen.
So kurvten wir durch
die Waldschneise nach unten und folgten dann den Spuren im Klapfbergtal zurück
zum Auto, welches wir sicher und erleichtert erreichten. Nun freuten wir uns
beide auf etwas zu trinken und ein großes Stück Kuchen im Hotel und später das
Abendessen.
Harald
| Schnee, Schnee, Schnee, soweit das Auge reicht. |
| Kein Scherz: wir beide können uns nicht erinnern, wann wir jemals so viel Schnee gesehen hätten. |
| Winterwunderland Ultental. |
| Das Foto habe ich laut Wasserwaage der Kamera gerade aufgenommen. Also vielleicht ist auch das Gipfelkreuz schief? |
24.01. – Mutegg (2.658m)
Es sollte heute wieder
eine sichere Tour werden, denn die Lawinengefahr ausserhalb des Waldes war noch
immer mit Stufe 4, also gross, angegeben. Bereits am Vorabend planten wir die
Tour bzw. holten uns noch den Rat eines Einheimischen ein. Er meinte, die Tour
durchs Skigebiet aufs Mutegg sei sehr sicher und wahrscheinlich auch begangen –
immerhin war Wochenende! Er gab uns dann auch gleich noch Tipps für die
weiteren Tage – natürlich im Falle schönen und stabilen Wetters!
So fuhren wir am
Morgen nach St. Nikolaus und von dort zum Weiberhimmel. Da fielen uns schon
fast die Augen aus dem Kopf – der dortige Parkplatz war überfüllt! Tourengeher
en masse! Wir fanden glücklicherweise noch einen Parkplatz und reihten uns dann
in die Reihe der Tourengeher ein, um dem Wanderweg bzw. Skiweg zu folgen. Ich
weiss nicht, wie viele Leute wir überholten, aber dreissig waren es sicherlich.
Stetig durch den Wald ging es bergauf, meistens zügig, ab und zu auch im Stau
stehend hinter Tourengeher, die wahrscheinlich noch nie davor in ihrem Leben
eine Spitzkehre gemacht hatten.
Nach gut 700
Höhenmeter kamen wir aus dem Wald raus – die freie Sicht bezahlten wir mit
einem eisigen Wind. Je weiter wir nach oben kamen, desto weniger Tourengeher
waren unterwegs. Für viele war an der Waldgrenze bzw. der Bergstation
Schwemmalm Schluss. Wir hingegen kämpften uns tapfer durch den eisigen Wind
immer weiter nach oben. Endlich erreichten wir die Bergstation Mutegg, wo für
uns aber noch nicht Schluss war, sondern wir zogen unsere Spur noch Richtung
Kreuz und anschliessend auf den höchsten Punkt des Muteggs. Von dort hätte man
eine schöne Aussicht auf das Hasenohr, welches wir vor zwei Jahren vom
Martelltal aus bestiegen hatten. Jedoch tobte der Wind immer heftiger und wir
mussten aufpassen, dass wir nicht umgeweht wurden. So wurden nur ein paar Fotos
gemacht und ab ging es zur Bergstation Mutegg, wo wir versuchten, etwas
Windschatten zu ergattern, um dort abzufellen und uns abfahrtsbereit zu machen.
Ruckzuck gings und schon standen wir auf den Ski!
Die ersten Schwünge
konnten wir im gepressten Powder machen, dann folgten wir einer nicht
präparierten Piste, bis wir dann unterhalb der Bergstation Schwemmalm auf die
präparierte Piste gelangten. Es waren einige vom Skiclub unterwegs, weshalb die
Pisten präpariert waren und auch einzelne Lifte fuhren – ansonsten sind die
Skigebiete in Südtirol ja geschlossen. Wir fetzten auf der Piste hinunter, die
in einem Topzustand war und da wir noch nicht einmal drei Stunden unterwegs
waren, beschlossen wir, noch einmal aufzusteigen.
Im Wald war es mehr
oder weniger windstill und somit wieder deutlich angenehmer. Ausserdem waren
mittlerweile auch nicht mehr ganz so viele Leute unterwegs. So liefen wir
nochmals bis zur Waldgrenze bzw. zur Bergstation Schwemmalm und setzten uns
dort erneut dem kräftigen Wind aus. Wieder suchten wir Windschatten, um
abzufellen, aber viel Schutz lieferte die Bergstation nicht. Der Wind wehte
alles weg, was nicht niet- und nagelfest war. Zügig machten wir uns
abfahrtbereit. Harald kämpfte mit der Kälte, seine Nase war schon ganz weiss.
Wir fuhren erneut über die Piste ab – diesmal durch bis zum Auto. Fleissig
waren wir, immerhin waren es gut 1850 Höhenmeter, die wir zurückgelegt hatten.
Somit hatten wir den
Kuchen zurück im Hotel redlich verdient 😊
Manu
| Wir hatten die Startnummer 87 und 88 gezogen, oder so ähnlich. Laufend mussten wir Leute überholen. |
| Der Wald lichtet sich und gibt langsam die Bergwelt frei. |
| Überholvorgang grösstenteils abgeschlossen. Endlich recht alleine unterwegs. |
| Die ersten Schneefahnen zeigen sich über den Gipfeln. |
| Nur noch wenige andere Skitourengeher kämpfen sich mit uns gen Gipfel. |
| Das vom Tal aus sichtbare Kreuz des Muteggs. Im Hintergrund die Dolomiten. |
| Ein Blick zum Hasenohr - also wenn man es sehen würde. |
| Windige Angelegenheit hier am Gipfel. |
| Im Sturm noch die letzten Meter zum höchsten Punkt, markiert mit einem "Steinmann". |
| Sogar Harald wird beinahe umgeblasen. Im Hintergrund die höheren Ultner Berge. |
25.01. – Walscher Berg / Cima Trenta
(2.636m)
Die Lawinenwarnstufe
wurde am Vorabend etwas heruntergesetzt und nun herrschte hier im Gebiet „nur“
noch Stufe 3 – erheblich. Dennoch wussten wir von den kritischen Bedingungen
und vom vielen verfrachteten Schnees vom Vortag. So suchten wir uns heute zwar
einen Gipfel aus, aber taten dies mit dem Hintergrund, eine möglichst sichere Spur
auf diesen legen zu können. Wir wollten im Gelände immer unterhalb von ca. 30
Grad bleiben. Geworden ist es dann der Walscher Berg, den man durch das
Klapfbergtal und die Hintere Klapfbergalm über recht flaches Gelände bei den
Hütten von „Hinter die Mahder“ erreichen kann.
Der Weg durch das Tal
bis zur Klapfbergalm war extrem lange. Fast 5km läuft man hier nach hinten,
zwar immer leicht ansteigend, aber dennoch viel zu flach eigentlich. Bis ca. 1.700m
konnten wir der Abfahrtspur vom Breitbühel folgen. Ab dann mussten wir selbst
ans Werk gehen und so spurten wir im Tiefschnee der letzten Tage anstrengend
dahin. Bis zur Klapfbergalm brauchten wir schon fast 2 Stunden, aber von dort
ging es dann flotter weiter, denn der Schnee war deutlich kompakter
(windgepresst) und so ging das Spuren leichter.
Über flache Hänge
erreichten wir dann die Einsattelung zwischen der Cima Trenta (dem Walscher
Berg) und der Kachelstube (ein Gipfel!). Anfangs waren wir nicht sicher, ob wir
überhaupt noch hinauf sollten, denn der Grat war ziemlich verblasen und
teilweise überwechtet. Nach längerem Hin und Her ging ich dann aber einmal
voraus und versuchte mein Glück mit Skiern. Es ging dann noch recht gut und so
entschied sich dann auch Manu dazu zu folgen. Sie wechselte dann aber bald von
Ski- auf Fußantrieb und folgte mir dann eben ohne Skier. Ich ging noch bis zum
Vorgipfel mit den Skiern durch, was auch durchaus gut machbar war.
Dort war dann aber Schluss
– für uns beide. Der Verbindungsgrat zum Hauptgipfel (der um etwa 25m höher ist)
war überwechtet und der letzte Anstieg durch die Felsen sowieso nur zu Fuß machbar
und zudem sehr ausgesetzt und mit den Wechten absturzgefährdet. So erklärten
wir nach 1.350 Höhenmeter eben den Vorgipfel als unseren Gipfel, machten ein
paar Fotos und sagten dann wieder Ciao. Die Aussicht dort oben ist genial, sieht
man doch in die Brenta- und Adamello-Gruppe, zur Zufallsspitzen und auf die
Zufrittspitze über dem Martelltal, in die Ötztaler Alpen und in die Dolomiten.
Manu stieg wieder zu
Fuß ab und ich fellte rasch ab und kam dann mit den Skiern nach. Nun zog auch
der Wind so richtig an und wir waren dann froh, als wir wieder in den
Windschatten kamen. Auch meine Nase, denn sie hatte eine weiße Stelle bekommen
(schon wieder).
Die unteren Hänge
hinunter zur Alm waren dann noch teilweise schön zu fahren und so genossen wir
die Schwünge im Pulverschnee in der Sonne, denn wir wussten, dass wir unten nur
noch geradeaus entlang der Aufstiegsspur zurück zum Auto fahren mussten. Dort
kamen wir nach gut 5 Stunden wieder an und freuten uns abermals auf Kuchen und
etwas zu trinken.
Harald
| Hat jemand meine Hütte gesehen? Schneemangel gibt es keinen. |
| Im Aufstieg zur Alm "Hinter die Mahder". |
| Schöne Stimmung. Von Süden drückt die Sonne durch. |
| Am Horizont die Dolomiten. |
| Gipfel in Sicht. |
| Manu kommt die letzten Meter zu Fuß nach. |
| Am Vorgipfel: im Hintergrund die Hintere Eggenspitze (links) und die Zufrittspitze (rechts). |
| "Hallo Dolomiten" |
| Stille und kaum Wind im Tal. |
26.01. – Unteres Spiel (2178m) und
Schusterhüttl (2310m)
Für heute war wieder
kräftiger Nordföhn angesagt – dafür aber auch schönes Wetter. Da wir die
letzten Tage schon Bekanntschaft mit dem Wind gemacht hatten und wussten, wie
unangenehm dieser sein kann, beschlossen wir, eine kurze Skitour zu machen, die
mehr oder weniger durch den Wald führt.
Gestartet sind wir in
St. Nikolaus vom Fernheizwerk aus. Erst ging es ziemlich steil dem Wanderweg
folgend durch den Wald hinauf. Immer wieder mussten wir uns unter Bäumen
durchzwängen, die wegen Schnee- oder Windbruch auf der Route lagen. Endlich
erreichten wir den Forstweg, der uns ins Auerbergtal führte. Diesem folgten wir
bis zur Auerbergalm, ehe wir rechts einer steilen Rinne hinauf folgten. Die
Ersten waren wir heute nicht, auch nicht die Einzigen. Vor uns waren vier
weitere Tourengeher unterwegs und die vielen Abfahrtsspuren zeugten davon, dass
diese Tour wohl auch bei den Einheimischen recht beliebt ist! Auf den Bergen
und Kuppen sahen wir bereits von der Früh weg die Windfahnen stehen – unser
Aufstieg war zum Glück windgeschützt!
Nach etlichen
Spitzkehren erreichten wir dann unseren heutigen Gipfel auf 2178m. Ursprünglich
war die Idee, noch aufs Obere Spiel (2319m) zu gehen, jedoch fegte der Wind
über den Grat und den Gipfel, sodass wir diesen Plan ziemlich schnell
verwarfen. Wir freuten uns über die schöne Aussicht und machten uns dann bereit
für die Abfahrt. Steil ging es zurück durch den Wald, meine Oberschenkel
brannten und ich musste immer wieder eine kurze Pause einlegen.
Gut drei Stunden und
1000 Höhemeter später standen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour.
Damit sollte für heute
aber noch nicht genug sein! Wenn wir schon einmal im Ultental sind, wollen wir
doch auch noch das hinterste Eck, den Stausee Weißbrunn, sehen! So fuhren wir
kurzerhand mit dem Auto zum Stausee. Fast wäre dieser Plan in die Hose
gegangen, denn bei Kilometer 13 stand ein Fahrverbot – Lawinengefahr. Auf einem
Streckenabschnitt von vielleicht 200 Metern ragte rechts der Strasse ein
steiler Südhang empor – Gleitschneerutsche vorprogrammiert! Harald lenkte
unseren Bus aber geschickt am Fahrverbot vorbei und schnell tuckerten wir durch
die Gefahrenzone!
Beim Stausee
angekommen wussten wir dann nicht so recht, was wir tun sollten. Die dortigen
Hänge bzw. Touren waren alle sehr steil bzw. nicht das, was wir wollten. So
fuhren wir einen Teil der Strasse zurück zu den Flatschberger Almen auf 1780m.
Dort wollten wir noch Richtung Hintere Flatschberger Alm gehen, um die Bergwelt
mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wir schnallten also unsere Ski
erneut an und stiefelten los. Nach einer Weile bemerkten wir, dass wir auf dem
falschen Weg sind. Was jedoch egal war, da wir keine grossen Ambitionen mehr
hatten. Wir schauten auf der Karte nach und beschlossen, durch den Wald
hinaufzugehen, um oberhalb der Waldgrenze noch ein wenig Aussicht zu haben.
Erst folgten wir einer Schneeschuhspur, anschliessend spurte Harald durch den
Wald hinauf. Wir erreichten die Waldgrenze und kamen an der Hütte Flatscher
Bergl vorbei. Da die Aussicht noch nicht so toll war, gings weiter hinauf bis
zum Schusterhüttl auf 2310m. Ausserhalb des Waldes waren wir wieder dem Wind
ausgesetzt – er pfiff uns um die Ohren und trieb uns den Schnee ins Gesicht. So
war der Aufenthalt bei der Hütte auch von begrenzter Dauer.
Die Abfahrt war auch
nicht so spassig, der Schnee sehr windbearbeitet und verfrachtet. Vom Flatscher
Bergl bis zum Waldrand gabs aber noch einige Schwünge im Powder, ehe es eher
mühsam durch den Wald zurück zum Auto ging. Zum Glück war der Schnee im steilen
Südhang oberhalb der Strasse noch dort, wo er sein sollte. So kamen wir ohne
Zwischenfälle zurück zum Hotel.
Die Oberschenkel freuten sich auf die Entspannung in der Infrarotkabine und unsere Mägen auf das Abendessen 😊
Manu
Vormittag: Unteres Spiel
| Im Tal unten merkte man wenig vom Wind, einzig die Windfahnen oben haben wir gesehen. |
| Blick vom "Unteren Spiel" zum "Oberen Spiel" ... windige Angelegenheit. |
| Hinten rechts die Ilmenspitze, eigentlich eine geplante Tour im Ultental. |
| Schöne Aussicht zur Hinteren Eggenspitze, Zufrittspitze und der Tuferspitze. |
Nachmittag: Schusterhüttl
| Endlich draussen aus dem Wald |
| Sucht wer seine Hütte? Wir hätten da eine gefunden. |
| Kunst im Schnee - oder Schneekunst? |
| Das kleine Schusterhüttl. |
| Auch hier wurde es bald mal windig und wir vertschüssten uns deshalb rasch wieder. |
27.01. – Marschnell Hütte (ca. 2.230m)
Der letzte Tag unseres
Skitourenurlaubs in Südtirol war angebrochen – leider schon viel zu früh. Gerne
hätten wir noch ein paar Tage länger in Südtirol die Bergwelt genossen, aber
das unbeständige Wetter und der viele Wind zusammen mit der angespannten
Lawinensituation machten uns einen Strich durch die Rechnung.
Für diesen letzten Tag
hatten wir keine große Tour mehr geplant, denn erstens war das Wetter nur noch
bis ca. Mittag gut angesagt und zweitens wollten wir danach ja auch noch ca. vier
bis fünf Stunden nach Hause fahren. Nach dem ausgiebigen Frühstück im Ultnerhof
brachen wir in Richtung Kuppelwies auf, wo wir wieder zum Weiberhimmel fuhren,
um von dort unsere Tour zu starten. Heute war dort aber nicht so viel los wie
am Sonntag, ein paar wenige Autos parkten dort.
Wir starteten von dort
in das Kofelraster Tal, immer dem Bach folgend. Anfangs stiegen wir gemütlich
entlang von Wiesen auf und später entlang des breiten Baches, doch so 1.700m
wurde es etwas enger im Tal und der Bach war zudem mit einigen umgestürzten
Bäumen verlegt. Somit mussten wir kurzerhand etwas ausweichen und wählten dafür
einen steilen Anstieg durch den Wald, um etwa 80 Höhenmeter danach auf den
Forstweg zu gelangen, der uns dann zur Larchbergsäge führte. Dort trafen wir
dann auf die Aufstiegsspur, die vom Gasthof Steinrast heraufführte. Dieser
konnten wir dann weiter in Richtung Kühbergalm folgen, unserem nächsten
Zwischenhalt.
Als wir dort bei der
Hütte ankamen, frischte der Wind auf und wir mussten unsere Jacken anziehen.
Zudem wurde das Wetter schlechter und das Licht immer diffuser, was den
weiteren Aufstieg nicht einfacher machte. Wir folgten anfangs noch der Spur in
Richtung Marschnell Hütte, aber diese verlor sich bald und somit mussten wir
selbst spuren. Das Ziel für den heutigen Tag wäre eigentlich die Kofelrast
Hütte auf 2.312m gewesen, aber kurz nach der Marschnell Hütte war dann Schluss
mit lustig. Der Hang hinauf war zu geladen und voller Triebschnee und die Sicht
wurde zu schlecht, um den Hang sicher beurteilen zu können. Wir verzichteten
dann auf den weiteren Aufstieg und entschieden, dass wir am letzten Tag auch nichts
mehr riskieren mussten. Wir hatten so auch schon ca. 720 Höhenmeter gemacht und
die Aussicht vom Punkt über uns wäre nicht besser geworden – eher schlechter.
Wir fellten also ab und kurvten zurück zur Kühbergalm, die wir rechts liegen
ließen und folgten weiter dem Kofelrastbach ins Tal bis zur alten Säge. Bis
dahin fanden wir sogar teils noch etwas Pulverschnee. Ab der Säge ging es mehr
oder weniger entlang der Aufstiegsspur zurück zum Auto, wobei die letzten 100
Höhenmeter noch schon zu fahren waren.
Zum Abschluss im
Ultental gönnten wir uns in St. Walburg noch einen Kaffee mit Kuchen bevor wir dann
unsere Heimfahrt antraten. Bis in den Vinschgau waren wir noch ohne Schnee
unterwegs, doch ab dem Obervinschgau fuhren wir gut 200 Kilometer im dichten
Schneetreiben und permanent auf Schneefahrbahn. Ich wäre nicht so entspannt
über den teilweise tief verschneiten Ofenpass und Julierpass gefahren, wenn da
nicht der 4motion gewesen wäre 😉 – einfach ein Spaß mit dem Auto im Schnee zu
fahren. Sogar nach dem Julierpass blieb uns der Schnee erhalten und so war auch
die Autobahn ab Bonaduz durchgehend schneebedeckt, bis zur Abfahrt nach Balzers.
Nach mehr als fünf Stunden Fahrt bogen wir schließlich hier in der Heimat in
Triesen wieder ins Oberfeld ein, ebenfalls auf einer Schneefahrbahn und im
dichten Schneetreiben. So stellten wir unseren fahrbaren Untersatz gegen 19 Uhr
mit tief verschneiter Heckklappe seit langem wieder auf unserem
Tiefgaragenplatz ab und waren erleichtert, gut hier angekommen zu sein.
Leider konnten wir uns dann aber nicht auf eine Infrarotkabine und ein mehrgängiges Menü am Abend freuen. Zuerst mussten wir das Notwendigste aus dem Bus ausräumen und dann leider wieder selbst an den Herd stehen, damit etwas Warmes zu Essen auf den Tisch kam. Das Weißbier konnten wir aber auch hier in vollen Zügen genießen, sogar auf der Couch 😊. Das Leben wird sich ab nun wieder normalisieren müssen, denn in wenigen Tagen ist unsere Auszeit zu Ende und der Arbeitsalltag ruft wieder nach uns.
Harald
| Anfangs konnte man neben dem Bach schön aufsteigen. |
| Und sogar Pulverschnee war hier noch drinnen. |
| Die alte Lachbergsäge und ein paar Hütten tief verschneit. |
| Manus Freude war heute nicht sehr groß. |
| Die Kühbergalm und dahinter das Kreuz der Kofelrast (klein zu erkennen in der Bildmitte etwa). |
| Blick zum Hohen Dieb: ebenfalls eine schöne Skitour bei guten Verhältnissen. |
| Schluss mit Aufstieg: Blick auf die kleine Marschnell Hütte (in der Mitte sieht man die Überreste). |










