Mittwoch, 27. Januar 2021

23.-27.01. – Ultental

Schon die Anreise ins Ultental war spannend. Entgegen den Erwartungen schneite es hier kräftig – zu kräftig wie sich später noch herausstellen sollte – und die Fahrt von Lana bei Meran ins hintere Ultental ließ somit unserem 4-Motion Antrieb beim VW-Bus etwas „Spielraum“. Ursprünglich hieß es, dass die größten Schneemengen der Südstaulage im Bereich der Dolomiten fallen sollen, vor allem in den östlichen Dolomiten rund um Sexten. Dort kam wohl auch einiges zusammen, doch hier im Ultental korrigierten sie später nach. Die Staulage vor den hohen Bergen der Ortlergruppe trug wohl auch dazu bei, dass es schon am Freitag etwa 30cm schneite und in der Nacht auf Samstag nochmals gut 40cm dazu – im Tal. Auf den Bergen kam da so einiges mehr zusammen.

Mit der ansteigenden Lawinengefahr (es war über der Waldgrenze „groß“ – also Stufe 4 – ausgerufen worden) schränkte sich unser Tourenangebot hier deutlich ein. So mussten wir am Freitagabend schon entsprechend eine sichere Tour für den Samstag suchen. Und so sollte es die weiteren Tage auch bleiben.


23.01. – Breitbühel (2.376m)

Für den Samstag wählten wir die Tour auf den Breitbühel aus. Diese Tour ist von Einheimischen häufig begangen und geht größtenteils entlang von Forstwegen und Wanderwegen im Wald nach oben. Somit ist man hier etwas geschützt.

Wir starteten erst recht spät beim Parkplatz am Sporthof, denn ich musste am Morgen noch die Ski wachsen, deren Beläge nach 14 Tagen Dauereinsatz gewachst werden mussten (und hier im Hotel gab es einen Skiraum mit dem Equipment – das Wachs und alle Bürsten hatte ich selbst dabei). Vom Parkplatz folgten wir der guten Spur, denn es waren schon einige Leute vor uns unterwegs. Wie in der Routenbeschreibung steigt man recht steil durch den Wald auf. Aussicht hat man eigentlich fast nie, denn dafür ist der Wald zu dicht, erst ganz oben, wo es flacher wird, kommt man aus dem Wald raus und hat eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge.

Die Spur führte nur bis zum Gipfel des Breitbühel, wo auch ein Kreuz steht. Hinter dem Gipfel gibt es nochmals eine Erhebung, die um gut 100m höher ist. Auf diese spurte ich dann noch, dann war aber Schluss. Schon die flachen Hänge waren einfach zu geladen und wirkten nicht vertrauenserweckend. Wir fellten dann ab und fuhren nicht direkt durch den Wald ab, wie wir gekommen waren, sondern querten zuerst zur Londaialm, um von dort dann durch breitere Waldschneisen und dem Forstweg zurück zum Auto zu fahren.

Diese Querung war schon anstrengend genug. Wenn es zu flach war, konnte man sowieso nicht fahren, weil man einfach einsumpfte im vielen Schnee. Und wenn es zu steil wurde, machte man lieber einen großen Bogen um den Hang. An manchen Stellen konnte ich meinen Skistock (ca. 130cm) komplett versenken um auf die Altschneeschicht zu kommen. Erst unten im Wald wurde es dann spaßiger, wo das Gelände steil genug war um fahren zu können und auch gleichzeitig sicher genug, um nicht eine Lawine auszulösen.

So kurvten wir durch die Waldschneise nach unten und folgten dann den Spuren im Klapfbergtal zurück zum Auto, welches wir sicher und erleichtert erreichten. Nun freuten wir uns beide auf etwas zu trinken und ein großes Stück Kuchen im Hotel und später das Abendessen.

Harald

Schnee, Schnee, Schnee, soweit das Auge reicht.

Kein Scherz: wir beide können uns nicht erinnern, wann wir jemals so viel Schnee gesehen hätten.

Winterwunderland Ultental.

Das Foto habe ich laut Wasserwaage der Kamera gerade aufgenommen. Also vielleicht ist auch das Gipfelkreuz schief?


24.01. – Mutegg (2.658m)

Es sollte heute wieder eine sichere Tour werden, denn die Lawinengefahr ausserhalb des Waldes war noch immer mit Stufe 4, also gross, angegeben. Bereits am Vorabend planten wir die Tour bzw. holten uns noch den Rat eines Einheimischen ein. Er meinte, die Tour durchs Skigebiet aufs Mutegg sei sehr sicher und wahrscheinlich auch begangen – immerhin war Wochenende! Er gab uns dann auch gleich noch Tipps für die weiteren Tage – natürlich im Falle schönen und stabilen Wetters!

So fuhren wir am Morgen nach St. Nikolaus und von dort zum Weiberhimmel. Da fielen uns schon fast die Augen aus dem Kopf – der dortige Parkplatz war überfüllt! Tourengeher en masse! Wir fanden glücklicherweise noch einen Parkplatz und reihten uns dann in die Reihe der Tourengeher ein, um dem Wanderweg bzw. Skiweg zu folgen. Ich weiss nicht, wie viele Leute wir überholten, aber dreissig waren es sicherlich. Stetig durch den Wald ging es bergauf, meistens zügig, ab und zu auch im Stau stehend hinter Tourengeher, die wahrscheinlich noch nie davor in ihrem Leben eine Spitzkehre gemacht hatten.

Nach gut 700 Höhenmeter kamen wir aus dem Wald raus – die freie Sicht bezahlten wir mit einem eisigen Wind. Je weiter wir nach oben kamen, desto weniger Tourengeher waren unterwegs. Für viele war an der Waldgrenze bzw. der Bergstation Schwemmalm Schluss. Wir hingegen kämpften uns tapfer durch den eisigen Wind immer weiter nach oben. Endlich erreichten wir die Bergstation Mutegg, wo für uns aber noch nicht Schluss war, sondern wir zogen unsere Spur noch Richtung Kreuz und anschliessend auf den höchsten Punkt des Muteggs. Von dort hätte man eine schöne Aussicht auf das Hasenohr, welches wir vor zwei Jahren vom Martelltal aus bestiegen hatten. Jedoch tobte der Wind immer heftiger und wir mussten aufpassen, dass wir nicht umgeweht wurden. So wurden nur ein paar Fotos gemacht und ab ging es zur Bergstation Mutegg, wo wir versuchten, etwas Windschatten zu ergattern, um dort abzufellen und uns abfahrtsbereit zu machen. Ruckzuck gings und schon standen wir auf den Ski!

Die ersten Schwünge konnten wir im gepressten Powder machen, dann folgten wir einer nicht präparierten Piste, bis wir dann unterhalb der Bergstation Schwemmalm auf die präparierte Piste gelangten. Es waren einige vom Skiclub unterwegs, weshalb die Pisten präpariert waren und auch einzelne Lifte fuhren – ansonsten sind die Skigebiete in Südtirol ja geschlossen. Wir fetzten auf der Piste hinunter, die in einem Topzustand war und da wir noch nicht einmal drei Stunden unterwegs waren, beschlossen wir, noch einmal aufzusteigen.

Im Wald war es mehr oder weniger windstill und somit wieder deutlich angenehmer. Ausserdem waren mittlerweile auch nicht mehr ganz so viele Leute unterwegs. So liefen wir nochmals bis zur Waldgrenze bzw. zur Bergstation Schwemmalm und setzten uns dort erneut dem kräftigen Wind aus. Wieder suchten wir Windschatten, um abzufellen, aber viel Schutz lieferte die Bergstation nicht. Der Wind wehte alles weg, was nicht niet- und nagelfest war. Zügig machten wir uns abfahrtbereit. Harald kämpfte mit der Kälte, seine Nase war schon ganz weiss. Wir fuhren erneut über die Piste ab – diesmal durch bis zum Auto. Fleissig waren wir, immerhin waren es gut 1850 Höhenmeter, die wir zurückgelegt hatten.

Somit hatten wir den Kuchen zurück im Hotel redlich verdient 😊

Manu

Wir hatten die Startnummer 87 und 88 gezogen, oder so ähnlich. Laufend mussten wir Leute überholen.

Der Wald lichtet sich und gibt langsam die Bergwelt frei.

Überholvorgang grösstenteils abgeschlossen. Endlich recht alleine unterwegs.

Die ersten Schneefahnen zeigen sich über den Gipfeln.

Nur noch wenige andere Skitourengeher kämpfen sich mit uns gen Gipfel.

Das vom Tal aus sichtbare Kreuz des Muteggs. Im Hintergrund die Dolomiten.

Ein Blick zum Hasenohr - also wenn man es sehen würde.

Windige Angelegenheit hier am Gipfel.

Im Sturm noch die letzten Meter zum höchsten Punkt, markiert mit einem "Steinmann".

Sogar Harald wird beinahe umgeblasen. Im Hintergrund die höheren Ultner Berge.


25.01. – Walscher Berg / Cima Trenta (2.636m)

Die Lawinenwarnstufe wurde am Vorabend etwas heruntergesetzt und nun herrschte hier im Gebiet „nur“ noch Stufe 3 – erheblich. Dennoch wussten wir von den kritischen Bedingungen und vom vielen verfrachteten Schnees vom Vortag. So suchten wir uns heute zwar einen Gipfel aus, aber taten dies mit dem Hintergrund, eine möglichst sichere Spur auf diesen legen zu können. Wir wollten im Gelände immer unterhalb von ca. 30 Grad bleiben. Geworden ist es dann der Walscher Berg, den man durch das Klapfbergtal und die Hintere Klapfbergalm über recht flaches Gelände bei den Hütten von „Hinter die Mahder“ erreichen kann.

Der Weg durch das Tal bis zur Klapfbergalm war extrem lange. Fast 5km läuft man hier nach hinten, zwar immer leicht ansteigend, aber dennoch viel zu flach eigentlich. Bis ca. 1.700m konnten wir der Abfahrtspur vom Breitbühel folgen. Ab dann mussten wir selbst ans Werk gehen und so spurten wir im Tiefschnee der letzten Tage anstrengend dahin. Bis zur Klapfbergalm brauchten wir schon fast 2 Stunden, aber von dort ging es dann flotter weiter, denn der Schnee war deutlich kompakter (windgepresst) und so ging das Spuren leichter.

Über flache Hänge erreichten wir dann die Einsattelung zwischen der Cima Trenta (dem Walscher Berg) und der Kachelstube (ein Gipfel!). Anfangs waren wir nicht sicher, ob wir überhaupt noch hinauf sollten, denn der Grat war ziemlich verblasen und teilweise überwechtet. Nach längerem Hin und Her ging ich dann aber einmal voraus und versuchte mein Glück mit Skiern. Es ging dann noch recht gut und so entschied sich dann auch Manu dazu zu folgen. Sie wechselte dann aber bald von Ski- auf Fußantrieb und folgte mir dann eben ohne Skier. Ich ging noch bis zum Vorgipfel mit den Skiern durch, was auch durchaus gut machbar war.

Dort war dann aber Schluss – für uns beide. Der Verbindungsgrat zum Hauptgipfel (der um etwa 25m höher ist) war überwechtet und der letzte Anstieg durch die Felsen sowieso nur zu Fuß machbar und zudem sehr ausgesetzt und mit den Wechten absturzgefährdet. So erklärten wir nach 1.350 Höhenmeter eben den Vorgipfel als unseren Gipfel, machten ein paar Fotos und sagten dann wieder Ciao. Die Aussicht dort oben ist genial, sieht man doch in die Brenta- und Adamello-Gruppe, zur Zufallsspitzen und auf die Zufrittspitze über dem Martelltal, in die Ötztaler Alpen und in die Dolomiten.

Manu stieg wieder zu Fuß ab und ich fellte rasch ab und kam dann mit den Skiern nach. Nun zog auch der Wind so richtig an und wir waren dann froh, als wir wieder in den Windschatten kamen. Auch meine Nase, denn sie hatte eine weiße Stelle bekommen (schon wieder).

Die unteren Hänge hinunter zur Alm waren dann noch teilweise schön zu fahren und so genossen wir die Schwünge im Pulverschnee in der Sonne, denn wir wussten, dass wir unten nur noch geradeaus entlang der Aufstiegsspur zurück zum Auto fahren mussten. Dort kamen wir nach gut 5 Stunden wieder an und freuten uns abermals auf Kuchen und etwas zu trinken.

Harald

Hat jemand meine Hütte gesehen? Schneemangel gibt es keinen.

Im Aufstieg zur Alm "Hinter die Mahder".

Schöne Stimmung. Von Süden drückt die Sonne durch.


Am Horizont die Dolomiten.

Gipfel in Sicht.

Manu kommt die letzten Meter zu Fuß nach.

Am Vorgipfel: im Hintergrund die Hintere Eggenspitze (links) und die Zufrittspitze (rechts).

"Hallo Dolomiten"

Stille und kaum Wind im Tal.

 

26.01. – Unteres Spiel (2178m) und Schusterhüttl (2310m)

Für heute war wieder kräftiger Nordföhn angesagt – dafür aber auch schönes Wetter. Da wir die letzten Tage schon Bekanntschaft mit dem Wind gemacht hatten und wussten, wie unangenehm dieser sein kann, beschlossen wir, eine kurze Skitour zu machen, die mehr oder weniger durch den Wald führt.

Gestartet sind wir in St. Nikolaus vom Fernheizwerk aus. Erst ging es ziemlich steil dem Wanderweg folgend durch den Wald hinauf. Immer wieder mussten wir uns unter Bäumen durchzwängen, die wegen Schnee- oder Windbruch auf der Route lagen. Endlich erreichten wir den Forstweg, der uns ins Auerbergtal führte. Diesem folgten wir bis zur Auerbergalm, ehe wir rechts einer steilen Rinne hinauf folgten. Die Ersten waren wir heute nicht, auch nicht die Einzigen. Vor uns waren vier weitere Tourengeher unterwegs und die vielen Abfahrtsspuren zeugten davon, dass diese Tour wohl auch bei den Einheimischen recht beliebt ist! Auf den Bergen und Kuppen sahen wir bereits von der Früh weg die Windfahnen stehen – unser Aufstieg war zum Glück windgeschützt!

Nach etlichen Spitzkehren erreichten wir dann unseren heutigen Gipfel auf 2178m. Ursprünglich war die Idee, noch aufs Obere Spiel (2319m) zu gehen, jedoch fegte der Wind über den Grat und den Gipfel, sodass wir diesen Plan ziemlich schnell verwarfen. Wir freuten uns über die schöne Aussicht und machten uns dann bereit für die Abfahrt. Steil ging es zurück durch den Wald, meine Oberschenkel brannten und ich musste immer wieder eine kurze Pause einlegen.

Gut drei Stunden und 1000 Höhemeter später standen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour.

Damit sollte für heute aber noch nicht genug sein! Wenn wir schon einmal im Ultental sind, wollen wir doch auch noch das hinterste Eck, den Stausee Weißbrunn, sehen! So fuhren wir kurzerhand mit dem Auto zum Stausee. Fast wäre dieser Plan in die Hose gegangen, denn bei Kilometer 13 stand ein Fahrverbot – Lawinengefahr. Auf einem Streckenabschnitt von vielleicht 200 Metern ragte rechts der Strasse ein steiler Südhang empor – Gleitschneerutsche vorprogrammiert! Harald lenkte unseren Bus aber geschickt am Fahrverbot vorbei und schnell tuckerten wir durch die Gefahrenzone!

Beim Stausee angekommen wussten wir dann nicht so recht, was wir tun sollten. Die dortigen Hänge bzw. Touren waren alle sehr steil bzw. nicht das, was wir wollten. So fuhren wir einen Teil der Strasse zurück zu den Flatschberger Almen auf 1780m. Dort wollten wir noch Richtung Hintere Flatschberger Alm gehen, um die Bergwelt mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wir schnallten also unsere Ski erneut an und stiefelten los. Nach einer Weile bemerkten wir, dass wir auf dem falschen Weg sind. Was jedoch egal war, da wir keine grossen Ambitionen mehr hatten. Wir schauten auf der Karte nach und beschlossen, durch den Wald hinaufzugehen, um oberhalb der Waldgrenze noch ein wenig Aussicht zu haben. Erst folgten wir einer Schneeschuhspur, anschliessend spurte Harald durch den Wald hinauf. Wir erreichten die Waldgrenze und kamen an der Hütte Flatscher Bergl vorbei. Da die Aussicht noch nicht so toll war, gings weiter hinauf bis zum Schusterhüttl auf 2310m. Ausserhalb des Waldes waren wir wieder dem Wind ausgesetzt – er pfiff uns um die Ohren und trieb uns den Schnee ins Gesicht. So war der Aufenthalt bei der Hütte auch von begrenzter Dauer.

Die Abfahrt war auch nicht so spassig, der Schnee sehr windbearbeitet und verfrachtet. Vom Flatscher Bergl bis zum Waldrand gabs aber noch einige Schwünge im Powder, ehe es eher mühsam durch den Wald zurück zum Auto ging. Zum Glück war der Schnee im steilen Südhang oberhalb der Strasse noch dort, wo er sein sollte. So kamen wir ohne Zwischenfälle zurück zum Hotel.

Die Oberschenkel freuten sich auf die Entspannung in der Infrarotkabine und unsere Mägen auf das Abendessen 😊

Manu

Vormittag: Unteres Spiel

Im Tal unten merkte man wenig vom Wind, einzig die Windfahnen oben haben wir gesehen.

Blick vom "Unteren Spiel" zum "Oberen Spiel" ... windige Angelegenheit.

Hinten rechts die Ilmenspitze, eigentlich eine geplante Tour im Ultental.

Schöne Aussicht zur Hinteren Eggenspitze, Zufrittspitze und der Tuferspitze.

Nachmittag: Schusterhüttl
Endlich draussen aus dem Wald

Sucht wer seine Hütte? Wir hätten da eine gefunden.

Kunst im Schnee - oder Schneekunst?

Das kleine Schusterhüttl.

Auch hier wurde es bald mal windig und wir vertschüssten uns deshalb rasch wieder.


27.01. – Marschnell Hütte (ca. 2.230m)

Der letzte Tag unseres Skitourenurlaubs in Südtirol war angebrochen – leider schon viel zu früh. Gerne hätten wir noch ein paar Tage länger in Südtirol die Bergwelt genossen, aber das unbeständige Wetter und der viele Wind zusammen mit der angespannten Lawinensituation machten uns einen Strich durch die Rechnung.

Für diesen letzten Tag hatten wir keine große Tour mehr geplant, denn erstens war das Wetter nur noch bis ca. Mittag gut angesagt und zweitens wollten wir danach ja auch noch ca. vier bis fünf Stunden nach Hause fahren. Nach dem ausgiebigen Frühstück im Ultnerhof brachen wir in Richtung Kuppelwies auf, wo wir wieder zum Weiberhimmel fuhren, um von dort unsere Tour zu starten. Heute war dort aber nicht so viel los wie am Sonntag, ein paar wenige Autos parkten dort.

Wir starteten von dort in das Kofelraster Tal, immer dem Bach folgend. Anfangs stiegen wir gemütlich entlang von Wiesen auf und später entlang des breiten Baches, doch so 1.700m wurde es etwas enger im Tal und der Bach war zudem mit einigen umgestürzten Bäumen verlegt. Somit mussten wir kurzerhand etwas ausweichen und wählten dafür einen steilen Anstieg durch den Wald, um etwa 80 Höhenmeter danach auf den Forstweg zu gelangen, der uns dann zur Larchbergsäge führte. Dort trafen wir dann auf die Aufstiegsspur, die vom Gasthof Steinrast heraufführte. Dieser konnten wir dann weiter in Richtung Kühbergalm folgen, unserem nächsten Zwischenhalt.

Als wir dort bei der Hütte ankamen, frischte der Wind auf und wir mussten unsere Jacken anziehen. Zudem wurde das Wetter schlechter und das Licht immer diffuser, was den weiteren Aufstieg nicht einfacher machte. Wir folgten anfangs noch der Spur in Richtung Marschnell Hütte, aber diese verlor sich bald und somit mussten wir selbst spuren. Das Ziel für den heutigen Tag wäre eigentlich die Kofelrast Hütte auf 2.312m gewesen, aber kurz nach der Marschnell Hütte war dann Schluss mit lustig. Der Hang hinauf war zu geladen und voller Triebschnee und die Sicht wurde zu schlecht, um den Hang sicher beurteilen zu können. Wir verzichteten dann auf den weiteren Aufstieg und entschieden, dass wir am letzten Tag auch nichts mehr riskieren mussten. Wir hatten so auch schon ca. 720 Höhenmeter gemacht und die Aussicht vom Punkt über uns wäre nicht besser geworden – eher schlechter. Wir fellten also ab und kurvten zurück zur Kühbergalm, die wir rechts liegen ließen und folgten weiter dem Kofelrastbach ins Tal bis zur alten Säge. Bis dahin fanden wir sogar teils noch etwas Pulverschnee. Ab der Säge ging es mehr oder weniger entlang der Aufstiegsspur zurück zum Auto, wobei die letzten 100 Höhenmeter noch schon zu fahren waren.

Zum Abschluss im Ultental gönnten wir uns in St. Walburg noch einen Kaffee mit Kuchen bevor wir dann unsere Heimfahrt antraten. Bis in den Vinschgau waren wir noch ohne Schnee unterwegs, doch ab dem Obervinschgau fuhren wir gut 200 Kilometer im dichten Schneetreiben und permanent auf Schneefahrbahn. Ich wäre nicht so entspannt über den teilweise tief verschneiten Ofenpass und Julierpass gefahren, wenn da nicht der 4motion gewesen wäre 😉 – einfach ein Spaß mit dem Auto im Schnee zu fahren. Sogar nach dem Julierpass blieb uns der Schnee erhalten und so war auch die Autobahn ab Bonaduz durchgehend schneebedeckt, bis zur Abfahrt nach Balzers. Nach mehr als fünf Stunden Fahrt bogen wir schließlich hier in der Heimat in Triesen wieder ins Oberfeld ein, ebenfalls auf einer Schneefahrbahn und im dichten Schneetreiben. So stellten wir unseren fahrbaren Untersatz gegen 19 Uhr mit tief verschneiter Heckklappe seit langem wieder auf unserem Tiefgaragenplatz ab und waren erleichtert, gut hier angekommen zu sein.

Leider konnten wir uns dann aber nicht auf eine Infrarotkabine und ein mehrgängiges Menü am Abend freuen. Zuerst mussten wir das Notwendigste aus dem Bus ausräumen und dann leider wieder selbst an den Herd stehen, damit etwas Warmes zu Essen auf den Tisch kam. Das Weißbier konnten wir aber auch hier in vollen Zügen genießen, sogar auf der Couch 😊. Das Leben wird sich ab nun wieder normalisieren müssen, denn in wenigen Tagen ist unsere Auszeit zu Ende und der Arbeitsalltag ruft wieder nach uns.

Harald

Anfangs konnte man neben dem Bach schön aufsteigen.

Und sogar Pulverschnee war hier noch drinnen.

Die alte Lachbergsäge und ein paar Hütten tief verschneit.

Manus Freude war heute nicht sehr groß.

Die Kühbergalm und dahinter das Kreuz der Kofelrast (klein zu erkennen in der Bildmitte etwa).

Blick zum Hohen Dieb: ebenfalls eine schöne Skitour bei guten Verhältnissen.

Schluss mit Aufstieg: Blick auf die kleine Marschnell Hütte (in der Mitte sieht man die Überreste).

Freitag, 22. Januar 2021

20.-22.01. - Tauferer Ahrntal und Jochtal

20.01. – Magerstein (3.273m) von Rein in Taufers

Für den heutigen Tag habe ich eine etwas längere Tour rausgesucht – schon seit Beginn der Reise liebäugelte ich mit dem Magerstein – eine lange, aber einfache Tour auf einen 3000er mit einer geringen Lawinengefahr. Genau das, was ich mag! Laut Skitourenführer und Beschreibungen im Internet gilt es acht Kilometer und 1700 Höhenmeter zurückzulegen, und das in einer Zeit zwischen 5 und 6 Stunden. Ich rechnete mit einer Aufstiegszeit von circa 4.5 Stunden.

Zeitig frühstückten wir in Prags und fuhren dann los in Richtung Bruneck. Weiter ging es nach Sand in Taufers und von dort ins Reintal, bis zur Jausenstation Säge. An diesem sonnigen Tag waren wir wohl nicht die einzigen, die den Magerstein als Ziel hatten, denn mehrere Autos standen bereits auf dem Parkplatz.

Gegen 09:30 Uhr liefen wir los – erst ging es einem breiten Forstweg entlang, der jedoch schon bald in einem Wanderweg mündete. Steil ging es durch den Wald nach oben, mit vielen Kehren und hin und wieder auch etwas mühsam zu gehen, aber prinzipiell alles gut machbar. Nachdem wir circa 30 Minuten unterwegs waren, kam uns ein Skitourengeher entgegen, der bereits am Gipfel war – Aufbruch vom Parkplatz um 05:30 Uhr!

Wir legten relativ zügig die ersten Höhenmeter zurück und erreichten nach 1h20min die Kasseler-Hütte. Dort tranken wir kurz etwas und nahmen dann den weiteren Aufstieg in Angriff. Kurz oberhalb der Hütte erreichten uns dann die ersten Sonnenstrahlen. Weiter gings am Tristennock entlang stetig nach oben. Die Aufstiegsspur führte uns, nicht wie bei uns im Führer angegeben in einem weiten Bogen, direkt auf den Tristenferner hinauf. Weitere Skitourengeher, die früher dran waren als wir, kamen uns entgegen. Wir setzten unseren Weg fort, leichter Wind kam auf. Hinter uns sahen wir die ersten Wolkenbänke, die die Berge verhüllten. Links von uns konnten wir den Hohen Gall und den Windgall ausmachen, der Magerstein entzog sich aber noch unseren Blicken. Erst nachdem wir den Gletscher überquert hatten, sahen wir auch das heutige Ziel vor Augen – die letzten 200 Höhenmeter warteten auf uns! Wir kamen dann mit zwei weiteren Tourengeher auf dem Gipfel an – in 3h15min. Die Aussicht auf die Dolomiten war wunderschön. Ebenfalls der Blick in die Zillertaler- und Ötztaler Alpen. Gegen Westen hin verdichtete sich der Nebel.

Von einer Sekunde auf die andere zog starker Wind auf. Wir mussten unsere Ausrüstung festhalten, damit sie nicht vom Gipfel wehte! Darum gab es nur eine kurze Gipfelrast. Für Fotos und ein Video hat es dann aber doch noch gereicht. Wegen des unangenehmen Windes und da immer mehr Wolken aufzogen, fuhren wir zügig zurück über den Gletscher zur Kasseler-Hütte. Der Fahrspass hielt sich in Grenzen, immerhin war es nicht harschig und für ein paar Meter gab es hin und wieder windgepressten Pulverschnee! Wir entschieden uns dann für die direkte Abfahrt durch den Wald, also nicht so, wie wir aufgestiegen sind. In der Beschreibung hiess es, man müsse eine steile Rinne durch den Wald runterfahren. Schlussendlich fuhren wir mehrere steile Waldschneisen hinab, ehe wir den Forstweg erreichten, welcher uns wieder zurück zum Auto brachte. Kurz nach 14 Uhr waren wir wieder am Ausgangspunkt angelangt.

Wir fuhren zurück nach Sand in Taufers und gingen dort in eine Bäckerei – Kaffee und Kuchen warteten auf uns. Zudem wollten wir noch ein wenig Zeit verplempern, da wir der Unterkunft angegeben hatten, dass wir zwischen 17 und 18 Uhr ankommen werden. Da wussten wir noch nicht, dass die Tour doch nicht so lange dauert! Es war dann 16 Uhr, als wir bei der Unterkunft (die übrigens extra für uns ihre Tore öffnete) ankamen.

Abends gab es dann Pizza und Bier, was wir uns redlich verdient hatten!

Manu

Die Kasseler Hütte hat schon Sonne.

Blick nach Rein in Taufers und auf die Ahrntaler Berge.

Ab nun der Sonne entgegen.

Wunderschöne Hochgebirgslandschaft.

Der Gletscher war recht stark vom Wind bearbeitet worden, aber es ging noch gut zu fahren.

Wolken ziehen über den Zillertaler Alpen auf.

Hochgall und Windgall.

Panorama vom Gipfel gen Osten.

Blick in die Dolomiten.


Ein wunderschönes Gipfelkreuz!

Der Tristennock kurz über der Kasseler Hütte.


21.01. – Zinsnock (2.435m) von Weißenbach im Ahrntal

Der Donnerstag war als bewölkter Tag vorausgesagt worden, was uns aber irgendwie gerade recht kam. Nach den zackigen Höhenmetern vom Tag davor und generell von allen Skitouren in den Wochen davor wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Wir starteten so erst später in den Tag und entschlossen uns nach einem ausgiebigen Frühstück dazu, den Zinsnock im Ahrntal bei Weißenbach zu versuchen.

Die Tour führt recht lange durch den Wald und entlang einer Rodelbahn nach oben, zuerst zur Innerhoferalm, die man aber links liegen lässt und dann weiter zur Marxegger Hütte und Pichler Hütte, von wo aus eigentlich die Tour so richtig startet. Ab dort geht man dann im freien Gelände. Selbst von dort war aber die Navigation trotz des leichten Schneefalls und der Wolken noch kein Problem, denn bis auf etwa 2.000m geht man noch immer im Wald bzw. entlang von Waldschneisen.

Bis zur oberen Marxegger Hütte war die Sicht noch gut und wir entschlossen uns dazu, weiter in Richtung Gipfel aufzusteigen – es waren ja nur noch 250 Höhenmeter oder so. Dann wurde aber die Sicht zunehmend schlechter und wir liefen in ein White-Out. Der Blick auf die Uhr zeigte aber, dass wir schon knapp 120 Höhenmeter unter dem Gipfel waren und somit wollten wir dann schon noch versuchen, diesen zu erreichen. Wir wussten ja, dass es allesamt flache Hänge sind und nirgends Absturzgefahr oder dergleichen besteht.

Teils wurde die Sicht etwas besser, sodass wir zumindest wieder kurz die Kuppen und Mulden erkennen konnten und so navigierten wir dann weiter nach oben, teils unterstützt vom GPS – ohne dieses hätten wir den Gipfel wohl nie gefunden. Klingt blöd, ist aber so. Schliesslich erreichten wir den Gipfel mit Kreuz.

Die Abfahrt ging dann im oberen Teil exakt entlang der Spur zurück, denn diese bot uns wenigstens Kontrast und wir sahen Wellen und Kuppen. Schon aber etwa 100m unter dem Gipfel riss es etwas auf und wir konnten gut frei fahren und ab der letzten Hütte hatten wir gute Sicht und richtig viel Spaß im Neuschnee. Die Abfahrt war dann erstaunlich gut und lustig und so hatten wir am Ende des Tages doch noch gut 1.100 Höhenmeter gemacht und einen netten Powder-Tag eingelegt. Das Abendessen war also verdient!

Harald

Aufstieg in den Waldschneisen.

Ein "Blick" zum Gipfel.

Schneemangel gibt es auch hier nicht.

Schließlich doch noch gefunden: das Gipfelkreuz des Zinsnock.


22.01. – Kleine Gitsch (2.262m) von Meransen im Jochtal

Heute war unser Reisetag. Vom Tauferer Ahrntal ging es durch das Puster- und Eisacktal nach Bozen und weiter nach Meran, um dort dann ins Ultental abzuzweigen, wo wir nun einige Tage verbringen werden. Da wir nicht schon um 12 Uhr bei der neuen Unterkunft stehen wollten und uns zudem noch das Abendessen verdienen mussten, blieben wir am Weg kurz stehen, um von Meransen im Jochtal aus die Kleine Gitsch zu machen. Eine lockere Skitour in flachem Gelände, die größtenteils durch Wald und Waldschneisen führt und somit auch bei Schneefall noch Kontrast und Sicht bietet.

Vom Parkplatz weg ging es zuerst gefühlt Ewigkeiten zur Moseralm auf knapp 1.940m. Hierbei nutzten wir den Schlittenweg bzw. die Forststraße. Wie man auf dieser Straße Schlitten fahren kann ist mir sowieso ein Rätsel – zu flach meiner Meinung nach.

Ab der Moseralm lagen dann einige freie Hänge vor uns, die aber ganz flach sind. Zuerst navigiert man zu einem Stall mit Kreuz oberhalb der Alm und von dort weiter immer entlang des Zaunes bis zum „Gipfel“ der Kleinen Gitsch. Bis zum Stall ging alles noch recht gut, doch ab dort waren wir komplett im White-Out gefangen. Zum Glück gab es heute den Zaun, an welchem wir uns orientieren konnten.

Am Gipfel angekommen fellten wir ab und machten uns parat für die Abfahrt. Und siehe da, es riss auf. Wir hatten dann wirklich noch gute Sicht auf Meransen runter und auch für die Abfahrt war alles perfekt – nur die Hänge waren fast zu flach für die Menge an Schnee, sodass man nicht wirklich ins Fahren kam. Unten ging es dann zuerst etwas steiler durch den Wald und anschließend entlang der Forststraße zurück zum Auto, wo wir nach gut 2,5h wieder eintrafen.

Nach einem Stopp bei einem Café für einen Kuchen und einem späteren Halt bei einer Tankstelle ging es dann geradewegs weiter nach Ulten, wo uns ab ca. 1000m eine schön winterliche Straße begrüßte und ich so meinen Spaß hatte beim Fahren – 4motion hat sich somit vollkommen ausgezahlt beim Bus!

Harald

Neuschnee auch hier im Jochtal.

Manu spurt und die Bäume verneigen sich.

Die Sonne drückt sogar kurz durch: unten die Moserhütte.

White-Out am Grat zum Gipfel. Zum Glück gab es hier den Zaun.

Der "Gipfel" der Kleinen Gitsch: ein Mini-Steinmann.

Und siehe da, es macht sogar auf und wir haben wieder Sonne.

Es läuft: also gerade so schnell, dass wir nicht anschieben müssen.

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...