14.01. – Stullser Mahnder
Der Tag war
angekündigt mit viel Schnee, Wind und schlechter Sicht. Wir schliefen also aus
und gingen erst recht spät zum Frühstück – draußen verpassten wir ja sowieso
nicht viel. Etwas tun wollten wir aber dennoch und so packten wir schließlich
unser GoreTex-Zeugs und unsere Schneeschuhe ein und stapften los in Richtung
der Kirche, von wo aus der Wanderweg 15B zur Toniger Hütte führt. Schon kurz
nach der Kirche mussten wir dann die Schneeschuhe montieren und im tiefen
Schnee im Wald spuren.
Zuerst ging es noch
dem Waldweg entlang, der von vielen Leuten als Spazierweg genutzt wird, doch
schon bald zweigte unser Weg 15B steil bergauf ab. Noch niemand war dort
gegangen, also mussten wir alles spuren. Im teils sehr tiefen Schnee kamen wir
dann nur langsam voran und schon bald war klar, dass unser „Ruhetag“ durchaus
anstrengend sein wird, wenn wir wirklich bis zum Stullser Mahnder wollten. Wir
wechselten uns ab beim Spuren und so kamen wir doch noch zügig voran.
Irgendwo in der Mitte
des Waldes verloren wir dann den Weg etwas aus den Augen. Viel Schneebruch
sorgte dort dafür, dass Bäume kreuz und quer lagen und wir die nächste Markierung
nicht finden konnten. Wir folgten dann einfach einer Schneise im Wald, wo die
Bäume ausgeschnitten waren, in der Hoffnung, doch den richtigen Weg zu
erwischen. Fehlanzeige. Schon kurz darauf stellten wir fest, dass der Weg falsch
war, also wieder etwa 50 Höhenmeter ab und dann aber auf den richtigen Weg.
Schon bald danach
gelangten wir auf die Wiese der Toniger Alm und mussten dort im sehr tiefen Schnee
nach oben spuren. Dort lag der Schnee recht ungünstig auf einer Altschneeoberfläche
und wir mussten vorsichtig sein. Wir folgten dann dem flachen Fahrweg nach oben
und gelangten so gut zum höchsten Punkt unserer Tour, dem Stullser Mahnder
direkt unter dem Stullser Mut – einem kleinen Hügel dort, wo sich sogar selbst
ein kleines Schneebrett gelöst hatte. Nun folgten wir dem Wanderweg entlang zur
Eggergrubalm und stiegen dort dann recht zügig entlang des Schlittenweges
wieder ab zum Hof bei Hochegg. Vorbei an der Morx Puite Hütte ging es dann der
Straße entlang zurück zur Pension, wo uns ein hervorragender Kuchen erwartete.
Zumindest hatten wir also ein paar Kalorien verbrannt, um für das leckere
Abendessen wieder Platz zu schaffen.
Harald
 |
| Anstrengend war es im Wald |
 |
| Tiefer Schnee erschwerte uns das Vorankommen. |
 |
| Auf der Toniger Alm lag auch sehr viel Schnee. |
 |
| Unser Ziel für den heutigen Tag liegt tief im Schnee begraben. |
15.01. – Stullser Hochalm
Der Freitag war
deutlich besser angekündigt als der Donnerstag – morgens noch letzte Wolkenreste
und dann von Osten her schönes Wetter. Doch irgendwie sah das ganze am Morgen
noch nicht danach aus. Dichter Schneefall war angesagt, als ich das erste Mal
munter wurde. Somit erledigte sich das mit einem frühen Frühstück auch wieder
und wir genossen dann einen späten und ausgiebigen Brunch – also beinahe. 😉
Jürgen – der Chef des
Hauses – beriet uns dann noch kurz bezüglich des Wetters und meinte, dass es ab
Mittag besser werden sollte. Wir verzogen uns dann auf das Zimmer und nutzten das
schlechte Wetter, um unsere Tour für die morgige Reise zu planen. Wir wollten etwas
entlang des Weges vom Passeiertal nach Prags machen. Nachdem dies erfolgreiche
beendet worden war und wir auch einige Sonnenstrahlen im Zimmer sahen, packten
wir unsere sieben Sachen und brachen zu einer späten Skitour auf – direkt von
der Pension aus.
Mit den Skiern ging es
entlang der Straßen – diese waren zwar geräumt, aber nicht schneefrei – und später
querfeldein durch den Ort nach oben, bevor wir über eine Wiese in den Waldweg
einbogen, den wir schon vom Spaziergang zwei Tage davor kannten. Diesem Weg folgten
wir dann bis zur Morx Puite Hütte und dann dort der Straße weiter entlang bis
zum Beginn der Schlittenbahn in Richtung Eggergrub-Alm. An dieser gingen wir
links vorbei und steuerten direkt die Schutzhütte der Stullser Hochalm an, die
uns empfohlen wurde. Viel machen konnten wir ja nicht bei einer Lawinenwarnstufe
4 über der Waldgrenze. Aberdiese Tour ist extrem häufig begangen und somit zerspurt
und weist zudem sehr flache Hänge auf.
Schon bald kamen wir
an der Hochalm an und hatten etwa 850 Höhenmeter gemacht. Das Wetter war noch
nicht ganz gut, aber es klarte auf und die Sonne drückte mehr und mehr durch.
Wir aßen eine Kleinigkeit und tranken etwas Tee und querten dann weiter unter
dem Stullser Hochwart durch zum alten Stall, von wo aus die Abfahrt gemacht
wird.
Dort angekommen wurde
es noch richtig schön und die Sonne kam gut durch. Wir nutzten die Gunst der
Stunde gleich und fetzten den alten Spuren entlang den Hang ab – in wunderschönem
Pulverschnee. Schon als wir an „Evis Hütte“ vorbeikamen, hatten wir beide einen
Grinser im Gesicht und es war klar, dass wir nochmals auffellen wollten. Wir fuhren
dann noch bis zum Wanderweg ab, den wir vom Tag davor kannten und hatten dann
gut 300 Höhenmeter in der Abfahrt gemacht.
Wir fellten rasch
wieder auf und stiegen erneut auf zum Stall, um dann wieder den Hang zu genießen,
der sehr breit ist und viel Platz für Spuren liess. Als wir dann beim Wanderweg
ankamen war es schon 15:40 Uhr und somit eine Stunde vor Sonnenuntergang. Wir
entschieden uns dann aber nochmals für einen raschen Aufstieg und legten den
Turbo ein beim Nach-oben-gehen. Mit den letzten Sonnenstrahlen starteten wir
dann in die dritte Abfahrt und genossen jeden Schwung umso mehr.
Danach fuhren wir
recht zügig ab zum Hof bei Hochegg und entlang der Aufstiegsroute zurück zur
Pension direkt im Dorf. Bis auf wenige hundert Meter vor der Pension konnten
wir dann mit den Skiern abfahren. Beide waren wir glücklich, hatten wir doch
noch 1500 Höhenmeter geschafft und drei Mal eine super Abfahrt genossen. Somit
war das letzte tolle 5-Gänge-Menü am Abend durchaus verdient!
Harald
 |
| Aufstieg durch das Dorf und vorbei an den Höfen. |
 |
| Es klart langsam auf :-) |
 |
| Heute war schon gespurt |
 |
| Ziel erreicht: die Stullser Hochalm. |
 |
| Glücklich nach der ersten Abfahrt im Tiefschnee. |
 |
| Blick Richtung Sarntaler Alpen mit dem Hirzer. |
 |
| Die Sonne sagt langsam Aufwiedersehen. |
 |
| Letzte Sonnenstrahlen am Hirzer in den Sarntaler Alpen. |
16.01. – Zinseler (2.422m, im Jaufental)
Heute hiess es
Abschied vom schönen Passeiertal zu nehmen – aber es wird sicher nicht das letzte
Mal sein, dass wir dort gewesen sind! Es gibt noch viele Berge, die von uns
bestiegen werden wollen 😉
Wir hatten Glück und
der Jaufenpass war geöffnet – dies war anfangs der Woche noch nicht der Fall gewesen.
So mussten wir nicht den Umweg über Meran und Bozen in Kauf nehmen und waren
nach gut einer Stunde Fahrzeit in St. Anton im Jaufental auf 1050m angelangt,
dem Ausgangspunkt unserer heutigen Tour.
Wir waren nicht die
ersten und einzigen, die sich für den heutigen Samstag den 2422m hohen Zinseler
ausgesucht hatten. Somit gab es bereits vom Tal aus eine gute Aufstiegsspur,
der wir folgen konnten. Nach den ersten 300 Höhenmetern verzweigte sich die
Spur und wir mussten einige Meter runterrutschen, um dann einem Waldweg folgend
ins Gospeneider Tal zu gelangen. An der Ochsenalm ging es vorbei, stetig sanft
ansteigend. Die Sonne wärmte unser Gesicht, ansonsten war es heute wieder
kälter als an den Vortagen. Auf dem Berggipfel sahen wir auch die Windfahnen
und hofften, dass der Wind auf unserer Tour allzu stürmisch werden würde! Kurz
unterhalb des Gospeneider Jöchls kamen uns drei abfahrende Tourengeher entgegen.
Sie meinten, sie hätten ca. zwei Minuten unterhalb des Gipfels gedreht, da der
Wind einfach zu stürmisch gewesen sei.
Wir setzten unseren
Weg fort, kurz ging es steil aufs Gospeneider Jöchl hinauf, anschliessend die letzten
120 Höhenmeter dem breiten Rücken bis zum Gipfel hinauf entlang. Sechs weitere
Tourenfahrer kamen uns entgegen, mehr war heute nicht los. Wir zogen uns
prophylaktisch unsere Jacken an und liefen weiter Richtung Gipfel. Der Wind zog
tatsächlich an und war mitunter auch unangenehm kalt, aber wir haben bei weitem
schon stürmischere Touren erlebt. Nichtsdestotrotz verweilten wir nur kurz auf
dem Gipfel, um das wunderschöne Panorama zu geniessen bzw. einige Fotos zu
schiessen. Dann rutschten wir einige Meter wieder nach unten, um dem Wind nicht
gänzlich ausgeliefert zu sein, fellten ab und machten uns für die Abfahrt
ready. Schönen Pulverschnee wie in den letzten Tagen gab es leider nicht, alles
war sehr windbearbeitet. Wir zogen relativ zügig unsere Schwünge talwärts, da
die Finger und Zehen doch ein wenig kalt waren!
Ohne Schwierigkeiten
erreichten wir dann wieder unser Auto. Da die Sonne den Platz wärmte und der
Wind eher schwach war, setzten wir uns noch in die Sonne um unsere Jause zu essen
und unseren Tee zu trinken. Dafür war es unterwegs einfach zu kalt!
Dann setzten wir unsere
Reise nach Prags fort – wo wir bereits gegen 15:30 Uhr im Tuscherhof ankamen.
Hier werden wir die nächsten vier Tage/Nächte verbringen. Hoffentlich bei gutem
Wetter 😊
Manu
 |
| Anreise über den Jaufenpass: schneebedeckte Fahrbahn rauf und runter. Mit 4-Motion hatte Harald aber durchaus seinen Spass. |
 |
| Hinter der Ochsenalm endlich in der Sonne. Oben weht eine steife Brise. |
 |
| Immer der Sonne entgegen. |
 |
| Der Gipfel des Zinseler zeigt uns die kalte Schulter. |
 |
| Ausblick nach Norden in Richtung Wipptal und Brenner. |
 |
| Ausblick nach Westen. |
 |
| So windig wars, dass sogar am Gipfelfoto noch die Ski drauf geblieben sind. Foto und ab nach unten. |
 |
| Leider war es einfach zu windig oben, dass wir die Aussicht hätten länger geniessen können. |
 |
| Panorama Baby! |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen