Samstag, 16. Januar 2021

14.-16.01. - Passeiertal - Teil 2

14.01. – Stullser Mahnder

Der Tag war angekündigt mit viel Schnee, Wind und schlechter Sicht. Wir schliefen also aus und gingen erst recht spät zum Frühstück – draußen verpassten wir ja sowieso nicht viel. Etwas tun wollten wir aber dennoch und so packten wir schließlich unser GoreTex-Zeugs und unsere Schneeschuhe ein und stapften los in Richtung der Kirche, von wo aus der Wanderweg 15B zur Toniger Hütte führt. Schon kurz nach der Kirche mussten wir dann die Schneeschuhe montieren und im tiefen Schnee im Wald spuren.

Zuerst ging es noch dem Waldweg entlang, der von vielen Leuten als Spazierweg genutzt wird, doch schon bald zweigte unser Weg 15B steil bergauf ab. Noch niemand war dort gegangen, also mussten wir alles spuren. Im teils sehr tiefen Schnee kamen wir dann nur langsam voran und schon bald war klar, dass unser „Ruhetag“ durchaus anstrengend sein wird, wenn wir wirklich bis zum Stullser Mahnder wollten. Wir wechselten uns ab beim Spuren und so kamen wir doch noch zügig voran.

Irgendwo in der Mitte des Waldes verloren wir dann den Weg etwas aus den Augen. Viel Schneebruch sorgte dort dafür, dass Bäume kreuz und quer lagen und wir die nächste Markierung nicht finden konnten. Wir folgten dann einfach einer Schneise im Wald, wo die Bäume ausgeschnitten waren, in der Hoffnung, doch den richtigen Weg zu erwischen. Fehlanzeige. Schon kurz darauf stellten wir fest, dass der Weg falsch war, also wieder etwa 50 Höhenmeter ab und dann aber auf den richtigen Weg.

Schon bald danach gelangten wir auf die Wiese der Toniger Alm und mussten dort im sehr tiefen Schnee nach oben spuren. Dort lag der Schnee recht ungünstig auf einer Altschneeoberfläche und wir mussten vorsichtig sein. Wir folgten dann dem flachen Fahrweg nach oben und gelangten so gut zum höchsten Punkt unserer Tour, dem Stullser Mahnder direkt unter dem Stullser Mut – einem kleinen Hügel dort, wo sich sogar selbst ein kleines Schneebrett gelöst hatte. Nun folgten wir dem Wanderweg entlang zur Eggergrubalm und stiegen dort dann recht zügig entlang des Schlittenweges wieder ab zum Hof bei Hochegg. Vorbei an der Morx Puite Hütte ging es dann der Straße entlang zurück zur Pension, wo uns ein hervorragender Kuchen erwartete. Zumindest hatten wir also ein paar Kalorien verbrannt, um für das leckere Abendessen wieder Platz zu schaffen.

Harald

Anstrengend war es im Wald

Tiefer Schnee erschwerte uns das Vorankommen.

Auf der Toniger Alm lag auch sehr viel Schnee.

Unser Ziel für den heutigen Tag liegt tief im Schnee begraben.


15.01. – Stullser Hochalm

Der Freitag war deutlich besser angekündigt als der Donnerstag – morgens noch letzte Wolkenreste und dann von Osten her schönes Wetter. Doch irgendwie sah das ganze am Morgen noch nicht danach aus. Dichter Schneefall war angesagt, als ich das erste Mal munter wurde. Somit erledigte sich das mit einem frühen Frühstück auch wieder und wir genossen dann einen späten und ausgiebigen Brunch – also beinahe. 😉

Jürgen – der Chef des Hauses – beriet uns dann noch kurz bezüglich des Wetters und meinte, dass es ab Mittag besser werden sollte. Wir verzogen uns dann auf das Zimmer und nutzten das schlechte Wetter, um unsere Tour für die morgige Reise zu planen. Wir wollten etwas entlang des Weges vom Passeiertal nach Prags machen. Nachdem dies erfolgreiche beendet worden war und wir auch einige Sonnenstrahlen im Zimmer sahen, packten wir unsere sieben Sachen und brachen zu einer späten Skitour auf – direkt von der Pension aus.

Mit den Skiern ging es entlang der Straßen – diese waren zwar geräumt, aber nicht schneefrei – und später querfeldein durch den Ort nach oben, bevor wir über eine Wiese in den Waldweg einbogen, den wir schon vom Spaziergang zwei Tage davor kannten. Diesem Weg folgten wir dann bis zur Morx Puite Hütte und dann dort der Straße weiter entlang bis zum Beginn der Schlittenbahn in Richtung Eggergrub-Alm. An dieser gingen wir links vorbei und steuerten direkt die Schutzhütte der Stullser Hochalm an, die uns empfohlen wurde. Viel machen konnten wir ja nicht bei einer Lawinenwarnstufe 4 über der Waldgrenze. Aberdiese Tour ist extrem häufig begangen und somit zerspurt und weist zudem sehr flache Hänge auf.

Schon bald kamen wir an der Hochalm an und hatten etwa 850 Höhenmeter gemacht. Das Wetter war noch nicht ganz gut, aber es klarte auf und die Sonne drückte mehr und mehr durch. Wir aßen eine Kleinigkeit und tranken etwas Tee und querten dann weiter unter dem Stullser Hochwart durch zum alten Stall, von wo aus die Abfahrt gemacht wird.

Dort angekommen wurde es noch richtig schön und die Sonne kam gut durch. Wir nutzten die Gunst der Stunde gleich und fetzten den alten Spuren entlang den Hang ab – in wunderschönem Pulverschnee. Schon als wir an „Evis Hütte“ vorbeikamen, hatten wir beide einen Grinser im Gesicht und es war klar, dass wir nochmals auffellen wollten. Wir fuhren dann noch bis zum Wanderweg ab, den wir vom Tag davor kannten und hatten dann gut 300 Höhenmeter in der Abfahrt gemacht.

Wir fellten rasch wieder auf und stiegen erneut auf zum Stall, um dann wieder den Hang zu genießen, der sehr breit ist und viel Platz für Spuren liess. Als wir dann beim Wanderweg ankamen war es schon 15:40 Uhr und somit eine Stunde vor Sonnenuntergang. Wir entschieden uns dann aber nochmals für einen raschen Aufstieg und legten den Turbo ein beim Nach-oben-gehen. Mit den letzten Sonnenstrahlen starteten wir dann in die dritte Abfahrt und genossen jeden Schwung umso mehr.

Danach fuhren wir recht zügig ab zum Hof bei Hochegg und entlang der Aufstiegsroute zurück zur Pension direkt im Dorf. Bis auf wenige hundert Meter vor der Pension konnten wir dann mit den Skiern abfahren. Beide waren wir glücklich, hatten wir doch noch 1500 Höhenmeter geschafft und drei Mal eine super Abfahrt genossen. Somit war das letzte tolle 5-Gänge-Menü am Abend durchaus verdient!

Harald

Aufstieg durch das Dorf und vorbei an den Höfen.

Es klart langsam auf :-)

Heute war schon gespurt

Ziel erreicht: die Stullser Hochalm.

Glücklich nach der ersten Abfahrt im Tiefschnee.


Blick Richtung Sarntaler Alpen mit dem Hirzer.

Die Sonne sagt langsam Aufwiedersehen.

Letzte Sonnenstrahlen am Hirzer in den Sarntaler Alpen.


16.01. – Zinseler (2.422m, im Jaufental)

Heute hiess es Abschied vom schönen Passeiertal zu nehmen – aber es wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass wir dort gewesen sind! Es gibt noch viele Berge, die von uns bestiegen werden wollen 😉

Wir hatten Glück und der Jaufenpass war geöffnet – dies war anfangs der Woche noch nicht der Fall gewesen. So mussten wir nicht den Umweg über Meran und Bozen in Kauf nehmen und waren nach gut einer Stunde Fahrzeit in St. Anton im Jaufental auf 1050m angelangt, dem Ausgangspunkt unserer heutigen Tour.

Wir waren nicht die ersten und einzigen, die sich für den heutigen Samstag den 2422m hohen Zinseler ausgesucht hatten. Somit gab es bereits vom Tal aus eine gute Aufstiegsspur, der wir folgen konnten. Nach den ersten 300 Höhenmetern verzweigte sich die Spur und wir mussten einige Meter runterrutschen, um dann einem Waldweg folgend ins Gospeneider Tal zu gelangen. An der Ochsenalm ging es vorbei, stetig sanft ansteigend. Die Sonne wärmte unser Gesicht, ansonsten war es heute wieder kälter als an den Vortagen. Auf dem Berggipfel sahen wir auch die Windfahnen und hofften, dass der Wind auf unserer Tour allzu stürmisch werden würde! Kurz unterhalb des Gospeneider Jöchls kamen uns drei abfahrende Tourengeher entgegen. Sie meinten, sie hätten ca. zwei Minuten unterhalb des Gipfels gedreht, da der Wind einfach zu stürmisch gewesen sei.

Wir setzten unseren Weg fort, kurz ging es steil aufs Gospeneider Jöchl hinauf, anschliessend die letzten 120 Höhenmeter dem breiten Rücken bis zum Gipfel hinauf entlang. Sechs weitere Tourenfahrer kamen uns entgegen, mehr war heute nicht los. Wir zogen uns prophylaktisch unsere Jacken an und liefen weiter Richtung Gipfel. Der Wind zog tatsächlich an und war mitunter auch unangenehm kalt, aber wir haben bei weitem schon stürmischere Touren erlebt. Nichtsdestotrotz verweilten wir nur kurz auf dem Gipfel, um das wunderschöne Panorama zu geniessen bzw. einige Fotos zu schiessen. Dann rutschten wir einige Meter wieder nach unten, um dem Wind nicht gänzlich ausgeliefert zu sein, fellten ab und machten uns für die Abfahrt ready. Schönen Pulverschnee wie in den letzten Tagen gab es leider nicht, alles war sehr windbearbeitet. Wir zogen relativ zügig unsere Schwünge talwärts, da die Finger und Zehen doch ein wenig kalt waren!

Ohne Schwierigkeiten erreichten wir dann wieder unser Auto. Da die Sonne den Platz wärmte und der Wind eher schwach war, setzten wir uns noch in die Sonne um unsere Jause zu essen und unseren Tee zu trinken. Dafür war es unterwegs einfach zu kalt!

Dann setzten wir unsere Reise nach Prags fort – wo wir bereits gegen 15:30 Uhr im Tuscherhof ankamen. Hier werden wir die nächsten vier Tage/Nächte verbringen. Hoffentlich bei gutem Wetter 😊

Manu

Anreise über den Jaufenpass: schneebedeckte Fahrbahn rauf und runter. Mit 4-Motion hatte Harald aber durchaus seinen Spass.

Hinter der Ochsenalm endlich in der Sonne. Oben weht eine steife Brise.

Immer der Sonne entgegen.

Der Gipfel des Zinseler zeigt uns die kalte Schulter.

Ausblick nach Norden in Richtung Wipptal und Brenner.

Ausblick nach Westen.

So windig wars, dass sogar am Gipfelfoto noch die Ski drauf geblieben sind. Foto und ab nach unten.

Leider war es einfach zu windig oben, dass wir die Aussicht hätten länger geniessen können.

Panorama Baby!


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