Dienstag, 19. Januar 2021

17.-19.01. - Fanes-Sennes-Prags und Sextner Dolomiten

17.01. Prags – Großer Jaufen (2.475m) von Außerprags

Das Wetter war für Sonntag nicht sonderlich gut angesagt – also zumindest laut Alpenverein, dem Bergwetter des Südtiroler Wetterdienstes und auch Meteoblue sagte einen trüben Tag an. Die Chefin in der Unterkunft meinte aber am Vorabend, sie hätten eine Wetterstation von Arabba gleich in der Nähe und diese sage gutes Wetter an – je länger der Tag desto besser.

Wir starteten also voller Hoffnung in diesen Tag – erst später, da wir ja das schöne Wetter am Nachmittag ausnutzen wollten. Los ging es zum Gasthaus Brückele, wo wir unseren fahrbaren Untersatz gegen eine Gebühr abstellten und dann losgingen. Beim Aufbruch war das Wetter so-so. Es war teils wolkenverhangen, teils noch nebelig, aber teils drückte die Sonne durch. Wir waren also guter Dinge.

Die Tour an sich ist recht leicht und mit knapp 1.000Hm auch nicht allzu lange. Wir stiegen entlang der Wanderwege und Forstwege zur Oberen Rossalm auf und später von dort weg weiter unter dem Kleinen Jaufen durch in Richtung Großer Jaufen. Bis zur Rossalm gingen wir mehr oder weniger im Wald und hatten somit noch gute Sicht, da wir einen Kontrast hatten. Ab der Rossalm waren wir dann im freien Gelände unterwegs und somit war die Sicht nicht mehr so gut. So folgten wir dann auch erstmals der Spur in Richtung Kleiner Jaufen, merkten dies aber bald und querten dann nach links in Richtung Großer Jaufen.

Weit vor uns konnten wir dann noch weitere 5 Tourengeher ausmachen. Diese dienten dann als Anhaltspunkt, denn sonst war außer viel Weiß nichts zu sehen. Nach gemütlichen 2:45h kamen wir am Gipfel an – es war noch eine recht lange Strecke zu überwinden. Normalerweise erfreut man sich dann über eine Aussicht, nicht aber so hier. Wir sahen nicht viel. Ab und zu drückte die Sonne etwas mehr oder die Nebelfetzen schoben sich etwas auf, aber sonst sahen wir einfach nichts. Nicht die Drei Zinnen, nicht die markanten Gipfel der Großen Gaisl, keine Tofana, keine Dolomiten. Wir hätten überall sein können.

Wir fellten also rasch ab und brachen dann wieder ins Tal auf, entlang der Aufstiegsroute, denn diese Spur konnten wir noch sehen. Gleich am Gipfelhang knackte ich dann den Jackpot. Bei einer Schneelage von 2 Meter und mehr erwischte ich einen vollkommen eingeschneiten Felsblock mit den Skiern und riss mir gleich einen Teil des Belags beim Ski raus – naja, kann man wieder flicken. Die restliche Abfahrt war dann eher gemütlich. Lockeres Schwingen im Harsch, Pulver, Triebschnee usw. Erst unterhalb der Alm gab es wieder Sicht und wir konnten im offenen Wald noch einige schöne Spuren machen. Wenigstens hatten wir uns so den Kuchen danach und das Abendessen verdient.

Harald

Anfangs hatten wir die Hoffnung, dass das Wetter besser wird.

Schnee haben sie auch hier ausreichend.

Siehe da, sogar etwas blauer Himmel.

Die Sicht am Gipfel oben - kaum gegeben.


18.01. Sexten – Hochebenkofel (2.905m) via Dreischusterhütte

Für Montag kündigten alle Wetterdienste gutes Bergwetter an. „Ein sonniger Tag im Gebirge“ hieß es am Bergwetter von Südtirol. Wir planten also eine etwas ausgiebigere Tour und wollten zudem das gute Wetter nutzen, um die wunderschöne Aussicht vom Hochebenkofel auf die Drei Zinnen, die Dreischusterspitze und den Haunold zu erhaschen.

Los ging es dann vom Winterparkplatz der Dreischusterhütte im Innerfeldtal bei Sexten. Von dort steigt man zuerst gut eine Stunde entlang der Rodelbahn zur Hütte auf, um dort dann weiter immer in Richtung Talschluss zu gehen. Links wird der gesamte Weg von der mächtigen Gruppe rund um die Dreischusterspitze flankiert, rechts steht mit dem Haunold ein sehr zerklüfteter Dolomitengipfel, den wir sogar schon ersteigen durften.

Nach einem Weilchen erreichten wir die Hütte und folgten weiter der Spur in Richtung Talschluss. Es war somit schon gespurt und die Route schon begangen worden. Somit waren wir etwas erleichtert, denn die Route ist im oberen Teil etwas steiler und verengt sich in einem Kessel. Nicht so erleichtert waren wir aber bezüglich des Wetters. Anstatt immer schöner zu werden, zog es immer mehr zu und die Nebelfetzen verhüllten die Gipfel. Leicht gekränkt deswegen setzten wir aber den Aufstieg fort, denn schließlich hatten wir schon gut zwei Stunden hinter uns und es fehlten nur noch zwei bis auf den Gipfel.

Wir stiegen dann durch das enge Tal in Richtung Birkenkofel und Hochebenkofel auf. Anfangs ging das noch recht gut, doch mit der Zeit wurden die Lichtverhältnisse recht schlecht, sodass Manu Probleme hatte mit dem Kontrast und ihr etwas übel wurde. Ich spurte dann voraus (ab hier waren die alten Spuren vom Wind zugeweht worden) und so kamen wir langsam in die Nähe der Schlüsselstelle. An dem steilen Hang angekommen stärkten wir uns zuerst und zogen unsere Jacken über, denn es zog auch der Wind an.

In einigen Spitzkehren überwanden wir dann den steilen Hang und mieden dabei die großen Triebschneesammlungen. Wir stiegen entlang der Bahn eines Schneerutsches auf. Diese war zwar hart, aber mit Harscheisen gut zu begehen und objektiv sicherer. Die Engstelle ganz oben im Talschluss konnten wir dann wieder einfacher meistern. Hier gab es nicht so viel Triebschnee und zudem keine großen Hänge oder Mulden, die gefährdet waren. Wir hatten sogar Glück und konnten gut im Schnee durchgehen, denn normalerweise gibt es hier auch Wassereis, was den Aufstieg erschwert. Steigeisen und Pickel brauchten wir also nicht und konnten somit im Rucksack bleiben.

Nach der Steilstufe folgten noch die letzten 150 Höhenmeter bis auf den Gipfel. Anfangs wanderten wir noch im Nebel, doch plötzlich machte es auf und wir sahen den Gipfel. Auch die anderen Gipfel ringsum kamen zum Vorschein. Beide waren wir glücklich darüber, dass die Mühen des langen Anstieges und der 1600 Höhenmeter nicht umsonst waren.

Am Gipfel hatten wir dann noch recht gute Aussichten auf den Haunold, die Dreischusterspitze, die Sextner Rotwand sowie die Drei Zinnen, die direkt vor uns standen. Nur nach Westen hin in die Fanes-Sennes-Prags Region sowie zur Tofana hatten wir kaum Sicht. Dort war es weiterhin wolkenverhangen. Wir genossen die Aussicht recht lange, erledigten unsere Sachen (abfellen usw.) und machten uns dann für die Abfahrt bereit. Wir wollten das gute Licht ausnutzen, um im oberen Teil durch die Steilstufen hindurch bei guter Sicht fahren zu können.

So steuerten wir dann wieder talwärts und kamen gut durch die Schlüsselstellen und immer weiter in Richtung Talboden. Wir verabschiedeten uns von der tollen Aussicht auf die Drei Zinnen und fuhren dann endgültig bis etwa 2000m ab, wo wir dann Pause machten und unsere Jausenbrote aßen. Beide waren wir hungrig und brauchten Energie für die letzten Kilometer zurück zum Auto, denn ab dem Talboden ist es flach und man muss viel anschieben. Es lief dann aber wider Erwartens recht gut und nach der Hütte konnten wir die Abfahrt entlang der Rodelbahn noch richtig genießen.

Beim Auto angekommen – es war schon halb vier – waren wir beide müde aber glücklich. Auch das Wetter hatte sich nun deutlich gebessert und die Gipfel waren alle frei. Aber noch weiter am Gipfel auf besseres Wetter zu warten wäre fast nicht drinnen gewesen, denn bei schwindendem Tageslicht abfahren ist auch nicht sonderlich spaßig.

Wir freuten uns über die geglückte Tour und das verdiente Bier am Abend!

Harald

Die Dreischusterspitze am Morgen. Es verspricht ein guter Tag zu werden.

Auch hier zeigt sich der Haunold am Morgen noch schön. Wir hoffen auf weitere Besserung.

Langsam macht es aber wieder zu. Die Sicht in Richtung Drei Zinnen wird schlechter.

Der Aufstieg folgt immer dieser breiten Rinne, bis sie enger und enger wird.

Manu an der Steilstufe bei der Engstelle. Im Hintergrund sehen wir nun etwas von den Drei Zinnen.

Solange sie noch zu sehen sind: ein Foto!

Es macht auf, wir sind glücklich und sehen den Haunold.

Hier die mächtige Dreischusterspitze.

Manu macht die letzten Meter zum Gipfel vor diesem Panorama.

Gleich nebenan: der Gipfel des Birkenkofels - um etwa 20m höher.

Happy!

Die Drei Zinnen. Zwar nicht wolkenlos, aber wir haben sie gut gesehen.

Vor der Einfahrt in die Engstelle.

Nach der Engstelle ein letztes Mal die Drei Zinnen genießen und dann ab.



19.01. Fanes – Castello Munt Ciastel (2.760m) via Faneshütte

Für heute war gutes Wetter angesagt – Sonne und nur einzelne hohe Schleierbewölkung. Perfekt also für eine längere Skitour. Unsere Wahl fiel auf die Castello Munt Ciastel – kein Gipfel, aber eine Gipfelscharte auf 2760m. In unserem Skitourenführer wird die Tour als eine der schönsten Touren im Fanes-Sennes-Prags-Nationalpark angepriesen. Weiter steht, es sei eine Tour für Skitoureneinsteiger, denn es seien keine schwierige Passagen zu bewältigen und auch die Lawinengefahr sei gering. Einzige Bedingung: Ausdauer ist gefordert!

Wir mussten dann eine etwas längere Anfahrt in Kauf nehmen, also gut 50 Minuten fuhren wir bis zum Ausgangspunkt der Tour, der Pederühütte im Tamerstal. Heute waren wir mal nicht die einzigen am Parkplatz – circa 15 weitere Autos parkten bereits dort und einige Tourengeher standen in den Startlöchern. Während Harald noch mit einer Dame plauderte, deren Kinder und Enkel in Liechtenstein wohnen, lief ich schon einmal munter drauflos – einfach den anderen Skitourengänger nach! Harald holte dann auf und wir liefen gemeinsam weiter. Nach circa 10 Minuten und den ersten 60 Höhenmetern checkten wir dann erst einmal die Lage, wo wir uns denn überhaupt befinden. Und tataaa… natürlich waren wir falsch! Wir liefen dem Schlittenweg Richtung Senneshütte entlang hinauf, dabei wollten wir ja zur Faneshütte!

So drehten wir also wieder um und fuhren an sich wundernden Skitourengehern vorbei zurück zur Pederühütte, um dann dem richtigen Schlittenweg entlang Richtung Faneshütte aufzusteigen. Hier herrschte auch bedeutend weniger Publikum! Gut vier Kilometer ging es mal aufwärts, mal geradeaus, dann aber auch wieder abwärts bis zur Faneshütte. Vier Kilometer, 1.5h und 500 Höhenmeter! Es war aber nicht so, dass es nach der Faneshütte aufwärts gegangen wäre. Also doch, circa 100 Höhenmeter ging es noch hinauf bis zum Limojoch, ehe es wieder 80 Höhenmeter bis zur Grossen Fanesalm runterging. Weiter ging es auf und ab, bis wir endlich das Vallon Bianco erreichten. Ab dort ging es dann aufwärts! Erst noch windgeschützt, dann aber waren wir immer mehr dem Wind schutzlos ausgeliefert. Wir zogen unsere Jacken über und kämpften uns den Hang hinauf. Die Motivation liess auch schon langsam nach, hatten wir doch schon über 10 Kilometer und 1300 Höhenmeter in den Beinen. Dann endlich, nach gut 4h Aufstiegszeit und über 12 Kilometer Strecke, erreichten wir den Felssockel des Monte Castello mit der kleinen Unterstandshütte Bivacco della Pace. Dort deponierten wir unsere Skis und stapften noch die letzten paar Höhenmeter in die Scharte hinauf. Welch traumhafter Ausblick! Da haben sich alle Mühen gelohnt! Einziges Manko war der doch kalte und teils kräftige Wind. Nichtsdestotrotz genossen wir die wunderbare Fernsicht, ehe unsere Finger klamm wurden und wir zurück zur Hütte gingen. Um dem Wind zu entkommen, assen wir unsere Jause in der Hütte und machten uns auch dort abfahrtbereit.

Obwohl die ganzen Hänge des Vallon Biancos windbearbeitet waren, fanden wir doch hin und wieder etwas Pulverschnee, in dem wir runtersausen konnten. Recht zügig erreichten wir die Ebene unterhalb der Grossen Fanesalm, wo wir in der Sonne erneut auffellten. Nun hiess es erneut aufzusteigen, was aber ganz gut war, denn so wurde uns wieder warm! Zurück beim Limojoch konnten wir erneut abfellen und fuhren zügig zur Faneshütte, wo wir uns eine Buchweizentorte und einen Holundersaft gönnten. Von der Faneshütte aus ging es dann nur noch dem Schlittenweg entlang zurück zur Pederühütte. Auf den flachen Teilen war kräftiges Anschieben gefordert, was nach dieser langen Tour ziemlich an den Kräften gezehrt hat! Froh waren wir, als das Auto in Sichtweite kam, aber glücklich über eine gelungene Tour mit herrlicher Weitsicht!

Nun hoffen wir, dass uns das Wetter auch morgen noch einmal freundlich gesinnt ist und der Wind nicht zu kräftig bläst, damit wir noch einmal die wunderschöne Bergwelt hier im Südtirol geniessen dürfen!

Manu

Im Aufstieg zur Faneshütte. Dolomitenfeeling!

Lust auf Schneeschaufeln?

Blick auf den Heiligkreuzkofel (ganz links), den Zehnerspitz (felsig, links) und den Neunerspitz (rechts).

Ziel in Sicht: von der Großen Fanesalm sieht man den Felsturm des Gipfels.

Sind wir schon da?

Sind wir schon da?

Sind wir schon da?

Jetzt sind wir da. Blick nach Osten zum Monte Cristallo und der Gaisl.

Blick zurück: von ganz unten im Tal sind wir gekommen. 12km ein Weg!

Die Gipfel der Tofanen. Auf der mittleren (Tofana di Mezzo) waren wir vor einigen Jahren.

Blick zum Piz Boè und der Sellagruppe sowie dahinter dem Langkofel und ganz hinten derm Ortler.


Die Hohe Gaisl.

Der Monte Cristallo


Zurück bei der Fanesalm: die letzten Sonnenstrahlen genießen.


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