Freitag, 22. Januar 2021

20.-22.01. - Tauferer Ahrntal und Jochtal

20.01. – Magerstein (3.273m) von Rein in Taufers

Für den heutigen Tag habe ich eine etwas längere Tour rausgesucht – schon seit Beginn der Reise liebäugelte ich mit dem Magerstein – eine lange, aber einfache Tour auf einen 3000er mit einer geringen Lawinengefahr. Genau das, was ich mag! Laut Skitourenführer und Beschreibungen im Internet gilt es acht Kilometer und 1700 Höhenmeter zurückzulegen, und das in einer Zeit zwischen 5 und 6 Stunden. Ich rechnete mit einer Aufstiegszeit von circa 4.5 Stunden.

Zeitig frühstückten wir in Prags und fuhren dann los in Richtung Bruneck. Weiter ging es nach Sand in Taufers und von dort ins Reintal, bis zur Jausenstation Säge. An diesem sonnigen Tag waren wir wohl nicht die einzigen, die den Magerstein als Ziel hatten, denn mehrere Autos standen bereits auf dem Parkplatz.

Gegen 09:30 Uhr liefen wir los – erst ging es einem breiten Forstweg entlang, der jedoch schon bald in einem Wanderweg mündete. Steil ging es durch den Wald nach oben, mit vielen Kehren und hin und wieder auch etwas mühsam zu gehen, aber prinzipiell alles gut machbar. Nachdem wir circa 30 Minuten unterwegs waren, kam uns ein Skitourengeher entgegen, der bereits am Gipfel war – Aufbruch vom Parkplatz um 05:30 Uhr!

Wir legten relativ zügig die ersten Höhenmeter zurück und erreichten nach 1h20min die Kasseler-Hütte. Dort tranken wir kurz etwas und nahmen dann den weiteren Aufstieg in Angriff. Kurz oberhalb der Hütte erreichten uns dann die ersten Sonnenstrahlen. Weiter gings am Tristennock entlang stetig nach oben. Die Aufstiegsspur führte uns, nicht wie bei uns im Führer angegeben in einem weiten Bogen, direkt auf den Tristenferner hinauf. Weitere Skitourengeher, die früher dran waren als wir, kamen uns entgegen. Wir setzten unseren Weg fort, leichter Wind kam auf. Hinter uns sahen wir die ersten Wolkenbänke, die die Berge verhüllten. Links von uns konnten wir den Hohen Gall und den Windgall ausmachen, der Magerstein entzog sich aber noch unseren Blicken. Erst nachdem wir den Gletscher überquert hatten, sahen wir auch das heutige Ziel vor Augen – die letzten 200 Höhenmeter warteten auf uns! Wir kamen dann mit zwei weiteren Tourengeher auf dem Gipfel an – in 3h15min. Die Aussicht auf die Dolomiten war wunderschön. Ebenfalls der Blick in die Zillertaler- und Ötztaler Alpen. Gegen Westen hin verdichtete sich der Nebel.

Von einer Sekunde auf die andere zog starker Wind auf. Wir mussten unsere Ausrüstung festhalten, damit sie nicht vom Gipfel wehte! Darum gab es nur eine kurze Gipfelrast. Für Fotos und ein Video hat es dann aber doch noch gereicht. Wegen des unangenehmen Windes und da immer mehr Wolken aufzogen, fuhren wir zügig zurück über den Gletscher zur Kasseler-Hütte. Der Fahrspass hielt sich in Grenzen, immerhin war es nicht harschig und für ein paar Meter gab es hin und wieder windgepressten Pulverschnee! Wir entschieden uns dann für die direkte Abfahrt durch den Wald, also nicht so, wie wir aufgestiegen sind. In der Beschreibung hiess es, man müsse eine steile Rinne durch den Wald runterfahren. Schlussendlich fuhren wir mehrere steile Waldschneisen hinab, ehe wir den Forstweg erreichten, welcher uns wieder zurück zum Auto brachte. Kurz nach 14 Uhr waren wir wieder am Ausgangspunkt angelangt.

Wir fuhren zurück nach Sand in Taufers und gingen dort in eine Bäckerei – Kaffee und Kuchen warteten auf uns. Zudem wollten wir noch ein wenig Zeit verplempern, da wir der Unterkunft angegeben hatten, dass wir zwischen 17 und 18 Uhr ankommen werden. Da wussten wir noch nicht, dass die Tour doch nicht so lange dauert! Es war dann 16 Uhr, als wir bei der Unterkunft (die übrigens extra für uns ihre Tore öffnete) ankamen.

Abends gab es dann Pizza und Bier, was wir uns redlich verdient hatten!

Manu

Die Kasseler Hütte hat schon Sonne.

Blick nach Rein in Taufers und auf die Ahrntaler Berge.

Ab nun der Sonne entgegen.

Wunderschöne Hochgebirgslandschaft.

Der Gletscher war recht stark vom Wind bearbeitet worden, aber es ging noch gut zu fahren.

Wolken ziehen über den Zillertaler Alpen auf.

Hochgall und Windgall.

Panorama vom Gipfel gen Osten.

Blick in die Dolomiten.


Ein wunderschönes Gipfelkreuz!

Der Tristennock kurz über der Kasseler Hütte.


21.01. – Zinsnock (2.435m) von Weißenbach im Ahrntal

Der Donnerstag war als bewölkter Tag vorausgesagt worden, was uns aber irgendwie gerade recht kam. Nach den zackigen Höhenmetern vom Tag davor und generell von allen Skitouren in den Wochen davor wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Wir starteten so erst später in den Tag und entschlossen uns nach einem ausgiebigen Frühstück dazu, den Zinsnock im Ahrntal bei Weißenbach zu versuchen.

Die Tour führt recht lange durch den Wald und entlang einer Rodelbahn nach oben, zuerst zur Innerhoferalm, die man aber links liegen lässt und dann weiter zur Marxegger Hütte und Pichler Hütte, von wo aus eigentlich die Tour so richtig startet. Ab dort geht man dann im freien Gelände. Selbst von dort war aber die Navigation trotz des leichten Schneefalls und der Wolken noch kein Problem, denn bis auf etwa 2.000m geht man noch immer im Wald bzw. entlang von Waldschneisen.

Bis zur oberen Marxegger Hütte war die Sicht noch gut und wir entschlossen uns dazu, weiter in Richtung Gipfel aufzusteigen – es waren ja nur noch 250 Höhenmeter oder so. Dann wurde aber die Sicht zunehmend schlechter und wir liefen in ein White-Out. Der Blick auf die Uhr zeigte aber, dass wir schon knapp 120 Höhenmeter unter dem Gipfel waren und somit wollten wir dann schon noch versuchen, diesen zu erreichen. Wir wussten ja, dass es allesamt flache Hänge sind und nirgends Absturzgefahr oder dergleichen besteht.

Teils wurde die Sicht etwas besser, sodass wir zumindest wieder kurz die Kuppen und Mulden erkennen konnten und so navigierten wir dann weiter nach oben, teils unterstützt vom GPS – ohne dieses hätten wir den Gipfel wohl nie gefunden. Klingt blöd, ist aber so. Schliesslich erreichten wir den Gipfel mit Kreuz.

Die Abfahrt ging dann im oberen Teil exakt entlang der Spur zurück, denn diese bot uns wenigstens Kontrast und wir sahen Wellen und Kuppen. Schon aber etwa 100m unter dem Gipfel riss es etwas auf und wir konnten gut frei fahren und ab der letzten Hütte hatten wir gute Sicht und richtig viel Spaß im Neuschnee. Die Abfahrt war dann erstaunlich gut und lustig und so hatten wir am Ende des Tages doch noch gut 1.100 Höhenmeter gemacht und einen netten Powder-Tag eingelegt. Das Abendessen war also verdient!

Harald

Aufstieg in den Waldschneisen.

Ein "Blick" zum Gipfel.

Schneemangel gibt es auch hier nicht.

Schließlich doch noch gefunden: das Gipfelkreuz des Zinsnock.


22.01. – Kleine Gitsch (2.262m) von Meransen im Jochtal

Heute war unser Reisetag. Vom Tauferer Ahrntal ging es durch das Puster- und Eisacktal nach Bozen und weiter nach Meran, um dort dann ins Ultental abzuzweigen, wo wir nun einige Tage verbringen werden. Da wir nicht schon um 12 Uhr bei der neuen Unterkunft stehen wollten und uns zudem noch das Abendessen verdienen mussten, blieben wir am Weg kurz stehen, um von Meransen im Jochtal aus die Kleine Gitsch zu machen. Eine lockere Skitour in flachem Gelände, die größtenteils durch Wald und Waldschneisen führt und somit auch bei Schneefall noch Kontrast und Sicht bietet.

Vom Parkplatz weg ging es zuerst gefühlt Ewigkeiten zur Moseralm auf knapp 1.940m. Hierbei nutzten wir den Schlittenweg bzw. die Forststraße. Wie man auf dieser Straße Schlitten fahren kann ist mir sowieso ein Rätsel – zu flach meiner Meinung nach.

Ab der Moseralm lagen dann einige freie Hänge vor uns, die aber ganz flach sind. Zuerst navigiert man zu einem Stall mit Kreuz oberhalb der Alm und von dort weiter immer entlang des Zaunes bis zum „Gipfel“ der Kleinen Gitsch. Bis zum Stall ging alles noch recht gut, doch ab dort waren wir komplett im White-Out gefangen. Zum Glück gab es heute den Zaun, an welchem wir uns orientieren konnten.

Am Gipfel angekommen fellten wir ab und machten uns parat für die Abfahrt. Und siehe da, es riss auf. Wir hatten dann wirklich noch gute Sicht auf Meransen runter und auch für die Abfahrt war alles perfekt – nur die Hänge waren fast zu flach für die Menge an Schnee, sodass man nicht wirklich ins Fahren kam. Unten ging es dann zuerst etwas steiler durch den Wald und anschließend entlang der Forststraße zurück zum Auto, wo wir nach gut 2,5h wieder eintrafen.

Nach einem Stopp bei einem Café für einen Kuchen und einem späteren Halt bei einer Tankstelle ging es dann geradewegs weiter nach Ulten, wo uns ab ca. 1000m eine schön winterliche Straße begrüßte und ich so meinen Spaß hatte beim Fahren – 4motion hat sich somit vollkommen ausgezahlt beim Bus!

Harald

Neuschnee auch hier im Jochtal.

Manu spurt und die Bäume verneigen sich.

Die Sonne drückt sogar kurz durch: unten die Moserhütte.

White-Out am Grat zum Gipfel. Zum Glück gab es hier den Zaun.

Der "Gipfel" der Kleinen Gitsch: ein Mini-Steinmann.

Und siehe da, es macht sogar auf und wir haben wieder Sonne.

Es läuft: also gerade so schnell, dass wir nicht anschieben müssen.

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