20.01. – Magerstein (3.273m) von Rein
in Taufers
Für den heutigen Tag
habe ich eine etwas längere Tour rausgesucht – schon seit Beginn der Reise
liebäugelte ich mit dem Magerstein – eine lange, aber einfache Tour auf einen
3000er mit einer geringen Lawinengefahr. Genau das, was ich mag! Laut
Skitourenführer und Beschreibungen im Internet gilt es acht Kilometer und 1700
Höhenmeter zurückzulegen, und das in einer Zeit zwischen 5 und 6 Stunden. Ich rechnete
mit einer Aufstiegszeit von circa 4.5 Stunden.
Zeitig frühstückten
wir in Prags und fuhren dann los in Richtung Bruneck. Weiter ging es nach Sand
in Taufers und von dort ins Reintal, bis zur Jausenstation Säge. An diesem
sonnigen Tag waren wir wohl nicht die einzigen, die den Magerstein als Ziel
hatten, denn mehrere Autos standen bereits auf dem Parkplatz.
Gegen 09:30 Uhr liefen
wir los – erst ging es einem breiten Forstweg entlang, der jedoch schon bald in
einem Wanderweg mündete. Steil ging es durch den Wald nach oben, mit vielen
Kehren und hin und wieder auch etwas mühsam zu gehen, aber prinzipiell alles
gut machbar. Nachdem wir circa 30 Minuten unterwegs waren, kam uns ein
Skitourengeher entgegen, der bereits am Gipfel war – Aufbruch vom Parkplatz um
05:30 Uhr!
Wir legten relativ
zügig die ersten Höhenmeter zurück und erreichten nach 1h20min die
Kasseler-Hütte. Dort tranken wir kurz etwas und nahmen dann den weiteren
Aufstieg in Angriff. Kurz oberhalb der Hütte erreichten uns dann die ersten
Sonnenstrahlen. Weiter gings am Tristennock entlang stetig nach oben. Die
Aufstiegsspur führte uns, nicht wie bei uns im Führer angegeben in einem weiten
Bogen, direkt auf den Tristenferner hinauf. Weitere Skitourengeher, die früher
dran waren als wir, kamen uns entgegen. Wir setzten unseren Weg fort, leichter
Wind kam auf. Hinter uns sahen wir die ersten Wolkenbänke, die die Berge verhüllten.
Links von uns konnten wir den Hohen Gall und den Windgall ausmachen, der Magerstein
entzog sich aber noch unseren Blicken. Erst nachdem wir den Gletscher überquert
hatten, sahen wir auch das heutige Ziel vor Augen – die letzten 200 Höhenmeter
warteten auf uns! Wir kamen dann mit zwei weiteren Tourengeher auf dem Gipfel
an – in 3h15min. Die Aussicht auf die Dolomiten war wunderschön. Ebenfalls der
Blick in die Zillertaler- und Ötztaler Alpen. Gegen Westen hin verdichtete sich
der Nebel.
Von einer Sekunde auf
die andere zog starker Wind auf. Wir mussten unsere Ausrüstung festhalten,
damit sie nicht vom Gipfel wehte! Darum gab es nur eine kurze Gipfelrast. Für
Fotos und ein Video hat es dann aber doch noch gereicht. Wegen des unangenehmen
Windes und da immer mehr Wolken aufzogen, fuhren wir zügig zurück über den
Gletscher zur Kasseler-Hütte. Der Fahrspass hielt sich in Grenzen, immerhin war
es nicht harschig und für ein paar Meter gab es hin und wieder windgepressten
Pulverschnee! Wir entschieden uns dann für die direkte Abfahrt durch den Wald,
also nicht so, wie wir aufgestiegen sind. In der Beschreibung hiess es, man
müsse eine steile Rinne durch den Wald runterfahren. Schlussendlich fuhren wir
mehrere steile Waldschneisen hinab, ehe wir den Forstweg erreichten, welcher
uns wieder zurück zum Auto brachte. Kurz nach 14 Uhr waren wir wieder am Ausgangspunkt
angelangt.
Wir fuhren zurück nach
Sand in Taufers und gingen dort in eine Bäckerei – Kaffee und Kuchen warteten
auf uns. Zudem wollten wir noch ein wenig Zeit verplempern, da wir der
Unterkunft angegeben hatten, dass wir zwischen 17 und 18 Uhr ankommen werden. Da
wussten wir noch nicht, dass die Tour doch nicht so lange dauert! Es war dann
16 Uhr, als wir bei der Unterkunft (die übrigens extra für uns ihre Tore
öffnete) ankamen.
Abends gab es dann
Pizza und Bier, was wir uns redlich verdient hatten!
Manu
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| Die Kasseler Hütte hat schon Sonne. |
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| Blick nach Rein in Taufers und auf die Ahrntaler Berge. |
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| Ab nun der Sonne entgegen. |
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| Wunderschöne Hochgebirgslandschaft. |
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| Der Gletscher war recht stark vom Wind bearbeitet worden, aber es ging noch gut zu fahren. |
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| Wolken ziehen über den Zillertaler Alpen auf. |
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| Hochgall und Windgall. |
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| Panorama vom Gipfel gen Osten. |
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| Blick in die Dolomiten. |
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| Ein wunderschönes Gipfelkreuz! |
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| Der Tristennock kurz über der Kasseler Hütte. |
21.01. – Zinsnock (2.435m) von
Weißenbach im Ahrntal
Der Donnerstag war als
bewölkter Tag vorausgesagt worden, was uns aber irgendwie gerade recht kam.
Nach den zackigen Höhenmetern vom Tag davor und generell von allen Skitouren in
den Wochen davor wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Wir starteten so
erst später in den Tag und entschlossen uns nach einem ausgiebigen Frühstück
dazu, den Zinsnock im Ahrntal bei Weißenbach zu versuchen.
Die Tour führt recht
lange durch den Wald und entlang einer Rodelbahn nach oben, zuerst zur
Innerhoferalm, die man aber links liegen lässt und dann weiter zur Marxegger
Hütte und Pichler Hütte, von wo aus eigentlich die Tour so richtig startet. Ab
dort geht man dann im freien Gelände. Selbst von dort war aber die Navigation
trotz des leichten Schneefalls und der Wolken noch kein Problem, denn bis auf etwa
2.000m geht man noch immer im Wald bzw. entlang von Waldschneisen.
Bis zur oberen
Marxegger Hütte war die Sicht noch gut und wir entschlossen uns dazu, weiter in
Richtung Gipfel aufzusteigen – es waren ja nur noch 250 Höhenmeter oder so.
Dann wurde aber die Sicht zunehmend schlechter und wir liefen in ein White-Out.
Der Blick auf die Uhr zeigte aber, dass wir schon knapp 120 Höhenmeter unter
dem Gipfel waren und somit wollten wir dann schon noch versuchen, diesen zu
erreichen. Wir wussten ja, dass es allesamt flache Hänge sind und nirgends
Absturzgefahr oder dergleichen besteht.
Teils wurde die Sicht
etwas besser, sodass wir zumindest wieder kurz die Kuppen und Mulden erkennen
konnten und so navigierten wir dann weiter nach oben, teils unterstützt vom GPS
– ohne dieses hätten wir den Gipfel wohl nie gefunden. Klingt blöd, ist aber
so. Schliesslich erreichten wir den Gipfel mit Kreuz.
Die Abfahrt ging dann
im oberen Teil exakt entlang der Spur zurück, denn diese bot uns wenigstens
Kontrast und wir sahen Wellen und Kuppen. Schon aber etwa 100m unter dem Gipfel
riss es etwas auf und wir konnten gut frei fahren und ab der letzten Hütte
hatten wir gute Sicht und richtig viel Spaß im Neuschnee. Die Abfahrt war dann
erstaunlich gut und lustig und so hatten wir am Ende des Tages doch noch gut
1.100 Höhenmeter gemacht und einen netten Powder-Tag eingelegt. Das Abendessen
war also verdient!
Harald
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| Aufstieg in den Waldschneisen. |
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| Ein "Blick" zum Gipfel. |
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| Schneemangel gibt es auch hier nicht. |
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| Schließlich doch noch gefunden: das Gipfelkreuz des Zinsnock. |
22.01. – Kleine Gitsch (2.262m) von
Meransen im Jochtal
Heute war unser
Reisetag. Vom Tauferer Ahrntal ging es durch das Puster- und Eisacktal nach
Bozen und weiter nach Meran, um dort dann ins Ultental abzuzweigen, wo wir nun
einige Tage verbringen werden. Da wir nicht schon um 12 Uhr bei der neuen
Unterkunft stehen wollten und uns zudem noch das Abendessen verdienen mussten,
blieben wir am Weg kurz stehen, um von Meransen im Jochtal aus die Kleine
Gitsch zu machen. Eine lockere Skitour in flachem Gelände, die größtenteils
durch Wald und Waldschneisen führt und somit auch bei Schneefall noch Kontrast
und Sicht bietet.
Vom Parkplatz weg ging
es zuerst gefühlt Ewigkeiten zur Moseralm auf knapp 1.940m. Hierbei nutzten wir
den Schlittenweg bzw. die Forststraße. Wie man auf dieser Straße Schlitten
fahren kann ist mir sowieso ein Rätsel – zu flach meiner Meinung nach.
Ab der Moseralm lagen
dann einige freie Hänge vor uns, die aber ganz flach sind. Zuerst navigiert man
zu einem Stall mit Kreuz oberhalb der Alm und von dort weiter immer entlang des
Zaunes bis zum „Gipfel“ der Kleinen Gitsch. Bis zum Stall ging alles noch recht
gut, doch ab dort waren wir komplett im White-Out gefangen. Zum Glück gab es
heute den Zaun, an welchem wir uns orientieren konnten.
Am Gipfel angekommen
fellten wir ab und machten uns parat für die Abfahrt. Und siehe da, es riss
auf. Wir hatten dann wirklich noch gute Sicht auf Meransen runter und auch für
die Abfahrt war alles perfekt – nur die Hänge waren fast zu flach für die Menge
an Schnee, sodass man nicht wirklich ins Fahren kam. Unten ging es dann zuerst
etwas steiler durch den Wald und anschließend entlang der Forststraße zurück
zum Auto, wo wir nach gut 2,5h wieder eintrafen.
Nach einem Stopp bei
einem Café für einen Kuchen und einem späteren Halt bei einer Tankstelle ging
es dann geradewegs weiter nach Ulten, wo uns ab ca. 1000m eine schön winterliche
Straße begrüßte und ich so meinen Spaß hatte beim Fahren – 4motion hat sich
somit vollkommen ausgezahlt beim Bus!
Harald
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| Neuschnee auch hier im Jochtal. |
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| Manu spurt und die Bäume verneigen sich. |
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| Die Sonne drückt sogar kurz durch: unten die Moserhütte. |
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| White-Out am Grat zum Gipfel. Zum Glück gab es hier den Zaun. |
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| Der "Gipfel" der Kleinen Gitsch: ein Mini-Steinmann. |
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| Und siehe da, es macht sogar auf und wir haben wieder Sonne. |
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| Es läuft: also gerade so schnell, dass wir nicht anschieben müssen. |
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