Dienstag, 9. April 2024

09.04.2024 - Madritschspitze (3.265m)

Unser letzter Tag im Martelltal sollte gemütlich werden. So wollten wir eigentlich wieder etwas später aufstehen und erst um 7 Uhr frühstücken. Leider war die Lawinensituation nicht wie erhofft. Es kam zwar in der Höhe eine Abkühlung, aber dies erst spät und es war leicht bewölkt in der Nacht mit viel Staub in der Luft - also keine Abstrahlung oder nur reduziert. Somit gab der Warndienst die Stufe "3 - erheblich" schon ab dem Morgen aus. Unsere nordseitige Tour auf die Nonnenspitze oder einen anderen Berg konnten wir somit nicht machen.

Wir hatten uns am Vorabend im Prinzip auf zwei Varianten geeinigt. Entweder die kleine Erhebung neben der Köllkuppe nordseitig oder die Madritschspitze südseitig. Nach dem Start beim Parkplatz in Hintermartell ging es dann wie gewohnt an der Zufallhütte vorbei und ins Tal hinein. Irgendwo dort dachte ich mir dann, dass ich eigentlich nicht schon wieder zur Martellerhütte aufsteigen wollte. Zudem war der Schnee deutlich besser durchgefroren als angekündigt. So besprachen wir uns und bogen dann nicht zur Hütte ab, sondern folgten dem Tal noch etwas, um später zur Madritschspitze aufzusteigen.

Die Verhältnisse im Anstieg waren derart gut, dass wir fast ohne Kehren immer schön leicht nach oben ziehend an Höhe gewannen. So kamen wir deutlich effizienter ins Butzental als normal, und das sparte Zeit und Kraft. Als wir dann den Gipfel sahen und der Höhenmesser sagte, dass es lediglich noch 550 verbleibende Höhenmeter sind, fragte ich Manu, ob wir nicht direkt vom Gipfel ins Madritschtal abfahren wollen - etwas, dass wir noch nie gemacht hatten bis jetzt. "Wenn es die Bedingungen erlauben, gerne" - also gaben wir etwas mehr Gas.

Zwar spielte uns nun der Wind und der milchige Himmel etwas in die Karten, denn es firnte nicht so schnell, aber wir wollten dennoch früh genug dran sein. Schließlich ist der Hang etwas steiler und es galt Warnstufe "erheblich". Als wir an der Einfahrt vorbeikamen, querte ich etwas in den Hang und buddelte ein Loch. Noch ca. 10cm harter, tragender Deckel. Darunter zwar weich, aber kompakt weich. Wir dürften also noch Glück haben.

Manu hatte dann noch ein kleines technisches Gebrechen etwa 120Hm vor dem Gipfel. Ihr Fell fiel ab, da es seitlich Nässe zog und somit einfach "davonschwamm". Dennoch schafften wir die 1250Hm in gut drei Stunden, was deutlich schneller war als normal. Am Gipfel hielten wir uns nicht lange auf, war es dennoch schon 11:30 Uhr und es zog auch mehr zu, was schlecht für die Sicht war.

Wir fuhren dann rasch ab. Die erste mögliche Einfahrt, wo ich das Loch gebuddelt hatte, nahmen wir dann nicht. Der Hang darunter war extrem verfahren und somit nicht mehr lohnend. Zudem war der Hang voll nach Osten ausgerichtet und hatte schon den ganzen Vormittag über Sonne bekommen. Wir querten etwas weiter dem Grat entlang und fuhren dann auf knapp 3.050m ein. Dieser Hang war etwas mehr nach Nordosten exponiert, somit noch härter und war weniger zerpflügt. 

Die Einfahrt war dann oben schon weich, fast zu weich. Aber die Schichten darunter waren kompakt. Weiter unten wurde es dann erstaunlicherweise besser. Man konnte gut runter carven. Zügig fuhren wir die Hänge einzeln ab und kamen dann glücklich im Talboden an, wo wir uns dann eine kleine Stärkung gönnten, waren es von dort aus doch nur noch flache Hänge bis zum Parkplatz zurück.

In teilweise schönem Firn fuhren wir dann in Richtung Zufallhütte bzw. Hintermartell. Mit viel Schwung ganz unten schafften wir es sogar fast über die kleine Kuppe ohne anzuschieben. Die letzten 200Hm zurück waren dann sehr weich. Man konnte mehr von Surfen als von Skifahren sprechen. So kamen wir bereits gegen 12 Uhr zurück zum Auto und waren glücklich über eine neue Variante der Abfahrt, die wir noch nie probiert hatten.

Zurück im Hotel konnten wir dann gemütlich unsere Sachen packen und noch zu Mittag essen, bevor es zurück in die Heimat ging.

Harald

Ein letztes Mal der Blick zur Zufallspitze für diesen Winter.

Der Saharastaub war auch heute unser Begleiter.

Die letzten Meter zum Gipfel. Im Hintergrund die Veneziaspitzen.

Ein etwas trüber Blick zum Cevedale.



Direkte Abfahrt ins Madritschtal. Auch das war neu für uns.

Unten schon fast etwas zu tief, aber noch okay zu fahren.

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