Wie schon am Tag davor
war es morgens recht kalt im Tal. Zudem hingen noch ein paar Wolken über den
Bergen im Südosten und somit kam die Sonne nicht so wirklich durch. Wir
frühstückten also gemütlich und machten uns in aller Ruhe fertig für die
heutige Tour. Als wir dann um 9:15 Uhr aufbrachen, war schon die Sonne heraußen
und wärmte uns – oder sie tat zumindest so :-P
Entlang der Saane ging
es dann nach Saanen. Wir fuhren extra langsamer, obwohl es geradeaus bzw.
bergab ging, denn der Fahrtwind war kalt. In Saanen sahen wir dann ab dem
Bahnhof die Ausschilderung „Rellerli-Bike 890“, der wir folgten. Anfangs noch
kurz auf der Straße in Richtung Schönried bog der Weg dann aber bald in den Ortsteil
Büel ab, wo es so manch schönes Haus zu bewundern gibt. Dort wurde uns im
Aufstieg so richtig warm, denn der Hang ist nach Süden ausgerichtet und die
Sonne wärmte. Was wir aber nicht so richtig am Radar hatten: die kurze Abfahrt
danach runter in Richtung Grischbach. Dort unten war es wieder eisig kalt und
die Sonne kam bis zum mittleren Teil des Grischbachtals nicht über die Bäume bzw.
Berge drüber. So waren wir dann wirklich froh, als ab der Alp Lauchnere die
Sonne permanenter Begleiter war. Dort machten wir dann auch Pause, die vor
allem ich dringend brauchte. Nach den letzten Tagen am Bike braucht mein Hintern
wohl anscheinend wieder einmal „sattelfrei“ und mein Rücken ist verspannt –
wohl auch wegen den steilen Passagen vom Vortag, wo man sich richtig am Lenker
festkrallt und nach vorne zieht, damit das Bike nicht aufsteht.
Gestärkt und etwas
ausgedehnt führte uns der Weg schön durch das Grischbachtal stetig nach oben,
bis wir am Mittelberg auf ca. 1.630m nicht mehr den Schildern der Nummer 890
folgten, sondern weiter in Richtung Obere Ruedersberg fuhren. Dort präsentierte
sich dann die Kette der Gastlosen wunderschön in der Vormittagssonne vor uns.
Unter der Wandflue sahen wir schon die ersten Kletterer in der Wand. Ob die es
wohl warm hatten? Es wehte ein leichter Südwestwind, der kalt war. Weiter gings
für uns in Richtung Alp Oberi Bire. Dort war dann erstmals Schluss mit dem
Mountainbike und wir ketteten die Bikes an.
Dem Wanderweg folgten
wir dann nach Wolfs Ort, dem Sattel zwischen Bireflue und Wandflue, von wo aus
dann der unmarkierte Weg auf die Wandflue führt. Bevor wir loswanderten
stärkten wir uns nochmals mit einem Biber und Studentenfutter bzw. Nüssen.
Dabei sahen wir weiteren Kletterern zu, die sich an den Südostwänden der
Bireflue bzw. der Rüdigenspitze versuchten.
Die ersten Höhenmeter
bergauf waren dann nach der längeren Rast eine kleine Überwindung. Die
Oberschenkel protestierten bei beiden von uns schon gegen die Anstrengung, aber
nach ein paar Minuten legte sich das wieder und wir kamen durchaus zügig voran
und näherten uns langsam dem Gipfel. Vom Sattel weg ging der Weg nordseitig auf
den Gipfel und war beinahe durchwegs gefroren. Dies war aber durchaus gut, denn
sonst wäre es nur matschig und schlammig gewesen. So war alles fest und wir
konnten gut gehen. Der Weg an sich ist unschwierig und als T3 bewertet, man
braucht also ab und zu mal eine Hand zur Unterstützung.
Am Gipfel angekommen
waren wir dann beide baff, so eine wunderschöne Aussicht hatten wir dort oben.
Die Rundumsicht ist grandios und wir sahen viele Berge, die wir schon bestiegen
hatten in den letzten Tagen. So waren dann die müden Oberschenkel schnell
vergessen. Bei der langen Pause genossen wir nicht nur die Jausenbrote, sondern
auch wieder die Aussicht auf die hohen Berner und Walliser Alpen. Phänomenal!
Schweren Herzens
mussten wir uns aber wieder auf den Rückweg machen. Der Weg zu den Bikes war
flott zurückgelegt und von der Alp Oberi Bire ging es zuerst zurück in den
Sattel, wo der eigentliche Radweg Nummer 890 wieder abzweigt in Richtung
Rellerligrat. Ab dort ging es dann wieder bergauf, ca. 250 Höhenmeter kamen so
nochmals dazu. Anfangs waren es einfache Höhenmeter auf einer guten Straße,
dann wurde daraus ein Wanderweg, der aber noch gut zu fahren war. Schließlich standen
wir auf einer Wiese, durch die der Wanderweg führt. Dort war der Weg wieder so
schlammig wie schon von den Vortagen bekannt. Die Reifen verklebten komplett
und fahrbar war da nichts mehr. Sogar beim Schieben der Bikes verklebten die Reifen
und blockierten sogar – wir hatten ungewollt Fatbikes ☹
Erst ab der Anhöhe beim
Hugeligrat konnten wir wieder fahren. Dort war der Weg gut und trocken. Auf den
Abwärtsstrecken flog uns dann der Dreck, der sich zuvor auf den Reifen
angesammelt hatte, nur so um die Ohren. Ich denke, wir müssen unsere Rücksäcke
und Hosen mal gründlich waschen. Beim Oberen Rellerli (ein Bergrestaurant) nahmen
wir dann nicht den Single-Trail als Abfahrt. Das war uns zu heftig, vor allem
auch bei diesen Verhältnissen. Wir bevorzugten dann die Umfahrung entlang einer
Alpstraße bis zur Alp am Unteren Rellerli. Von dort weg wurde die Straße dann
immer besser und so konnten wir dann doch zügig ab nach Saanen.
Dort ging es wie schon
am Tag davor zum Bäcker, um uns mit Brot für morgen einzudecken. Und weil wir
gerade Lust hatten, nahmen wir noch gleich eine Nachspeise für den Abend mit.
Welch Ironie des Schicksals das im Nachhinein gesehen war, dass wir bar und
nicht mit Karte zahlten, sollten wir dann am Abend beim Camping feststellen. Als
Manu den Platz zahlen wollte hieß es, dass sie keine Karten akzeptieren, also
mussten wir auch hier bar zahlen. Nur hatten wir nicht mehr so viel Bargeld dabei.
Wir suchten also den ganzen Bus durch und fanden beinahe den ganzen Betrag, bis
auf 80 Rappen oder so, die fehlten. Die Dame war aber einsichtig und erließ uns
diesen Betrag dann. Nun hoffen wir also, dass wir nicht noch irgendwo ein
Parkticket mit Münzen oder so lösen müssen und dass die Nachspeise jetzt
wenigstens richtig gut schmeckt.
Harald
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Die Wandflue mit der Alp am Ruedersberg davor.
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Fertig mit Biken, erstmals. Ich war durchaus schon fertig. Dahinter die Bireflue (links) mit der Rüdigenspitze und rechts hinten die Gastlosen.
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Im Sattel "Wolfs Ort" mit der Bireflue dahinter.
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Angekommen am Gipfel.
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Hier konnte auch ich wieder lachen, bei dieser Aussicht aber auch nicht so schwer.
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| Der Pass in der Mitte ist der Euschelspass, den wir vor ca. einer Woche mit dem Bike befahren haben und dann links davon den Chörblispitz erwandert haben. |
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WAS FÜR EIN AUSBLICK!
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Schon wieder im Abstieg.
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Die frisch gemachten Alpstraßen trugen nicht sonderlich zum Fahrkomfort bei :-P
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Unsere "Fatbikes". Die Reifen wurden so verlegt, dass Fahren nicht mehr möglich war. Der Dreck war so dick, dass er an der Frontgabel blockierte.
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Blick vom Rellerli nach Schönried.
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Blick vom Unteren Rellerli nach Gstaad mit dem Wildhorn dahinter.
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