Mittwoch, 11. November 2020

11.11. – Gstaad – Bike und Hike auf den Rocher Plat (2.257m)

Wie schon so oft planten wir für den heutigen Tag eine etwas weniger anstrengende Tour – laut unseren Berechnungen ca. 1100 Höhenmeter mit dem Bike und dann noch weitere 350 Höhenmeter zu Fuss auf einen Gipfel. Wir wollten sogar etwas später starten, doch ein gewisser Drang scheuchte uns beide um 07:30 Uhr aus dem warmen Schlafsack!

Draussen war es noch neblig – so hatten wir überhaupt keinen Stress und um 09:15 Uhr starteten wir mit unseren Bikes. Zu Beginn war es mal wieder eisig kalt, vor allem, da die ersten Kilometer in der Ebene und im Kaltluftsee unterhalb der Nebeldecke zurückgelegt werden mussten! Es ging erst einmal in Richtung Grund, aber circa auf halber Strecke zwischen Gstaad und Grund führte uns die Route ostseitig den Hang hinauf – ostseitig ist darum erwähnenswert, da wir nun in der Sonne strampelten und uns ziemlich schnell sehr warm wurde! Über Flüemad und die Alp Tschaanere ging es hoch bis auf 1546m, zur Talstation des Liftes Vorders Eggli. Dann ging es ziemlich steil einem Feldweg der Piste entlang hinunter. Gut, dass unsere Bremsen wieder einwandfrei funktionierten!

Auf 1255m kamen wir dann wieder auf eine asphaltierte Strasse und dann ging es auch schon wieder aufwärts. Zum Glück ganz gemütlich. Doch mit dem gemütlichen Aufwärts war es nach einer Weile vorbei, denn unsere Route führte rechts weg in eine Schotterstrasse, die mehr oder weniger steil nach oben führte. Meistens war es mehr steil als weniger. Ich gab ziemlich schnell w/o und schob mein Bike die steilen Stellen nach oben. Harald kämpfte sich tapfer durch, aber unter der Alp Les Praz war es dann auch für ihn zu steil. Also es war eine Kombination aus Steilheit, Untergrund und Oberschenkeln, die nicht mehr wollten, die ihn dann auch zum Aufgeben zwangen! So waren wir beide froh, als wir endlich die Alp Pra Cluen auf 1813m erreichte, ab wo wir dann zu Fuss weitergingen!

Auch zu Fuss ging es erst einmal zügig nach oben. Wir kamen an den Les Gouilles vorbei, zwei oder drei Tümpel, die es eigentlich nicht verdient haben, See genannt zu werden :-D. Unter der Seilbahn La Videmanette querten wir auf einen Pass auf 2129m und von dort ging es noch einige Meter nach oben auf den Gipfel La Videmanette auf 2186m. Die Aussicht war mal wieder überwältigend! Und heute störten auch keine Wolkenfetzen! Gegenüber von La Videmanette sahen wir noch einen weiteren Gipfel, der mehr nach Gipfel und nicht nach Hügel aussah. So entschlossen wir kurzerhand, den auch noch mitzunehmen. Wir stiegen nochmals ein paar Höhenmeter ab, erschreckten unfreiwillig eine Horde von Steinböcken, die sich dann aber doch nicht stören liessen, da wir einen Umweg um sie nahmen. Mehr gestört fühlten sich dann die Gämsen, die natürlich direkt in die Richtung davonliefen, in die wir wanderten! Schnell überwanden wir die restlichen Höhenmeter und kamen auf den 2257m hohen Rocher Plat. Ganz zum Schluss gab es sogar noch eine kurze Kraxelstelle. Wie erhofft, war die Aussicht von hier noch viel überwältigender!

Nördlich von uns war Le Rubli, auf den mehrere Klettersteige führen. Im Süden dann die Gummfluh und die steilen Nordwände der Pointes de Sur Combe. Und im Osten die hohen Berner und Walliser Berge! Wir genossen die Aussicht, assen unsere Brötchen und verliessen dann schweren Herzens den Gipfel, da noch ein längerer Abstieg und die Fahrt mit den Bikes vor uns lag. Es war auch schon wieder nach 13 Uhr. Runter gings über den Col de la Videman. Um nicht zu tief abzusteigen und dann wieder aufsteigen zu müssen, querten wir den Hang so, dass wir etwa auf gleicher Höhe bleiben konnten. Die Querung war recht mühsam und wahrscheinlich wären wir auf dem Wanderweg schneller gewesen, aber schliesslich erreichten wir dann doch noch unsere Bikes.

Nun stand eine sehr steile Abfahrt durch das Ruble-Tal bevor. Für mich teilweise zu steil, und da ich kein Fan von unkontrollierten Rutschpartien bin oder davon, immer schneller zu werden, obwohl ich voll die Bremsen ziehe, nahm ich auch hier hin und wieder den Fussweg in Kauf. Froh war ich, als wir dann Les Planards auf 1354m erreicht, von wo aus eine asphaltierte Strasse ins Tal führte. Bei Rougemont erreichten wir den Talboden und dann gings dem Fahrradweg entlang zurück zum Campingplatz. Gemütliches Strampeln sieht aber anders aus! Kaum bogen wir in den Fahrradweg, wurde es wieder mehrmals so richtig steil! Immerhin war der Untergrund gut und so kämpfte auch ich mich durch. Der Saane entlang ging es bis nach Saanen. Dort gibt es sogar einen Flugplatz und wir konnten einer kleinen Propellermaschine beim Start zusehen. Keine 100m brauchte die Maschine, bis sie vom Boden abhob!

In Saanen gings noch schnell zum Beck, Brot für morgen und eine Nachspeise holen. Dann waren es auch nur noch fünf Minuten, bis wir wieder beim Camping waren – ziemlich fertig! Zumindest ich! Es waren doch wieder 1800 Höhenmeter und 36 Kilometer. Und 16 Uhr war es auch schon! Aber die Tour hat sich wieder gelohnt! Die Region hier gefällt uns sehr gut und es gibt immer wieder neue Juwelen zu entdecken! Nun sind wir gespannt, was die nächsten Tage bringen… 😊

Manu

Unsere Berge des Tages: links die Gummfluh, ganz rechts Le Rubli. Unter der kleinsten linken Wolke in der Mitte La Videmanette, rechts daneben etwas nach hinten versetzt Rocher Plat, unser Gipfel des Tages.

Wunderschöne Häuser gibt es fast überall im Berner Oberland.

Der letzte Aufstieg ist geschafft. Ab jetzt gehts nur noch eben oder leicht bergauf bis zur Alp Pra Cluen.

Einer der Tümpel unter dem "Rüeblihorn" (Le Rubli)

Kraxelei bis auf den Gipfel des Rocher Plat.


Aussicht geniessen!

Mit müden Oberschenkeln am Gipfel, aber glücklich ob der guten Aussicht.

Wunderschöner Blick in die Berner und Walliser Alpen. Wie immer die selben Berge, aber jedesmal faszinierend. (vlnr): Eiger, Mönch, Jungfrau, Blüemlisalphorn und Morgenhorn, Doldenhorn, Altels und Balmhorn, ein kleiner Teil des Steghorns.

Rückblick auf den Gipfel des Rocher Plat.


Die Nordwände der Gummfluh (rechts) und des Pointe de Sur Combe (links)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...