Dienstag, 10. November 2020

10.11. - Gstaad - Wanderung zum Louwenehore (2.477m) und Giferspitz (2.541m)

Unsere Allerwertesten brauchten heute eine Pause, somit war Wandern angesagt. Bereits am Vortag entschieden wir uns für eine Rundtour, die uns auf den 2.541m hohen Giferspitz führen sollte. Unsicher, wie die Verhältnisse vor Ort sind (hauptsächlich wegen des Schnees), entschieden wir uns, südseitig auf den Gipfel aufzusteigen und bei guten Verhältnissen nordostseitig abzusteigen. Falls zu viel Schnee liegen oder es rutschtechnisch zu gefährlich sein sollte, wollten wir wieder südseitig absteigen und durchs Turnelstal zum Ausgangspunkt zurückwandern.

Startpunkt war die Talstation des Wasserngrat-Lifts. Da diese oberhalb von Gstaad liegt, verliessen wir heute den Campingplatz in Zweisimmen und fuhren in der Früh erst einmal eine halbe Stunde bis zum Ausgangspunkt. Dort angekommen war es noch schattig und kalt, aber wie immer, wenn wir in Bewegung sind, wurde uns relativ schnell warm. Zügig gings dem Wanderweg entlang der Skipiste die ersten 650 Höhenmeter nach oben!

Erst dann erreichten uns die ersten Sonnenstrahlen und es wurde noch wärmer. Der Wanderweg führte dem Wasserngrat entlang, ein schöner Pfad mit spektakulären Aussichten auf die hohen Berge im Hintergrund. Hier mussten wir Vorsicht walten lassen, da es teils rutschig und teils gefroren war, aber alles in allem gut zu gehen. Nach 1.5h erreichten wir den höchsten Punkt des Wasserngrats, die 2.203m hohe Wandeliflue, bei der wir eine kurze Pause einlegten – das dortige Bänkli lud dazu ein und offeriert normalerweise eine prachtvolle Sicht auf Wildstrubel, Wildhorn, Oldenhorn und Sommet des Diablaretes!

Dann stiegen wir unterhalb des Brüeschegrats bis in den Turnelsattel auf 2.085m ab, ehe es wieder einem steilen Weg folgend aufs 2.477m hohe Louwenehorn hinauf ging. Der Weg war – obwohl südostseitig exponiert – matschig und mühsam und wir waren froh, als wir den Gipfel erreicht hatten. Mittlerweile waren auch wieder Wolken aufgezogen, die die Aussicht trübten und teilweise auch unsere Sicht nahmen. Wir wanderten gleich weiter, denn bis auf den Giferspitz dauerte es auch noch ein wenig. Auf dem Grat lag teils Schnee, aber dieser war gut gehbar. Mühsam waren eher die Stellen, an denen kein Schnee lag und wo es matschig war. So wechselte sich die Traverse bis auf den Sattel unterhalb des Giferspitzs ab, teilweise Schnee, teilweise Matsch und hin und wieder gut gehbare Passagen. 3h10min brauchten wir für die 1500 Höhenmeter vom Parkplatz aus bis auf den Gipfel. Ein anderer Wanderer hatte vor uns den Gipfel bereits erreicht, aber diesmal war es ein stiller Mitgipfelgeniesser. Wir assen unsere Brötchen und erfreuten uns an der Aussicht – zwar versteckten sich einige Berge noch immer in den Wolken, aber hin und wieder erhaschten wir einen Blick auf die hohen Berner und Walliser Alpen, ja sogar bis zu den Grandes Jorasses konnten wir sehen.

Bevor es uns zu kalt wurde, packten wir zusammen und machten uns an den Abstieg. Wie erhofft, gestaltete sich der Nordostabstieg nicht als allzu schwierig, zwar lag in den ersten 100 Höhenmetern Schnee im Weg, aber erstens waren schon einige Spuren drin und zweitens war der Schnee fest und nicht rutschig sowie der Grat nicht ausgesetzt oder absturzgefährdet. Als wir auf 2.000m waren, meinte ich zu Harald, dass es gut sei, dass wir die Rundtour so gewählt hätten, da die Südseite viel rutschiger gewesen sei und somit mühsamer für den Abstieg. Und der Weg bis hierher sei gut und nicht matschig. Und schwupps – kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, lag ich schon auf dem Hintern. Anschliessend konzentrierte ich mich wieder etwas mehr 😊.

Am Giferhüttli ging es vorbei und dann hiess es eigentlich nur noch, die Rundtour abzuschliessen. Höhenmeter gab es zum Glück keine mehr, die Füsse waren nämlich schon etwas schwer. 15.7km und 5h später (ohne Pausen) erreichten wir wieder unser Auto.

Wir machten noch einen kurzen Stopp in Gstaad beim Coop, um uns für die nächsten Tage mit Essen einzudecken und dann fuhren wir zum Campingplatz Bellerive hier in Gstaad – viel los ist nicht mehr!

Nun trinken wir noch gemütlich ein Gläschen Wein, spielen noch ein Kniffel und planen den morgigen Tag!

Manu

Der markante Gipfel in der Mitte ist das Oldenhorn. Rechts davon hinten ist der Hauptgipfel Les Diablarets.

Der Wasserngrat. Meist schön zu wandern.

Wer hier noch biken kann (und sich traut) verdient unseren grössten Respekt. Rechts gehts einfach runter - steil und weit.

Rückblick auf den Grat. Links unten Gstaad und Saanen. Rechts hinten wäre Zweisimmen.


Das kleine Schutzhüttli am Weg.

Links der Gipfel des Giferspitz, rechts das Louwenehore.

Am Louwenehore hatten wir kaum Sicht, deswegen ging es rasch weiter.

Blick zurück zum Louwenehore. Der Weg verläuft hier grösstenteils flach über die Schneefelder. Nicht gefährlich, eher mühsam.

Heute sah man zumindest die Gipfel der Berner Alpen: links schön zu sehen das Wetterhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau. In der Mitte Blüemlisalphorn und rechts Altels und Balmhorn.


Der Abstieg in der Nordostflanke war gut machbar. Wenig(er) Schnee als erwartet und vor allem gut gefroren und gehbar.

Rückblick auf unseren Gipfel und den Abstieg entlang des Grates.


2 Kommentare:

  1. Ihr seid ja verrückt, gehen each nicht langsam die Berge aus, :) ich mache immer nur die gleichen 5 touren hahaha

    GLG

    AntwortenLöschen
  2. Es gibt glaub mehr Berge im Berner Oberland als wir noch Tage im Sabbatical zur Verfügung haben, aber wir versuchen unser Bestes :-)

    AntwortenLöschen

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...