05.11. – Bike & Hike: Hohmattli (1.794m)
Obwohl das Coronavirus
auch die Schweiz fest im Griff hat, haben viele der Kantone noch keine strikten
Maßnahmen ergriffen wie zum Beispiel die Schließung der Hotels und Gastronomie.
Da auch der Kanton Freiburg noch recht offen ist, entschlossen wir uns dazu, in
die Region rund um den Schwarzsee bzw. Gastlosen zu gehen, um etwas mit dem Mountainbike
und zu Fuß die Berge zu erleben. Und da die Region auch recht hoch liegt (der
Schwarzsee zB auf 1045m), erhofften wir uns auch keinen Nebel.
Unsere Reise ging ganz
gemütlich nach dem Frühstück los. Den Bus hatten wir schon am Vorabend soweit
abreisebereit gepackt. Nach einem Einkauf im Land ging es dann weiter in Richtung
Westen, nach Freiburg. Schon von Anfang an steckten wir unter einer dicken
Nebeldecke, die sich nicht aufzulösen schien. Und selbst als wir näher an
Freiburg waren und es nach oben ging, wurde der Nebel nicht weniger. Auch am
Schwarzsee angekommen standen wir noch immer unter einer Nebelschicht. Nicht
cool ☹ Für uns gab es aber vorerst mal ein Käffchen und dazu einen Nussgipfel –
LECKER!
Kurz nach 13 Uhr
stiegen wir dann trotz der Kälte etwas widerwillig auf unsere Bikes und strampelten
los. Vom Schwarzsee ging es in Richtung Riggisalp und wie wir feststellten,
ging es steil bergauf. Schon nach kurzem war uns warm und wir entledigten uns
einiger Kleiderschichten. Wenig später standen wir vor einer Baustelle. Die Straße
ist dort neu mit Beton gegossen worden und der Arbeiter meinte nur, wir können
schon hoch, aber bitte nicht in den Beton.
Uns führte der nicht
abflachen wollende Weg immer weiter nach oben, direkt in den Nebel rein. Die
Höhenmeter verflogen und wir waren auf 1.300m, 1.400m und 1.500m. Bei der Alp
am Hürlisboden über 1.500m war noch immer keine Sonne in Sicht. Unsere
Hoffnungen schwanden dahin. Von der Alp weg mussten wir die Bikes kurz entlang
eines Wanderwegs schieben, denn fahrbar war das nicht – zu nass, zu rutschig,
zu steil. Aber das Schieben lohnte sich. Auf knapp 1.600m öffnete sich dann der
Nebel und wir standen im Sonnenschein und wurden angenehm gewärmt. Unsere Laune
wurde mit einem Schlag wieder besser und wir hatten ein Lachen im Gesicht.
Geplant war eine
Rundtour, aber für diese hätten wir gleich danach schon wieder runter müssen
und somit in die Nebelsuppe rein. Wir entschieden uns dann für eine kurze
Wanderung auf das Hohmattli, denn dort schien die Sonne, es war windstill und
schön warm. Oben genossen wir dann die super Aussicht auf die Berner Alpen und
das Nebelmeer über dem Flachland. Schweren Herzens mussten wir dann aber wieder
zu den Bikes und runter ins Tal, denn erstens wurde es bald dunkel und zweitens
lief unser Parkticket aus.
Bei der Abfahrt waren
wir im dichten Nebel unterwegs und dieser kondensierte auf uns. Von meinem Helm
tropfte es weg und meine Jacke war triefend nass. Wir freuten uns somit auf
eine warme Dusche am Campingplatz und auf den geheizten Bus. Aus der warmen
Dusche wurde dann irgendwie nicht so viel, denn man musste CHF 1.- zahlen für 2
Minuten duschen und wir hatten nur noch einen Franken in Münzen und die
Rezeption war nicht besetzt. Also teilten wir uns 2 Minuten duschen. Wenigstens
war der Bus dann angenehm warm – was so eine Heizung alles kann 😊 – und das
Essen am Abend schmeckte dank der knapp 900 Höhenmeter doppelt so gut.
Harald
Zeit wurde es: endlich raus aus dem Nebel.
| Am Aufstieg zum Hohmattli. Im Hintergrund das Kaiseregg. |
| Siehe da, alte Bekannte ;-) |
| Schreckhorn, Lauteraarhorn, Eiger, Mönch und ein bisschen der Jungfrau sieht man .. und uns beide natürlich ;-) |
06.11. – Bike & Hike: Chörblispitz
(2.103m)
Oder: Ein Tag im Zeichen des Schweizer
Nationalgerichts „Rösti“
Der Tag startete recht
früh, denn am Campingplatz kamen Bauarbeiter und machten einigen Lärm. Also
standen wir auch früher auf als geplant und ließen erstmals die Heizung etwas
laufen, denn es war doch recht frisch – nicht so frisch wie erwartet aber
frisch eben. Beim ersten Blick raus sahen wir nicht viel, nur Nebel ☹ Wir machten
uns ans Frühstück und schon beim Suchen so mancher Utensilien im Schrank kam
mir das Rösti entgegen, welches wir als Abendessen für heute geplant hatten.
Doch das sollte nicht die letzte Begegnung mit dem „Rösti“ sein für heute.
Nach dem Frühstück
erledigten wir den Abwasch und Manu zahlte den Campingplatz, denn die Rezeption
war nur von 9-10 Uhr morgens besetzt. Wir plauderten recht nett mit dem
Stellvertreter der Campingleitung und dieser fragte uns dann, ob wir aus der
Nähe seien, aus dem Sense-Bezirk im Kanton Freiburg. Dort sei das Geschlecht
der „Köstinger“ weit verbreitet und heimisch. So ein Zufall also auch. Davon
wusste ich nichts. Bis jetzt dachten wir beide, dass der Familienname aus
Österreich stamme. Tja, so kann man wieder etwas lernen.
Los ging es dann noch
im Nebel, doch wir sahen schon wenig über uns die Bäume in der Sonne. Hoffnung
also. In der Kälte des Morgens ging es entlang des Sees zurück ins Dörfchen, um
von dort dann die Straße zum Euschelspass zu nehmen. Diese führte anfangs
wieder extrem steil nach oben und so schafften wir in kurzer Zeit viele
Höhenmeter und warm wurde uns auch. Schon bald hatten wir die Ritzlialp beim Euschelspass
erreicht und wunderten uns noch, wie schnell wir waren. Dann ging es etwa 100
Höhenmeter runter, bis wir unsere Bikes stehen ließen und auf Fußantrieb
umstellten.
Unser Ziel war der 2.103m
hohe Chörblispitz, den man über einen steilen Wanderweg, der südseitig
verläuft, erreicht. Bis zur kleinen Alp Chörbli unter dem Gipfel kamen wir
zügig voran und dann fiel dieser Satz, wie wir ihn schon öfters gesagt hatten
in letzter Zeit: „wenn wir dann mal früher zurück sind …“. Wir kamen ja zügig
voran und wussten noch nichts von der weiteren Tour, also war der Satz ja
legitim. Von der Alp ging es dann recht steil in engen Serpentinen oder direkt
durch kleine Kraxelpassagen nach oben zum Gipfel. Dort saß sogar schon jemand
und grüßte nur widerwillig. Wir beide waren aber sowieso baff, denn die
Aussicht dort oben ist grandios. Auf der einen Seite sah man ins Nebelmeer und
zu unserem Campingplatz und dem Schwarzsee, wo jetzt die Sonne schien. Auf der
anderen Seite hatte man einen wundervollen Ausblick auf die Berner Alpen, die
Walliser 4000er und den Mont-Blanc. Einfach großartig. Wir setzten uns dort hin
und machten ausgiebig Pause und aßen unser Pausenbrot, denn wir hatten schon ca.
1250Hm hinter uns gebracht.
Etwas demotiviert
traten wir dann den Rückweg an. Oben war es wunderschön warm und sonnig, ein
schöner Platz zum Verweilen also. Abwärts ging es recht flott und schon bald
standen wir bei den Bikes und sattelten wieder um. Wir sausten dann die Straße
auf der anderen Seite nach Jaun ab. Hier wurde es dann immer kühler, denn im
Tal war es deutlich kälter. Von Jaun aus ging es dann dem Radweg entlang nach
Charmey auf ca. 860m. Dort erwartete uns dann ein neuerlicher Aufstieg nach La
Balisaz, der Alp am höchsten Punkt, bevor es wieder auf der anderen Seite
runter zum Schwarzsee und somit unserem Bus ging.
Der Weg war anfangs
schon recht mühsam, weswegen wir uns dann entschieden, auf der Straße zu
fahren, die sowieso kaum Autos zählte. Etwas weiter oben dann folgten wir dem
GPX Trail der Tour und nicht den Schildern, was sich doch irgendwie als
Reinfall raustellen sollte. Der Weg wurde zunehmend schlechter und vor allem war
es matschig und nass. Als der Weg kaum mehr fahrbar war, stiegen wir dann von
den Rädern ab und schoben diese – anfangs. Später trugen wir sie sogar noch ein
Stückchen, denn es wurde extrem steil. Erst als wir wieder auf den „normalen“
Weg trafen, konnten wir sie wieder entspannt schieben, denn an fahren war auch
dort nicht zu denken – viel zu steil und zu rutschig. Bis zur Alp hinauf
steilte sich der Weg dann nochmals ordentlich auf und wir beide kamen nach fast
1800 Höhenmeter etwas ins Fluchen.
Am Pass angekommen
waren wir aber doch froh über die schöne Tour und freuten uns auf die Abfahrt,
nicht aber auf den kalten Campingplatz, denn der lag um 16 Uhr schon im
Schatten. Wir fuhren zügig ab und mussten auch hier feststellen, dass die Wege
extrem steil sind. Die Bremsen der Bikes leiden hier extrem! Also auch
umgekehrt wäre der Weg kaum weniger anstrengend gewesen, obwohl ich das anfangs
noch angenommen habe.
Zurück zum „Tag des Röstis“:
die Tour heute (ohne den Chörblispitz) ist auf vielen Portalen im Internet und
auf Seiten der Gemeinden hier als die „Röstigrabentour“ bekannt. Der
Röstigraben bezeichnet die Sprachgrenze zwischen Deutsch und Französisch in der
Schweiz. Man startet im deutschsprachigen Teil von Freiburg, kommt nach Jaun,
wo man noch Deutsch spricht und fährt dann nach Charmey, wo Französisch
gesprochen wird. Bis hinauf zum Pass bei La Balisaz ist alles französisch
angeschrieben, bis es dann wieder wechselt. War also quasi ein Kulturausflug
für uns.
Harald
| Unser Ziel vor Augen: links der Chörblispitz. |
| Der südseitige Aufstieg war trocken und wunderschön. |
| Aussicht auf den Schwarzsee und das Nebelmeer im Flachland. |
| Aussicht in Richtung Berner Oberland und Wallis. Unzählige Berge, die wir heuer schon selbst bestiegen oder aus nächster Nähe erlebt haben. |
| Nebelmeer auch in Richtung Genf und Jurabogen. |
| Die Kirche von Jaun. |
| Fertig mit schieben. Ab hier gehts wieder auf dem Bike weiter. Unter uns Charmey. |
| Geschafft. Der höchste Punkt ist wieder erreicht, jetzt gehts nur noch abwärts. Und die Sonne stand auch schon tief, es war 16 Uhr. |
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| Rösti mit Speck und Spiegelei nach der ausgedehnten Röstigrabentour. Zusammen mit dem Bier durchaus verdient würde ich sagen. |


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