Nach der gestrigen Tour planten wir für den heutigen Tag wirklich etwas Kurzes bzw. Entspanntes, denn schließlich waren unsere Beine müde von den letzten zehn Tagen, wo wir im Schnitt 1500 Höhenmeter pro Tag gemacht haben. Das Ziel für den heutigen Tag war das Wiriehore in Mitten des Diemtigtals – ein kleines Seitental im Berner Oberland, das man wohl übersehen kann, aber das jeden Besuch definitiv Wert ist.
Unser Tag startete mit
einer Fahrt von Zweisimmen nach Zwischenflüh im Diemtigtal, von wo aus wir
unsere Tour machten. Bei Wasserbrügg parkten wir unser Auto und sattelten um
auf die Mountainbikes, mit denen es zuerst ca. 300 Höhenmeter nach oben ging
zur Alp Underi Heitere. Dort angekommen ging es zu Fuß weiter. Zuerst einer
steilen Alpstraße folgend und später querfeldein über die Piste zum
Ausgangspunkt unserer Tour – dem Punkt P.1720 auf der SwissTopo Karte.
Zumindest war es so in der Tourenbeschreibung zu lesen, dass von dort ein Pfad
in den lichten Wald führt, welcher einen zum Einstieg auf den NO-Grat bringt.
Anfangs war da auch
ein Pfad, dem wir folgen konnten, doch schon bald verlor sich dieser. Jedoch
war das weniger ein Problem, musste man sich einfach einen geeigneten Weg hinauf
suchen. Beim Einstieg in den Grat angekommen, aßen wir noch einen Biber und ein
paar Nüsse in der Sonne, bevor wir die 400 Höhenmeter am NO-Grat in Angriff
nahmen.
Der Aufstieg ist noch
teils mit Farbe markiert, jedoch verblassen diese Striche und Punkte immer mehr
und man muss etwas danach suchen. Brauchen tut man sie aber nicht, denn
verlaufen geht eigentlich gar nicht. Meist in angenehmen Gehgelände, teils
etwas kraxelnd kamen wir so rasch höher und somit dem Gipfel entgegen. Vor dem
Ausstieg ganz oben hatten wir etwas Angst, sahen wir doch von unten eine Wechte
über den Grat ragen. Wir hofften also, dass diese nicht so hoch ist bzw. nicht
ganz bis zum südöstlichen Ende des Grates reicht. Wir hielten uns im oberen
Teil also etwas links in Richtung Südosten und durchstiegen eine paar steilere
Grasflanken und Felspassagen, bevor wir dann ohne Schneekontakt am Gipfel
standen.
Wie schon an den Tagen
davor waren wir fasziniert von der Aussicht und suchten uns ein Plätzchen, um
diese etwas länger genießen zu können. Unser Aufstieg dauerte nur 2:20 Stunden
und somit hatten wir genügend Zeit in die Ferne zu schauen. Fast eine Stunde
taten wir dies dann auch, bevor wir wieder den Abstieg antraten und über die
Alp Wirie zurück zu unseren Bikes gelangten. Mit diesen ging es rasant ab zum
Auto, wo wir die Bikes verluden und uns in Richtung Heimat in Bewegung setzten.
Nach dem zehnten Tag
in Folge mit traumhaften Bedingungen und super Touren waren wir beide dankbar
für all das Erlebte und wollten diese Region des Berner Oberlandes so in
Erinnerung behalten. Das angekündigte schlechtere Wetter mit mehr Bewölkung am
folgenden Tag war dann mit unter ein Grund dafür, dass wir die Heimreise
antraten. Auch brauchten wir einfach wieder mal einen Pausentag und etwas
Erholung.
Harald
| Blick auf den geplanten Aufstieg: immer links dem Grat entlang folgend bis zum Gipfel. |
| Ab und zu gabs was zum Kraxeln :-) |
| Schon weit oben im "Grat". |
| "Hallo Berner Alpen" |
| Gipfelfoto mal anders. Links das Stockhorn (freistehend), rechts der Thunersee. |
| Manu kundschaftet Routen aus ;-) |
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