Samstag, 14. November 2020

14.11. – Diemtigtal – Überschreitung Wiriehore (2.304m)

Nach der gestrigen Tour planten wir für den heutigen Tag wirklich etwas Kurzes bzw. Entspanntes, denn schließlich waren unsere Beine müde von den letzten zehn Tagen, wo wir im Schnitt 1500 Höhenmeter pro Tag gemacht haben. Das Ziel für den heutigen Tag war das Wiriehore in Mitten des Diemtigtals – ein kleines Seitental im Berner Oberland, das man wohl übersehen kann, aber das jeden Besuch definitiv Wert ist.

Unser Tag startete mit einer Fahrt von Zweisimmen nach Zwischenflüh im Diemtigtal, von wo aus wir unsere Tour machten. Bei Wasserbrügg parkten wir unser Auto und sattelten um auf die Mountainbikes, mit denen es zuerst ca. 300 Höhenmeter nach oben ging zur Alp Underi Heitere. Dort angekommen ging es zu Fuß weiter. Zuerst einer steilen Alpstraße folgend und später querfeldein über die Piste zum Ausgangspunkt unserer Tour – dem Punkt P.1720 auf der SwissTopo Karte. Zumindest war es so in der Tourenbeschreibung zu lesen, dass von dort ein Pfad in den lichten Wald führt, welcher einen zum Einstieg auf den NO-Grat bringt.

Anfangs war da auch ein Pfad, dem wir folgen konnten, doch schon bald verlor sich dieser. Jedoch war das weniger ein Problem, musste man sich einfach einen geeigneten Weg hinauf suchen. Beim Einstieg in den Grat angekommen, aßen wir noch einen Biber und ein paar Nüsse in der Sonne, bevor wir die 400 Höhenmeter am NO-Grat in Angriff nahmen.

Der Aufstieg ist noch teils mit Farbe markiert, jedoch verblassen diese Striche und Punkte immer mehr und man muss etwas danach suchen. Brauchen tut man sie aber nicht, denn verlaufen geht eigentlich gar nicht. Meist in angenehmen Gehgelände, teils etwas kraxelnd kamen wir so rasch höher und somit dem Gipfel entgegen. Vor dem Ausstieg ganz oben hatten wir etwas Angst, sahen wir doch von unten eine Wechte über den Grat ragen. Wir hofften also, dass diese nicht so hoch ist bzw. nicht ganz bis zum südöstlichen Ende des Grates reicht. Wir hielten uns im oberen Teil also etwas links in Richtung Südosten und durchstiegen eine paar steilere Grasflanken und Felspassagen, bevor wir dann ohne Schneekontakt am Gipfel standen.

Wie schon an den Tagen davor waren wir fasziniert von der Aussicht und suchten uns ein Plätzchen, um diese etwas länger genießen zu können. Unser Aufstieg dauerte nur 2:20 Stunden und somit hatten wir genügend Zeit in die Ferne zu schauen. Fast eine Stunde taten wir dies dann auch, bevor wir wieder den Abstieg antraten und über die Alp Wirie zurück zu unseren Bikes gelangten. Mit diesen ging es rasant ab zum Auto, wo wir die Bikes verluden und uns in Richtung Heimat in Bewegung setzten.

Nach dem zehnten Tag in Folge mit traumhaften Bedingungen und super Touren waren wir beide dankbar für all das Erlebte und wollten diese Region des Berner Oberlandes so in Erinnerung behalten. Das angekündigte schlechtere Wetter mit mehr Bewölkung am folgenden Tag war dann mit unter ein Grund dafür, dass wir die Heimreise antraten. Auch brauchten wir einfach wieder mal einen Pausentag und etwas Erholung.

Harald

Blick auf den geplanten Aufstieg: immer links dem Grat entlang folgend bis zum Gipfel.

Blick zurück: hinten ist schon der Thunersee zu erkennen. Rechts die Kette des Niesen.


Ab und zu gabs was zum Kraxeln :-)

Schon weit oben im "Grat".

"Hallo Berner Alpen"


Gipfelfoto mal anders. Links das Stockhorn (freistehend), rechts der Thunersee.

Manu kundschaftet Routen aus ;-)

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