Montag, 2. November 2020

01.-02.11. – Biken im Wallis und in Waadt

 01.11. – Biken Sion bis zur Alp Flore auf 1963m

Ganz gemütlich starteten wir in den heutigen Tag – immerhin konnten wir direkt vom Camping aus starten, da unsere ausgewählte Bikeroute nur wenige Meter am Campingplatz vorbeiführte.

Die ersten Kilometer waren ziemlich angenehm, bis es dann durch die Weingärten nach oben ging. Dies lässt sich in einem Wort beschreiben: steil. Oder in zwei Worten: sehr steil! Als wir dann die Ortschaft Conthey erreichten, wurde der Weg endlich wieder etwas gemässigter. Teils führte unsere Route entlang der Strasse, die aber sehr spärlich befahren war, teils auf Waldwegen. Immer höher schlängelte sich der Weg nach oben, bis wir schliesslich auf ca. 1700m den Wald hinter uns liessen. Je höher wir kamen, desto besser war auch der Ausblick auf die hohen Berge – wären da die Wolken nicht gewesen! Wir konnten aber erahnen, wer oder was sich hinter den Wolken versteckte und hin und wieder blinzelte der eine oder andere Berg auch durch – das Massiv des Mont Blancs, der Grand Combin und die altbekannten Walliser Alpen wie das Monte Rosa Massiv, das Weiss-, Laggin- oder Fletschhorn.

Bis zur Alp Le Larzey führte die Forststrasse hinauf, ehe es von dort aus auf einem Wanderweg ca. zwei Kilometer weit zur Alp Flore ging. Glücklicherweise war der Weg recht gut fahrbar und so erreichten wir kurze Zeit später die Alp Flore, von wo aus wir noch ein wenig den Hügel hochfuhren (auf knapp 2000m) und dort dann unser Brötchen assen. Hin und wieder wärmte uns auch ein Sonnenstrahl, aber leider viel zu selten. Darum verweilten wir auch nicht zu lange, sondern fuhren alsbald wieder Richtung Tal – vorbei an den Dörfchen Erde und Aven, wieder durch wunderschöne gelb-rote Weingärten! Und auch dort waren die Strässchen wieder extrem steil – was sich bei meinen Bremsen spürbar machte! Schon am Tag zuvor meinte ich zu Harald, dass meine Bremsen langsam aber sicher durch seien, vor allem die hintere Bremse hörte sich nicht mehr so gut an. Darum war ich auch nicht traurig, als wir die 1600 Höhenmeter hinter uns gebracht hatten und am Ende nur noch gemütlich am Kanal entlang wieder Richtung Camping radeln mussten!

Harald verbrachte dann einige Zeit damit, die Blogeinträge der letzten Tage online zu stellen und wir suchten auch eine Tour für den kommenden Tag – der vorerst letzte in diesem Gebiet, da am Dienstag und Mittwoch das Wetter schlechter werden sollte und wir darum die Heimreise planten!

Kulinarisch verwöhnte mich Harald am Abend mit Spätzle mit gebratenem Gemüse und einem Gläschen Merlot (der noch aus Frankreich stammte, aber nicht sonderlich gut war – da bevorzuge ich auf jeden Fall den Muscat!) 😊 

Manu

Start unten in den Weingärten von Sion.

Steil angelegt sind diese Gärten. Die Arbeit muss extrem schwer sein. Und die Straßen sind extrem steil.

Erster Blick auf die Gruppe des Wildhorns.

Dem Wanderweg entlang ging auch der VTT Weg (MTB-Weg).

Größtenteils war der Weg gut fahrbar.

Unser Ziel ist erreicht. Jetzt gibts eine Pause.

Panorama der Walliser 4000er.

Am Rückweg ging es wieder durch einige Weingärten.

02.11. – Bike & Hike Croix de la Lé

Mit dem Wecker um 07:30 Uhr starteten wir in den heutigen Tag. Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen zusammen, bezahlten noch den Campingplatz und fuhren rund 50 Minuten in ein kleines Städtchen namens Vouvry, bereits in der Nähe des Genfersees. Von dort aus sollte die heutige Tour starten – gemütliche 1170 Höhenmeter und 28 Kilometer. So zumindest der Plan.

Von Vouvry aus ging es erst einmal der Rhône entlang bis nach Les Evouettes, wo der gemütlich ebene Teil dann zu Ende war. Langsam aber stetig schlängelte sich die Asphaltstrasse nach oben. Irgendwann war dann fertig mit Asphalt und es wurde schottrig, aber auch hier noch immer gut fahrbar. Wir wurden dann von zwei Männern auf E-Bikes überholt, die sogar noch einen Pickel dabeihatten! Was die wohl vorhatten? Später erfuhren wir es dann …

Auf 1340m zweigte dann unsere geplante Route vom breiten Waldweg ab und führte einem Wanderweg entlang weiter zum Lac Tanay. Wir waren aber noch nicht bereit, diesem Wanderweg zu folgen, denn vor uns ragte ein Berg in den Himmel, der uns gefiel und auf den wir gerne hinaufwollten. Wir dachten nämlich, dass man von dort sicherlich einen guten Ausblick auf die umliegenden Berge und auch auf den Genfersee haben müsste! So warfen wir unseren ursprünglichen Plan von einer gemütlichen Bikerunde über den Haufen und fuhren dem Waldweg entlang weiter bis zur Ferme La Dérotchia, die auf 1493m liegt.

Nun hiess es, zu Fuss die restlichen 350 Höhenmeter zurückzulegen. Auf dem Wegweiser standen 1h10min angeschrieben, aber wir waren in 40 Minuten auf dem 1843m hohen Croix de la Lé. Unterwegs überholten wir noch die beiden E-Bike-Männer, die nun plötzlich zu dritt waren, ein jüngerer Mann war nun mit von der Partie. Auf dem Gipfel erklärte uns dann einer der Männer, dass der jüngere Mann ein Bergführer-Aspirant sei und sie sozusagen seine Probanden. Sie wanderten dann auch am Grat entlang weiter auf die nächsten Berge.

Uns reichte aber dieser Gipfel – wie bereits erhofft, hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf die Fribourger und Berner Alpen! Ebenfalls erstreckte sich unter uns der Genfersee. Wir genossen das Panorama und die warme Sonne, aber leider mussten wir irgendwann auch wieder weiter, da heute ja noch die Heimreise anstand. So stiegen wir wieder zu unseren Bikes hinunter und fuhren zurück zur Wanderweg-Abzweigung. Nun hiess es also doch noch die Bikes für gut 100 Höhenmeter den Wanderweg entlangzuschieben, bis wir den Lac Tanay erreichten. Ein wirklich schöner Bergsee auf 1400m! Wir machten allerdings nur einen kurzen Fotostopp, eher wir unseren Rückweg fortsetzten – zuerst mussten wir nochmals ein paar Höhenmeter bewältigen!

Anschliessend ging es sehr steil – und ich meine sehr steil! – einen Waldweg hinunter. Meine Hinterbremse konnte ich vergessen, zum Glück war die vordere noch einigermassen in Ordnung. Froh war ich, als wir in Miex ankamen, denn von dort aus folgten wir der asphaltieren Strasse zurück nach Vouvry. Zwar noch immer bergab, aber bei weitem nicht mehr so steil! Es waren schliesslich doch 1730 Höhenmeter und fast 38 Kilometer, die wir zurückgelegt hatten. Aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall! So war es dann bereits 16 Uhr, als wir uns auf den Weg nach Hause machten.

Manu

Unten das kleine Dörfchen Les Evouettes. Rechts hinten die Diablarets-Gruppe.

Schönes Wetter und größtenteils schöne Wege zum Fahren.

Ein erster Tiefblick zum Genfersee.

Blick ins Wallis mit Ausblick auf den Grand Combin.

Wir am Gipfel und im Hintergrund die Freiburger Alpen (links).

"Wo sind die mit dem Bergführer-Aspiranten jetzt hin?"

Am Lac Tanay angekommen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...