Die Nacht war regnerisch. Immer wieder zogen Fronten durch und es prasselte ans Fenster. Da der Wetterbericht sowieso nur über die Mittagsstunden etwas besseres Wetter ansagte, starteten wir entsprechend spät in den Tag. Erst gegen 10 Uhr fuhren wir los zum Ausgangspunkt.
Vor 5 Jahren wollten wir auch schon mal auf den Gipfel, brachen damals aber wegen Kälte, starkem Wind, viel Neuschnee und komplettem Whiteout am Sattel ab. Heute sollte nicht viel davon anders sein. Naja.
Gemeinsam mit 4 anderen starteten wir um etwa 10:30 zum Gipfel. Der Nebel hing etwa auf der Höhe des Sattels auf ca. 700m und wir wurden gleich am Start nass, da es leicht regnete. Naja. Draußen sein und sich bewegen war die Devise. Wir überholten unsere Mitstreiter gleich und hielten uns dann an die alte Spur, die gut auszumachen war, noch.
Im Becken unter dem Sattel berieten wir nochmal kurz und gingen dann weiter. Es gab mittlerweile Sicht in den Sattel und wir konnten die Wächten ausmachen, die wir meiden wollten. Also spurte ich hoch in den Sattel. Mittlerweile sah man keine Spur mehr und es lag etwas Neuschnee, der nach oben hin mehr werden sollte.
Am Sattel angekommen, zogen wir unsere Jacken an, denn es gab eine leichte Brise aus Südwesten. Man konnte aber anfangs den Gipfelhang ausmachen und mit der Karte und dem GPS orientierten wir uns. Die ersten Hänge waren problemlos zum Spuren und vor allem weit genug, sodass man nie aufpassen musste. Wenn eine Steininsel kam, gabs eine Kehre.
Nach oben hin wurde der Nebel dichter und der Hang schmäler. Von unten wusste ich noch, dass links der Grat überwechtet war und rechts wurde das Gelände steiler als 35 Grad. Also musste mir das GPS helfen. Lage, Richtung, ungefähre Distanz und dann Schritte zählen bis zur nächsten Kehre. Dann das gleiche weiter und weiter, bis wir oben waren. Runter sollte es dann ja an Hand der Spur einfach sein, zudem auch unsere Uhren den Track aufzeichneten.
Am Gipfel blieben wir etwas hinter der Kuppe. Wir konnten nicht genau ausmachen, wo der Gipfel "aus" war und die Wechte anfing. Sicher ist sicher.
Flott fellten wir ab und machten uns ready zur Abfahrt. Dann folgten wir der Spur bzw. dem GPS Track meiner Uhr. Und siehe da, nach zwei oder drei weiteren Kehren riss es auf. So sah also der Hang aus. Eh breit und schön zu fahren. Wir nutzten die Gunst der Stunde und zogen unsere Spuren runter bis zum Sattel. Nachdem dann die nächste Nebelbank drückte, fuhren wir gleich noch den Steilhang vom Sattel ab und waren dann wieder in Gelände mit Kontrast und unter den Wolken.
Im leichten Nieselregen ging es dann etwas mühsam über die Ebene zurück. Der Schnee bremste dort enorm. Ab dem Ende gings dann aber in gutem Hartschnee zurück zum Auto. Glücklich kamen wir dort wieder an, beide etwas überrascht, dass wir den Tag so gut nutzen konnten und sogar am Gipfel waren und Sicht in der Abfahrt hatten.
Harald







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