Mit der Zufallspitze haben wir schon lange geliebäugelt. Jedoch waren meistens die Bedingungen am Gletscher nicht besonders einladend, sodass wir es bis anhin nicht geschafft hatten, diesen schönen Gipfel zu besteigen!
Heute sollte sich dies aber ändern! Bereits um 04:50 Uhr war Tagwacht. Nachdem wir das "Thermo-Frühstück" zu uns genommen hatten, welches uns das Waldheim-Team dankenderweise zur Verfügung gestellt hatte, gings mit dem Auto nach Hintermartell. Harald hatte die Ski bereits am Vorabend aufgefellt, sodass wir uns noch ein paar Minuten sparen konnten. Wir wussten, dass es eine lange Tour mit gut 1700hm werden würde - Aufstiegszeit laut Führer zwischen sechs und sieben Stunden. Da es ausserordentlich warm werden sollte, wollten wir frühzeitig unterwegs sein.
Der Parkplatz war um diese Uhrzeit schon gut gefüllt, wir ergatterten grad noch so einen der letzten Plätze. Aber kein Wunder, es war Samstag und die Bedingungen ja prinzipiell gut!
Für uns ging es um 5:50 Uhr los - es war aber bereits so hell, dass wir die Stirnlampen im Auto lassen konnten. Als wir die Zufallhütte passierten, war es bereits hell. Dort starteten erste Gruppen auf dem Weg zu ihren Gipfeln. Für uns ging es den altbekannten Weg (von gestern) weiter Richtung Marteller Hütte. In der Ebene konnten wir den einen oder anderen Skitourengänger hinter uns lassen. Der Anstieg zum Fürkeleferner zog sich dahin. Dort teilten sich die Gipfelstürmer dann auf - die einen, die über den Fürkeleferner direkt zur Zufallspitze anstiegen und die anderen, die den etwas weiteren Weg über den Zufallferner zum Cevedale wählten.
Wir hatten uns für den direkten Weg entschieden - waren wir ja vor ein paar Jahren bereits auf dem Cevedale und froren uns dort fast die Nasenspitzen ab!
Die erste Steilstufe bewältigten wir auf der linken Seite. Es war ziemlich eingeblasen und hart und ich schimpfte schon das erste (aber auch einzige) Mal auf dieser Tour 🙈. Zusätzlich nervte mich, dass die Sonne sich hinter einem Wolkenschirm versteckte, ein leichter Wind wehte und mir so ziemlich kalt war. Nach der Steilstufe ging es flach weiter zur zweiten Steilstufe, der Wind liess nach, die Sonne zeigte sich und ich war wieder glücklich. Wieder waren wir gleichzeitig wie unsere fünf Tiroler Kollegen unterwegs, mit denen wir noch ein paar Worte wechselten, ehe sie Pause machten und wir weiterzogen.
Die zweite Steilstufe war dann viel einfacher zu gehen und nach gut vier Stunden standen wir am Übergang auf knapp 3600m zur Vedretta de la Mare. Dort mussten wir die Ski kurz ausziehen und hatten dann zwei Möglichkeiten - entweder zu Fuss dem Grat entlang hoch zum Gipfel oder südseitig eine kurze Querung zu machen und dann mit den Ski bis kurz unterhalb des Gipfels.
Wir entschieden uns für die Querung und da wir gut in der Zeit waren, meinte ich zu Harald, wir könnten ja noch schnell auf den Cevedale, da er praktisch "auf dem Weg liegt". Meine Beine waren zwar über die Entscheidung nicht so glücklich, aber Harald war schon auf und davon und so folgte ich ihm in eher gemächlichem Tempo. Für die letzten paar Höhenmeter montierten wir noch die Harscheisen, da hier ein Ausrutschen nicht unbedingt angenehme Folgen hätte.
So standen wir noch vor 11 Uhr auf 3.769m! Diesmal bei angenehmeren Temperaturen. Zwar wehte ebenfalls ein Wind, aber hinter den Resten der ehemaligen militärischen Stellung war es angenehm windstill. Dort verweilten wir kurz und redeten noch mit einem Einheimischen, der über den Suldenferner und die Suldenspitze bis auf den Cevedale aufgestiegen war. Er meinte, die Bedingungen seien so gut wie schon lange nicht mehr, auf dem Suldenferner sei keine einzige Spalte offen und er sei sogar ohne Harscheisen bis auf den Cevedale gekommen.
Wir fuhren dann mit den Ski in die Lücke zwischen Cevedale und Zufallspitze ab. Für mich ging es dann zu Fuss weiter, Harald fellte nochmals auf und spurte mit den Ski bis zum Skidepot kurz unterhalb des Gipfels. Gemeinsam gingen wir die letzten Meter bis zum Gipfel hoch. Viel Platz gibt es dort nicht, zum Glück war grad nicht so viel los. Wir liessen schnell ein Gipfelfoto von uns machen und stiegen dann bereits wieder ab, da eine grosse Gruppe den Grat entlang nach oben stapfte und wir Platz machen wollten.
Runter gings dann südseitig auf dem Vedretta de la Mare, und da es grad so viel Spass machte und wir nicht die Querung machen wollten bzw. die Ski ausziehen, um über die Felsen zu kommen, beschlossen wir kurzerhand, noch ein paar Höhenmeter mehr mitzunehmen. Beim Gegenanstieg (ca. 150 Höhenmeter), der komplett südseitig und recht steil war, kam ich ziemlich an meine Grenzen. Es war abartig warm und mein Kreislauf wollte nicht mehr so, wie ich es gerne gehabt hätte. Harald nahm auch keine Rücksicht und lief einfach davon 🙄. Aber schliesslich hatte auch ich es geschafft.
Nun ging es nur noch runter. Die Abfahrt machte richtig viel Spass, es war firnig und teilweise sogar noch pulvrig. Auf dem Weg Richtung Marteller Hütte fand Harald noch ein Seil inkl. Exen auf dem Boden. Kurzerhand blieb er stehen, packte es auf seinen Rucksack und übergab es ein wenig später einem Holländer, der auf dem Weg zur Marteller Hütte war - vielleicht vermisste es dort bereits jemand?
Für uns ging es zurück zur Zufallhütte, wo wir Bergretter-Freunde inkl. Anhang von Harald trafen und mit ihnen noch gemütlich beisammensassen, ehe es dann zurück zum Auto und ins Waldheim ging, wo wir abends wieder hervorragend verköstigt wurden!
Manu
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| Morgenstimmung bei der Zufallhütte |
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| Unser heutiges Ziel |
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| Die ersten Leute überholt |
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| Kurz vor dem Übergang |
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| Unterwegs zum Cevedale - Zufallspitze im Hintergrund |
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| Die letzten Meter... |
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| Fussaufstieg zur Zufallspitze |
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| Südseitiger Firnhang unterhalb des Gipfels |
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| Auf dem Fürkeleferner |
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| Powder! |
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| Kaputt, aber happy! |

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