Es sollte laut Plan schon ein anstrengender und langer Tag werden, weshalb wir etwas früher starten wollten, um entsprechend Reserven am Ende zu haben. Schließlich wollten wir nicht mit Stirnlampen vom Berg absteigen - wir hatten aber sicherheitshalber welche dabei.
Nun war es aber so, dass es eine Fehlnavigation bei der Anfahrt gab, die uns gleich mal 20 oder 25 Minuten kostete. Es sei teilweise der Fehler des Fahrers gewesen, der den Schildern und nicht dem Navi nachfuhr, andererseits muss aber eine Teilschuld auch an die Behörde abgegeben werden, denn Vallesinella ist eben nicht gleich Valle Sinella.
Letzten Endes kamen wir aber beim Rif. Vallesinella an und packten unsere Rucksäcke, die etwas schwerer waren als noch tags zuvor. Ausgerüstet mit Klettersteigsets, Gurten, Helmen, Steigeisen, Pickeln und ein paar Schlingen, Karabinern und einem 20m Seil gings dann los zum Rif. Tuckett und von dort zur Bocca del Tuckett, wo uns auf etwa 2500m nach gut 2:15h der Winter einen Gruß schickte.
Der Gletscherrest dort war leicht überzuckert, wir kamen aber so in die Bocca hoch. Dort rüsteten wir uns aus und fingen an dem Klettersteig zu folgen. Anfangs noch ohne Steigeisen wurde es uns aber bald schon zu mühsam und wir rüsteten entsprechend nach. Mit den Eisen gings dann flott uns sicher dahin und so kamen wir bald aus der Nordseite raus und konnten die Eisen ausziehen - ironischerweise vor der Eisrinne, die schneefrei war. An eine Besteigung der Cima Brenta war so nicht zu denken, zu viel Schnee in den Stellen wo man keinen habem will.
Der Steig an sich ist landschaftlich sehr schön, doch hatten wir etwas Pech mit der Sonne, die immer wieder von Schleierwolken abgedeckt wurde. Erst am Ende kam sie dann voll durch, aber da waren wir schon wieder im Abstieg vom höchsten Punkt. Dieser Abstieg von der Spallone dei Massodi zum Rif. Brentei ist geschmückt mit unzähligen Leitern, die teils auch leicht überhängend sind.
So waren wir froh, als wir unten am Wandfuß unsere Ausrüstung versorgen konnten und nur noch locker abwandern mussten. Das dauerte aber, denn die Schönheit der Berge dort fesselte uns immer wieder.
Am Rif. Brentei kundschafteten wir dann noch die Kletterwände aus, bevor wir dann kurz nach 17 Uhr den Abstieg zum Auto in Angriff nahmen. Müde und fertig kamen wir dann aber noch vor Sonnenuntergang dort an, setzten uns ins Auto und fuhren noch schnell zum Einkaufen, denn wir hatten Hunger.
Harald
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