Donnerstag, 6. Oktober 2022

06.10.2022 - Cima Presanella 3.558m

Nachdem die Finger vom Vortag noch durch waren entschieden wir uns zu einer "Hochtour" auf den höchsten Punkt des Trentinos und somit auch der Adamellogruppe. Der Turm aus Granit und Tonalit der Cima Presanella hatte es uns schon die Tage davor angetan, überragt er doch alle anderen Gipfel in der Region um einiges.

So packten wir am Morgen zügig zusammen und fuhren bis zur Malga Valina d'Amola auf, welche auf ca. 2000m gelegen den Ausgangspunkt bildete.
In der Sonne ging es dann schon los in Richtung Rifugio Segantini, welches wir alsbald erreichten. Von dort schien der Weg zum Gipfel und auch schon zur Scharte vor dem Monte Nero, die den Übergang ins Val di Nardis und somit den restlichen Aufstieg bildet, endlos. Oder es war einfach der schwere Rucksack, der mich langsam machte, waren doch wieder Steigeisen, Pickel und Seil mit an Bord, in doppelter Ausführung natürlich.

Von der Hütte ging es zuerst recht flach entlang bis wir auf die lange Moräne gelangten, die sich vom Monte Nero herunterzieht. Dieser folgten wir dann nach oben bis wir gut nach Westen queren konnten um auf die Bocca di Monte Nero zuzusteuern, unseren Übergang.

Auf etwa 2500m fing dann die Schneedecke an. Zum Glück war schon eine Spur vorhanden, so konnten wir gut bis zum Beginn des versicherten Steiges gelangen. Dort wechselten wir dann aber die Bereifung und zogen die Steigeisen auf. Auch montierten wir die Klettergurte und Helme.

Es war dann zwar angenehmer mit den Eisen, notwendig wären sie wohl nicht gewesen. So erreichten wir schon nach kurzer Zeit die Bocca di Monte Nero auf 3.078m, die uns auf der Südseite mit Sonne und Wärme empfing. Ohne Eisen kletterten wir dort dann dem versicherten Teil entlang ab und gelangten so ins ehemalige Gletscherbecken der Cima.

Diesem Becken folgten wir bis ans Ende, wo es zum Gipfel des Monte Nero hin aufsteilt. Auch hier findet man einen einfachen Weg nach oben und gelangt alsbald zum Plateau, welches zum Bivaccio Orobica leitet. Kurz davor muss noch eine kurze Querung gemacht werden, die aber mit einem Stahlseil entschärft wurde. 

Vom Biwak weg gelangt man über einfaches Blockgelände schließlich auf den Gipfel der Cima Presanella. Nach ca. 4:20h standen wir dann am Gipfel und genossen eine traumhafte Aussicht. Der Monte Adamello war direkt vor uns. Das Monte Rosa im Westen war zu sehen inkl. Matterhorn. Das Bergell und das Berninagebiet lagen quasi gleich nebenan. Im Norden der Ortler mit der Königsspitze und dem Cevedale. Viele der Berge des Martelltals konnten wir ausmachen. Weiter östlich folgte der gesamte Hauptkamm mit Wildspitze, Olperer, den Zillertalern, dem Venediger und Großglockner. Und im Osten die Dolomiten. Was für eine Belohnung.

Leider zog dann der Wind an und wir mussten zuerst absteigen, bis wir in einer windgeschützten Mulde unser Jause essen konnten. Danach machten wir uns an den Abstieg über den Anstiegsweg. Die Alternative wäre um 400hm mehr gewesen, und wir hatten schon 1600hm in den Beinen und mussten sowieso den Gegenanstieg in die Bocca machen.

In der Bocca holten wir dann die drei anderen ein, welche uns vom Gipfel entgegenkamen. Den Einzelgänger, den wir im Aufstieg überholten, der aber umdrehte, hatten wir kurz darauf auch wieder überholt.

Von der Scharte stiegen wir dann mit den Eisen wieder ab. Manu kletterte alles ab und so konnte ich das Seil verstauen und musste nie abseilen. Das sparte viel Zeit. Im flachen Teil entledigten wir uns der Eisen und gingen zügig aus dem verschneiten Gelände an die Sonne.

Nun warteten noch ca. 600hm auf uns im Abstieg. Aber diese vergingen schnell, denn die Brentagruppe im Abendlicht lenkte uns gut ab. So standen wir nach 8:24h inkl. aller Pausen wieder beim Auto und freuten uns, dass auch die Stirnlampen im Rucksack bleiben konnten.

Harald






















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