Unsere Beine waren schon etwas müde von den Tagen davor, aber das Wetter sollte vor dem Umschwung noch einmal gut werden. So planten wir eine kleinere Wanderung zum Rif. dei 12 Apostoli und somit einer Umrundung der gleichnamigen Cima.
Von der Malga Cioca sind es ja nur knapp 750 Höhenmeter zum Rifugio, also quasi nichts. Die Meter sind aber der Netto-Höhenunterschied. Wir sollten noch rausfinden, wie viele Täler man auf einer 1:50.000er Karte nicht genau ausmachen kann.
Weil wir ja mit weniger gerechnet hatten starteten wir gemütlich und fuhren los in Richtung Pinzolo und dem Ristorante Pra Rodont. Doch schon nach wenigen Minten stand da so ein blödes rundes Schild mit rotem Rahmen mit dem Zusatz "exclusivo autorizio" (oder so ähnlich). Manu hatte aber auf der Homepage des Restaurants gefunden, dass man mit dem Auto auffahren kann. Also suchten wir nach einer anderen Straße, aber alle in der Karte verzeichneten hatten ein Verbot drauf. In Pinzolo sah ich dann den Infopoint und ging dort mal rein. Der nette junge Herr telefonierte dann mit jemandem und meinte dann nur "you can drive, it is just a sign". Okay. Also warum nicht.
Nach 20 vergeudeten Minuten standen wir also wieder vor dem Schild und fuhren dann einfach vorbei. Ist ja nur ein Schild. Die Straße schlängelte sich dann ewig nach oben. Als wir beim Restaurant waren sahen wir noch keinen Wanderweg und auch keine Parkplätze, also fuhren wir einfach weiter. War ja kein Fahrverbot drauf. So gelangten wir dann bis auf ca. 1700m knapp unter die Malga Cioca, wo dann aber wirklich nochmals ein Schild stand und auch schon andere Autos parkten. Alles "Autorisierte" also, wie wir auch.
Wir stiefelten dann mit schweren Beinen los und kamen zur Bergstatiom Dos del Sabion, von wo aus man im Sommer die Wanderung starten kann. Nach fast 400hm rauf ging es dann 250hm runter. Naja, werdens halt 1000hm haben wir gedacht. Am Passo Bregn de l'Ors standen dann noch 2h angeschrieben bis zum Rifugio und diese knackten wir auch. Leider aber auch weiter unzählige Höhenmeter rauf und runter, denn der Weg war ein ständiges Auf und Ab.
Nach ca. 1.5h kamen wir oben an und waren schon vom Aufstieg überwältigt. Die schroffen Türme, der Ausblick auf die Cima Tosa, das Rifugio. Echt sehenswert. Wir legten unsere Pause ein und genossen bei herrlicher Aussicht die Jause und die warmen Sonnenstrahlen auf knapp 2500m. Los war einiges rund um die Hütte. So viele andere Wanderer haben wir die ganze Woche über nicht gesehen.
Wir stiegen dann über den Passo dei 12 Apostoli ins Val di Sacco ab und umrundeten so die Cima, in welche eine Kirche zum Andenken an die vielen Gefallenen gehauen wurde.
Schon beim Abstieg kam es mir Spanisch vor, dass wir unter 1800m kamen. Der Pass war doch auf 1848m. Naja. 50m mehr. Was solls. Aber es ging wieder ständig auf und ab und so kamen wir recht erschöpft am Pass an und hatten doch wieder an die 1400hm gemacht. Jetzt mussten wir aber noch auf die andere Seite des Berges, was aber dann glücklicherweise doch gut höhehaltend ging.
So kamen wir dann nach gut 5:30h wieder beim Auto an. War also doch nicht so lange die Wanderung :-P
Da wir schön in der Sonne geparkt hatten lüfteten wir das Auto mal gut durch und stellten das Dach auf, damit die Feuchtigkeit mal raus konnte. Morgens war immer alles angelaufen innen, hatte es nachts doch nur so um die 7 Grad. Und da wir dann meistens gleich losfuhren, konnte das Dach nie gut austrocknen.
Während wir dann einen Apero machten und uns mit 3 Runden Rummy die Zeit vertrieben, konnte all unser Zeug gut austrocknen, sogar die Wanderschuhe, welche es dringend nötig hatten.
Zurück beim Camping gabs dann eine Dusche, bevor wir zum Abschluss unserer Zeit in der Brenta noch einmal ins Restaurant essen gingen - Pizza, was sonst :-D
Harald
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