Freitag, 17. Oktober 2025

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenklar. Da wir keinen Strom angeschlossen hatten, musste also nochmals die Standheizung herhalten, was innert kurzer Zeit für wohlige Wärme beim Frühstück sorgte.

Wir packten unsere sieben Sachen und fuhren so ins Tal zum Camping Tuoni, der geschlossen war. Dort parkten wir kurz davor und starteten kurz vor 9:30 den Zustieg, der uns in knapp 30 Minuten fast 300hm steil bergauf zur Wand führte. Puh, noch anstrengend mit all dem schweren Gepäck fürs Sportklettern. 

Alleine im Gebiet, hatten wir anfangs freie Routenwahl. So starteten wir mit einer langen 6a, die aber etwas unlogisch war. Die nächste 6a+ war deutlich schöner, vor allem die letzten 20m, die quer durch einen Tafoni-Überhang führten. 
Die Route rechts daneben, als 6b angegeben, war die logische Wahl. Mittlerweile war noch ein anderes Paar gekommen, welches die Routen im linken Wandteil kletterte.

Ich stieg in die 6b ein und war überrascht, wie schön die Linie durch den Überhang führt, teils nur mit Schlingen gesichert. Danach quert sie langsam eine eher plattige Stelle nach rechts, aber nie schwer, und führt nach gut 40m (!!!) zum Stand. Mit unserem 70m Seil also etwas doof.

Manu ließ mich erstmals ab und ich machte auf einem Podest Zwischenstand, von wo weg ich Manu sicherte, die dann nochmals nach einem anderen Stand suchte. Negativ. Also ließ ich sie wieder ab. Ohne die Umlenkungen reichte das Seil nun bis zum oberen Ende einer Rinne. Manu sicherte mich nochmals kurz, sodass ich etwas hochklettern und dann in die Rinne abseilen konnte. Die letzten 3m kletterte ich dann so ab. 

Die folgende 6a+ kostete mit etwas Fingerhaut, rutschte ich doch beim zweiten Haken von einem Griff ab, den ich zu optimistisch als Leiste interpretierte, und landete danach im Seil. Naja, gibt Schlimmeres. Danach gings dann besser und es folgte eine sehr schöne Länge. 
Nach einer kurzen Pause gings in eine 35m lange Verschneidung: Piaz-Risse, Kaminklettern stemmen. Eine schöne 6b Länge. Manu meisterte diese ausgezeichnet.

Da mittlerweile viele Routen im oberen Teil der Wand belegt waren, verkrümelten wir uns runter, wo die Routen deutlich kräftiger und athletischer sind. Nach einer 35m 6a+ folgte noch eine schöne 6a, dann war bei Manus Fingern Schluss. Sie schickte mich dann aber noch in eine 6c+, die auch für mich sehr anstrengend war.

Die Finger waren durch, die Mägen leer. Also packten wir Seil und Gurte weg und konzentrierten uns auf das leibliche Wohl. In der Sonne, windgeschützt, genossen wir die letzte Jause auf Korsika 2025. Danach stiegen wir zum Auto ab und fuhren los nach Corte.

Dort füllten wir das Auto mit Wein an, also nicht ganz, aber fast. Mit etwas Reiseproviant ging es dann los nach Bastia, wo unsere Fähre schon wartete. Wir checkten ein und aßen dann im Bus zu Abend, bevor es kurz vor 20 Uhr auf die Fähre ging, die um 20:30 Uhr von Bastia ablegte und uns zurück nach Savona brachte.

An Board gabs noch ein Glas Muscat und eine Partie Rummy, bevor wir uns in unsere Kabine verkrochen.

Mit schmerzenden Fingern,
Harald


Blick ins hintere Restonicatal.


Traumhafte Tafonis zum Klettern!

Manu in der 6a+

Beim Abseilen sieht man erst, wie überhängend die Stelle ist.


Donnerstag, 16. Oktober 2025

16.10.2025 - Monte Cinto (2.706m) und GR20 "ancien"

Bereits zum zweiten Mal sollte es am heutigen Tag auf den höchsten Berg der Insel gehen, wobei unsere letzte Besteigung 2021 war und über die Südseite von Lozzi aus auf den Gipfel führte. Diesmal sollte es von Haut-Asco aus nordseitig hinaufgehen. Und da wir Freunde von Rundwanderungen sind, hat Harald eine Route rausgesucht, welche wir machen können - 2000 Höhenmeter und 16.5 Kilometer sollten es sein. Also ein gut ausgefüllter Tag. Um auch genügend Zeit zu haben, standen wir bereits um 07:15 Uhr auf und nach dem Frühstück verliessen wir den geschlossenen Camping und fuhren hinauf nach Haut-Asco. Dort starteten wir gegen 08:20 Uhr. Und wir waren bei weitem nicht die ersten, die loswanderten. Zuerst ging der Weg gemächlich in Richtung Talschluss, alsbald schlängelt er sich aber immer steiler hinauf. Es sind einfache Kletterpassagen zu bewältigen, die häufig mit Ketten entschärft sind, da hier der GR20 durchführt. Anscheinend ist der GR20 der schwierigste Weitwanderweg von Europa, was wir am Ende des Tages recherchiert hatten. 

Aber alles der Reihe nach: Von hinten rollten wir das Wanderfeld auf, es waren aber auch viele mit schwerem Rucksack unterwegs und wir nur mit leichtem Gepäck, sodass wir schneller vom Fleck kamen. Einmal schlossen wir auf zwei junge Männer auf, welche pausierten, aber kaum waren wir noch zwei Meter von ihnen entfernt, marschierten sie wieder zügigen Schrittes los. Ich war gespannt, wie lange die beiden ihr Tempo halten können. Nach nicht mal 50 Metern war schon Schluss – einer der beiden war durch den kurzen „Sprint“ fix und fertig und kurz vor dem Kollaps. Gemächlich überholten wir und weiter gings bergaufwärts. (Randbemerkung: Als wir vom Gipfel abstiegen, kamen uns die beiden entgegen, bzw. nur noch einer der beiden, der andere sass am Wegrand und hat wohl kapituliert...) Nach gut 1.5 Stunden querten wir unter der Bocca Borba, welche wir bereits vom Vortag kannten. Heute allerdings bei blauem Himmel und ohne Wind – nur auf die Sonne mussten wir noch ein wenig warten. Steil ging es in Richtung Lac d’Argentu weiter, welchen wir aus der Ferne betrachteten – eher ein Tümpel als ein See. Dann gings erneut steil hinauf, bevor wir nach gut 2h20min den Sattel auf 2600m erreichten und die ersten Sonnenstrahlen des Tages geniessen konnten.

Wir dachten, es sei jetzt nur noch ein Katzensprung auf den Monte Cinto, wurden aber eines Besseren belehrt. Der Weg führte erst hinab, dann wieder hinauf, dann wieder hinab, dann wieder hinauf – gefühlt 100x. So brauchten wir für die „paar Meter“ dann doch noch einige Zeit und standen schliesslich nach 3h Gesamtzeit auf dem höchsten Berg Korsikas. Und dort tummelte sich schon so ziemlich viel anderes Volk, welches sich direkt am Gipfel ausgebreitet hat, um dort zu jausnen. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen etwas abseits des Gipfels, wo wir bei toller Fernsicht, kaum Wind und Sonnenschein unsere Mittagsrast einlegten. Nach einer halben Stunde packten wir allerdings wieder zusammen, hatten wir doch noch einen längeren Weiterweg vor uns.

Zuerst ging es wieder die 40 Minuten zurück zum Sattel, wobei wir doch etwas schneller waren. Von dort aus ging es dann dem GR20 weiter entlang in die Bocca Crucetta auf 2456m und schliesslich ins Crucetta-Tal hinab. Wunderschöne Herbstfarben empfingen uns und im Hintergrund thronte die Paglia Orba, welche wir ebenfalls vor vier Jahren bestiegen hatten. Der Abstieg war mühsam, aber das haben Abstiege ja so an sich, vor allem, wenn es sich um 800 Höhenmeter handelt! Nachdem wir endlich die Abstiegsmeter hinter uns gelassen hatten, erreichten wir das Refuge de Tighiettu, von wo aus der alte GR20 zurück nach Haute-Asco führen sollte. Warum es sich um den alten GR20 handelte, war uns nicht bewusst. Aber GR20 bedeutete für uns, dass der Weg problemlos zu machen sein sollte. Beim Refuge de Tighiettu stärkten wir uns nochmals kurz mit Apfel und Biber, ging es ab hier wieder 600 Höhenmeter hinauf. Der Weg und auch die alten Markierungen des GR20 waren gut erkennbar. Trotz der bereits müden Oberschenkel stiegen wir zügig auf und konnten uns noch über den Besuch eines Mufflons erfreuen.

Als wir schliesslich die Bocca Minuta auf 2218m erreichten, stand ich schon ein wenig mit offenem Mund da, denn damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte im Vornherein zwar im Rother-Wanderführer gelesen, dass der Übergang vom Col Perdu zur Bocca Minuta schwierig sei (Escalade difficile! ß mit Ausrufezeichen im Führer), aber das ist ja meistens subjektiv. Nun hatte ich allerdings das Gefühl, in einen tiefen Abgrund zu schauen, und wären wir nicht schon fast 7h und 2000 Höhenmeter unterwegs gewesen, hätte ich eine Kehrtwende gemacht und wäre wieder zurückgegangen. Nun blieb aber nur noch die Flucht nach vorne bzw. in unserem Sinne hinunter. Und zwar steil hinunter! Wir schauten uns an und wussten, dass wir uns unbedingt an den alten Markierungen orientieren mussten, um ja die richtige Rinne zu finden und dem folgen, was einst der Weg gewesen war. Vorsichtig stiegen wir immer tiefer hinunter, zweimal verstiegen wir uns und mussten einen zweiten Anlauf nehmen. Weit sah man nie, da immer wieder fast senkrechte Abschnitte kamen, die überwunden werden mussten. Höchste Konzentration war gefordert: Ausrutschen war keine Option. Immer wieder erkannten wir Spuren ehemaliger Versicherungen, die allerdings alle schon lange entfernt worden waren. Wir mutmassten, dass der Weg umgelegt worden ist, da er doch einige Gefahren birgt und grad mit schwerem Rucksack kein Zuckerschlecken war. Vor allem der Steinschlag barg unserer Meinung nach ein hohes Gefahrenpotential, wird der GR20 ja doch von vielen Leuten begangen.

Im Nachhinein habe ich dann gelesen, was der Grund für die Verlegung des GR20 war. Die Schlucht, in die wir stiegen, nennt sich „Cirque de la solitude“, also Zirkus der Einsamkeit. 2015 ereignete sich ein schwerer Unfall – infolge starker Regenfälle kam es zu einem Erdrutsch, bei dem sieben Wanderer ihr Leben verloren. Aufgrund dessen wurde der Weg für mehrere Jahre gesperrt, der GR20 umgelegt und alle technischen Hilfsmittel entfernt.

Gut, hatte ich das alles nicht schon im Vornherein gelesen. So stiegen wir vorsichtig über Felsabsätze und Platten abschüssig hinunter, bis wir schliesslich auf die andere Schluchtseite queren konnten. Zum Glück war der Fels trocken und die Bedingungen somit recht gut. Auf der anderen Seite ging es dann erst einmal in einer Schotterrinne steil hinauf, ehe am Ende wieder felsige Stufen zu überwinden waren, aber im Aufstieg ist das immer alles halb so schlimm. Vor uns waren übrigens noch vier weitere Wanderer unterwegs, die wir dann auf dem Col Perdu bzw. der Bocca Tumasginesca einholten. Ich war froh, als wir den Punkt erreicht hatten, war es mental doch eine grosse Herausforderung für mich. In den letzten Sonnenstrahlen stärkten wir uns noch einmal, ehe es gemütlich auf einem schönen Weg zurück nach Haut-Asco ging. Kurz vor dem Ziel führte uns der Weg an einem alten Skilift vorbei. Dieser wurde 1992 durch Schlammlawinen zerstört. Anschliessend blieb das Skigebiet geschlossen, bis 2015 ein neuer, kürzerer Skilift errichtet wurde (500m lang und 80m Höhendifferenz) und das Skigebiet mit seinen 0.6 Pistenkilometer im Winter wieder geöffnet hat.

Nach 9h10min erreichten wir schliesslich müde, aber stolz, unser Auto. Es waren schliesslich doch gut 2350 Höhenmeter und 18 Kilometer, und das in technisch nicht so einfachem Gelände. Nun stand nur noch die Rückfahrt nach Corte auf dem Programm, wollten wir an unserem letzten Tag unsere Finger nochmals fordern. Zum Glück war die Strasse bis Ponte Leccia frei und wir mussten keinem langsam Urlauber nachkriechen. Erst kurz vor Corte wurden wir dann ausgebremst, aber da war es dann auch schon egal. Etwas mehr als eine Stunde brauchten wir für die Fahrt und freuten uns dann erst einmal auf eine heisse Dusche und anschliessend auf ein ausgiebiges Abendessen!

Manu

Start bei knapp 5 Grad in Haut-Asco.

Langsam wird es wärmer, die Sonne drückt.

Und so können wir uns die Jacken ausziehen. Nur der Fels ist noch recht kalt.

Imposante Felstürme im Tal zum Monte Cinto.

Und dann sehen wir plötzlich über die Berggipfel hinweg das Meer!

Die Nordwände des Cintos sind mit Flechten überdeckt, die noch speziell wirken.

Der neu angelegte GR20 hoch zum Pass, von wo weg man auf den Cinto kann.

Zum zweiten Mal am Monte Cinto (2.706m) bei deutlich besserem Wetter.

Blick vom Pass zum Monte Cinto im Hintergrund. Man braucht hier noch gut 40 Minuten rüber.

Der Abstieg ins nächste Tal von der Bocca Cruchetta. Im Hintergrund der Paglia Orba.

Schöner Fels, schöner Weg.

Und je tiefer wir kommen, desto mehr Herbst gibt es.

Nach dem Ref. Tighiettu steigen wir wieder an zur Bocca Minuta auf 2.218m.

Geschafft. Schon über 2000hm in den Beinen.

Und dann "böses" Erwachen. Blick von der Bocca in den "Cirque de la Solitude", dem schwersten Wegabschnitt des alten GR20. Bis zur nächsten Bocca rechts der Punta Rossa müssen wir.

Teils ausgesetzt und abschüssig müssen wir einige Stellen abklettern, wo früher noch Sicherungen oder Leitern vorhanden waren.

Aber wir meistern das auch ohne Hilfen.

Der Anstieg zur Bocca Tumasginesca (Col Perdu) ist dann wieder schön sonnig und lustiger.

Die letzten Meter hoch.

Geschafft. Alle Schwierigkeiten hinter uns und nach knapp 2.400 Höhenmetern in den Beinen, geht es jetzt nur noch abwärts.

Blick zurück zum Col Perdu.

Der Monte Cinto bekommt noch schönes Abendlicht ab.

Die Skilifte in Haut-Asco brauchen mal etwas Liebe.


Mittwoch, 15. Oktober 2025

15.10.2025 - Capu Borba (2.305m)

Es regnete am Vorabend noch, dann lockerte es langsam auf über Corte. Unser Plan zum Sportklettern im Restonicatal stand also noch. Doch als es am Morgen um ca. 6 Uhr nochmals regnete, war die Hoffnung dahin. Also umplanen.

Wir schliefen aus und fuhren nach dem Frühstück schon los in Richtung Haut-Asco, auf der Nordseite des Monte Cinto. Dort sollte das Wetter schon besser sein laut Prognose. Und so war es dann auch. Als wir bei Ponte Leccia in Richtung Asco fuhren, gab es schon blauen Himmel. Die Idee war nun, dass wir die zwei Wanderungen einen Tag früher machten und es dann nochmals zum Sportklettern zurück nach Corte geht. So viele Kilometer sind das ja auch nicht.

Kurz nach Asco hielten wir, um unsere Wanderung zur Bergerie de la Tasinetta zu starten, von wo wir weiter zur Bocca di l'Ondella und auf den Monte Corona wollten. Doch dieser Ausflug endete nach 100 Metern bei der Brücke über den Stranciacone. Jagd- und Wildschutzgebiet. Zugang von 21. September bis zum 21. Juni nicht gestattet. Nachdem wir auch bei uns Wildruhezonen usw. respektieren, machten wir also kehrt.

Weiter gings mit dem Auto ca. 1km der Straße entlang, bis wir zur Brücke über den Rau. de Manica kamen. Dort parkten wir am Straßenrand und starteten Versuch Nummer 2. Immer dem Fluss entlang ging es bis zur alten Bergerie de Manica, wo der Weg dann den Fluss überquert und man in fast direkter Linie zur Bocca Borba kommt. Bis zur Bergerie und kurz danach sahen wir 8 (!!!) Feuersalamander am Weg. Welch schöne Tiere.

Als wir aus dem Wald kamen war unser Gipfel in der Sonne, der Monte Cinto aber wolkenverhangen. Auf der anderen Talseite sahen wir den Pass und den Monte Corona in der Sonne. Wir mussten aber im Schatten gehen. Na toll.

Es ging aber flott voran, auch über die durchaus schwierigeren Stellen in der Steilstufe, und so standen wir alsbald in der Bocca und somit vor einer Geröllhalde, die zum Gipfel führt. Wir quälten uns dort hoch, mittlerweile mit etwas Wind im Rücken. Nach gut 2h30min hatten wir die 1370hm geschafft und suchten ein windstilles Plätzchen, um unsere Jause zu genießen.

Da der Wind nicht nachließ und auch die Sonne zunehmends verschwand, stiegen wir bald wieder ab. Nach gut 2h kamen wir beim Auto an und waren glücklich, doch eine so lange Tour gemacht zu haben bei dem Wetter. Unsere Beine waren jedenfalls müde.

Wir fuhren weiter in Richtung Haut-Asco, zum Camping Monte Cinto. "Ouvert" stand am Schild, welches bei der Straße stand. Beide waren wir happy. Also doch keine Nacht am Parkplatz des Skigebiets, denn wir vermuteten, dass der Camping schon zu hat. An der Rezeption war mal niemand und die Türen waren verschlossen. Bei den Duschen stand aber, dass ab 16:30 Uhr geöffnet sei. Also beschlossen wir mal, einen Platz zu suchen. Ein anderer Camper war auch dort.

Ein lauschiges Plätzchen gefunden, packten wir das Rummy aus, richteten den Apero und spielten ein paar Runden. So war es dann bald 17:45 Uhr, es kamen ein paar Campingbusse und fuhren wieder. Die Rezeption machte aber nie auf. Na gut. Also doch nicht "offen". Wir blieben dann aber, wuschen uns am Brunnen und kochten dann das Abendessen. 

Abends wurde es deutlich kühler und mit all der feuchten Luft im Bus vom Kochen liefen unsere Fenster an. Also starteten wir mal unsere Standheizung, kam sie doch sowieso schon lange nicht mehr zum Zug. So konnten wir innen alles abtrocknen, bevor wir uns zum Schlafen richteten.

Gute Nacht,
Harald

Edle Tiere am Wegrand: Feuersalamander.

Die zwei "Wegwagl" machen wohl ein Rennen.

Herbst unter dem Monte Cinto.

Hug a Tree! Korsische Kiefern (Schwarzkiefer) werden bis zu 800 (!) Jahre alt.


Die Geröllhalde zum Schluss.

Das wäre die andere Talseite gewesen, wo wir eigentlich hin wollten.

Etwas kühl am Gipfel, aber wir sind glücklich.

Dann macht es wieder zu und wir steigen ab.

Und genießen noch etwas den Herbst und seine Farben.

Dusche gefällig?



Dienstag, 14. Oktober 2025

14.10.2025 – Sportklettern „A Richiusa“

Für den heutigen Tag war instabiles Wetter angesagt, weswegen wir uns unsicher waren, was überhaupt möglich sein wird. Aufgestanden sind wir um 07:30 Uhr, wach waren wir schon etwas länger, da bereits um halb sieben Uhr die ersten Camper gestartet sind und den Motor fünf Minuten lang warmlaufen lassen mussten.

Ich war froh, als wir den Campingplatz in Ajaccio hinter uns gelassen hatten, fand ich ihn nicht wirklich sympathisch, da er ziemlich voll war. Unser heutiges Ziel war das Klettergebiet in A Richiusa, wo wir vor vier Jahren schon einmal waren und den Felsen in guter Erinnerung hatten. Schon auf dem Weg dorthin kamen wir den dunkeln Wolken immer näher und kurz vor Bocognano, wo wir parken wollten, nieselte es bereits. Wir fuhren dennoch das schmale Strässchen hinunter bis zum Parkplatz und beschlossen, unser Glück zu probieren. Der Zustieg zum Sektor La Source beträgt zum Glück nur gut eine Viertelstunde. Somit konnten wir bereits kurz nach 10 Uhr in die erste Route einsteigen. Das Wetter war auf unserer Seite und so konnten wir vier Seillängen im Schwierigkeitsgrad 6a bis 6a+ klettern. Die Erinnerung hatte uns nicht getäuscht, das Gebiet bietet wirklich schöne Seillängen! Es war dann schon kurz nach Mittag, als es wieder ein bisschen zu nieseln begann. Harald stieg dennoch in eine 6a+ ein, die er zackig durchstieg. Ich hatte im Nachstieg schon etwas mehr Mühe und als ich das Top erreichte, wurde das Nieseln zu einem leichten Regen. Kaum war ich auf dem Boden, begann es immer mehr zu regnen und so packten wir unsere sieben Sachen zusammen und stiefelten zurück zum Auto. Obwohl wir etwas wehmütig waren, hätte noch die eine oder andere tolle Seillänge auf uns gewartet, waren wir dankbar, doch ein paar Routen klettern zu können und meine Finger waren auch gar nicht so unglücklich darüber, nicht noch mehr Granit spüren zu müssen!

Beim Auto angekommen, gabs eine Jause für unsere (immerhungrigen) Mägen und dann fuhren wir weiter nach Corte, wo wir wieder zum Camping U Sognu gingen – bis jetzt sind wir fast die einzigen hier, aber es ist auch erst kurz nach 16 Uhr. Nun geniessen wir noch den verregneten Nachmittag und hoffen, dass uns das Wetter morgen wieder freundlicher gesinnt ist!

Manu

Sehr schöner und strukturierter Fels.



Montag, 13. Oktober 2025

13.10.2025 – Uomo di Cagna (1.217m)

Wir starteten wieder etwas früher, da für den Nachmittag mit Bewölkung zu rechnen war und wir aber die Aussicht gen Süden genießen wollten, waren wir nun doch schon so weit südlich in Korsika, dass Sardinien fast zum Greifen nahe liegt. Nach dem Frühstück ging es also recht flott hoch nach Giannuccio, einem kleinen und verschlafenen Dörfchen auf ca. 500m Seehöhe. Die Straße dorthin war abenteuerlich. Warum man auf so schmalen Straßen überhaupt noch eine Mittellinie einzeichnet, ist fraglich. Zwei normale PKW kommen hier nicht nebeneinander vorbei, aber egal. Am Ortseingang wurden wir schon von der Bürgerpatrouille empfangen, die „Gewehr bei Fuß saß“ – stehen war nicht möglich, saß der ältere Herr doch im Rollstuhl, hatte aber eine Schrotflinte geschultert und stand mit seinem Gefährt mitten auf der Straße und wartete, bis etwas aus dem Wald huschte, so hofften wir jedenfalls. Wir haben gelächelt und sind weitergefahren. Geschossen wurde erst später – aber zum Glück nicht auf uns.

Bei der kleinen Kapelle im Dorf parkten wir und richteten uns für die Wanderung aus. 800 Höhenmeter waren es ca. hoch bis zum Uomo, am Wegweiser standen 3h30min angeschrieben. Im Führer war von 6 Stunden Rundtour die Rede. Wir sollten noch rausfinden, wie lange es wirklich dauerte. Flotten Schrittes ging es los und so überwanden wir die Höhenmeter fast wie im Fluge und schon nach ca. 1h40min, etwas Kraxelei und Wegsuche, standen wir am Gipfel bzw. am Aussichtspunkt zum Gipfel, denn auf den Uomo kann man beim besten Willen so nicht rauf (siehe Fotos).

Wir genossen dort kurz die Aussicht und wunderten uns dann aber, ob man nicht am Hauptgipfel dahinter eine bessere Aussicht hatte. Also stiegen wir wieder in den Sattel ab, suchten nach dem Weg, den wir nicht fanden, und gingen dann irgendwie über Blockgelände hoch zur Scharte, von wo aus wir vermuteten, dass es einen Weg zum Gipfel gibt. Wir kraxelten dann noch fast bis ganz hoch, mussten dann aber feststellen, dass wir mit unseren Trailrunnern wohl die falsche Schuhwahl für die Kletterei getroffen hatten. Also stiegen wir wieder ab und gingen etwas abseits noch auf einen Hügel, der einen schönen Blick auf den Uomo, den Süden von Koriska, Sardinien und zu den hohen Bergen im Norden bot. Dort aßen wir unsere Jause und befragten die Karte über den Weiterweg, wollten wir doch eine Rundtour machen.

Dem ursprünglichen Weg folgten wir ein paar Meter zurück und zweigten dann auf einen kleinen Pfad ab, der uns eigentlich recht zügig hätte zurückbringen sollen. Doch irgendwo verpassten wir die Abzweigung ins Tal und so marschierten wir munter weiter zum Col du Monaco. Der Weg war gut und nachdem wir die Karte befragt hatten, stellten wir fest, dass es auch weiter hinten noch einen Weg ins Tal gab, direkt am Uomo di Ovace vorbei. Diesem Weg folgten wir dann ins Tal. Manu war dann nicht mehr so recht motiviert, ging es doch steil bergab auf rutschigen, vom Laub bedeckten Pfaden.

Nach nicht ganz 5 Stunden standen wir dann wieder beim Bus und waren froh, aus der Hitze draußen zu sein, wurde es doch am Nachmittag dann schon recht warm. Anschließend gings zurück nach Norden in Richtung Ajaccio, wo wir kurz vor der Stadt auf einem Camping bleiben wollten. Der Camping war dann geschlossen, also mussten wir in den sauren Apfel beißen und im Abendverkehr durch Ajaccio fahren, um zum Camping „Les Mimosas“ zu kommen, der gefühlt am anderen Ende der Stadt lag.

Nach einigem Zeitverlust kamen wir aber auch dort gut an und freuten uns über den Apero sowie dem Abendessen draußen, war es doch beim Meer an der Westküste abends noch richtig warm mit 25 Grad.

Harald

Geniale Bäume am Weg zum Uomo.

Blockgelände hoch zum Uomo di Cagna

Drei Dickköpfe, einer etwas älter.



Am Weiterweg zum Col.

Vorbei am Uomo di Ovace



17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...