Da unsere
heutige Kletterroute eine Nordwest-Ausrichtung hatte, standen wir erst kurz vor
acht Uhr auf, wollten wir uns nicht wieder die Finger abfrieren! Nach dem
Frühstück packten wir zusammen und waren beim Bezahlen froh, dass wir uns gegen
Strom entschieden hatten – 6.50 € ist dann doch etwas sehr viel für unsere
Kühlbox! Wir fuhren gut eine halbe Stunde in Richtung Bavellapass, ehe wir circa
zwei Kilometer unterhalb des Passes in einer Ausbuchtung am Strassenrand unser
Auto parkten. Von dort konnten wir erst einer breiten Forststrasse folgen, die
aber irgendwann zu Ende war. Ein Pfad führte weiter, markiert mit Steinmännchen.
In unserem Kletterguide stand, man müsse bei einer Abzweigung nach unten gehen
und nicht geradeaus, um am Ende dann in einem Bachbett ca. 200m zur Wand
hochzusteigen. Als wir an eine Abzweigung kamen, verliessen wir den mit
Steinmännchen markierten Weg und steil ging es hinunter. Der Pfad wurde alsbald
immer schlechter und so beschlossen wir, wieder hinaufzusteigen, da ein
Durchkommen durch das Dickicht kaum möglich war. Nach unserem Umweg von circa
10 Minuten erreichten wir wieder den Pfad, auf dem wir zu Beginn waren. Vorbei
an einem Gendarmen sahen wir dann endlich zu unserer Wand. Entgegen dem
Zustiegs-Beschriebs des Kletterguides steigt man nun von oben durchs Bachbett
zur Wand zu – ein Fixseil hilft beim Abstieg.
Heute waren
wir auch nicht alleine am Fels unterwegs – zwei Kletterer aus Bern waren ebenfalls
unterwegs, aber sie kletterten die Trad-Route neben unserer hinauf, sodass wir
nicht viel von ihnen sahen und hörten. Wir rüsteten uns aus und kurz vor 11:30
Uhr stieg Harald in die erste Länge ein – VII- und 50m Klettervergnügen. Der
Fels war komplett anders als am Vortag, aber super griffig, steil und auch
etwas abweisend. Die erste Seillänge war kräftezehrend und ich brauchte dann
kurz vor dem Stand eine Pause. Dafür war mir dann schon richtig warm! Die
anschliessenden Längen waren dann ein Genuss – hoch gings durch Tafoni-Gebilde und
in der dritten Seillänge neigte sich die Wand dann auch wieder etwas nach
hinten. Das war dann ganz nach meinem Gusto und so stieg ich die einfache
vierte Seillänge (V) vor – schien nun ja auch noch die Sonne in die Route! Obwohl
sie einfach war, war es mental doch eine Herausforderung für mich, steckten auf
diesen 45m gerade mal sieben Haken. Ich hätte aber auch gut selber etwas legen
können, wollte ich dann aber doch nicht. Für Harald ging es dann in die nächste
VI+ und die Schlusslänge auf den Gipfel (IV) war dann wieder für mich
reserviert. Auf dem Gipfel machten wir dann eine kurze Pause, ehe es ans Abseilen
über die Route ging. Zum Glück kam das Seil immer gut nach und es gab keine
Verhänger an einer der vielen Zacken. Gut viereinhalb Stunden nach dem Einstieg
hatten wir wieder festen Boden unter den Füssen. Die Mägen knurrten, darum assen
wir noch unsere mitgebrachte Jause und dann gings wieder fast eine Stunde
zurück zum Auto.
Über den
Bavellapass ging es nach Zonza, wo wir uns in einem kleinen Supermarkt mit dem
Nötigsten eindeckten. Zum Einkaufen muss man immer viiiiel Zeit einplanen – die
meiste Zeit geht fürs An-der-Kasse-stehen drauf. Dann gings zum Camping Bavella
Vista, wo wir nun den Abend gemütlich ausklingen lassen und noch auf die schöne
Klettertour anstossen werden!
Manu
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| Unsere Route führte links an dieser riesigen Höhle vorbei. |
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| Ausdauernd ging es hoch bis zum ersten Stand: 50m Seillänge! |
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| Bald geschafft, nur noch ein paar Züge ;-) |
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| Schöne Kletterei folgte, mit Rissen, Verschneidungen, Tafonis, steiler Wandkletterei, ... |
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| Und wir kamen in die Sonne. |
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| Manu stieg dann sogar die Längen vor. |
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| Die letzten Seillängen hoch zum Gipfel. |
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| Gipfelkuss :-) |
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| Blick zum Bavellapass |
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| Und dann ging es wieder runter |
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