Mittwoch, 8. Oktober 2025

08.10.2025 – Punta di u Chjapponu: Linea a l´Ombra (VII-)

Da unsere heutige Kletterroute eine Nordwest-Ausrichtung hatte, standen wir erst kurz vor acht Uhr auf, wollten wir uns nicht wieder die Finger abfrieren! Nach dem Frühstück packten wir zusammen und waren beim Bezahlen froh, dass wir uns gegen Strom entschieden hatten – 6.50 € ist dann doch etwas sehr viel für unsere Kühlbox! Wir fuhren gut eine halbe Stunde in Richtung Bavellapass, ehe wir circa zwei Kilometer unterhalb des Passes in einer Ausbuchtung am Strassenrand unser Auto parkten. Von dort konnten wir erst einer breiten Forststrasse folgen, die aber irgendwann zu Ende war. Ein Pfad führte weiter, markiert mit Steinmännchen. In unserem Kletterguide stand, man müsse bei einer Abzweigung nach unten gehen und nicht geradeaus, um am Ende dann in einem Bachbett ca. 200m zur Wand hochzusteigen. Als wir an eine Abzweigung kamen, verliessen wir den mit Steinmännchen markierten Weg und steil ging es hinunter. Der Pfad wurde alsbald immer schlechter und so beschlossen wir, wieder hinaufzusteigen, da ein Durchkommen durch das Dickicht kaum möglich war. Nach unserem Umweg von circa 10 Minuten erreichten wir wieder den Pfad, auf dem wir zu Beginn waren. Vorbei an einem Gendarmen sahen wir dann endlich zu unserer Wand. Entgegen dem Zustiegs-Beschriebs des Kletterguides steigt man nun von oben durchs Bachbett zur Wand zu – ein Fixseil hilft beim Abstieg.

Heute waren wir auch nicht alleine am Fels unterwegs – zwei Kletterer aus Bern waren ebenfalls unterwegs, aber sie kletterten die Trad-Route neben unserer hinauf, sodass wir nicht viel von ihnen sahen und hörten. Wir rüsteten uns aus und kurz vor 11:30 Uhr stieg Harald in die erste Länge ein – VII- und 50m Klettervergnügen. Der Fels war komplett anders als am Vortag, aber super griffig, steil und auch etwas abweisend. Die erste Seillänge war kräftezehrend und ich brauchte dann kurz vor dem Stand eine Pause. Dafür war mir dann schon richtig warm! Die anschliessenden Längen waren dann ein Genuss – hoch gings durch Tafoni-Gebilde und in der dritten Seillänge neigte sich die Wand dann auch wieder etwas nach hinten. Das war dann ganz nach meinem Gusto und so stieg ich die einfache vierte Seillänge (V) vor – schien nun ja auch noch die Sonne in die Route! Obwohl sie einfach war, war es mental doch eine Herausforderung für mich, steckten auf diesen 45m gerade mal sieben Haken. Ich hätte aber auch gut selber etwas legen können, wollte ich dann aber doch nicht. Für Harald ging es dann in die nächste VI+ und die Schlusslänge auf den Gipfel (IV) war dann wieder für mich reserviert. Auf dem Gipfel machten wir dann eine kurze Pause, ehe es ans Abseilen über die Route ging. Zum Glück kam das Seil immer gut nach und es gab keine Verhänger an einer der vielen Zacken. Gut viereinhalb Stunden nach dem Einstieg hatten wir wieder festen Boden unter den Füssen. Die Mägen knurrten, darum assen wir noch unsere mitgebrachte Jause und dann gings wieder fast eine Stunde zurück zum Auto.

Über den Bavellapass ging es nach Zonza, wo wir uns in einem kleinen Supermarkt mit dem Nötigsten eindeckten. Zum Einkaufen muss man immer viiiiel Zeit einplanen – die meiste Zeit geht fürs An-der-Kasse-stehen drauf. Dann gings zum Camping Bavella Vista, wo wir nun den Abend gemütlich ausklingen lassen und noch auf die schöne Klettertour anstossen werden!

Manu

Unsere Route führte links an dieser riesigen Höhle vorbei.

Ausdauernd ging es hoch bis zum ersten Stand: 50m Seillänge!

Bald geschafft, nur noch ein paar Züge ;-)


Schöne Kletterei folgte, mit Rissen, Verschneidungen, Tafonis, steiler Wandkletterei, ...

Und wir kamen in die Sonne.

Manu stieg dann sogar die Längen vor.


Die letzten Seillängen hoch zum Gipfel.

Gipfelkuss :-)

Blick zum Bavellapass

Und dann ging es wieder runter


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