Wir
starteten am Freitag um 14:50 Uhr in Schaan – bei gutem Durchkommen sollte man
die gut 390km nach Savona in 5h schaffen. Wir rechneten mit dem Verkehrsaufkommen
am Freitag mit 1.5h zusätzlich, dachten jedoch, dass am Freitag weniger
Reiseverkehr sei als am Samstag in der Früh. Bereits bei Reichenau war der Verkehr
schon sehr zähflüssig und anstatt der 80km/h krochen wir mit 40 oder 50 dahin.
Dann endlich konnte Harald aufs Gas drücken, aber die Freude währte kurz. Auch
beim San Bernardino war grosses Verkehrsaufkommen und wir kamen um einiges
langsam voran, als geplant. Gut, hatten wir etwas mehr Zeit eingeplant. Als wir
dann um Lugano rum Blockabfertigung hatten und das Navi immer weiter fortgeschrittene
Ankunftszeiten prognostizierte, zweifelten wir langsam daran, die Fähre um
22:30 Uhr zu erwischen. Doch als wir endlich über der Grenze waren und der
Feierabendverkehr sich auflockerte, konnte Harald so richtig das Gas durchtreten.
Nur rund um Mailand hatte es nochmals stockenden Verkehr, aber das war im
Vergleich zu der Blockabfertigung nur noch ein geringer Zeitverlust. So kamen
wir doch pünktlich um 21:30 Uhr am Hafen in Savona an. Unser Plan, abends noch
Pizza zu essen, fiel zeittechnisch ins Wasser, jedoch waren wir glücklich, die
Fähre erwischt zu haben. Ausser uns wollten gefühlt 500 andere Autos nach Korsika
schiffen und so mussten wir dann doch noch etwas warten, ehe wir an Bord
gelassen wurden. Die Zeit bis dahin nutzten wir effektiv, indem wir assen, was
unsere Kühlbox so hergab.
Nachdem wir
das Auto an Bord geparkt hatten, suchten wir uns ein Plätzchen auf einem
Zwischendeck, an dem wir uns ausbreiten konnten. 450 Euro für eine Kabine war
uns dann doch zu viel! Wir pumpten unsere Matten auf und kurz vor Mitternacht,
nachdem jeder andere seine Kabine gefunden hatte, gings für uns ins Land der
Träume. Bis um 05:20 Uhr die erste Durchsage kam, dass wir in Kürze (das
heisst, in über einer Stunde!), Land erreichen werden. Der Schlaf endete so abrupt,
aber wir gönnten uns dafür ein Frühstück auf der Fähre – besonders schmackhaft
war es aber nicht.
Kurz vor
halb sieben Uhr durften wir ins Auto steigen und dann ging es ziemlich schnell
und wir konnten die Fähre verlassen. Wir hatten bereits einen Plan für den Tag –
eine gemütliche Wanderung auf den Monte Astu. Die Fahrt dorthin dauerte gut
eine Stunde, wir mussten zwischendrin nur eine kurze Pause einlegen, da unser Auto
meldete, dass der Reifendruck überprüft werden muss. Zum Glück war aber alles
in Ordnung. Kurz nach acht Uhr erreichten wir das Bergdörfchen Lama, wo wir unser
Auto parkten. Und schon ging es nach oben. Die Wanderung (hin und zurück) war
in unserem Rother-Wanderführer mit sechs Stunden und 12.5 Kilometer angegeben.
Wir liessen aber die Option auf eine Rundwanderung offen, welche wir in unserer
Wanderkarte entdeckt hatten. Nach gut 2.5h erreichten wir den 1535m hohen Monte
Astu. Wir waren ganz alleine unterwegs, nur zwei Trailrunner kamen uns kurz
unterhalb des Gipfels entgegen. Der Gipfelaufbau hatte noch einige kurze Kraxeleien
für uns parat, was vor allem Haralds Kletterherz höher schlagen liess.
Am Gipfel
erfreuten wir uns der Aussicht auf die höheren Berge (und natürlich auch aufs
Meer), ehe wir beschlossen, wieder abzusteigen. Die Option auf die Rundwanderung
liessen wir noch immer offen, wussten wir doch, wie schlecht teilweise die Wege
hier auf Korsika markiert sind und wir nicht durchs Gestrüpp irren wollten. Bei
der Abzweigung sahen wir aber ein paar Markierungen und auch der Trail 18 (die
Markierung für die Trailrunning-Wege) war angegeben. So beschlossen wir
kurzerhand, dass wir den Rundweg machen – sollten ja nur ein paar Kilometer
mehr sein. Erst kamen wir recht zügig voran, verloren dann aber immer mal
wieder den Weg, da er wohl nicht sonderlich häufig begangen und somit wenig
ausgetreten ist. Aber im Grossen und Ganzen war die Wegfindung doch einfacher
als befürchtet und nur einmal mussten wir ein paar Höhenmeter zurück, da wir zu
früh absteigen wollten. Der Umweg war dann doch etwas länger als gedacht und
wir waren mehr als froh, als wir endlich das Dorf Urtaca erreicht hatten. Von
dort ging es dann ganz gemütlich 45 Minuten lang zurück nach Lama, das wir nach
einer Halbmarathondistanz, 6h40min und mit einem ziemlichen Hunger erreichten, da
wir nur ein paar Riegel mitgenommen hatten – typisch!
Weiter
gings dann nach Calvi auf den Campingplatz und nach einer wohltuenden Dusche
trafen wir uns mit meinem Bruder und seiner Familie, die auch grad Urlaub auf Korsika
machen. Gemütlich schlenderten wir ins Städtchen und freuten uns über ein paar
gemeinsame Stunden beim Abendessen. Als der Wind dann immer stärker wurde,
verabschiedeten wir uns und ziemlich müde von der Vornacht gings dann auf
direktem Weg ins Bett!
Manu
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| Unser Start an der Kirche in Lama. |
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| Das kleine Dörfchen Lama. |
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| Ziel in weiter Ferne: der Monte Astu. |
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| Noch nicht unser Gipfel, aber für eine Pause genau richtig. |
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| Blick zum Monte Cinto, dem höchsten Korsen. |
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| Der Aufstieg zum Gipfel ist sogar versichert. |
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| Aussicht von Meer zu Meer und noch einiges mehr ;-) |
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| Versteckte Wegweiser, die man erst mal finden muss. |
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| Die Bucht von Calvi lädt zum Baden ein: weißer Sandstrand. |
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| Hafen von Calvi. |
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