Samstag, 4. Oktober 2025

03./04.10.2025 - Anreise Korsika, Monte Astu

Wir starteten am Freitag um 14:50 Uhr in Schaan – bei gutem Durchkommen sollte man die gut 390km nach Savona in 5h schaffen. Wir rechneten mit dem Verkehrsaufkommen am Freitag mit 1.5h zusätzlich, dachten jedoch, dass am Freitag weniger Reiseverkehr sei als am Samstag in der Früh. Bereits bei Reichenau war der Verkehr schon sehr zähflüssig und anstatt der 80km/h krochen wir mit 40 oder 50 dahin. Dann endlich konnte Harald aufs Gas drücken, aber die Freude währte kurz. Auch beim San Bernardino war grosses Verkehrsaufkommen und wir kamen um einiges langsam voran, als geplant. Gut, hatten wir etwas mehr Zeit eingeplant. Als wir dann um Lugano rum Blockabfertigung hatten und das Navi immer weiter fortgeschrittene Ankunftszeiten prognostizierte, zweifelten wir langsam daran, die Fähre um 22:30 Uhr zu erwischen. Doch als wir endlich über der Grenze waren und der Feierabendverkehr sich auflockerte, konnte Harald so richtig das Gas durchtreten. Nur rund um Mailand hatte es nochmals stockenden Verkehr, aber das war im Vergleich zu der Blockabfertigung nur noch ein geringer Zeitverlust. So kamen wir doch pünktlich um 21:30 Uhr am Hafen in Savona an. Unser Plan, abends noch Pizza zu essen, fiel zeittechnisch ins Wasser, jedoch waren wir glücklich, die Fähre erwischt zu haben. Ausser uns wollten gefühlt 500 andere Autos nach Korsika schiffen und so mussten wir dann doch noch etwas warten, ehe wir an Bord gelassen wurden. Die Zeit bis dahin nutzten wir effektiv, indem wir assen, was unsere Kühlbox so hergab.

Nachdem wir das Auto an Bord geparkt hatten, suchten wir uns ein Plätzchen auf einem Zwischendeck, an dem wir uns ausbreiten konnten. 450 Euro für eine Kabine war uns dann doch zu viel! Wir pumpten unsere Matten auf und kurz vor Mitternacht, nachdem jeder andere seine Kabine gefunden hatte, gings für uns ins Land der Träume. Bis um 05:20 Uhr die erste Durchsage kam, dass wir in Kürze (das heisst, in über einer Stunde!), Land erreichen werden. Der Schlaf endete so abrupt, aber wir gönnten uns dafür ein Frühstück auf der Fähre – besonders schmackhaft war es aber nicht.

Kurz vor halb sieben Uhr durften wir ins Auto steigen und dann ging es ziemlich schnell und wir konnten die Fähre verlassen. Wir hatten bereits einen Plan für den Tag – eine gemütliche Wanderung auf den Monte Astu. Die Fahrt dorthin dauerte gut eine Stunde, wir mussten zwischendrin nur eine kurze Pause einlegen, da unser Auto meldete, dass der Reifendruck überprüft werden muss. Zum Glück war aber alles in Ordnung. Kurz nach acht Uhr erreichten wir das Bergdörfchen Lama, wo wir unser Auto parkten. Und schon ging es nach oben. Die Wanderung (hin und zurück) war in unserem Rother-Wanderführer mit sechs Stunden und 12.5 Kilometer angegeben. Wir liessen aber die Option auf eine Rundwanderung offen, welche wir in unserer Wanderkarte entdeckt hatten. Nach gut 2.5h erreichten wir den 1535m hohen Monte Astu. Wir waren ganz alleine unterwegs, nur zwei Trailrunner kamen uns kurz unterhalb des Gipfels entgegen. Der Gipfelaufbau hatte noch einige kurze Kraxeleien für uns parat, was vor allem Haralds Kletterherz höher schlagen liess.

Am Gipfel erfreuten wir uns der Aussicht auf die höheren Berge (und natürlich auch aufs Meer), ehe wir beschlossen, wieder abzusteigen. Die Option auf die Rundwanderung liessen wir noch immer offen, wussten wir doch, wie schlecht teilweise die Wege hier auf Korsika markiert sind und wir nicht durchs Gestrüpp irren wollten. Bei der Abzweigung sahen wir aber ein paar Markierungen und auch der Trail 18 (die Markierung für die Trailrunning-Wege) war angegeben. So beschlossen wir kurzerhand, dass wir den Rundweg machen – sollten ja nur ein paar Kilometer mehr sein. Erst kamen wir recht zügig voran, verloren dann aber immer mal wieder den Weg, da er wohl nicht sonderlich häufig begangen und somit wenig ausgetreten ist. Aber im Grossen und Ganzen war die Wegfindung doch einfacher als befürchtet und nur einmal mussten wir ein paar Höhenmeter zurück, da wir zu früh absteigen wollten. Der Umweg war dann doch etwas länger als gedacht und wir waren mehr als froh, als wir endlich das Dorf Urtaca erreicht hatten. Von dort ging es dann ganz gemütlich 45 Minuten lang zurück nach Lama, das wir nach einer Halbmarathondistanz, 6h40min und mit einem ziemlichen Hunger erreichten, da wir nur ein paar Riegel mitgenommen hatten – typisch!

Weiter gings dann nach Calvi auf den Campingplatz und nach einer wohltuenden Dusche trafen wir uns mit meinem Bruder und seiner Familie, die auch grad Urlaub auf Korsika machen. Gemütlich schlenderten wir ins Städtchen und freuten uns über ein paar gemeinsame Stunden beim Abendessen. Als der Wind dann immer stärker wurde, verabschiedeten wir uns und ziemlich müde von der Vornacht gings dann auf direktem Weg ins Bett!  

Manu

Unser Start an der Kirche in Lama.

Das kleine Dörfchen Lama.


Ziel in weiter Ferne: der Monte Astu.


Noch nicht unser Gipfel, aber für eine Pause genau richtig.

Blick zum Monte Cinto, dem höchsten Korsen.


Der Aufstieg zum Gipfel ist sogar versichert.

Aussicht von Meer zu Meer und noch einiges mehr ;-)



Versteckte Wegweiser, die man erst mal finden muss.

Die Bucht von Calvi lädt zum Baden ein: weißer Sandstrand.


Hafen von Calvi.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...