Wir
starteten wieder etwas früher, da für den Nachmittag mit Bewölkung zu rechnen
war und wir aber die Aussicht gen Süden genießen wollten, waren wir nun doch schon
so weit südlich in Korsika, dass Sardinien fast zum Greifen nahe liegt. Nach dem
Frühstück ging es also recht flott hoch nach Giannuccio, einem kleinen und
verschlafenen Dörfchen auf ca. 500m Seehöhe. Die Straße dorthin war
abenteuerlich. Warum man auf so schmalen Straßen überhaupt noch eine Mittellinie
einzeichnet, ist fraglich. Zwei normale PKW kommen hier nicht nebeneinander
vorbei, aber egal. Am Ortseingang wurden wir schon von der Bürgerpatrouille
empfangen, die „Gewehr bei Fuß saß“ – stehen war nicht möglich, saß der ältere
Herr doch im Rollstuhl, hatte aber eine Schrotflinte geschultert und stand mit
seinem Gefährt mitten auf der Straße und wartete, bis etwas aus dem Wald
huschte, so hofften wir jedenfalls. Wir haben gelächelt und sind
weitergefahren. Geschossen wurde erst später – aber zum Glück nicht auf uns.
Bei der
kleinen Kapelle im Dorf parkten wir und richteten uns für die Wanderung aus.
800 Höhenmeter waren es ca. hoch bis zum Uomo, am Wegweiser standen 3h30min
angeschrieben. Im Führer war von 6 Stunden Rundtour die Rede. Wir sollten noch
rausfinden, wie lange es wirklich dauerte. Flotten Schrittes ging es los und so
überwanden wir die Höhenmeter fast wie im Fluge und schon nach ca. 1h40min,
etwas Kraxelei und Wegsuche, standen wir am Gipfel bzw. am Aussichtspunkt zum
Gipfel, denn auf den Uomo kann man beim besten Willen so nicht rauf (siehe Fotos).
Wir
genossen dort kurz die Aussicht und wunderten uns dann aber, ob man nicht am
Hauptgipfel dahinter eine bessere Aussicht hatte. Also stiegen wir wieder in
den Sattel ab, suchten nach dem Weg, den wir nicht fanden, und gingen dann irgendwie
über Blockgelände hoch zur Scharte, von wo aus wir vermuteten, dass es einen
Weg zum Gipfel gibt. Wir kraxelten dann noch fast bis ganz hoch, mussten dann
aber feststellen, dass wir mit unseren Trailrunnern wohl die falsche Schuhwahl
für die Kletterei getroffen hatten. Also stiegen wir wieder ab und gingen etwas
abseits noch auf einen Hügel, der einen schönen Blick auf den Uomo, den Süden
von Koriska, Sardinien und zu den hohen Bergen im Norden bot. Dort aßen wir
unsere Jause und befragten die Karte über den Weiterweg, wollten wir doch eine
Rundtour machen.
Dem ursprünglichen
Weg folgten wir ein paar Meter zurück und zweigten dann auf einen kleinen Pfad
ab, der uns eigentlich recht zügig hätte zurückbringen sollen. Doch irgendwo
verpassten wir die Abzweigung ins Tal und so marschierten wir munter weiter zum
Col du Monaco. Der Weg war gut und nachdem wir die Karte befragt hatten,
stellten wir fest, dass es auch weiter hinten noch einen Weg ins Tal gab,
direkt am Uomo di Ovace vorbei. Diesem Weg folgten wir dann ins Tal. Manu war
dann nicht mehr so recht motiviert, ging es doch steil bergab auf rutschigen,
vom Laub bedeckten Pfaden.
Nach nicht
ganz 5 Stunden standen wir dann wieder beim Bus und waren froh, aus der Hitze
draußen zu sein, wurde es doch am Nachmittag dann schon recht warm. Anschließend
gings zurück nach Norden in Richtung Ajaccio, wo wir kurz vor der Stadt auf
einem Camping bleiben wollten. Der Camping war dann geschlossen, also mussten
wir in den sauren Apfel beißen und im Abendverkehr durch Ajaccio fahren, um zum
Camping „Les Mimosas“ zu kommen, der gefühlt am anderen Ende der Stadt lag.
Nach einigem
Zeitverlust kamen wir aber auch dort gut an und freuten uns über den Apero sowie
dem Abendessen draußen, war es doch beim Meer an der Westküste abends noch
richtig warm mit 25 Grad.
Harald
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| Geniale Bäume am Weg zum Uomo. |
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| Blockgelände hoch zum Uomo di Cagna |
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| Drei Dickköpfe, einer etwas älter. |
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| Am Weiterweg zum Col. |
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| Vorbei am Uomo di Ovace |








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