Die Finger
wollten heute geschont werden – nach vier Klettertagen hatten sie auch das
Recht dazu! Darum stand heute eine Wanderung auf dem Programm. Da das Wetter morgens
bewölkt sein sollte und je länger der Tag, desto besser werden sollte, starteten
wir wieder gemütlich in den Tag und fuhren gegen 9 Uhr los auf den Bavellapass.
Dort erwartete uns richtig garstiges Wetter – es nieselte, die Berge waren
komplett im Nebel und zusätzlich wehte ein ungemütlicher Wind. Und der
Wetterbericht versprach nun auch nicht mehr sonderliche Besserung in den nächsten
Stunden. So war die Entscheidung schnell getroffen, dass wir unsere Wanderung
nicht wie geplant machen werden. Stattdessen schauten wir, welche Möglichkeit
wir in Küstennähe hatten, da alle hohen Berge im Nebel waren.
So fuhren
wir wieder vom Bavellapass runter und weiter zum Col de St. Eustache auf knapp
1000m, welchen wir nach gut 40 Minuten Fahrt erreichten. Die Strasse war wieder
gesäumt von Kurven und so war das Tempo eher limitiert. Auf dem Pass war der
Wettercharakter um einiges freundlicher und wir montierten unsere
Trekkingschuhe und schon ging es los in Richtung Monte San Petru. Auf dem Wegweiser
standen 2h angeschrieben, doch laut Rother-Wanderführer waren es nur knapp
400hm und 4km. Das ging für uns gut in einer Stunde. Der Hauptgipfel konnte in
einer kurzen Kraxelei erklommen werden, was das „Schwierigste“ an dieser
Wanderung war! Jedoch wehte ein kräftiger Wind, weshalb wir uns ein
windgeschütztes Örtchen suchten, wo wir unsere Jause geniessen konnten, schrie
der Magen doch schon wieder nach Essen! Nachdem wir ihn besänftigt hatten,
gings zurück zum Auto. Der Bavellapass lag weiterhin in einem dichten Wolkenmeer
und wir konnten sogar Regenschauer erahnen, die im Gebirge niederprasselten –
gut, waren wir in Küstennähe! Der Rückweg ging gleich zackig wie hinauf, obwohl
wir beim Col de Velica in Richtung Foci Stretta gingen und somit einen kurzen
Umweg in Kauf nahmen, dafür mussten wir nicht genau den gleichen Weg
zurückgehen.
Es war kurz
vor 13:30 Uhr, als wir wieder beim Auto waren. Wir wollten dann nicht schon
gegen 14 Uhr beim Camping sein und beschlossen darum, noch einen Umweg über
Propriano zu nehmen, was an der Küste liegt. Die Hoffnung bestand, dort noch ein
Eis zu ergattert! Zügig gings voran, da es wieder eine L-Strasse war, die
besser ausgebaut und somit schneller befahrbar war. Jedoch hatten wir nicht mit
den korsischen Arbeitern gerechnet, die mit 50km/h in der Gegend rumtuckerten
und bei den doch kurvigen Strassen nicht zu überholen waren! Nun gut, wir kamen
dann irgendwann auch in Propriano an und da wir direkt in Strandnähe einen
Parkplatz fanden und es 28°C hatte, war der Plan natürlich naheliegend, noch
schnell ins Meer zu gehen. Also Bikini bzw. Badehose montiert und schon stand
dem Plan nichts mehr im Weg, wäre da nicht das kalte Wasser gewesen. Harald war
hart im Nehmen und stürzte sich schon nach kurzer Zeit todesmutig in die
Wellen. Bei mir ging alles dreimal so lang, aber schliesslich tauchte ich dann
doch unter. Nachdem wir ein paar Züge geschwommen sind, gings zurück an den
Strand, wo wir uns kurz auftrocknen liessen, ehe es zurück zum Auto ging. Nachdem
wir uns umgezogen hatten, schlenderten wir durch das Städtchen, wobei die
meisten Restaurants geschlossen waren. Bei einem Bistro, das sowohl Eis als
auch Crêpes anbot, liessen wir uns schliesslich nieder und gönnten uns ein Eis –
bei dem heissen Wetter die richtige Wahl!
Anschliessend
gings zurück nach Zonza, wobei wir unterwegs in einem Carrefour einkaufen gingen.
Erst mussten wir einen Umweg fahren, bis wir die Einfahrt fanden, dann dauerte
der Einkauf wieder gefühlt eine Stunde, da wir erneut eine halbe Ewigkeit an
der Kasse warten mussten. Immerhin ging die Fahrt zurück recht zackig und so
waren wir bereits kurz nach 17 Uhr wieder auf dem Camping. Nachdem wir das
ganze Meersalz bei einer warmen Dusche abgespült hatten, gabs eine Runde Rummy
und dann das Abendessen.
Nun planen
wir die nächsten Tage und hoffen, dass das Wetter weiterhin mitspielt!
Manu
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| Wie auch immer man dort überhaupt mit dem Fahrzeug hinkommen soll. |
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| Schöne Natur und schöne Stimmung. |
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| Hier ist das Wetter gut, etwas windig, aber sonnig. |
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| Am Pass schauts hingegen nicht so rosig aus. |
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| Der Gipfel des Monte San Petru |
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| Unser Pauseplätzchen. |
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| Die Wegweiser muss man fast suchen, so klein sind sie. |
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| In Propriano schauen wir etwas das Städtchen an. |
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| Und verputzen dann ein Eis :-) |
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