Montag, 16. August 2021

Tag 15 - Äußerer und Innerer Hahlkogel von Huben

Es war unsere letzte geplante Wanderung und wir wollten nicht mehr übertreiben, da unsere Beine schwer waren, aber dennoch entschieden wir uns dazu, den Hausberg von Huben zu besteigen: den Hahlkogel.

Auch der Inhaber der Unterkunft, ein sehr fitter Pensionist und Bergretter, empfahl uns den Hausberg und beschrieb uns die Route ganz genau. Wenn wir wollten, könnten wir dann noch den Inneren auch mitnehmen, sind es doch nur wenige Meter mehr.

So starteten wir bei der Unterkunft gemütlich um 9 Uhr und holten uns am Weg noch eine Jause im MPreis. Danach ging es den Wegweisern entlang bis zum Campingplatz und von dort dann durch den Wald in Richtung Hahlkogelhaus. Schon bald nach dem Start dort bog ein Weg ab, der steil durch den Wald führte und die Kehren der Schotterstraße abkürzte. Wir prüften auf der Karte die grobe Richtung und entschieden uns dann, dem Weg zu folgen, sparten wir uns doch ein paar Meter.

Anfangs sehr gut, wurde der Weg zunehmends schlechter. In der ersten Stunde schafften wir gute 500hm. Danach standen wir "im Kack" :-)
Der eigentliche Weg war ca. 100m von uns entfernt, auf der anderen Seite des Baches. Unser Weg zog weiter nach oben und uns fehlten noch ca. 200hm auf den richtigen Wanderweg, der irgendwo über uns querte. Wir folgten also weiter dem Weg und standen irgendwann bei einer kleinen Hütte, dem Rappenegg.

Dort war der Weg dann aber aus. Zurück wollten wir auch nicht mehr und so orientierten wir uns mal anhand der Karte genauer. Zwei Felsbänder oberhalb der Hütte, welche in der Mitte einen Durchschlupf boten, also laut Karte. Ausgesetzt war es nicht und absturzgefährdet auch nicht. Wir sahen dann einen kleinen Pfad, der sich zum Fluss in der Schlucht zog, von welchem Wasser über einen Schlauch zur Hütte geführt wird. Diesem folgten wir, bis wir unter dem Durchschlupf waren. Dann ging es steil bergauf über Stock und Stein. Teils etwas mühsam, teils wieder leichter. Tapfer kämpften wir uns durch und erreichten dann die freien Wiesen unterhalb der Ebenalm, wo wir dann auf den Wanderweg trafen. Für die 300hm bis dort hin brauchten wir gleich lange wie für die 500 davor. Warum wohl?

Am Fluss füllten wir unsere Wasserflaschen neu und gingen dann weiter in Richtung Gipfel. Oben hin war dann sogar ein wenig Kraxelei angesagt, was uns gefiel. Nach ca. 2:50h kamen wir dann am Gipfel an. Gar nicht schlecht für die 1460hm vom Dorf aus. 

Da es recht voll war am vorderen Gipfel, gingen wir gleich weiter zum Inneren Hahlkogel, welcher ca. 80m höher ist. Man muss aber davor ca. 100m wieder in die Scharte absteigen und kann erst von dort aus wieder den Aufstieg fortsetzen. Steil über Wiesenhänge und leichtes felsiges Gelände gings nach oben. Nach ca. 3:30h Gesamtzeit waren wir am zweiten Gipfel. Wo davor keine Leute zu sehen waren, saßen nun aber 4 Kletterer, die durch die Westwand kamen. Alle über schöne Kletterrouten im 6. Grad, ca. 14 Seillängen lang.

Wir machten Pause, aßen unsere Jause und genossen die Aussicht auf die kleine und hohe Geige und auf die Wildspitze. Manu schaute den anderen dann genau beim Abstieg zu, ob diese vielleicht noch einen anderen Weg kannten. Dem war aber nicht so. Wir stiegen dann ebenfalls ähnlich unserem Aufstiegsweg wieder ab und gelangten dann zum Hahlkogelhaus, welches leider geschlossen ist.

Da wir eine Rundtour machen wollten gingen wir weiter in Richtung der Polltal Alm, wo wir uns stärkten, bevor es an die letzten 650hm im Abstieg nach Huben ging. Zügig verloren wir im Zick-Zack-Weg an Höhe und waren schon bald zurück.

Unsere Beine wollten hochgelegt werden und so saßen wir eine Stunde am schattigen Balkon, tranken ein kühles Magnesiumgetränk und lasen Nachrichten. Danach freuten wir uns auf das Abendessen, welches wir dieses Mal in einem besseren Restaurant reserviert hatten. 

Mit "vollen" Mägen und schweren Füßen ging es dann zurück zur Unterkunft, wo wir noch mit den Inhabern plauderten, bevor wir uns ins Bett verkrochen.

Harald

Freitag, 13. August 2021

Tag 14 - Scheibenlehnkogel - Gamsplatzl - Sölden

Obwohl wir ein Zweierzimmer hatten, war die Nacht eher bescheiden. Zuerst war es von draussen her ziemlich laut, da sich einige die Sternschnuppennacht nicht entgehen lassen wollten und jede Sternschnuppe lauthals kommentierten. Als es draussen endlich ruhig wurde, begann einer im Nebenzimmer zu schnarchen. Oropax halfen da recht wenig. 
Und schon in der Früh um 6 Uhr standen die ersten auf. Als würden sie das Frühstück um 7 Uhr verpassen,... Und Touren, die ein frühes Aufstehen verlangen, werden von der Siegerlandhütte aus nicht gemacht. Naja, die erste Gruppe stand um 7:15 Uhr bereits mit Klettergurt und Seil ausgestattet vor der Hütte. Ziel: Sonnklarspitze. Wir haben um diese Zeit gemütlich gefrühstückt und sind kurz nach 8 Uhr aufgebrochen. Ziel: Scheibenlehnkogel.

Von der Hütte aus mussten wir erst 100 Höhenmeter absteigen, ehe es über Blockgelände und Moräne wieder nach oben ging. Wir hatten einen flotten Schritt drauf (trotz der Rucksäcke) und erreichten nach 1h20min den Gipfel auf 3060m Höhe. Noch einmal genossen wir die Aussicht auf unsere Etappen und Gipfel der letzten paar Tage. 

Spontan beschlossen wir, den heutigen Tag noch etwas zu erweitern und nicht wie geplant direkt vom Scheibenlehnkogel nach Sölden abzusteigen. Uns war zwar bewusst, dass es dann sehr viele Höhenmeter runter werden würden, aber dass es gleich soooo viele sein werden, hätte ich nicht gedacht. Dazu aber später mehr.

Wir stiegen also vom Scheibenlehnkogel wieder runter und mussten den kurzen Gegenanstieg zur Siegerlandhütte überwinden. Hätten wir gewusst, dass wir dort nochmals vorbeikommen, hätten wir mit leichtem Gepäck auf den Gipfel gekonnt... 

So ging es eben flotten Schrittes an der Hütte vorbei in Richtung Triebkarsee (auch Erbswurstsee genannt). Erst ging der Wanderweg eher gemütlich auf und ab, ab dem See dann ziemlich steil hinauf, bis zum Gamsplatzl auf 3018m Höhe. Von dort hatten wir einen schönen Ausblick auf die umliegenden 3000er. Mittlerweile hatte es aber schon so einige Quellwolken gegeben und zügig machten wir uns an den Abstieg in Richtung Hildesheimerhütte. Nach einem kurzen Gegenanstieg kreuzte unser Weg die Aufstiegsroute zur Hildesheimerhütte. Erst wollten wir noch kurz die 50m zur Hütte hochsteigen, um dort etwas zu essen, entschieden uns aber dann dagegen, da das Wetter grad weniger freundlich war und wir im Wander-Flow waren. Es begann dann auch tatsächlich zu tröpfeln, aber es war ein kurzes Intermezzo.  

Wir stiegen dem Ludwig-Aschenbrenner-Weg entlang hinab ins Windachtal, bis wir auf 2100m auf einen breiteren Schotterweg stiessen. Dort tauschten wir unsere Bergschuhe gegen die Clouds - welch eine Wohltat! Leichten Schrittes ging es dann zu der Fiegls Hütte, wo wir uns erst einmal stärkten. Der ursprüngliche Plan war, von dort mit dem Wanderbus nach Sölden abzufahren, aber nach der Stärkung waren wir bereit, die letzten 600hm zu Fuss anzugehen. 1 3/4h waren angeschrieben, nach gut 50min erreichten wir Sölden! Jetzt waren die Beine aber durch, ich kann mich nicht daran erinnern, je mehr als 2400hm abwärts gewandert zu sein! 

Mit dem Bus fuhren wir nach Huben, wo wir ein Zimmer für die nächsten zwei Nächte haben. Nachdem wir kurz einkaufen waren und uns frischgemacht hatten, gings essen - Pizza! Im Restaurant herrschte aber ziemliches Chaos, Bestellungen gingen vergessen usw. Wir mussten zwar auch etwas auf unsere Pizzen warten, aber wir hatten schon Schlimmeres erlebt! Trotzdem war die Atmosphäre recht strange.

Nun freue ich mich auf eine hoffentlich ruhige Nacht - müde bin ich auf jeden Fall!

Manu

Tag 13 - Schneeberghütte > Siegerlandhütte

Heute starteten wir wieder etwas gemütlicher in den Tag. Frühstück gabs um 7:30 Uhr und danach richteten wir uns gemütlich zusammen und stapften los in Richtung Siegerlandhütte, dem Weg 29 folgend.

Von der Hütte ging es zuerst wenige Meter bergab, bevor wir dann schon den ersten Anstieg vor uns hatten. Unter der Gürtelwand vorbei ging es ca. 300hm hinauf in die Karlscharte auf 2666m, die den Übergang ins Timmler Tal bildet. 
Von dort stiegen wir dann einige Höhenmeter ab in den Talboden, bevor es dann wieder nach oben zum Großen Timmler Schwarzsee ging. Bis dort waren wir gemütlich in 1:50h unterwegs. Wir pausierten etwas und machten Fotos vom wunderschönen See mit den hohen 3000ern der Schwarzwand und der Hofmannspitze dahinter.

Wir umrundeten den See und setzten dann nicht direkt den Weg zur Windachscharte fort, sondern hielten uns rechts zur Schwarzwandscharte auf 3059m.

Eine offene Rechnung begleichen
Das Ziel der Begierde lag vor uns: die Hofmannspitze. Im Winter hat uns dieser Berg seine kalte und windige Schulter gezeigt und wir mussten auf ca. 3080m abbrechen, kurz unter dem Gipfel. Starker Wind, Kälte und die Wechten hatten uns zum Umdrehen bewegt. Heute war nichts davon zu sehen. Nur langsam zogen Wolken auf, leichte Quellungen.

Deswegen zog Manu das Tempo an. Davor gingen wir gemütlich, jetzt im "Angriffmodus" etwas schneller. Woher sie jetzt die Kraft nahm war mir schleierhaft. Die Idee den Rucksack unten zu lassen und leicht zu gehen wurde verworfen. Manu zog durch. Schon nach kurzer Zeit holten wir 2 Wanderer ein und kamen alsbald ins Schneefeld unter der Scharte. Der Schnee war weich und gut zu gehen. Die Grödel blieben im Rucksack. Von der Scharte ging Manu gleich zügig weiter zum Gipfel. Und so erreichten wir kurz darauf den Gipfel der 3113m hohen Hofmannspitze.

Wir genossen die Aussicht und konnten zum ersten Mal das Gipfelkreuz bewundern, welches wir nur schon zu gut vom riesen Wandfoto in der Pension Widmann kannten. Gipfelfotos folgten und wir aßen eine Kleinigkeit.

Am Gipfel blödelte ein Südtiroler etwas und fragte nach Schuhgröße 43.5. Er würde gerne zur Müllerhütte gehen und ein Bier trinken. Selbst war er nur mit leichten Trekkern "bewaffnet". Ich sagte dann, dass ich etwa 44 hätte und sogar Grödel dabei. Er meinte dann, dass der Weiterweg leicht wäre über den Übelferner und ja sogar markiert bzw. der normale Hüttenzustieg.

Zur "Hochtour" wie die Jungfrau zum Kind
Wir entschlossen uns dann, zumindest mal den Weg zur Müllerhütte zu probieren. Mit Grödel bewaffnet stapften wir über den tief eingeschneiten Gletscher. Auf etwa 3100m kamen uns zwei Bergsteiger im Abstieg entgegen. Diese ermutigten uns weiterzugehen. Das Gelände ist unschwierig und der Gletscher kein Problem.

Der Spur folgend ging es dann bis fast 3200m rauf, bis wir die Grödel abzogen und in den Fels auswichen. Dort improvisierten wir die Klettergurte (120cm Bandschlingen als Sitzgurt ;-)) und seilten uns an. Ich hatte ein 5m Seil für alle Fälle dabei. In leichter Kraxelei im max. 2. Grat folgten wir den Markierungen in Richtung Gipfel. Kurz davor mussten wir nochmals in den Schnee ausweichen. Wenige Minuten später standen wir auf der 3.449m hohen Sonklarspitze und waren beide von der Aussicht überwältigt. Zuckerhüttl, Wilder Pfaff und Wilder Freiger liegen vor einem, in der Ferne schweift der Blick zur Wildspitze und zur Weißkugel. Dahinter Piz Bernina, links davon Ortler und Zufallspitze. Im Norden das Karwendel. Wir stärkten uns kurz, machten ein paar Fotos und genossen einfach die Aussicht. 

Als Abstieg wählten wir den Weg über das Hohe Eis (3.392m). Der Grat dort sagte uns aber nicht so zu, weswegen wir einen Teil zurück gingen und dann den Grat im Firnfeld umgingen. Danach folgten noch ein zwei Schneefelder, die wir abrutschen konnten, bevor der Weg in den Fels ging. 

Meist ganz gut, teilweise etwas mühsam schlängelte sich der Weg dann meist am Rücken hinab. Die Schlüsselstelle ist sogar mit einem Stahlseil gesichert. Konzentration war aber dennoch gefordert. Schon bald danach bog der Weg nach rechts in großes Blockgelände ab. Für mich war das lustig, für Manu nicht so. Sie konnte kaum so hohe Schritte machen. Aber auch das meisterten wir gut und kamen bald in den normalen Weg runter zur Hütte.

Nach gut 7:30h kamen wir an der Hütte an und checkten ein. Wir hatten wieder großes Glück: ein Zweierzimmer für uns alleine :-)
Wir machten uns frisch und genossen eine Linzertorte am Balkon bei schöner Aussicht. Danach gabs bis zum Essen ein paar Runden Rummy, welches jetzt auch schon auf x Dreitausender war.

Nach dem Abendessen wurde noch gekniffelt und wir schauten uns den Sonnenuntergang an, der schon fast kitschig war. Nebenbei lauschten wir noch den Erzählungen von sechs älteren Damen und Herren, die auch schon so einige witzige Bergerlebnisse hatten - oder sie erzählten nur Witze und es lag am Liter Wein, den sie tranken.

Harald

Mittwoch, 11. August 2021

Tag 12 - Stuls > Stulser Hochwart > Schneeberghütte

Nach unserem gestrigen noch geselligen Abend mit Petra und Jürgen schlief ich tief und fest. Harald mal wieder nicht... ich war nur etwas schuld...

Frühstück gab es um 8 Uhr, noch einmal füllten wir unsere Energiespeicher, bevor es um 9 Uhr losging. Bei mir fehlte die Energie aber dennoch. Meine Füsse waren bleischwer und jeder Schritt eine Qual. Nach einer Stunde machten wir die erste Pause und es gab einen Traubenzucker. Anschliessend hat sich mein Körper wohl seinem Schicksal ergeben, denn nun ging es etwas einfacher den Berg hinauf! Immerhin verliessen wir auch bald die Waldgrenze und konnten das Gipfelkreuz des Stulser Hochwarts ausmachen - dort wollten wir nämlich rauf!
Allgemein war das Wetter heute sehr freundlich, trotz hohen Wolken waren die Gipfel mal nicht verhüllt! 

Nach 2h45min erreichten wir den 2608m hohen Hochwart. Wir genossen kurz die Aussicht auf die Texelgruppe und die dortigen 3000er wie Seelenkogel oder Hohe Weisse. Ausserdem sahen wir, auf welchen Gipfeln wir in den letzten Tagen gewesen waren.

Dann setzten wir unseren Weg ganz gemütlich fort. Erst ging es ziemlich steil hinunter, dann schlängelte sich der Weg meist recht eben dahin. Nur zweimal gab es einen etwas mühsamen Aufschwung, den ich im Schneckentempo bewältigte! 

Endlich gelangten wir zum letzten Aufschwung unterhalb der Schneeberghütte, die wir nach 6h ab Stuls erreichten. Es ist keine Hütte im konventionellen Sinn, denn hier war früher mal ein Bergwerk, wo Eisen, Blei und Silber abgebaut wurde. Es gibt noch viele Zeitzeugen, die herumstehen, alte Gebäude oder verrostete Waggons. Die Schutzhütte war das frühere Herrenhaus inklusive angebautem Gasthaus.

Gross war die Freude, als wir uns anmeldeten und ein Doppelzimmer zugewiesen bekamen (glaub das einzige, das es gibt). Nun steht einer angenehmen Nacht hoffentlich nichts mehr im Weg. 

In der Sonne tranken wir ein alkoholfreies Weizen und stärkten uns mit einer kräftigen Suppe, ehe wir uns unter die Dusche stellten - auch auf diesen Komfort müssen wir hier nicht verzichten! Anschliessend gab es noch ein paar Rummy-Partien, ehe das Abendessen anstand. Es gab ein Viergängemenü, bei dem wir sowohl die Vor- als auch die Hauptspeise aus drei Angeboten wählen konnten. Gestartet haben wir mit dem Salatbuffet, gefolgt von leckeren Spaghettis. Nur war die Portion schon ziemlich gross. Als wir dann beim Hauptgang, bei den Spinatknödeln, ankamen, war der Magen schon ziemlich voll. Wir kämpften mit den Knödeln, aber nach 1.5 Knödeln gaben wir beide w.o. 
Die Portionen waren allgemein viel zu gross und es wurden extrem viele Reste zurückgegeben. Schade, dass grad auf einer Berghütte nicht besser darauf geachtet wird, dass die Lebensmittel nicht so verschwendet werden...

Nach dem Essen zogen wir uns in unser Zimmer zurück und gönnen nun unseren müden Beinen und unseren vollen Mägen etwas Ruhe... 

Manu


Dienstag, 10. August 2021

Tag 11 - Innerhütt > Rauhes Joch > Pfelders

Heute stand wieder eine ausgedehntere Tour auf dem Programm, weshalb wir auch gleich um 7:30 Uhr zum Frühstück gingen. Wir haben geplant, von Stuls mit dem Bus nach Innerhütt zu fahren und von dort über das Rauhe Joch nach Pfelders zu wandern.

Der Tag startete vielversprechend und um 7 Uhr waren die Gipfel wolkenfrei. Doch schon nach dem Frühstück sah das anders aus. Wie blieben aber bei unserem Plan und starteten um 8:20 von Stuls in Richtung Innerhütt.

Um etwa 8:45 Uhr konnten wir dann in Innerhütt starten. Zuerst folgten wir mühsam dem Weg 8, den wohl dort niemand geht, weil er so verwachsen ist. Dann zweigten wir ab und nahmen die kommenden 1450 Höhenmeter am Weg 8A und später 2 in Angriff.

Da der Weg so steil war, machten wir trotz unserer müden Beine rasch Höhemmeter und so erreichten wir schon nach knapp 1:30h die Abzweigung zum Weg 2 auf knapp 2.200m, wo die verfallene Imestalm steht. Dort waren Bauern gerade dabei zu heuen. Diese Leute leisten hier Schwerarbeit, denn Traktor kommt dort keiner hin. Ein Motormäher war das höchste der Gefühle. Das Heu wird anschließend über sehr lange Seilrutschen ins Tal befördert.

Wir legten kurz eine Pause dort ein und machten uns dann an den weiteren Aufstieg. Noch gut 750hm galt es zu überwinden, laut Wegweiser in 2:30h bis zum Gipfel. An einem Bach füllten wir die Wasserflaschen wieder auf, ehe wir kurz darauf die schönen Almwiesen verließen und ins schottrige Gelände auf ca 2700m kamen. Ab dort war dann auch Schluss mit Sonne, denn der Gipfel wollte unerkannt bleiben, leider. 

Da es aber nur mehr 200hm hinauf waren, gingen wir trotzdem weiter und standen kurze Zeit später nach insgesamt 2:45h vom Tal aus am Gipfel, wie immer im Nebel. Manchmal lichteten sich die Nebelfetzen und wir sahen ein wenig von der Umgebung. Schade, denn dort oben würde man einen tollen Blick zu Hohen Wilden und Weißen haben sowie auf die Gipfel der Ötztaler Alpen wie den Hochfeiler oder das Zuckerhüttl.

Nach gut 20 Minuten Pause entschieden wir uns für den Abstieg, aufmachen würde es wohl nicht (und so war es auch den ganzen Tag über).
Am Weg 44 angekommen, folgten wir diesem Abschnitt des Tiroler Höhenweges in Richtung Zwickauer Hütte, immer auf einer Höhe zwischen 2500 und 2600m bleibend. Der Weg ist dort sehr schön angelegt und bietet tolle Blicke in die Texelgruppe, wo sich die Gipfel besser zeigten.

Wir legten ein paar Pausen ein, aßen unsere Jause und genossen die Sonne und die Aussicht, ehe wie später zur Schneid Alm auf 2159m abstiegen. Dort gabs einen Holundersirup und Kuchen als Stärkung, damit wir die letzten 600hm ins Tal auch noch zügig schafften.

In Pfelders erreichten wir dann sogar einen früheren Bus und fuhren schon mal nach Moos. Dort mussten wir aber 30 Minuten warten, denn der Bus nach Stuls fährt nur einmal pro Stunde. Wir überbrückten die Zeit mit dem Genuss eines hausgemachten Eis aber ganz gut, würde ich sagen :-)

Nun freuen wir uns auf das letzte tolle Abendessen in der Pension Widmann und eine gute Nacht im Zimmer, ehe wir morgen aufbrechen, um in drei Tagen den Alpenhauptkamm nach Sölden zu überqueren. Da stehen wieder Hüttennächte an, und nicht jeder ist da ein Freund davon ;-)

Harald

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...