Montag, 9. August 2021

Tag 10 - Kleine und Hohe Kreuzspitze

Es war mal wieder eine sehr erholsame Nacht - zumindest für mich! Ich wäre auch noch länger als bis 8 Uhr liegengeblieben, aber immerhin wollten wir heute mal wieder wandern gehen, und das bei Sonnenschein!

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit dem leckeren Caroma-Kaffee gings noch kurz ins Dorflädeli, wo wir uns frisches Obst und zwei belegte Brötchen holten. Dann gings auch gleich steil los - den ersten Teil des Weges kannten wir bereits vom Winter! Dank meines lieben Mannes brauchte ich heute keinen Rucksack zu tragen - aber nicht nur meine Beine waren sehr froh darüber! Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden diese aber schnell warm und so konnten wir zügig den Weg zum Schloter Joch hochwandern.

Oberhalb der Stern Kaser, einer Alphütte, waren einige Bergbauern teils noch mit Sense am Mähen. Ein alter Mann begann mit uns zu erzählen. Er sei schon über 80 Jahre alt und das Mähen sei mittlerweile nicht mehr so einfach für ihn. Er erzählte von früher, dass die Strasse nach Stuls erst 1965 gebaut worden sei und zuvor mussten sie von St. Leonhard hochlaufen, was gut 2.5h dauerte. Je nachdem, ob der Vater alleine unterwegs war (dann nur 2h) oder mit den Söhnen. Desweiteren teilte er uns mit, dass die Kleine Kreuzspitze, auf die wir wollten, eigentlich "Frau" heisse. Und er fragte uns, ob wir von vorn über den Grat klettern würden oder von hinten den Weg entlang hinaufnehmen wollen. Wir wussten das noch nicht und setzen unseren Weg schliesslich fort. Kurze Zeit später erreichten wir das Schloter Joch.

Weiter ging es zu den drei Seen (Kuhlacke, Scheibele See und Ubelsee). Dort wurde es sehr windig und kalt und wir zogen unsere Jacken über. Immer wieder wurde die Kleine Kreuzspitze von Nebel bedeckt - die Grosse hatte sich bis jetzt noch gar nicht gezeigt, weshalb wir zu dem Zeitpunkt auch noch nicht wussten, ob wir sie überhaupt besteigen werden.

Kurz unterhalb der Kleinen Kreuzspitze sahen wir dann die Pfadspuren über den Grat hinauf. Kurzerhand entschlossen wir uns, die Überschreitung zu wagen. Der Pfad war nur ganz selten ausgesetzt, wir mussten einfach aufpassen, weil der Boden recht feucht war. Nach nur ein paar Minuten erreichten wir den 2518m hohen Gipfel - auf dem bereits 7 andere Gipfelstürmer standen. Nach einem Foto stiegen wir etwas ab, um uns eine Stärkung zu gönnen - immerhin waren wir schon 3h unterwegs!

Der Nebel Richtung Hohe Kreuzspitze lichtete sich nun zunehmend, weshalb wir beschlossen, den Weg wie geplant fortzusetzen. Der Weg führte teils im Fels, teils an Grasflanken entlang. Die leichte Kraxelei war super, die Querungen hingegen ziemlich anspruchsvoll (zumindest für mich), hauptsächlich auch hier wieder wegen der Nässe. Wir brauchten gut 45min für den Grat, ehe wir die 2743m hohe Hohe Kreuzspitze erreichten. Der Nebel kam und ging, wir machten nochmals Pause um uns zu stärken und beschlossen dann, abzusteigen.
Zwar sollte das Wetter je länger der Tag desto besser werden, aber wir wollten auch mal wieder zurück in unserer Pension sein! 

Bei den ersten Höhenmetern war dann nochmals volle Konzentration angesagt, je näher wir Richtung Hochalm kamen, desto leichter wurde es. Bei der Hochalm angekommen, tranken wir einen grossen Holundersaft und teilten uns einen Kuchen, ehe es zurück nach Stuls ging. Nach gut 6.5h und 1550hm waren wir zurück in der Pension und assen gleich noch einmal Kuchen!

Das Abendessen war dann auch mal wieder fantastisch und nun gönnen wir unseren Beinen etwas Ruhe, damit sie morgen wieder fleissig Schritte machen!

Manu

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