Und schon in der Früh um 6 Uhr standen die ersten auf. Als würden sie das Frühstück um 7 Uhr verpassen,... Und Touren, die ein frühes Aufstehen verlangen, werden von der Siegerlandhütte aus nicht gemacht. Naja, die erste Gruppe stand um 7:15 Uhr bereits mit Klettergurt und Seil ausgestattet vor der Hütte. Ziel: Sonnklarspitze. Wir haben um diese Zeit gemütlich gefrühstückt und sind kurz nach 8 Uhr aufgebrochen. Ziel: Scheibenlehnkogel.
Von der Hütte aus mussten wir erst 100 Höhenmeter absteigen, ehe es über Blockgelände und Moräne wieder nach oben ging. Wir hatten einen flotten Schritt drauf (trotz der Rucksäcke) und erreichten nach 1h20min den Gipfel auf 3060m Höhe. Noch einmal genossen wir die Aussicht auf unsere Etappen und Gipfel der letzten paar Tage.
Spontan beschlossen wir, den heutigen Tag noch etwas zu erweitern und nicht wie geplant direkt vom Scheibenlehnkogel nach Sölden abzusteigen. Uns war zwar bewusst, dass es dann sehr viele Höhenmeter runter werden würden, aber dass es gleich soooo viele sein werden, hätte ich nicht gedacht. Dazu aber später mehr.
Wir stiegen also vom Scheibenlehnkogel wieder runter und mussten den kurzen Gegenanstieg zur Siegerlandhütte überwinden. Hätten wir gewusst, dass wir dort nochmals vorbeikommen, hätten wir mit leichtem Gepäck auf den Gipfel gekonnt...
So ging es eben flotten Schrittes an der Hütte vorbei in Richtung Triebkarsee (auch Erbswurstsee genannt). Erst ging der Wanderweg eher gemütlich auf und ab, ab dem See dann ziemlich steil hinauf, bis zum Gamsplatzl auf 3018m Höhe. Von dort hatten wir einen schönen Ausblick auf die umliegenden 3000er. Mittlerweile hatte es aber schon so einige Quellwolken gegeben und zügig machten wir uns an den Abstieg in Richtung Hildesheimerhütte. Nach einem kurzen Gegenanstieg kreuzte unser Weg die Aufstiegsroute zur Hildesheimerhütte. Erst wollten wir noch kurz die 50m zur Hütte hochsteigen, um dort etwas zu essen, entschieden uns aber dann dagegen, da das Wetter grad weniger freundlich war und wir im Wander-Flow waren. Es begann dann auch tatsächlich zu tröpfeln, aber es war ein kurzes Intermezzo.
Wir stiegen dem Ludwig-Aschenbrenner-Weg entlang hinab ins Windachtal, bis wir auf 2100m auf einen breiteren Schotterweg stiessen. Dort tauschten wir unsere Bergschuhe gegen die Clouds - welch eine Wohltat! Leichten Schrittes ging es dann zu der Fiegls Hütte, wo wir uns erst einmal stärkten. Der ursprüngliche Plan war, von dort mit dem Wanderbus nach Sölden abzufahren, aber nach der Stärkung waren wir bereit, die letzten 600hm zu Fuss anzugehen. 1 3/4h waren angeschrieben, nach gut 50min erreichten wir Sölden! Jetzt waren die Beine aber durch, ich kann mich nicht daran erinnern, je mehr als 2400hm abwärts gewandert zu sein!
Mit dem Bus fuhren wir nach Huben, wo wir ein Zimmer für die nächsten zwei Nächte haben. Nachdem wir kurz einkaufen waren und uns frischgemacht hatten, gings essen - Pizza! Im Restaurant herrschte aber ziemliches Chaos, Bestellungen gingen vergessen usw. Wir mussten zwar auch etwas auf unsere Pizzen warten, aber wir hatten schon Schlimmeres erlebt! Trotzdem war die Atmosphäre recht strange.
Nun freue ich mich auf eine hoffentlich ruhige Nacht - müde bin ich auf jeden Fall!
Manu

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