In der Früh war mal wieder alles vereist – aber dank Standheizung und Sonne, die bald schon die Luft erwärmte, tauten auch die Fenster des Busses wieder auf. Fleissig trockneten wir die Scheiben, aber eine Schmiererei war es dennoch.
Kurz nach neun Uhr gings dann los zur Forcella Travenanzes. Die Oberschenkel waren schon müde und es ging entsprechend langsam (für uns) vorwärts. Wir querten weiter zur Forcella Gasser Depot und erreichten nach etwas mehr als einer Stunde den Einstieg des Klettersteigs Cesco Tomaselli, der uns auf die 2980m hohe Südliche Fanisspitze bringen sollte.
Bereits beim Zustieg zum Klettersteig hatten wir gesehen, dass ein Hubschrauber mehrere Leute im Klettersteig absetzte, worüber wir uns ein wenig wunderten. Beim Einstieg des Steiges sahen wir, dass mehrere Verankerungen neu gesetzt worden sind. Wir waren uns dann unsicher, ob der Steig überhaupt begehbar ist, weil ja anscheinend Unterhaltsarbeiten gemacht werden. Kurz googelten wir, ob der Klettersteig gesperrt ist, aber wir fanden nichts. Also ging es los – gleich mal ziemlich steil und ausgesetzt. Ich war froh, hatte ich für den Quergang noch meine Selbstsicherung mit dabei, sind solche Passagen doch nicht so mein Ding! Dann wurde es allerdings besser (und auch weniger schwierig) und ich konnte mich am Fels erfreuen. Harald kletterte praktisch alles so und nutze das Seil wirklich nur zur Sicherung.
Relativ bald erreichten wir die Arbeiter, die einen Teil des Klettersteigs neu machten. Es waren aber alle sehr freundlich und liessen uns passieren. Nach einer kurzen ungesicherten Gehpassage befanden wir uns wieder im versicherten Steig und weiter gings hinauf, immer schön der Südkante entlang. Kurz unterhalb des Gipfels hörten die versicherten Stellen auf und es ging noch recht ausgesetzt auf den höchsten Punkt. Von dort wäre eigentlich der Plan gewesen, am Kamm entlang weiterzugehen – laut Wanderkarte hätte dort ein Weg sein müssen. Aber es war ausgesetzt, abschüssig und kein Weg zu erkennen. Harald hat noch ein wenig den Gipfel erkundet, während ich meine Atmung in den Griff zu kriegen versucht habe. Erst später haben wir herausgefunden, dass es auch keinen direkten Weiterweg gibt, sondern dass der Weg, der in der Karte eingezeichnet ist, durch ein Stollenloch weiter unten führt und als eigener Klettersteig gekennzeichnet ist (Via Ferrata Luigi Veronesi).
Wir sind dann über den versicherten Nordsteig in die Forcella die Quaire abgestiegen und von dort gings durch einen Schutthaufen zurück zum Wanderweg. Wir assen unsere Jause, genossen den Ausblick auf die Tofanen und wanderten dann den bereits bekannten Weg zurück zum Auto.
Gegen 14 Uhr waren wir dann zurück und überlegten hin und her, was wir jetzt noch tun könnten. Das Wetter für den kommenden Tag war noch einigermassen gut angesagt, wir wollten aber keine weitere Nacht am Pass verbringen – erstens waren unsere Lebensmittelvorräte aufgebraucht und zweitens war eine Dusche mal wieder dringend nötig!
Schlussendlich entschieden wir uns dann aber, nach Hause zu fahren, da ich am Mittwoch mit meinen Eltern liebe, alte Menschen besuchen wollte. Und man muss auch wissen, wann mal genug ist! Ich war sowohl physisch als auch psychisch recht am Anschlag und somit war die Heimreise eine gute Entscheidung – auch wenn es hiess, nochmals sechs Stunden im Auto zu sitzen! Immerhin war die Pizza in Goldrain noch ein schöner „italienischer“ Abschluss und auch der Lagrein vom Walch bekamen wir im vierten Einkaufsladen, den wir aufsuchten!
Manu
| Die südliche Fanesspitze (links) ist schon im Blick. |
| Einstieg in den Klettersteig: anfangs recht schwer und auch kalt. |
| Blick nach Südwesten zur Marmolada und dem Piz Boe. |
| Piz Boe (links) und der Sellastock sowie rechts die Puez-Geisler Gruppe. |
| Blick zur Marmolada - ganz oben gab es ein wenig Neuschnee. |
| Die Tofanengipfel. |
| Zurück am Pass, bevor es wieder zum Auto geht. |
| Ein letzter Blick zum Monte Antelao (links) und den Cinque Torri (Vordergrund) |
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