Montag, 30. November 2020

18.-30.11. - Heimatgenuss - Klettern und Wandern

Schon länger gab es nun keinen Eintrag mehr hier am Blog. Aber da wir nun in der Heimat unterwegs sind, gibt es eigentlich wenig Aufregendes zu berichten - zumindest sind es für uns meist keine neuen Touren oder Regionen, die wir erkunden. Dennoch haben wir aber auch hier in der näheren Umgebung wieder einige schöne Flecken Erde entdeckt, die wir sonst wohl nicht erkundet hätten.

Das Wetter war ja bis Ende November hervorragend und wunderschön warm und stabil. Teilweise keine Wolke am Himmel, schien die Sonne von früh bis spät. Und mit der Inversionswetterlage war es meist auf 2000m wärmer als im Tal herunten - vor allem, wenn es Nebel hatte, dem wir dann entflohen sind.

18.11. - Klettern am Brüggler - Nomis (6b+, 6a 2 pa obl.)

Unsere Klettererfahrung dieses Jahr war überschaubar bis jetzt. Meist haben wir große, sehr ausdauerlastige Touren gemacht mit extrem vielen Höhenmetern. Zudem kam, dass die Boulderhalle im ersten Lockdown zusperren musste und nach der Öffnung wollten wir uns nicht mit den Einschränkungen dort anfreunden (Maske tragen beim Klettern usw.). Deswegen ging es kaum an den Fels. Das sollte sich aber jetzt noch ändern.

Mit den warmen Temperaturen und dem Sonnenschein ist die Südwand des Brügglers genau richtig für den Spätherbst. Der Einstieg der Routen befindet sich auf ca. 1500m, wo es dieser Tage meist um die 10 Grad hatte. Mit der reflektierten Hitze von der Wand und absoluter Windstille konnte man am Brüggler im T-Shirt klettern. Erst beim Ausstieg oben auf ca. 1770m wurde es kühler. Aber dann zog man sich etwas an für den Abstieg.

Für den ersten Besuch dort hatten wir eigentlich die Route "Die Namenlose" geplant gehabt, aber nachdem an einem Mittwoch (unter der Woche also) im November schon 12 Autos am Parkplatz waren, als wir doch recht früh ankamen, war unsere Route belegt. Wir mussten also ausweichen. Da fiel die Entscheidung auf "Nomis". Eigentlich sehr homogen zu klettern ist es lediglich die erste Seillänge, die Schwierigkeiten macht, denn dort geht es kurz über eine plattige Stelle recht ausgesetzt nach oben zum nächsten Haken. Danach ist die Route eigentlich ein Genuss, wenn man dann noch die richtigen Ausstiegsseillängen findet. Ganz oben kreuzen sich einige Routen und ich folgte dort einer falsche Markierung und stand irgendwann am Ende eines Kamins im "Nichts". Kein Haken, nichts mehr. Ich konnte dann aber mit ein paar Schlingen gute Sanduhren fädeln und kam dann doch noch zu einem Stand, der zwar nicht zu unserer Route gehörte, aber wenigstens gebohrt war. 

Hier hatte ich auch einen Schreckmoment und musste mehrmals ein großes Dankeschön nach oben schicken, dass nichts passiert ist. Beim Verhauer löste sich über dem Kamin direkt unter mir ein ganzer Block, auf dem ich stand, und donnerte talwärts. Wie schon gesagt, waren viele Leute in der Wand. Zwei Seilschaften waren direkt unter uns. Eine im Aufstieg, die anderen seilten gerade ab. Zum Glück zerbröckelte der Stein aber sofort und keines der kleinen Teilchen traf jemanden. Puh! Herz in der Hose! Aber gut gegangen. Alle darunter riefen zu uns rauf, dass sie OK seien und nichts geschehen ist. Gott sei Dank!

Der Brüggler.


Manu im Nachstieg.


Standplatz mit Aussicht :-)

Gipfel erreicht.

Aussicht auf den "Zürisee" und das Flachland.

22.11. - Wandern in Oberschan: Alp Stofel und Vormsweg

Um das schöne Wochenendwetter zu nutzen ging es von Oberschan über Torggelbomm und den Trunachopf zur Alp Stofel und über den Vormsweg zurück nach Oberschan. Und dieses Mal waren wir nicht alleine unterwegs, sondern hatten Begleitung :-)

Kurz unter der Alp Stofel


Die "Brändi-Dog-Gang" - schön wars :-)



25.11. - Klettern am Brüggler - Die Namenlose (6a+, 5c obl.)

Wir mussten schon noch zurück an den Brüggler, um "Die Namenlose" zu klettern. Das Wetter war gut und noch immer sehr warm und so ging es erneut in Richtung Glarus und zum Brüggler. Diesesmal konnten wir die Route klettern, die ebenfalls sehr homogen ist und schöne Kraxelei bietet. Ohne Verhauer und sonstige Vorkommnisse ging es direkt zum Ausstieg und nach einer Jause in der Sonne wieder nach Hause.

Blick zum Bockmattli. Die Nordwände haben schon viel Schnee.


Kleiner und Grosser Mythen im Hintergrund.

Gipfel des Brügglers mit dem Säntis und den Churfirsten im Hintergrund.

27.11. - Klettern im Stoss - Sportklettern

Das Klettern hat uns gepackt und so wollten wir nochmals die warmen Südwände auskosten. Heute ging es aber "nur" in den Sportklettersektor im Stoss unter der Familienroute. Aber dort sind die Sportkletterrouten um die 40-45m lang. Nach 6 Routen dort hatten wir unser Pensum für den Tag auch erfüllt :-)
Der Schafberg im Hintergrund.


"Wasserrillenmekka"

Blick zum Rotsteinpass. Links die Antenne des Säntis, rechts der Schafberg.


28.11. - Wandern in Wildhaus - Lütispitz (1.986m) und Neuenalpspitz (1.816m)

Schon lange redeten wir von der Skitour auf die Lütispitz bei Wildhaus (Alt St. Johann). Denn der Gipfel ist in den Führern mit 1.987m (bzw. 1.986m laut Swiss-Topo) angegeben und Manu wollte einmal auf ihrem "Geburtsjahrgipfel" stehen. Nun ging es also als Wanderung dort rauf. Wir starteten recht früh in Scharten und durch den "Böstritt" ging es in fast direkter Linie auf den Lütispitz, wo kurz nach uns die Hölle los war - so viele andere Leute wollten auch das schöne Wetter genießen.

Wir gingen aber wieder runter und überschritten dann noch die Kette hin zum Neuenalpspitz, wo es dann eine ausgedehnte Pause in der Sonne gab, bevor wir uns wieder ins Tal aufmachten, unter den Nebel. 

Die Lütispitz vor uns, nach dem Böstritt.

Die letzten Meter zum Gipfel. Der Säntis im Hintergrund.


Blick in die andere Richtung und zum nächsten Gipfel: dem Neuenalpspitz (links unten in der Kette)

Rückblick zum Säntis, Lütspitz und Schafberg (man sieht auch den Altmann dahinter)

Die sieben Churfirsten (vlnr): Chäserrugg, Hinderrugg, Schibenstoll, Zuestoll, Brisi, Frümsel und Selun


29.11. - Margelchopf vom Berghaus Malbun

Einer der letzten schönen Tage bei uns im November - so oder so. Wir wollten noch einmal über den Nebel raus und aber auch früher zurück sein am Abend, weswegen wir uns für den Margelchopf entschlossen haben. Gestartet sind wir dann früh beim Berghaus Malbun, noch bevor der Massenanssturm begann, den wir schon vermuteten. Nur ein Trailrunner war vor uns am Gipfel. Wir genossen dort lange die Ruhe und die Aussicht in Richtung Churfirsten und Alpstein und stiegen dann ab, als die ersten Nachfolger eintrudelten. 

Für uns ging es dann weiter über die Alp Glanna, wo wir abseits des Weges fast eine Stunde die Sonne und unser Pausenbrot genossen. Über Altsässobersäss und das Scheitenbödeli ging es dann zurück zum Berghaus Malbun, wo mittlerweile der Parkplat komplett voll war. Kein freier Platz mehr! Gut fuhren wir dann Heim zu Kaffee und Kuchen.

Raus aus dem Nebel und ab in die Sonne. Gefühlt 20 Grad wärmer.


Das Ziel in Sicht: der Margelchopf.

Noch alleine am Gipfel. Im Hintergrund die Kreuzberge und der Alpstein. Links die Wand des Schafbergs, die auch schön zum Klettern ist.

Am späten Nachmittag geht es dann halt doch wieder runter unter den Nebel. Aber wir konnten Sonne tanken und sind glücklich.

Montag, 16. November 2020

15.11. – Bike und Hike Helawang (2.000m)

Nach einer erholsamen Nacht im weichen Bett starteten wir gegen 08 Uhr in den Tag. Nachdem wir einige Haushaltssachen erledigt bzw. den Bus fertig ausgeräumt hatten, zog es uns noch einmal in die Berge. Immerhin war das Wetter toll und nicht nur das Berner Oberland ist schön, sondern auch Liechtenstein 😊

Wir stiegen also gegen 10 Uhr auf unsere Bikes und über Bad Vogelsang, Triesenberg und Silum fuhren wir nach Gaflei. Bereits in Silum staunten wir, wie viele Autos dort am Strassenrand standen. Etwas später sahen wir dann auch zum Parkplatz von Gaflei, der total überfüllt war! Viele Leute genossen heute mit uns das schöne Bergwetter.

Wir fuhren mit unseren Bikes bis unterhalb von Bargella auf Punkt 1593, wo wir diese anketteten und dann zu Fuss weiterwanderten. Über den Fürstensteig ging es dann hinauf bis zum Helawang-Spitz. Ursprünglicher Plan wäre der Alpspitz gewesen, aber wir dachten, dass der Helawang wahrscheinlich weniger überlaufen sei als der Alpspitz. So waren dann auch nur drei weitere Personen auf dem Gipfel, auf dem wir dann gemütlich unser Brötchen assen und die schöne Aussicht inklusive Föhnwolken bestaunten. Es war schon leicht windig und wir wollten auch zeitig zurück sein, also packten wir alsbald wieder zusammen und nahmen den Abstieg in Angriff! Immerhin konnten wir kurze Zeit später aufs Bike umsatteln und sausten (wenn nicht gerade ein langsames Auto den Verkehr aufhielt…) hinunter ins Tal!

So kamen bei unserer gemütlichen Abschlusstour doch nochmals 1600hm und 28.5km zusammen!

Schön ischs gsi 😊

Manu

Bekannt aber doch soooo schön: der Fürstensteig.

Geschafft. Blick vom Gipfel zum Alpstein und den Kreuzbergen.

Föhnwolken und Linsenwolken sind auch schön :-)

Blick ins Land: rechts die Falkniskette, der Naafkopf, links der Panüler und die Schesaplana. Links vorne der Schönberg.


Samstag, 14. November 2020

14.11. – Diemtigtal – Überschreitung Wiriehore (2.304m)

Nach der gestrigen Tour planten wir für den heutigen Tag wirklich etwas Kurzes bzw. Entspanntes, denn schließlich waren unsere Beine müde von den letzten zehn Tagen, wo wir im Schnitt 1500 Höhenmeter pro Tag gemacht haben. Das Ziel für den heutigen Tag war das Wiriehore in Mitten des Diemtigtals – ein kleines Seitental im Berner Oberland, das man wohl übersehen kann, aber das jeden Besuch definitiv Wert ist.

Unser Tag startete mit einer Fahrt von Zweisimmen nach Zwischenflüh im Diemtigtal, von wo aus wir unsere Tour machten. Bei Wasserbrügg parkten wir unser Auto und sattelten um auf die Mountainbikes, mit denen es zuerst ca. 300 Höhenmeter nach oben ging zur Alp Underi Heitere. Dort angekommen ging es zu Fuß weiter. Zuerst einer steilen Alpstraße folgend und später querfeldein über die Piste zum Ausgangspunkt unserer Tour – dem Punkt P.1720 auf der SwissTopo Karte. Zumindest war es so in der Tourenbeschreibung zu lesen, dass von dort ein Pfad in den lichten Wald führt, welcher einen zum Einstieg auf den NO-Grat bringt.

Anfangs war da auch ein Pfad, dem wir folgen konnten, doch schon bald verlor sich dieser. Jedoch war das weniger ein Problem, musste man sich einfach einen geeigneten Weg hinauf suchen. Beim Einstieg in den Grat angekommen, aßen wir noch einen Biber und ein paar Nüsse in der Sonne, bevor wir die 400 Höhenmeter am NO-Grat in Angriff nahmen.

Der Aufstieg ist noch teils mit Farbe markiert, jedoch verblassen diese Striche und Punkte immer mehr und man muss etwas danach suchen. Brauchen tut man sie aber nicht, denn verlaufen geht eigentlich gar nicht. Meist in angenehmen Gehgelände, teils etwas kraxelnd kamen wir so rasch höher und somit dem Gipfel entgegen. Vor dem Ausstieg ganz oben hatten wir etwas Angst, sahen wir doch von unten eine Wechte über den Grat ragen. Wir hofften also, dass diese nicht so hoch ist bzw. nicht ganz bis zum südöstlichen Ende des Grates reicht. Wir hielten uns im oberen Teil also etwas links in Richtung Südosten und durchstiegen eine paar steilere Grasflanken und Felspassagen, bevor wir dann ohne Schneekontakt am Gipfel standen.

Wie schon an den Tagen davor waren wir fasziniert von der Aussicht und suchten uns ein Plätzchen, um diese etwas länger genießen zu können. Unser Aufstieg dauerte nur 2:20 Stunden und somit hatten wir genügend Zeit in die Ferne zu schauen. Fast eine Stunde taten wir dies dann auch, bevor wir wieder den Abstieg antraten und über die Alp Wirie zurück zu unseren Bikes gelangten. Mit diesen ging es rasant ab zum Auto, wo wir die Bikes verluden und uns in Richtung Heimat in Bewegung setzten.

Nach dem zehnten Tag in Folge mit traumhaften Bedingungen und super Touren waren wir beide dankbar für all das Erlebte und wollten diese Region des Berner Oberlandes so in Erinnerung behalten. Das angekündigte schlechtere Wetter mit mehr Bewölkung am folgenden Tag war dann mit unter ein Grund dafür, dass wir die Heimreise antraten. Auch brauchten wir einfach wieder mal einen Pausentag und etwas Erholung.

Harald

Blick auf den geplanten Aufstieg: immer links dem Grat entlang folgend bis zum Gipfel.

Blick zurück: hinten ist schon der Thunersee zu erkennen. Rechts die Kette des Niesen.


Ab und zu gabs was zum Kraxeln :-)

Schon weit oben im "Grat".

"Hallo Berner Alpen"


Gipfelfoto mal anders. Links das Stockhorn (freistehend), rechts der Thunersee.

Manu kundschaftet Routen aus ;-)

Freitag, 13. November 2020

13.11. - Lenk - Überschreitung Albristhorn (2.762m)

Unser Tag startete etwas früher als normal, denn wir mussten heute von Gstaad im Saanetal nach Lenk im Simmental fahren und davor unseren Bus enteisen und abreisebereit machen. Was auf der Karte nur durch einen Bergrücken getrennt wird, erweist sich im realen Leben dann als 45-minütige Autofahrt. Wir frühstückten erstmals gemütlich und ließen der Heizung den Vortritt beim Enteisen der Windschutzscheibe, was prima klappte. Ich musste am Ende nur noch Trockenwischen 😊 Die anderen Scheiben waren ebenfalls alle recht beschlagen, aber die wohlige Wärme im Inneren half kräftig dabei, wieder klare Sicht zu bekommen.

Wir fuhren anschließend nach Zweisimmen und zweigten dort nach Lenk ab. Vorbei am schönen Dörfchen St. Stephan ging es immer weiter auf das Wildhorn zu, welches im Talschluss hoch über der Iffigenalp zu sehen ist. In Lenk selbst mussten wir dann noch eine Bergstraße nach oben düsen zur Talstation am Bühlberg. Heute wollten wir es etwas gemütlicher nehmen mit den Höhenmetern und Distanzen, deswegen starteten wir erst auf 1.665m.

Dort angekommen stellten wir zuerst nochmals das Dach vom Bus auf, damit dieses ordentlich in der Sonne austrocknen konnte. Wir zogen uns um und setzten uns dann ca. um 10 Uhr in Bewegung, schon in der wohligen Wärme der Sonne, ich gleich im T-Shirt!

Wir folgten zuerst dem Weg in Richtung Tierberg, einem kleinen Vorgipfel in der Kette des Albristhorns. Von dort weg führt der direkte Anstiegsweg über das Seewlehore und den Vorgipfel des Albristhorns auf den Hauptgipfel von letzterem. Bis zum Tierberg war es schön warm und windstill, doch kaum erreichten wir den Gipfel und den Grat zum Seewlehore, wurde es kalt. Ein recht eisiger Wind zog dort oben von West herein und da wir am Grat gingen, gab es nicht wirklich Schutz davor. Wir zogen also unsere Windstopper an und wechselten die Handschuhe, bevor es weiter zum Gipfel des Seewlehore ging. In einer Senke, etwas hinter dem Grat versteckt, war es dann windstill und wir legten eine Biber-Pause ein.

Frisch gestärkt ging es dann weiter dem Grat entlang zum Seewlehore. Auf dieser Passage überholte uns dann ein Trailrunner, der nur in kurzer Hose und mit leichten Schuhen unterwegs war. Brrrrr und hui, sagten wir da nur. Der Weg an sich führt steil nach oben, doch ist nirgends ausgesetzt oder gefährlich. So erreichten wir recht zügig den Gipfel und machten uns sogleich weiter auf den Weg zum Albristhorn. Der Grat macht von dort weg einen kleinen Schwenk in Richtung Norden und somit trafen wir vermehrt auf Schneereste und kleine eisige Passagen. Absturzgefahr herrscht dort zwar nur gering, aber man muss dennoch vorsichtig gehen, um nicht zu rutschen. Zum Glück waren schon teils gute Spuren im hartgefrorenen Schnee, sodass wir die Stellen gut meistern konnten. Am Vorgipfel des Albristhorns waren dann die Schwierigkeiten gemeistert und wir gingen die letzten Höhenmeter zum Gipfel hinauf. Was für eine Aussicht von dort oben. Die hohen Berge des Berner Oberlandes sind dort zum Greifen nahe, vor allem bei dieser klaren kalten Luft.

Der Wind war auch am Gipfel noch lebhaft und so stieg ich etwas in Richtung Nordosten ab, von wo eine Spur zum Gipfel heraufführte. Schon kurz unter dem Gipfel war es dann windstill und ich konnte die Sonne genießen und Fotos machen. Manu zögerte noch, meinte sie doch, die Stelle sei ihr zu steil und sie hätte keinen Halt im Schnee. Nach guter Zusprache folgte sie dann doch und wir standen schön windgeschützt dort und genossen die Aussicht. Die Jause wollte sie nicht hier am Gipfel essen, denn erstens hatten wir keinen guten Platz zum Sitzen und zweitens mussten wir noch den eisigen Grat zurück zum Seewlehore, und das machte Manu etwas Angst. Wir besprachen uns am Gipfel lange, was wir nun tun sollten. Vom NO-Grat rauf zieht ein Aufstiegsweg, in dessen Spuren wir gerade standen. Und weiter unten am Grat sahen wir Leute, die gerade im Aufstieg waren. Der Weg war also machbar. Nur war der Abstieg über den NO-Grat mit einem Abstieg bis ins Tal bei Adelboden auf ca. 1500m verbunden und somit einem Gegenanstieg von mehr als 450 Höhenmeter. Eigentlich wollten wir ja heute etwas kürzer treten und nichts Großes machen, aber der Rückweg war anscheinend blöder als der Abstieg über den NO-Grat, wo gute Spuren vorhanden waren. Und zum Glück hatte ich am Morgen noch sicherheitshalber den Pickel auf den Rucksack montiert und das kurze Seil mitgenommen. Ausgerüstet waren wir also – lediglich Steigeisen hatten wir keine dabei, aber diese waren auch nicht wirklich notwendig, kamen doch einige von unten auch ohne diese rauf, nur mit Pickel „bewaffnet“.

Wir entschlossen uns also für die Überschreitung und stiegen ab. Etwa 100m unter dem Gipfel fragten wir dann den ersten Aufsteiger nach den Bedingungen: gut machbar, vor allem mit Pickel, kein Problem im Abstieg. Wir setzten also den Abstieg fort und trafen noch auf ca. zehn andere Bergsteiger, die uns entgegenkamen, nur manche davon überhaupt mit Pickel. Der Abstieg war dann problemlos machbar und wirklich deutlich weniger gefährlich als der Rückweg über den Grat zum Seewlehore. Im Sattel des Furggeli, wo sich der Wanderweg dann gen Süden wendet, machten wir Pause, versorgten das Seil und den Pickel und genossen die wärmende Sonne und die Aussicht.

Von dort führte dann ein normaler Wanderweg ab ins Tal bis nach Aebi auf ca. 1500m. Diesen Weg meisterten wir flott und standen schon bald unten an den Liftstationen, nur Lifte fuhren heute keine. Wir mussten den Gegenanstieg selbst machen, doch bevor dies geschah, aßen wir das zweite Jausenbrot (warum auch immer wir genau heute pro Person zwei Brote dabei hatten :-P). Der Gegenanstieg war dann etwas mühsam – zumindest für mich – zog er sich doch ewig dahin bis auf über 2000m. Von der Bergstation der Lifte dort mussten wir dann noch dem Wanderweg bzw. der Piste entlang wieder ab auf die andere Seite zum Bühlberg, wo wir beide geschafft aber glücklich um 16:30 wieder beim Bus eintrafen. Anstatt der ca. 1200 Höhenmeter sind es dann doch 1780 Höhenmeter und 20,5km geworden. Was für eine Tour! Anders als geplant, aber definitiv lohnend. Beide waren wir glücklich, dass wir nicht den Weg zurück über den Grat genommen, sondern die Überschreitung gewählt hatten.

Da es schon etwas später war entschlossen wir uns, wieder auf den bekannten Camping nach Zweisimmen zu fahren. Während Manu telefonisch nachfragte, ob noch Platz vorhanden sei, packte ich unser Zeug ein und los ging es wieder nach Zweisimmen – zum Abendessen, denn hungrig waren wir beide!

Harald

Start bei traumhaft schönem Wetter und Ausblick auf die Wildstrubel-Gruppe.

Der Grat noch vor uns: Blick vom Tierberg auf das Seewlehore und das Albristhorn.

Hier war es windgeschützt und wir nutzten die Gelegenheit gleich für einen Biber ;-)

Das Seewlehore (2.467m)

Der weitere Grat vom Seewlehore zum Albristhorn. Hinter dem Vorgipfel war dann auch noch Schnee und Eis zu finden.

Am Gipfel angekommen und eine traumhafte Aussicht vorgefunden :-)

Rückblick auf den Grat vom Seewlehore zum Vorgipfel des Albristhorns. Dort war es teils eisig.

Auch wenn schon so oft gesehen in den letzten Tage, fad wird das nie :-)

Der Abstieg vom Albristhorn war gut machbar, dank der guten Spur.


Blick vom NO-Grat zum SW-Grat des Albristhorns.

Im Schatten lag einiges an Schnee, der aber gut gehbar war.

Rückblick auf den NO-Grat.

Blick aus dem Sattel auf die hohen Berner Alpen. Ciao für heute!

Im Abstieg schon fast im Talboden bei Aebi.

In der Mitte das Albristhorn. Links der gesamte Grat des Aufstiegs, rechts alles runter, um den kleinen Gipfel herum und bis ins Tal.

Endlich am Pass angekommen. Ein letzter Blick zurück auf die hohen Berge, bevor die Sonne ganz weg ist.

17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...