Mittwoch, 6. November 2024

06.11.2024 - Hiroshima

Nach einem guten Frühstück im Hotel legten wir die 2km bis zum Bahnhof in Osaka zu Fuß zurück. In etwa 20 Minuten standen wir dort und schlugen den Weg zur JR Linie nach Shin-Osaka ein. Von dort konnten wir dann den Shinkansen nach Hiroshima nehmen. Viel zu schnell waren wir letzten Endes in Shin-Osaka und so mussten wir etwas auf unseren Zug warten.

Um 9:50 fuhren wir dann los. Osaka und Hiroshima trennen etwa 330km - mit dem Auto in ca. 4h10min zu schaffen. Der Shinkansen schafft die Strecke in ca. 1h20min, indem er mit etwa 300km/h dahinbrettert 😵‍💫. Da kommt man mit dem Schauen kaum mit, so schnell flitzen da die Häuser vorbei.

Kurz nach 11 Uhr waren wir in Hiroshima,  einer Stadt, die traurigerweise eigentlich weltbekannt ist. Hiroshima ist mit 1.2 Mio. Einwohnern fast ein Dorf gegen Osaka mit 2.7 Mio. Einwohnern. Gestartet sind wir zuerst in Richtung Shukkeien Garten, einer japanischen Gartenanlage, die man besichtigen kann. Extrem gepflegt, mit Teich in der Mitte und Koi-Karpfen drinnen. Drumherum wächst alles mögliche, inkl. Bambus.
Von dort gings dann weiter zum Schloss von Hiroshima, ursprünglich 1590 gebaut, neu aufgebaut etwa 1958. Einige Grundmauern dort sind noch original, aber das meiste wurde komplett zerstört, liegt das Schloss doch nicht weit von der Abwurfstelle der ersten eingesetzten Atombombe entfernt.

Am Weg zum Aromic Bomb Dome holte sich Manu an einem Tempel noch ein Orakel, und dann gings am modernen Fußballstadion vorbei, wo wir eine Kaffeepause einlegten - es war schon wieder fast 13 Uhr.

Etwa 1km südlich vom Stadion erreicht man dann diesen geschichtsträchtigen Ort, wo nur noch die Ruinen der ehemaligen Industrie-Ausstellungshalle am den 6. August 1945 erinnern. Das einzige Mauerwerk, dass die Detonation der Atombombe in ca. 600m Höhe über Grund überlebt hat, weil die Bombe fast senkrecht darüber war, und somit die Druckwelle nicht seitlich auftraf. Etwa 70.000 Menschen starben dort innert weniger Sekunden bzw. Minuten danach! Weitere 70.000 etwa noch im selben Jahr an den Folgen. Und viele weitere Tausende in den Jahren darauf 😢.

Der Peace Park erinnert an all die Opfer. Dort finden sich noch eine Friedensglocke sowie ein Friedensfeuer und Springbrunnen. Gemeinsam mit uns schauten sich tausende Schüler all diese Sachen an, wahnsinn. Überall nur Schulklassen, alle in Schuluniform.

Nach all diesen bewegenden Sachen gingen wir zuerst nach Westen weiter, um auf die kleine Insel Itsukushima zu gelangen. Den Plan verwarfen wir aber, als wir realisierten, wie weit das ist 🤣. Wir gingen dann auf die andere Seite in Richtung Hijiyama Park, den wir dann unsicher machten. Vorbei am Musuem für zeitgenössische Kunst, direkt in die Manga Bibliothek von Hiroshima. Ich wusste nicht, wie viele Mangas es gibt. Wahnsinn.

Manu war dann etwas unzufrieden. Es war erst 16 Uhr und wir hatten noch 3 Stunden, bis der Zug nach Osaka zurückfuhr. Also wollte sie noch was sehen. So suchte sie nach Tempeln und Schreinen und fand auch was. Nördlich vom Bahnhof. Also bewegten wir uns flotten Schrittes nach Norden, durch den Bahnhof durch und dahinter zu diesem Schrein hoch. Fast pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir dort. Diesen erlebten wir dann bei der Stupa, von wo aus man einen schönen Blick über die Stadt hat.

Als sich unsere Mägen meldeten, gings wieder runter und noch flotteren Schrittes in Richtung Hondori - der Einkaufs- und Restaurantmeile von Hiroshima. Nun mussten wir etwas auf die Tube drücken, hatten wir doch nicht mal mehr eine Stunde Zeit, bis der Zug ging, und 20 Minuten retour zum Bahnhof würden wir auch noch brauchen - mindestens.

Und wie so oft, wenn man ein Restaurant sucht, findet man keines, was passt. Wir hatten Lust auf Sushi und fanden einfach nichts. Nach der x-ten Querstraße machten wir kehrt und gingen zurück, um beim Bahnhof was zu suchen. Wir machten aber noch ein paar Schlenker links und rechts und fanden dann ein einladendes Lokal. Sushi Zanmai 🤭. Bilder sahen ansprechend aus, Kreditkarte wurde akzeptiert, also rein. Wir bestellten dann mit Hilfe der Kellnerin ein Sushiset und noch 18 Maki dazu. Automatisch gabs Matchatee dazu. Und innert weniger Minuten hatten wir unsere Bestellung am Tisch. Wahnsinn. Und wie lecker 🤗. So war die Bestellung auch innert kurzer Zeit weg, wir zahlten und machten uns auf den Weg zum Zug.

Den Rückweg kannten wir jetzt und eine grüne Welle bei den Ampeln half uns, dass wir um 19 Uhr am Bahnsteig standen und noch auf den Zug warten mussten. Dann zischten wir wieder mit 300 km/h zurück nach Osaka, wo wir uns noch kurz ins Getümmel in Umeda warfen, um eine Nachsspeise zu ergattern.

Müde, aber zufrieden, legten wir noch die letzten 2km zurück, bevor wir beim Hotel ankamen. Ca. 22km in Hiroshima und nochmals 4km in Osaka 😝. Fehlen nur die Höhenmeter.

Harald



Koi-Karpfen




Der Atomic Bomb Dome.



Denkmäler im Peace Memorial Park.




Schöne Stimmung zum Sonnenuntergang.


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