Dort wartete um 8 Uhr das Frühstück auf uns, welches heute prinzipiell gleich wie gestern, aber doch deutlich anders war. Es gab zB Krautsalat mit Bohnen, Fischkuchen, gekochten Fisch und eine extrem salzige Suppe. Geschmacklich alles okay und essbar, aber doch gewöhnungsbedürftig. Manu meinte schon, drei Tage traditionell japanisch Frühstücken reichw ihr dann 🤣. Mit der zweiten Portion Reis, die ich heute angefragt hatte, war es dann aber ausreichend, fast ein Frühstück für Champions 🤪.
Gesättigt und frohen Mutes starteten wir dann in den restlichen Tag. Entlang des Kamo Flusses ging es erst gen Norden, bis wir zum Imperial Palace kamen, also dem ehemaligen Kaiserpalast, auch Kyoto Gyoen National Garden genannt. Schon auf der Karte ein großer grüner Flecken, ist dieser "Garten" in Natur riesig, etwa 1.5 x 1km. Alleine die Mauern des Kaiserpalastes, der sich im Garten befindet, sind 450m x 250m, also 11ha groß 😵💫.
Wir gingen zum Haupttor des Kaiserpalastes und waren erstaunt, dass so wenig los war. Und noch mehr wunderte uns, dass kein Eintritt zu zahlen war. Jeder Besucher bekam eine Karte mit Nummer (479 und 480 für uns), wohl damit sie wissen, wie viele Personen gerade drinnen sind. Danach darf man den Palast besichtigen. Der Palast war von 794 bis 1869 offizieller Sitz der Kaiser von Japan, also fast 1100 Jahre! Erst danach wurde Tokio Hauptstadt von Japan.
Vorbei am Okurumayose und dem Shinmikurumayose (den beiden Kutschenverandas, wo Gäste ankamen), gings zu den Wartesälen (den Shodaibunomas). Je nach Rang gabs verschiedene Wartezimmer. Den eigentlichen Thron konnten wir nicht sehen, da dieser jetzt in Tokio steht. Eindrucksvoll war aber auch die Größe der Zeremonienhalle, dem Seiryōden. Zum Schluss erblickt man noch die Schlafgemächer der Kaiser, bevor es dann durch den Garten wieder raus geht. Fazit: definitiv sehenswert und eindrucksvoll, vor allem wegen der Größe und Konstruktionen.
Wir wollten noch den Sento und Omiya Palast anhängen, mussten aber feststellen, dass dort bereits alle Tickets vergeben waren. Dadurch, dass diese zwei Paläste noch teilweise von der Kaiserfamilie bewohnt werden, wenn sie auf Besuch ist, benötigt man fix reservierte Tickets und man kommt nur mit einem japanischen Führer rein und muss über 18 Jahre alt sein 🤔.
So bewegten wir uns weiter in Richtung Nijo Schloss. Am Weg dorthin legten wir eine Kaffeepause ein und orientierten uns etwas, was wir noch anschauen wollten. Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Schloss, wo wir dann die äußere Anlage anschauten. Das Ticket für den Tempel bzw. die Räumlichkeiten sparten wir uns. Im Vergleich zum Kaiserpalast war deutlich mehr los, was uns wunderte, musste man hier doch zahlen und sah eigentlich deutlich weniger eindrückliche Dinge. Naja, soll so sein 🤭.
Der letzte Programmpunkt des Tages, wir hatten schon wieder um die 15km gemacht, sollte der Tōji Tempel sein, der etwa 3km südlich von uns war. Mit den 4km Weg zurück zum Ryokan also wieder ein langer Tag 🤣. Am Weg dorthin gingen wir dann am Nishi Hongwanji Tempel vorbei, dessen Tore offen waren, also machten wir noch diesen Abstecher, der sich wirklich lohnte.
Der Tempel ist von Anhängern der Jodo Shinshu Buddhisten, deren Ursprung von Shinran Shonin, dem Gründer, bereits 1173 gelegt wurde. Die zwei riesigen, und ich meine riesig, Hallen wurden 1636 bzw. 1760 neu erbaut und gehören zum nationalen Stolz Japans. Der Goeido Tempel (http://english.higashihonganji.or.jp/tour/foundershall/) ist bis heute eines der größten hölzernen Bauwerke Japans. Sehr eindrücklich. 76m lang, 58m breit und 38m hoch. Japanische Holzbaukunst vom Feinsten!
Auch die Außenbereiche sind hier sehr schön und wie der Tempel frei zugänglich. Das Karamon Tor auf der Westseite ist verziert mit bunten Tieren, vergoldet und wurde 1994 zum UNESCO Weltkulturerbe. Wunderschön.
Nach all diesen Eindrücken, den Einblicken in den Tempel und dem Verfolgen einer Zeremonie fragten wir uns, warum wir denn überhaupt das Nijo Schloss angeschaut hatten bzw. warum die anderen, weniger schönen Tempel denn so überlaufen sind. Hier waren ganz wenige Touristen.
Um also unsere Runde noch abzuschließen, gingen wir noch weiter zum Tōji Tempel, der nun nicht mehr so weit entfernt war. Dort warteten wieder hunderte Touristen auf das Ticket. Den Turm, das Wahrzeichen dort, sieht man aber auch so. Wir schauten uns diesen an, machten ein paar Fotos, und verließen die Anlage mit Ziel Kyoto Bahnhof wieder.
Da unser Rückweg noch weit war und wir schon genügend Kilometer abgespult hatten, entschieden wir uns, mit dem Bus abzukürzen. Dieser war gerade an der Haltestelle und so kamen wir in etwa 15 Minuten zurück und mussten nur noch die letzten 5 Minuten zu Fuß hinter uns bringen.
Abends besuchten wir dann wieder das hauseigene Onsen, bevor es zum Abendessen ganz in der Nähe ging. Sehr lecker wars: Deep Fried Chicken auf Reis sowie gebackene Teigtaschen.
Jetzt haben wir noch die letzte Nacht im Ryokan vor uns, bevor wir morgen weiter in die Region rund um den Mount Fuji reisen.
Harald





















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