Donnerstag, 7. November 2024

07.11.2024 - Himeji

Erneut klingelte der Wecker um 07:30 Uhr und riss mich aus meinen Träumen. Der Kaffee beim Frühstück vertrieb dann aber die Müdigkeit. 

Gegen 8:45 Uhr stiefelten wir wieder los zur Osaka-Station. Mittlerweile kennen wir ja den Weg, aber diesmal gings den letzten Kilometer im Untergrund. Zum Glück ist alles gut angeschrieben! Von Osaka-Station gings nach Shin-Osaka, wo wir gegen 09:20 Uhr ankamen. Unser Zug, in dem wir reservierte Sitze hatten, fuhr erst gegen 10 Uhr. So disponierten wir kurzerhand um und stiegen in den Shinkansen ein, der um 09:30 Uhr fuhr. Die ersten drei Waggons (von 16) sind immer für non-reserved seats. Und wir hatten auch Glück, es war wenig los, darum fanden wir auch gut Sitzplätze.

Nach nur 25 Minuten erreichten wir den Bahnhof von Himeji. Aus zeittechnischen Überlegungen hatten wir beschlossen, erst den Mount Shosha zu besteigen und uns anschliessend die Burg anzusehen. Für den Mount Shosha mussten wir erst noch mit dem Bus ca. 30 Minuten hinfahren. Wir erkundigten uns kurz in der Touristeninfo, wo der Bus fährt und wie das mit dem Ticket läuft. Die Dame schickte uns zum Busoffice neben dem Busterminal. Bus Nummer 10. Gut, hatten wir nachgefragt, die letzte Info, die wir hatten (aus dem Internet), war nämlich Bus Nummer 8. 

Beim Busoffice konnte man uns dann nicht weiterhelfen, hiess es dort, man könne nur das Kombiticket Bus + Gondelbahn lösen - wir wollten jedoch zu Fuss auf den Berg (der ganze 371m hoch ist) gehen. Wir müssten das Ticket im Bus lösen. Wir erwischten grad noch so den 10:15 Uhr Bus und wollten also das Busticket beim Fahrer lösen. Zuerst hat er uns ignoriert. Harald hat versucht, mit ihm zu kommunizieren. Er sprach aber kein Englisch. Irgendwann hat er einen Block zur Hand genommen und ein Männchen gezeichnet, das den Bus verlässt. Gleichzeitig sagte er "Out"! Wir verstanden das so, dass wir aussteigen müssen, hatten wir ja kein Ticket dabei. Wie stiegen also beim nächsten Halt aus, welcher grad beim Himeji-Castle war; zwei Haltestellen, nachdem wir eingestiegen waren 🙈. Bezahlen mussten wir pro Person 210 Yen, circa 1.50 CHF. Als der Bus weiterfuhr, fiel dann der Groschen - man bezahlt, wenn man aussteigt! Darum auch das gezeichnete Männchen, das den Bus verlässt 😅

So wurde unser Plan wieder kurzfristig geändert, standen wir nun eh direkt vor der Burg. Die jetzige Burg wurde um das Jahr 1600 gebaut und wurde 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe anerkannt. 
Von 2010 - 2015 wurde sie restauriert, seitdem strahlt sie wieder in reinem Weiss!

Die Hauptburg hat oberirdisch sechs Stockwerke, die alle von innen bestiegen werden können - die Schuhe mussten dafür ausgezogen und in einem Plastiksack mitgetragen werden. Die Stockwerke sind spartanisch eingerichtet, sprich in den Räumen ist praktisch nichts. Je weiter es hinaufgeht, desto enger und steiler werden die Holztreppen. Ganz oben befindet sich ein kleiner Schrein. Leider waren mit uns ganze Menschenmassen unterwegs und wir mussten uns in die Schlange stellen, um wieder runterzukommen. Vor uns war eine Schulklasse mit vielen kleinen Kindern - die werden so um die sechs Jahre alt gewesen sein. Bei denen ging auch alles etwas länger. Und überholen war erst möglich, als wir die Hauptburg verlassen hatten. 

Anschliessend sind wir noch in die westliche Burgmauer rein - dort wurde noch einiges über die Geschichte und Bauweise der Burganlage erzählt. Zum Beispiel wurde die Burg aus Holz gebaut und steht auf einem Fundament aus Erde und Stein. Die Burg selbst besteht aus einer komplexen Konstruktion aus Pfosten und Balken.

Schliesslich hatten wir uns genug mit der Geschichte der Burg auseinandergesetzt und es ging weiter in den Koko-en Garten, der ganz in der Nähe der Burganlage liegt. 
Verwöhnt vom gestrigen Shukkeien-Garten waren wir ein wenig enttäuscht von der Schlichtheit. So verweilten wir nur kurz und erwischten anschliessend den 12:20 Uhr Bus zum Shosha Mountain. Nun wussten wir ja, wie das mit dem Bezahlen funktioniert 😅.

Wir waren praktisch die einzigen Touristen, die an der Endhaltestelle ausstiegen und wirklich die einzigen, die den Aufstieg zu Fuss in Angriff nahmen und nicht mit der Gondel hinauffuhren. 
Wir hatten kurz Anfangsschwierigkeiten, den Wanderweg zu finden, aber dann gings zügig hinauf - waren ja auch nicht besonders viele Höhenmeter zu überwinden. Die Beine waren dennoch schwer von den Vortagen 🙈.

Nach gut 45 Minuten erreichten wir den Eingang zu den über 1000 Jahre alten Engyoji-Tempelanlagen. Wir bezahlten die Eintrittsgebühr von je 500 Yen und dann gings an vielen Statuen vorbei hinauf zum Niomon-Eingangstor. Anschliessend folgten wir dem Weg zum Maniden-Tempel. Wir sahen nämlich auf der Karte, dass es dort etwas zu essen gibt, was dann auch so war. Leider wurde nur Barbezahlung akzeptiert und wir waren bereits knapp bei Kasse, mussten wir ja auch noch die Rückfahrt des Busses miteinberechnen. So gabs für jeden für uns nur ein Daifuku-Mochi, also einen japanischen Reiskuchen mit roter Bohnenpaste. Besser als nichts - und lecker wars auch noch! 

Frisch gestärkt ging unsere Sightseeing-Tempeltour weiter. Wir erreichten dann die 'Drei Hallen', also den Daikodo-, den Jogyodo- und den Jikido-Tempel, die Berühmtheit erlangt hatten, da sie zur Filmkulisse des Last Samurais gehörten. Wirklich eindrücklich, wie diese Tempelanlagen gebaut worden sind! Sie hatten zum Beispiel viereckige Nägel. Heute ist es ein Problem, dass es kaum noch Leute gibt, die die damalige Handwerkskunst beherrschen. Die Tempel wollen ja auch restauriert werden, aber dafür braucht es Männer (oder auch Frauen) vom Fach! 

Schliesslich hatten wir genug Tempel für heute gesehen. Wir wanderten wieder den Berg hinunter. Wir wählten einen anderen Weg, den ich auf einer Onlinekarte gefunden hatte. Ich dachte, es sei ein Wanderweg, stattdessen war es mehr ein Forstweg, der gegen unten hin richtig steil wurde! Immerhin kamen wir so schnell vom Fleck und waren zwei Minuten, bevor der Bus fuhr, wieder am Ausgangspunkt. Mit dem 15:50 Uhr Bus gings dann zurück zum Bahnhof, wo wir uns in den Starbucks setzten. Diesmal war unsere Auswahl besser (White Mocha Macadamia für mich und Kamillentee für Harald 🙈) und dazu einen kleinen Snack.

Um 17:11 Uhr fuhren wir mit dem Shinkansen zurück - diesmal auf unseren reservierten Sitzplätzen. In Shin-Osaka wechselten wir nochmals ein wenig Geld, damit wir wieder flüssig sind, und dann gings zum Kama Sushi Restaurant. Ich hatte im Starbucks nach einem guten Sushi Restaurant gegoogelt und hatte mich dafür entschieden. Und wir sollten es nicht bereuen! 

Die Location zu finden war trotz Google-Maps gar nicht so einfach, aber dann hats doch geklappt. Das Restaurant besteht aus zwei Stockwerken und es hat mehrere 'Köche'. Jeder Koch ist für maximal sechs Gäste zuständig, welche direkt zusehen können, wie das Essen zubereitet wird. Man sitzt wie an einer Bar nebeneinander. Und vor einem liegen die ganzen Fische in der Auslage und warten darauf, verarbeitet zu werden. Der erste Stock war bereits voll, aber im zweiten gabs noch Platz. Mit der Zeit waren aber auch die Plätze vergeben und es gab eine längere Warteschleife. Wir hatten also Glück mit unserem Zeitmanagement. Es waren hauptsächlich Japaner in dem Restaurant, wir waren die einzigen Europäer!

Wir starteten unser Abendessen mit Sashimi (roher Fisch). Es war das erste Mal für mich, dass ich Sashimi gegessen habe. Aber wo gibt es einen besseren Ort dafür als hier in Japan? 
Anschliessend gabs noch Sushi und Maki - ebenfalls sehr lecker! Das Essen war etwas teurer als am Vortag, aber jeden Yen wert!

Danach machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Auch dieser Tag hat uns wieder sehr geschlaucht, auch wenns wohl "nur" 20 Kilometer waren. 

Nun gehts auch schon ins Bett - morgen werden wir uns dann mal weiterbewegen!

Manu

























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