Heute sollte es einmal wieder ein Bike and Hike geben – direkt vom Campingplatz aus auf den knapp 2250m hohen Rötelstein (auch Rettenstein genannt), den wir bereits in den letzten zwei Tagen ausgiebig bewundert hatten. Da der Wetterbricht mögliche Gewitter im Verlaufe des Nachmittags ansagte, standen wir bereits um 06:30 Uhr auf.
Um 07:45 Uhr stiegen
wir auf unsere Bikes – erst ging es die Mautstrasse in Richtung der
Dachsteinbahn hoch, auf gut 1500m zweigten wir aber zur Jagahofalm ab. Über Forststrassen
und Wanderwege ging es hoch und runter, bis wir nach gut 1h15min die Bachlalm
auf 1490m erreichten. Dort ketteten wir unsere Bikes an und machten uns auf den
Weg zum Rötelstein. Zügig legten wir die ersten 400 Höhenmeter bis zum
Sulzenhals zurück, von wo aus eine „alpine Route“ auf den Rötelstein führte.
Tatsächlich mussten wir teilweise die Hände zur Hilfe nehmen, um ein paar
Felsblöcke zu überwinden. Der Weg ging recht steil und stetig nach oben und
bereits kurz nach 10 Uhr erreichten wir den Gipfel. Noch einmal konnten wir
unsere Blicke über die Bischofsmützen, den Hohen Dachstein und alle weiteren
Berge schweifen lassen. Die Luft war jedoch nicht mehr so klar wie am Vortag
und vor allem über dem Hochkönig türmten sich bereits die ersten Wolken auf.
Nach einer Pause von
etwa einer halben Stunde setzen wir unseren Weg fort. Dem Grat entlang ging
unsere Wanderung weiter, teilweise ausgesetzt, teilweise schuttrig, aber
wunderschön und mal wieder viel zu warm für diese Jahreszeit! Erst ging es über
die Ahorneggalm fast 700 Höhenmeter runter. Dann folgten wir einem gemütlichen Wanderweg,
der uns über Haidegg und Neuhaus führte. Schliesslich folgte der Gegenanstieg –
gut 400 Höhenmeter mussten wir zurücklegen, um das Nösslerriedel zu erreichen. Wir
schnauften erleichtert auf, als wir diesen Punkt erreicht hatten – denn danach
ging es nur noch 15 Minuten runter zur Bachlalm.
Dort gönnten wir uns
einen Holundersaft, den wir fast im Stehen trinken mussten, da alle Bänke von
Pensionisten belegt waren, die von einem Wanderbus hergebracht wurden. Das Dachstein-Massiv
war bereits in den Wolken, aber ansonsten war das Wetter weiterhin sehr
freundlich. Da wir heute ein wenig früher beim Camping sein wollten, setzten
wir uns nach der kurzen Pause auf unsere Bikes und fetzten die kurze
Mautstrasse runter, bis wir bei der Landstrasse angelangten. Dort entschieden
wir, Richtung Filzmoos zu fahren, um nur ein kurzes Stück auf dieser engen,
teilweise schlecht einsehbaren Strasse fahren zu müssen, um anschliessend auf
der ausgeschilderten Mountainbike-Strecke zurück zu unserem Camping zu gelangen.
Als wir durch Hachau
fuhren, stoppten wir kurz. Harald schaute auf seiner App nach und sah, dass man
bereits hier über eine Forststrasse auf den Bikeweg gelangen konnte. Also los! Rasant
ging es den Forstweg runter, der immer schlechter befahrbar wurde und dann
plötzlich im Nichts endete – nicht so, wie auf der App angegeben! Es herrschte
Ratlosigkeit – schliesslich schauten wir auf der offiziellen ÖAV Wanderkarte,
die wir dabeihatten, nach. Und siehe da, der Weg führte tatsächlich ins Nichts.
Nur gibt es weiter unten eine weitere Strasse, und die App hat die beiden
Strassen einfach zusammengelegt. Pech für uns – also hiess es, die 100 Höhenmeter
wieder hochzustrampeln! Anschliessend folgten wir der Landstrasse, bis wir dann
in die Bikeroute einbiegen konnten! Es waren dann nochmals 300 Höhenmeter und
einige Kilometer zu bewältigen, bis wir dann endlich zurück beim Campingplatz
waren! Dort gönnten wir uns nur eine kurze Pause, ehe wir noch nach Ramsau
radelten, um für das Abendessen einzukaufen. Im Anschluss lagerten wir unsere
Beine nach diesen gut 2200 Höhenmeter hoch und freuten uns auf den folgenden
Pausentag.
Und apropos Wetter - es
war 17 Uhr, als wir den ersten Donner hörten, aber weitere drei Stunden vergingen,
ehe auch bei uns auf dem Camping die ersten Tropfen fielen!
Manu
| Blick in die Dachstein Südwand und das Dreigestirn Torstein, Mittler Spitz und Hoher Dachstein (vlnr) |
| Der Aufstieg zum Sulzenhals. Rechts der Windlegerspitz. |
| Bekannte Berge vom Vortag, heute aber schon leicht dunstig. |
| Ach was? |
| Am Gipfel des Rötelsteins mit dem Dachstein im Hintergrund. |
| Der Abstieg erforderte nochmals Konzentration. |
| Die ersten Wolken kommen, und wir satteln wieder um auf das Bike. Tschüss Bischofsmütze. |
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