Sonntag, 17. November 2024

Fazit Japan

Manu


Japan ist wirklich ein faszinierendes Land. Als wir uns entschieden, nach Japan zu fahren, wollten wir hauptsächlich in die Kultur eintauchen - Wandern bzw. die Natur stand an zweiter Stelle. Ziemlich schnell merkten wir aber, dass wir nach einem vollen Stadttag die Natur brauchten. Und auch, dass viele Japaner gerne der Grossstadt entfliehen und gut ausgebaute Wanderwege ebenfalls recht gefüllt sind.

Allgemein waren wir ein wenig gefordert oder teils auch überfordert von den Touristenmassen, die unterwegs waren. Unter der Woche waren zudem noch riesige Schulklassen unterwegs, der Rest waren zu 95% asiatische Reisende. Mit dem Ausmass hätte ich nicht gerechnet gehabt!
Ich hätte auch nie gedacht, dass ich um 06:50 Uhr aufstehe, um noch vor dem Frühstück einen Tempel anzuschauen, nur, um den Massen zuvorzukommen! Apropos Tempel - die machen ja einen grossen Teil der japanischen Kultur aus. Aber nach dem x-ten Tempel konnte und wollte ich auch keine mehr sehen!

Das Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war ziemlich einfach. Für die ersten fünf Tage hatten wir den JR-West-Pass für 105€ pro Person gelöst gehabt. Damit konnten wir in Osaka mit den JR-Lines fahren, nach Hiroshima und Himeji mit dem Shinkansen und mit dem Local-Express nach Kyoto. Die Linien sind super angeschrieben, jede Station hat zusätzlich zum Namen noch eine Nummer.

Von Kyoto in die Fujikju-Highlands gings erst mit dem Shinkansen (ca. 65€ pro Person) und dann weiter mit dem Highland-Express-Bus (ca. 15€ p.P.). Von dort nach Tokyo gings wieder mit dem Highland-Express-Bus für 12€ pro Person. Die Regionalbusse/züge sind recht günstig, nur der Shinkansen ist teuer. Es ist aber ein Erlebnis, mit 300km/h durch die Landschaft zu sausen! Und teilweise brettert er mit 200km/h durch den Bahnhof durch. Die Gleise sind aber top gesichert!
In Tokyo selber haben wir uns ein U-Bahn-Ticket für 48h (ca. 7 € p.P.) gekauft. Damit sind wir super von A nach B gekommen und es war überhaupt nicht kompliziert!
Alles in allem haben wir aber auch zu Fuss viele Kilometer gemacht. Meistens waren es zwischen 20 und 25 Kilometer, die wir zurückgelegt haben. Das waren richtig anstrengende Tage, obwohl wir uns laufen ja gewohnt sind, aber eben nicht so! Erst in Tokyo wurde es dann ein bisschen weniger!

Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Geregnet hat es nur am Ende in Tokyo. Zu Beginn war es hin und wieder bewölkt, aber immerhin trocken. Auch war es immer so um die 15 - 20°C.

Osaka, Hiroshima und Himeji würde ich wohl wieder so machen. Nach Kyoto würde ich einen Tagesausflug von Osaka aus machen. Dort hatte es mit Abstand am meisten Touristen! Die Region um Kawaguchiko ist wunderschön, aber das wissen auch alle anderen 🤪. Zwei Tage Sightseeing in Tokyo war für mich auch ausreichend!

Unsere Wanderungen waren eher ernüchternd - da die Berge, auf die wir gingen, nicht so hoch war, waren sie fast durchgehend bewaldet. Das heisst, Aussicht gabs praktisch keine, ausser es hatte eine Plattform. Immerhin waren wir im November und hatten schöne Herbstfarben!

Allgemein ist Japan ein sehr sauberes Land - und das, obwohl es keine öffentlichen Mülleimer gibt! Seinen Müll nimmt man mit nach Hause und entsorgt ihn dort. Erst in Tokyo waren die Strassen nicht mehr so sauber. Dort war es auch das erste Mal, dass wir Obdachlose gesehen haben. Wir haben uns aber immer sehr sicher gefühlt, auch abends.

Ich habe auch die Toiletten cool gefunden - erstens gibt es überall kostenlose Toiletten. Und viele haben Sitzheizung integriert und eine Po- bzw. Intimdusche 😄. Teilweise konnte man auch Toilettengeräusche (also Wasserspülung) dazuschalten, wenn man es diskret haben wollte 😅.

Das japanische Essen hat uns ebenfalls gut geschmeckt. Wir haben mehrmals Sushi/Sashimi/Maki gegessen - ein absolutes Muss in Japan! Ebenfalls beliebt bei und war das Tempura (was von unterschiedlich guter Qualität war) oder dir Ramen-Nudeln. Top war natürlich das Kobe-Rind, welches wir uns einmal geleistet hatten! Die Portionsgrössen waren verschieden, teilweise waren die winzig, dann wieder riesig! Schlecht haben wir eigentlich nie gegessen, obwohl ich kein Fan vom japanischen Frühstück geworden bin!

Erstaunt hat mich auch, dass die Japaner kaum Englisch sprechen. Sie können ihre Standardsätze und ihre Lieblingswörter sind "Thank you", "Yes" und "Sorry". Wenn man die aber was fragt, bekommt man irgendeine Antwort oder einfach "Yes" und man weiss genau, dass der andere keine Ahnung hat. Harald war am Ende schon richtig genervt davon 🤪.

Den japanischen Style fand ich auch interessant. Japan ist ja bekannt für seine Manga-Figuren, aber ich hätte nicht gedacht, dass so viele Frauen in ihrer Freizeit so rumlaufen! Und Frauen wie auch Männer tragen Plateauschuhe! Es war das erste Mal, dass ich z.B. Converse-Schuhe mit 5 - 10cm hoher "Sohle" gesehen habe! Aber ja, die Japaner sind auch eher kleiner.
Aber auch die Männer haben teilweise einen interessanten Style. Im Fuji-Q Vergnügungspark haben wir einen gesehen, der hatte einen Nike-Badeanzug an und darüber dann irgendwelche weiten Schlabberhosen.

Die Hallen voller Gacha- oder Greifmaschinen waren irgendwie auch ein Highlight. So viel nutzloses Zeug, und obwohl es davon an jeder Ecke welche gibt, werden die rege genutzt. Wie auch die Spielehallen - die waren immer komplett gefüllt. Nicht nur Supermario und ähnliches, sondern auch die einarmigen Banditen.

Jetzt, am Ende der Reise angelangt, finde ich es ein wirklich tolles Erlebnis, Japan mal gesehen zu haben. Für mich haben die 12 Tage aber vollkommen gereicht. Die Reizüberflutungen und die vielen Menschen haben teilweise schon die Sehnsucht nach Liechtstein geweckt! Aber es war lohnend und vielleicht geht es irgendwann doch noch in den Norden Japans, wer weiss 🤷‍♀️.

Harald

Allgemein

Japan stand lange auf unserer Liste der Länder, die wir besuchen wollten. Aus vielen Gründen: das Land an sich, die Kultur, die Mega-Städte, auch die Natur an sich.
Ursprünglich hätte ich mir einen größeren Schock erwartet, was vor allem die Kultur betrifft. Dieser blieb aber irgendwie aus.
Was mich mehr überrascht hat, war das teilweise überkomplizierte Vorgehen bei so vielen Sachen des alltäglichen Lebens, oder ich habe dies so empfunden. Alles muss exakt nach Vorschrift laufen, vieles ist unnötig kompliziert digitalisiert, ohne einen Mehrwert zu bieten. Zudem ist alles einfach, wie man es auch aus Mangas kennt, extrem überladen. Leuchtreklamen, im Supermarkt die Angebote, vor allem in Tokio in den Elektronikmärkten erschlägt das einen fast.
Überrascht war ich auch von der Herausforderung, teilweise einfache Dinge zu kommunizieren. Die Leute sind sehr freundlich, hilfsbereit und auch entgegenkommend, sprechen aber kaum Englisch. Und wenn, dann vielleicht nur Phrasen - an eine Unterhaltung ist häufig nicht zu denken.
Vielleicht war es für uns leichter, da wir von Nepal nach Japan kamen und endlich alles wieder modern und "westlich" bzw. sauber und geordnet war und wir die vielen Leute aus Kathmandu gewohnt waren. Wenn man sonst direkt nach Tokio kommt, erschlagen einen sonst einfach die Menschenmassen.

Auf alle Fälle eine Reise wert, aber man muss sich vorab auch so seine Gedanken machen, was man sich anschauen will. Zudem muss man sich auch mental irgendwie auf das einstellen, wie die Leute dort ticken.

Kultur und Tempel

Japan hat eine sehr alte Kultur. Tempelanlagen sind teilweise über 1000 Jahre alt. Der dort verbreitete Shintoismus und Buddhismus haben das Land stark geprägt. Ich finde die Kultur und den Glauben der Leute sehr gut. Sie leben zufrieden, respektieren einander sehr, glauben an Kräfte der Natur und wenige Gottheiten.
Für uns schwer auseinanderzuhalten, sind aber viele der Tempel anderen Sekten oder Richtungen gewidmet. Was sie alle gemeinsam haben: wundervolle japanische Holzbaukunst, die Jahrhunderte überstanden hat. Wenn man fünf davon gesehen hat, sehen sie alle gleich aus, auch die Schreine.
Einige wichtige Tempelanlagen in Kyoto und Tokio sind so überlaufen, dass man diese besser extrem früh oder sehr spät besucht. Das trübt das Erlebnis etwas.

Essen

Wer nach Japan kommt, erwartet sich viel vom Essen. Und es ist meist sehr gut und günstig, außer Kobe-Rind. Das ist auch in Japan sehr teuer.
Sushi und Maki sind extrem gut und günstig. Klassische Tempura (so im Teig frittierte Fleisch, Fisch oder Gemüseteile) auf Reis sind geschmacklich gut.
Ramen (japanische Nudeln) mit der Suppe schmeckt vorzüglich.
Gyoza (gebratene Teigtaschen) ebenfalls.
Beim japanischen Frühstück und vielen anderen traditionell japanischen Speisen trifft unser Gaumen aber auf eher unbekannte Geschmäcker. Viel wird hier mit fermentiertem Gemüse gemacht, so wie Kimchi. Das schmeckt nicht immer toll.

Wenn man offen ist und vor allem seine Geschmackserwartung anfangs ausblendet, wird aber selten etwas nicht essbares vorfinden. Hungern muss keiner.

Reisen im Land

Wir waren nur öffentlich unterwegs, was vor allem in und zwischen den Städten toll ist. Mit dem Shinkansen kann man extrem große Strecken schnell überbrücken. Osaka - Hiroshima sind 350km ca., die der Shinkansen in 80min schafft.
Auch preislich okay sind die Tickets für Bus und U-Bahn. 

Das Zurechtfinden geht sehr schnell. Es ist alles auch westlich angeschrieben und die Leitsysteme sind sehr gut. Da können sich viele Städte bzw. Staaten etwas abschauen. Ein durchdachtes System mit Nummern hilft auch dabei, die Haltestellen zu finden. Man merkt sich leichter eine Nummer bzw. Buchstaben und Nummern (zB E23) wie "Shinjuku Higoshima".

Wenn man weiter aufs Land will, muss man auf Busse ausweichen. Es gibt aber hier fast überall hin eine Verbindung. Es dauert dann halt länger. Die "Wanderungen", die wir gemacht haben, sind öffentlich gut zu erreichen. Wenns aber in die Berge gehn soll, wirds mühsam. Dann muss man wohl gleich mehrere Tage wo bleiben, damit es sich auszahlt.

Mit dem Auto wärs übrigens noch lustig, herrscht doch Linksverkehr, und vor allem in den Städten ist man verloren, denke ich.

Verständigung

Japaner sprechen kaum Englisch. Das muss einem bewusst sein. Da sind Franzosen noch besser. Selbst in Hotels oder Restaurants muss man davon ausgehen, dass die Leute kaum oder nur sehr wenig Englisch können.

Vielfach verstehen sie nicht, was man überhaupt sagt, oder sie können nur mit Phrasen antworten wie zB "Thank you for waiting". Man braucht teils Geduld oder einen Übersetzer.

Beispiele:
• Auf die Frage, ob wir mit dem Ticket mehrmals im FujiQ Park rein und raus können kam die Antwort, dass ich die Tickets von 8:00 bis 8:30 Uhr kaufen kann.
• In Tokio sah ich einen Stand auf so einem Wochenmarkt, wo Dinge aus Österreich verkauft wurden. Schlumberger Sekt. Wein aus Niederösterreich usw. Als der Verkäufer kam, sagte er, der Stand sei schon offen, ich könne was kaufen. Dann meinte ich, dass ich nur schaue, was er so habe und dass ich eben aus Österreich sei. Als Antwort kam einfach ein "thank you".

Wohl auch kulturell bedingt, können sie nicht nein sagen bzw. fragen nicht nach, wenn sie etwas nicht verstehen. Sie sagen dann einfach irgendwas.

Ich habe gelesen, dass viele Experten den Englischunterricht in Japan als schlecht ansehen, weil dieser auf das Bestehen einer Multiple Choice Prüfung ausgelegt ist. Landesweit gleich. Es wird kaum freies Sprechen geübt oder eben das Verständnis. Nur Phrasen, die man beim Test braucht.

Reisezeit

Ob es eine bessere Zeit gibt als den November, kann ich nicht sagen. Bei uns war die Zeitspanne sowieso vorgegeben durch Nepal davor.
Es war aber sehr viel los, eigentlich überall. Aber meist japanische Touristen. Kaum andere. Und es gibt halt doch 125 Mio. Japaner 🙈.
Vom Wetter her hatten wir super Glück. Kein Tag Regen, meist schön. Im Sommer hat man sonst den Monsun und im Winter ist es oft trüb und nass. Außer man geht explizit zum Skifahren nach Hokkaido oder so. Dort will man dann den Schnee haben.

Samstag, 16. November 2024

16.11.2024 - Tokyo - Tag 2

Nach dem Frühstück nahmen wir uns länger Zeit mit dem Checkout, mussten wir doch noch fertig packen. Danach gaben wir das Gepäck im Hotel zur Aufbewahrung ab. Und wie kompliziert das war. QR-Code scannen, der japanische Zeichen in einer URL hatte. Diesen Link musste ich dann erst als Text im Notizbuch öffnen, wo dann der Link auch zum Öffnen war, nachdem die japanischen Zeichen am Ende weggeschnitten wurden. Danach ein Formular ausfüllen, damit einen QR Code generieren, mit diesem zum Concierge, den den Code abscannen lassen, womit er was im System erfasste. Am Ende legte er dann unser Gepäck auf ein Fach, band einen Gurt herum und hängte eine Tafel drauf. Hätte gereicht, wenn er mir auf einem Zettel die Nummer von der Tafel mitgegeben hätte. Aber die Themen Überautomatisierung und Digitalisierung sind eine Geschichte für sich - es muss halt Zeit sparen und funktionieren 🙄.

Manu wollte als erstes ins Pokemon Mega Center nördlich vom Hotel, in Ikebukuro. Einen Teil dort hin fuhren wir mit der U-Bahn, den Rest legten wir zu Fuß zurück. Es war noch früher am Morgen und so war fast nichts los am Weg und in der U-Bahn. 
Neben dem Center für Pokemons gibt es dort ein RIESEN Kids-Center mit Läden für alle möglichen Mangas (zB One-Piece) und Disney Figuren, einen Snoopy-Laden, und und und. Also man könnte dort stundenlang herumlaufen und in den Läden stöbern, könnte 😝.
Manu versuchte dann ihr Glück an so einem Drehautomaten und wollte einen coolen Schlüsselanhänger einer Figur haben, sie bekam dann aber "den blödsten", wie sie meinte 🤣. Naja. 400 Yen.

Westtokio ist bekannt für die Bezirke Shinjuku und Shibuya. Wir fuhren nach Shibuya und schauten uns dort die weltbekannte Statue des Hundes Hatchiko an. Die Geschichte dahinter wurde von Hollywood mit Richard Gere verfilmt. Es gab eine 50m lange Schlange, um mit der Statue ein Foto zu machen. Zoom sei Dank, warteten wir nur 2 Minuten, bis mal keiner dort stand 🙈. Danach wandten wir uns der Kreuzung zu: was für eine Menschenmenge. Es kommen dort mehrere mehrspurige Straßen zusammen und die Kreuzung wird als Ganzes für die Fußgänger auf grün geschalten. Dann gehen einfach gefühlt tausend Leute kreuz und quer drüber. Schon speziell irgendwie.

Auf diese Anstrengung hin legten wir eine Kaffee- und Planungspause ein. Der restliche Tag wollte noch gut genutzt werden. Nach einem Abstecher zum Hands-Tokyu (um Karten zu kaufen), führte uns die Route in den Yoyogi Park, den wir eigentlich nur in Richtung Meiji Schrein durchqueren wollten. Den Weg fanden wir aber nicht so wirklich, wollten wir doch bei einem Springbrunnen vorbei, den wir aber auch nicht fanden 🤣. So gabs ein paar Meter mehr.

Da der Schrein jetzt nicht so toll war, gaben wir die 500 Yen Eintritt für den Shinjuku Gyoen National Garden aus, wo es eine gepflegte japanische Gartenanlage zu bewundern gibt. Naja, um ehrlich zu sein, auch der war nicht so toll. Mit uns war gefühlt halb Tokio dort im Park. Ein Wahnsinn, wie groß dieser Park ist und wie vielen Menschen in Tokio er als Naherholungsgebiet dient. Hier findet man wirklich Natur und Ruhe. Vom Trubel draußen hört man wenig.

Der letzte Weg für heute führte uns zurück nach Shinjuku. Wir wollten dort am Weg etwas essen und weiter zum Regierungsgebäude. Ein Sushi-Restaurant, welches ganz gut aussah, testeten wir gleich. Ganz okay, auch wenn es nicht so gut wie in Osaka war.
Beim Regierungsgebäude mussten wir etwa 30 Minuten warten, bis wir mit dem Lift in den 45ten Stock fahren konnten. Da man von dort einen tollen Ausblick über die ganze Stadt hat und dies noch dazu gratis ist, waren dort erwartungsgemäß viele Leute. Aber es lohnte sich. Die Aussicht über so eine riesige Stadt in der Nacht ist schon speziell.
Während wir warten mussten, haben wir noch gesehen, dass alle 30 Minuten eine Lichtershow außen an das Gebäude projiziert wird, die anscheinend die größte, fix installierte Show weltweit sein soll. Die haben sogar den Eintrag im Guinness World Record Buch. Das Warten dafür hat sich wirklich gelohnt. Die Show war toll. Farbenfroh und mit Musik untermalt. Empfehlenswert! Leider tröpfelte es dann etwas und so war unser Wille gebrochen, dass wir weiter durch den Park gingen. So machten wir uns bald darauf auf den Weg zum Hotel, um das Gepäck zu holen.

Mit den Rucksäcken auf den Schultern ging es, nachdem der Regen vorbei war, zur nahegelegenen U-Bahn Station und von dort in ca. 1h20min zum Flughafen Haneda, wo wir unser Gepäck in andere Hände übergaben. Der Flug ist leider schon um 25 Minuten verschoben worden. Wir hoffen nun, dass wir den Anschluss in Dubai schaffen, der mit 1h30min sowieso recht knapp ist. 🤞

Harald



Fraglich, was das ist 😝

Ja, das gibts noch zu kaufen 😅


















Freitag, 15. November 2024

15.11.2024 - Tokyo - Tag 1

Der Tag startete wie ein typischer Herbsttag - mit Nebel und Regen! Damit wir fürs Frühstück nicht anstehen müssen, standen wir dennoch kurz nach 7 Uhr auf. Dafür trödelten wir anschliessend etwas länger, da laut Wetterbericht der Regen erst um 09 Uhr nachlassen sollte. Harald checkte uns für die morgigen Flüge ein und schon war ich genervt - von Tokyo nach Dubai (ein fast 12h-Flug) sassen wir etwa fünf Reihen voneinander entfernt! Und der Flug war komplett ausgebucht, also keine Chance, die Plätze zu wechseln. Für mich bereits ein Grund, nie mehr mit Emirates zu fliegen, obwohl es bis anhin meine Lieblingsfluggesellschaft war 🙈.
Harald rief dann bei Emirates an und schilderte unser Anliegen. Die Dame dort meinte, sie könne nichts machen, würde aber ihre Kollegen vor Ort (also Tokyo) informieren. Für mich eh klar, dass da nichts passiert, bei Thai Airways wars ja auch so!
Aber... (Spoileralarm) - Am Abend hat Harald unsere Sitzplätze gecheckt und tataaa: Nebeneinander! Somit hat Emirates den Status meiner Lieblingsfluggesellschaft beibehalten 😄.

Gegen 09:30 Uhr stiefelten wir in Richtung U-Bahn, wo wir unser 48-Stunden-Ticket, welches wir am Vorabend noch online gekauft hatten, einlösten.

Dann fuhren wir zur Tokyo-Station, wo sich der Kaiserpalast befindet. Dort war alles abgesperrt und alle Führungen waren abgesagt - Staatstrauer! Die Prinzessin Yuriko ist nämlich heute gestorben - und das im stolzen Alter von 101 Jahren! Nun gibt es nur noch 16 Mitglieder der Kaiserfamilie, davon vier Männer. Das stellt ein grosses Problem dar, denn die männliche Erbfolge ist gesetzt. Wird irgendwann kein männlicher Nachfahre mehr gezeugt, wird das letzte Kaiserreich der Welt wohl auch zu Ende gehen 🙈. Oder es werden die Frauen an die Macht gelassen!

Für uns ging es also zur nächsten U-Bahn-Station und von dort weiter zum Tokyo-Tower, der etwas Ähnlichkeit mit dem Eiffelturm hat. Im Vorhof des Tokyo-Towers war eine Weihnachtslandschaft mit geschmückten Tannenbäumen und einem Tokyo-Tower im Miniformat aufgestellt. Wir haben uns das alles angeschaut und dann gings schon weiter nach Akihabara, dem Elektronik und Manga/Anime Viertel.

Da die Zeit bereits fortgeschritten war, also nach 12 Uhr, kauften wir in einer französischen Bäckerei ein paar Kleinigkeiten, bevor wir in den Yodobashi (Elektromarkt) sind. Huiii, da gehts rund! Auf sieben Stockwerken findet man alles, was man braucht (oder auch nicht braucht) in etwa 100facher Ausführung! Da kann ein Mediamarkt einpacken 🙈. Reizüberflutung schlechthin! Und wagt man sich dann, sich auf einer Etage umzuschauen, muss man am Ende garantiert die Rolltreppe suchen gehen!

Preislich gesehen sind die Sachen aber teurer oder zumindest gleich teuer wie bei uns. Schnäppchen gibt es keine. Aber es war trotzdem mal spannend, in solch einem Kaufhaus unterwegs zu sein. Aber müde macht das alles! Also musste ein Starbucks her! Frisch gestärkt klapperten wir ein paar Animeläden ab. Überall kann man irgendwelche Figuren kaufen. Einige zu erschwinglichen Preisen, andere weniger. Einige mehr bekleidet, andere weniger 😅.
Ebenfalls findet man überall Läden mit Sammelkarten (z.B. Pokemon), da reichen die Preise bis 400'000 ¥ (ca. 2'300 CHF).
Wir haben 350 ¥ für zwei Mangas ausgegeben - Lesestoff für den morgigen Flug?

Unter anderem waren wir noch in einem, sagen wir mal, Erotikshop. Spannend war, dass die obersten zwei Etagen nur für Männer reserviert waren - Frauen verboten! Ich habe Harald raufgeschickt, weil es mich interessierte, was es da so zu sehen gibt, dass Frauen da nicht rauf dürfen.
Anscheinend kann man dort Sexpuppen für die eigenen Bedürfnisse konfigurieren lassen. Weitere Angaben gibt es von mir nicht, wer sich aber näher dafür interessiert, kann sich gerne an Harald wenden 🤣.

Alsbald hatten wir genug gesehen - weiter gings mit der U-Bahn zur Asakusa-Station.
Dort gings zum Kaminarimon-Tor und von dort weiter zum Asakusa-Schrein, dem Tempel der Göttin des Mitgefühls. Hier war wieder so einiges los und darum verweilten wir auch nicht zu lange da.
Mittlerweile dunkelte es bereits ein und so machten wir uns auf den Weg zum Tokyo-Skytree. Ich hatte gelesen, dass es dort ein Bambuslaternenfest gebe, und tatsächlich, an einigen Orten waren aus Bambus Gebilde geschnitzt/gebunden worden, die erleuchtet wurden. Diese säumten unseren Weg zum Skytree. Auch dieser war in unterschiedlichen Farben beleuchtet und von weit her gesehen - besitzt er doch eine stolze Höhe von 634m! Er ist der höchste Fernsehturm und das dritthöchste Gebäude der Erde! Wow! Impostant! Und die Spitze ragte sogar bis in die Wolken (okay, diese hingen auch ziemlich tief 😅).

Zurück gings via Ushijima-Schrein, wo es noch mehr Bambuslaternen gab 🎋.
Dann stiegen wir wieder in die U-Bahn und erneut ging es zum Tokyo-Tower. Auch dort hatte ich von einer Beleuchtung gelesen und tatsächlich erstrahlte er in Orangetönen. Die Miniaturausgabe wechselte die Farbe, was von Musik untermalt wurde. Das war noch ganz nett anzusehen!

Zu Fuss gings dann nach Roppongi - mittlerweile knurrte der Magen wieder und erst wollten wir Sushi essen gehen. Das Restaurant, welches wir anpeilten, sagte uns aber nicht so zu. Also gingen wir noch etwas weiter und kamen zu einem Ramen-Restaurant - Hidaka. Wir konnten die Speisekarte zwar nicht entziffern, aber Bilder schauen geht immer! Es war ziemlich voll und gedrängt, aber wir bekamen noch einen Platz! Mithilfe der englischen Speisekarte gaben wir unsere Bestellung via Tablet auf - das Bier kam im Nu und auch auf den Rest mussten wir nicht lange warten. Wir beide wählten ein Ramen-Set, was aus einer grossen Schüssel Ramennudeln, einer kleineren Schüssel Reis mit Yakitori (Hühnchen) und sechs Gyoza (gefüllte Teigtaschen) bestand. In Summe war es ziemlich viel, aber auch sehr gut! Wir haben für alles zusammen nicht einmal 20 CHF bezahlt!

Zufrieden und mit gefüllten Mägen gings dann noch zu den Christmas Winter Lights in Midtown bei Roppongi. Dort erwartete uns eine weitere Lichtershow mit Musik, Nebel und Seifenblasen. Weihnachtsstimmung garantiert! Nur war es etwas warm und der Glühwein und die Marroni fehlten!

Die Beine waren vom langen Tag müde und so kehrten wir ins Hotel zurück - die Uhr zeigte eh schon wieder 21 Uhr an! Wir stiessen noch mit einem Sapporo-Bier (um die Weihnachtsstimmung beizubehalten mit der Sonderedition "The winters tale") an und nun ist es Zeit zu schlafen!

Manu







Hunderte Animie Stores mit tausenden Figuren. Und teilweise richtig viel wert. 🙈


Ein neues Multimeter vielleicht?








Der Tokyo Skytree







Donnerstag, 14. November 2024

14.11.2024 - Mount Takao (599m) & Mount Kobotoke Shiroyama (670m)

Die Nacht war wenig erholsam für mich - Manu stahl mir laufend die Decke 😬. Und ab 6 Uhr war ich dann wach, da auch draußen das Leben auf den Straßen anfing, das wir bis in den 19ten Stock hören. So hatte ich wenigstens noch Zeit, die Wanderkarte für den heutigen Tag offline zu nehmen.

Kurz nach 7 Uhr gingen wir zum Frühstück. Die Dame gestern beim Checkin meinte, vor 8 Uhr sei es ganz okay, danach "very busy". Bald sollten wir wissen warum 🙈. Das Hotel hat 20 Stockwerke, 18 davon mit Zimmer voll. Auf unserem Stockwerk sinds 47 Zimmer. Man kann selbst überschlagen, wie viele Gäste hier schlafen können. Nun kommt man zum Frühstücksraum und sieht etwa 25 Plätze, vielleicht noch 10 mehr in einem Extraraum. Was für eine Fehlplanung 😝. Naja, uns wars egal, es war noch kaum was los. So konnten wir unsere 40min auskosten, so lange darf man maximal sitzen. Prinzipiell ist das Frühstück aber okay, es gibt alles, was man will. Japanisch und westlich. Was verwundert: sie haben genau 2 normale Kaffeemaschinen - DeLonghi Vollautomaten, die dort "herhalten" müssen. Dass diese noch nicht kaputt sind, verwundert fast etwas.

Danach brachen wir zur Keio Bahnstation auf, welche ebenfalls im Bahnhof Shinjuku integriert ist. Von dort fährt der Zug zum Bahnhof nach Takaosanguchi, direkt am Fuße des Mount Takao, quasi dem Hausberg von Tokio. Das Kaufen des Tickets ging trotz der sehr komplizierten Maschinen flott, obwohl wir es nicht geschafft haben, mit der Karte zu zahlen. Das Auffinden des richtigen Bahngleises war dann eher problematisch, doch an der Information konnte man uns weiterhelfen. So saßen wir bereits um 8:51 Uhr im Zug, der recht voll war.

Mit ein Mal umsteigen gelangten wir dann zur Endstation und waren gleich etwas geschockt. Früh(er) am Tag, ein Donnerstag, nicht so sonderlich gutes Wetter, aber dennoch wuselte es nur so. Manu kämpfte sich dann gleich vor und bog auf den Weg namens "Imariyama" ab, da dieser am wenigsten begangen wird bzw. die schönsten Herbstfarben haben soll laut Japan Guide 🤣. Beides stimmte nicht wirklich, aber okay.

Der Weg war von unten bis oben über weite Strecken komplett mit Stiegen oder Stegen verbaut. Richtig mühsam 😡. Entweder zu kurz hintereinander oder so kleine Stufen, sodass man nicht jeden Tritt nehmen konnte, aber zwei dann fast doch zu weit war. So machte das keinen Spaß. Bis auf den Gipfel waren es 1820 nummerierte Tritte. Die Leute am Weg machten es dann noch etwas mühsamer. 
Überall hingen dann noch Schilder herum. Achtung, fallende Äste. Achtung, fallende Bäume. Kopf einziehen. Weg nicht verlassen. ... 🤣

Am Mount Takao war dann die Hölle los. Nach Tokio konnten wir nicht sehen, zu dunstig war es und zu bewölkt. Aussicht also quasi null.
So gingen wir gleich weiter zum Mount Kobotoke Shiroyama, um festzustellen, dass die Wege weiterhin wie Stiegen und Stege sind. Nicht attraktiv also. Wir machten Pause am Gipfel, aßen unsere Jause und entschieden uns, einen anderen Weg zurück zu gehen.

Anfangs gut erkennbar, folgten wir dann irgendwo den falschen Bändern und bogen rechts ab und kamen in steiles Gelände, waren aber noch immer auf einem Weg. In der Karte gabs den nicht, aber die Richtung passte: zum Bach ab. Also folgten wir weiter dem Steig und kamen dann recht gut ab zur Straße. Mit etwas Gegenanstieg waren wir dann wieder am Gipfel des Mount Takao, von wo aus wir dann anfangs dem breiten Weg folgten, wollten wir noch die Tempel anschauen gehen. Diese waren dann nichts Spezielles mehr. Tempel halt. Aber es wimmelte nur so von Leuten.

Weiter unten bogen wir dann nochmals auf einen kleinen Steig ab, da dieser zu einem kleinen "Wasserfall" führte. Was für ein Wasserfall! 🤬 ... wenn man einen 10 Liter Eimer mit Wasser über eine 5m hohe Mauer runterleert, hat man mehr gesehen. Also gefühlt zumindest. Absolut nichts Spezielles.

Zurück beim Zug kauften wir uns die Rückfahrtstickets (430 Yen übrigens, also etwa 2.60 EUR für 55min Zugfahrt) und hockten uns in den anfangs leeren Zug, der gegen Ende hin recht voll wurde. Von Shinjuku aus kannten wir den Weg nun bereits zum Hotel.

Nach einer heißen Dusche und Rast suchten wir uns ein Lokal zum Abendessen aus. Wir wollten wieder Tempura essen und Manu fand gleich zwei Straßen weiter ein gutes japanisches Restaurant. Dort genossen wir dann ein mehrgängiges Menü. Jeder Gang kam zudem mit einer Anleitung für uns Touris, damit wir wussten, wie man das nun korrekt isst 🤣. Lecker wars.

Anschließend durchstreiften wir noch etwas die belebten Straßen hier. Wir sind ja im Ausgeh- bzw. "Rotlicht"-Viertel, da ist auf den Straßen so einiges los und überall leuchtet und blinkt es. Fast schon zu grell für die Augen.

Jetzt planen wir noch etwas für morgen, bevor es ins Bett geht.

Harald












17.10.2015 - Sportklettern Restonicatal: Candite e Martin

Nach einer guten und erholsamen Nacht wachten wir am Morgen bei wenigen Grad über Null auf. Kalt wars geworden, war doch die Nacht sternenkl...